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Mehr Praxisbezug an den Schulen

Dieses Thema im Forum "Bildung" wurde erstellt von Occham, 4. April 2021.

  1. Occham

    Occham Active Member

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    Geld knüpft an der Gier an, deswegen funktioniert ja unser Finanzsystem…

    Ich stelle die Gier der Selbstverwirklichung gegenüber, weil irgendjemand mal die Gier zur Triebfeder für eine laufende Gesellschaft erklärt hat und warum das so ist, hab ich ja beschrieben: Kinder lernen in der Schule reine Theorie und damit Gehorsam, dabei stirbt der Forscherdrang, die Freude, die Neugier, der Bewegungsdrang und was zurückbleibt ist die Gier, würde man diese Sachen gleich in der Schule fördern, würde die Gier automatisch weichen… und man könnte das System dann darauf ausrichten.

    Mit Praxisbezug meine ich, das man den Kindern kindgerecht die Arbeitswelt näher bringen soll. Es stimmt natürlich, das man nicht alle Berufe in einer Schule unter bringen kann, man kann die Arbeitswelt aber verkürzt den Schülern nahebringen, in Denkarbeit und körperliche Arbeit. Dann hätte man zumindest schon mal einen Wegweiser, wo die eigenen Talente denn liegen. Vielleicht hast du ja bessere Ideen, wie man die Arbeitswelt den Kindern nahebringt.
     
  2. scilla

    scilla Well-Known Member

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    es wäre schön, wenn Menschen ihrer Berufung folgen könnten und dabei nicht gleich Pleite gehen
     
  3. scilla

    scilla Well-Known Member

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    19. April 2003
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    6.311
    das hat es zu meiner Schulzeit nicht gegeben,
    aber inzwischen müssen die Schüler Praktikas machen und haben 'Berufe' als Unterrichtsfach

    wichtig wäre, daß die Personalabteilungen erkennen, welches Studium welche Qualifikation mit sich bringt
    und die Absolventen entsprechend quereinsteigen lassen
     
  4. Occham

    Occham Active Member

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    Beiträge:
    291
    ja, das wäre schön

    Hat es zu meiner Schulzeit auch nicht gegeben, aber wenn es das jetzt gibt, dann bin ich ja zufrieden

    ja, auch das wäre schön
     
  5. Burkart

    Burkart Active Member

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    219
    Also ich in der Schule auch fast nur Theorie gelernt. Das hat mich aber nicht zu Gier getrieben, sondern zu Mathematik und später zur Programmierung (letztlich zur Informatik).
    Meine Neugier hätte sicherlich gezielter gefördert werden können, aber einen Grund zu Gier habe ich in der Schule nicht verspürt.

    Warum gerade der Arbeitswelt und nicht z.B. dem Leben, z.B. "wie gehe ich mit anderen Menschen besser um"? Diese Praxis wäre mir lieber, also z.B. wie man Konflikte besser löst.

    Natürlich könnte man Kinder mehr spezialisieren und so "ihrer" Arbeit zuführen, aber ob das wirklich so gut für Kinder/Menschen ist?
    Spezialisierung könnte man (wenn schon) mit mehr Digitalisierung erreichen, aktuell z.B. gezielte eLearnings, irgendwann später mal mit inidividuellen Lehrern auf Computer- oder gar KI-Basis (Künstliche Intelligenz).
     
  6. Occham

    Occham Active Member

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    Ja, wenn Denkarbeit (Informatik) deine Berufung ist, dann bist du eben der Beweis dafür, das es auch richtig laufen kann. Das trifft aber nicht auf jeden zu.

    Naja, wenn man auf seinen Talenten aufbaut, macht das doch Freude und man ist ausgeglichener…
    Spezialisieren hört sich so an, als müsste man den Kindern die Arbeit gleich beibringen, aber das meinte ich gar nicht, ich meinte die Kinder sollen kindgerecht einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen, um ihre Stärken und Schwächen kennen zu lernen, denn nur wenn man seine Schwächen kennt, trifft man im späteren Leben die richtige Berufswahl… Denn wie du ja sicherlich selber weißt, wenn man auf seinen Talenten aufbaut, ist man auch glücklich…
     
  7. Burkart

    Burkart Active Member

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    219
    Denkarbeit als meine Berufung, ok, wenngleich das alleine mir auch nicht reicht, z.B. habe ich gerne mal Mathe-Nachhilfe gegeben (also Wissen weitergereicht), als ich mehr Zeit/Ruhe dafür hatte...
    Aber auch die Denkarbeit wandelt sich, der eigene Beruf nicht unbedingt. So habe ich anfangs sehr gerne Programme geschrieben, was zu meinem Beruf wurde; das Programmieren sehe ich aber "nur" noch als mein Handwerk an. Viel lieber wären mir "Programme, die mir gefallen" und das wären solche Richtung Künstliche Intelligenz (KI), meine wahre Berufung, die ich (nach dem Studium) nur noch als Hobby betreibe, da ich beruflich keinen praktischen Ansatz dazu gefunden habe - vielleicht, weil meine Ansätze zu theoretisch sind und sich damit kein Geld verdienen lässt... oder weil mir niemand über den Weg gelaufen ist, der dafür Geld übrig hat, wer weiß...

    An meinem Beispiel will ich zeigen, dass einerseits ein Talent nicht unbedingt zu einem Beruf führen kann, z.B. weil sich damit einfach kein Geld verdienen lässt - oder man wird Lebenskünstler, hat das Glück irgendwie Geld zu haben oder zu bekommen und kann so seinen Talent-Traum verwirklichen... aber das dürfte nicht vielen Menschen gelingen, also Beruf (Job) = Berufung (Traumbeschäftigung). Oder ist es bei dir so?
    Andererseits entwickelt man sich auch im Laufe des Lebens und damit die (sichtbaren) Talente. So war als Kind Mathe für mich ganz vorne, dann Programierung, nun ist es KI und auch damit zusammenhängende Philosophie. Auch politisch interessiert bin ich Laufe der Jahrzehnte geworden (wäre fast mal kommunal wählbar geworden, obwohl nicht mal in der Partei, die mich aufstellen wollte, bevor sie ihr Vorhaben zurückgezogen hat bzw. regional musste), aber mich in einer Partei "hochzudienen" wäre mir viel zu aufwändig. (Dagegen wäre ich sofort dabei, wenn es vernünftige basisdemmokratische Gremien für bestimmte bundesweite Themen gäbe.)

    Zwischen-Resumé:
    Talent geht nur bedingt und macht u.U. nur zeitlich punktuell glückllich.

    Sicher, grundsätzlich bzw. tendenziell hast du natürlich recht. Als Anssatz zur Berufswahl macht das sicher Sinn; man darf nur nicht zu viel erwarten, also dass der Job genauso wird wie man sich vielleicht erhofft.

    Soweit so gut. Immerhin gibt es ja *inzwischen* Pflicht-Praktika in Firmen (afaik), in meiner Jugend nicht.
    Wie stellst du dir das denn genauer vor? Etliche Wochen/Monate in einer oder gar mehrere Firmen?
    Na ja, vielleicht wäre das gar nicht so verkehrt, vielleicht das 13. Schuljahr zu ersetzen durch ein Jahr mir diversen Praktika in der Schule, vielleicht nach der 10. Klaase, damit man sein Abitur(*) noch entsprechend in eine gewünschte Richtung lenken kann!? ((*) Sorry ggf., ich spreche für Deutschland, nicht für Österreich o.ä.)

    Tja, bleibt die Frage, ob man wirklich seine Stärken und Schwächen erkennen kann... Auch kann man Schwächen bekämpfen, auch ändern sie sich im Laufe der Zeit oder verschwinden von selbst... In der Schule mochte ich z.B. Englisch nicht, heute spreche ich es ggf. ohne Angst/Respekt davor (wenn auch nur so la la); Vorträge in der Schule habe ich gehasst, heute sind sie für ich ok; eigene Texte habe ich damals auch nicht verfasst, heute gerne (wie hier z.B.). Letzteres liegt aber daran, dass ich heute eine Meinung zu vielen Dingen habe, zur Schulzeit aber noch nicht - genau dazu ist aber Allgemeinbildung nötig!
     
  8. Bernd

    Bernd Well-Known Member

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    Die Jugendbehörden schätzen die Zahl der diesjährigen Schulabbrecher in D. auf 200.000. Damit würde sich die Zahl Homeoffice bedingt zum Normalstand etwa verdoppeln. Wenn man von knapp einer Million Kinder pro Jahrgang ausgeht, sind das 20% Schulbabbrecher, deren Karriere und Selbstwertgefühl bereits beschädigt ist. Offenbar wäre ganz normaler Unterricht mit richtigen Lehrern und Schülern mit Mund und Nase zumindest praxisnaher, als Teleunterricht und Keinunterricht.
     
    FreniIshtar gefällt das.
  9. ewaldt

    ewaldt Well-Known Member

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    Es ist die Kritik am Schulsystem, an der Methode berechtigt aber nicht neu. Nun kommt Corona und Schulschließung bzw. Homeschooling dazwischen, da ist die Methode kein Thema, es geht ums Überleben. Natürlich ist die Praxis im Leben von größer Wichtigkeit um es zu absolvieren aber Mitteleuropa möchte theoretische Tüftler haben, als größte Ressource um auf dem Weltmarkt zu punkten. Das praktische Umsetzen können Andere schneller, billiger und besser. Deshalb bleibt es beim theoretischen Einpauken von ganz viel Stoff, damit daraus ein Gehirn entsteht, das weniger gute Lebensbewältigung beherrscht, dafür gibt es auch wieder Fachleute im sozialen Bereich, sondern, dass als Ingenieure theoretisch Dinge entwickeln werden, die auf der Welt eine einzigartige Innovation darstellen. Ich bin beim späten Studium an der Universität, in dem Fall Philosophie, auch an einen Punkt gestoßen, wo mir die Art zu denken vorgegeben ist, die akademisch/wissenschaftliche Denkweise. Sie taugt zur Lebensbewältigung fast gar nicht aber mit ihr lassen sich im internationalen Vergleich die gesellschaftlichen Belange voranbringen. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen in Deutschland oder Österreich, es geht um Export von Technologien, das fängt im Kindergarten an mit Gehorsamkeit, geht über die Schule mit wiedergeben, was der Lehrer hören will bis in die Universitäten wo vor gedachtes wiederholt wird und erst in der Wirtschaft im Rahmen dieser Schablonen sind eigene Ideen möglich. Die Beweisführung in den Gesellschaftswissenschaften beruht stets auf Textverweise und Zitate, eigene Kreationen sind nicht wissenschaftlich, außer man ist die Nummer 1, dann bekommt man für eigene Ideen den Nobelpreis. Diese Strukturen fangen in der Grundschule durch theoretisches Einpauken und Abfragen an, da spielt praktische Bewältigung nur eine untergeordnete Rolle. Je nach Schule und Lehrer variiert das natürlich und ist mal stärker und mal weniger stark ausgeprägt.
     
  10. Occham

    Occham Active Member

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    Beiträge:
    291
    Am Weltmarkt punkten, klingt plausibel. Aber ein Land benötigt nicht nur theoretische Tüftler, es benötigt auch welche, die körperlich arbeiten und da sollte das Schulsystem nunmal vielseitiger sein, damit die Kinder besser wissen, wo die eigenen Talente liegen und welcher Beruf sie glücklich macht, um an diesen vielseitigen Schulsystem alle Berufe zu decken, um sich so nicht am Ausland bedienen zu müssen... weil die das praktische Arbeiten besser können...
     

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