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Ist der Mensch gut oder radikal böse?

Ist der Mensch von Grund auf gut oder böse?

  • gut.

    Stimmen: 7 70,0%
  • böse.

    Stimmen: 3 30,0%

  • Umfrageteilnehmer
    10
Trist schrieb:
Er könnte nach unseren Moralvorstellungen Gut oder Böse sein.
Er würde das aber selber nie erkennen können, nicht weil er selber keine Moralvorstellung hat sondern weil diese aufgrund mangelnder Reflektion nicht "aktiviert" würde. Es fehlt der Spiegel der zur Selbsterkenntis führt.

nein, kann er nicht
denn wenn wir ihn bewerten wollen, müssten wir um ihn und seine taten wissen
damit wäre die bedingung "keine interaktion mit dem rest der menschheit" nicht mehr gegeben

weiters wird er dann wiederum von außen, nämlich von den anderen, bewertet
und das nach deren maßstäben, und wie die handlungen oder gedanken desjenigen auf uns wirken (und somit interagieren)

lg,
Muzmuz
 
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Mensano, ich halte zwar Umfragen grundsätzlich für informativ und nützlich - in diesem Fall werde ich aber nicht teilnehmen, bzw. kann ich mich kaum für eines der beiden entscheiden. Dazu müsste ich von jeder ethnischen Gruppe der Welt mindestens einen Vertreter gut kennen. Erst dann könnte ich eine vage Entscheidung treffen, ob der Mensch "mehrheitlich" gut oder böse ist. Und auch dann hätte ich wohl noch den Zweifel, ob nicht die Antwort auf die so allgemein gestellte Frage am ehesten lauten müsste: "Der Mensch ist gut und böse".

So schließe ich mich diesbezüglich Silesius an, der da sagte: "Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein, er kann, nach dem er's macht, Gott oder Teufel sein".

Das heißt, in jedem Menschen ist Gut und Böse drinnen und jeder Mensch hat die Freiheit (oder zumindest die theoretische Möglichkeit), sein "Gutes" oder "Böses" zu fördern bzw. zu zeigen.

Liebe Grüße

Zeili
 
Zitat von Zeilinger:
ich halte zwar Umfragen grundsätzlich für informativ und nützlich - in diesem Fall werde ich aber nicht teilnehmen,
ganz meine Ansicht, Zeili.
Der Mensch und auch seine tierischen Verwandten sind nicht einfach nur gut oder böse.
Ein humanistisch erzogener Mensch und ein liebevoll aufgezogenes Tier ( damit meine ich ein an den Menschen angepaßtes Säugetier, keine Krokodile oder Schlangen)
sind auch im allgemeinen „gut“.

Im kampf ums eigene Überleben gegen Umwelt und Artgenossen aufgewachsene Tiere und Menschen sind meistens „böse“, wobei dies dem bösen Menschen immer bewußt, wenn auch oft gleichgültig ist.

Gruß von Claus
 
Schön' guten abend,

hab den Diskurs in diesem Thread nicht genau verfolgt, wie aber meinst du das Claus?

Zitat von Claus:
Im kampf ums eigene Überleben gegen Umwelt und Artgenossen aufgewachsene Tiere und Menschen sind meistens „böse“, wobei dies dem bösen Menschen immer bewußt, wenn auch oft gleichgültig ist.

D.h. Menschen, die in einer 'menschenunfreundlichen' Umwelt leben und sich im Kampf gegen andere Volksgruppen beweisen müssen, sind meistens böse? Sorry, das versteh ich nicht so ganz!

Ich frage mich gerade, ob die Umwelt, d.h. dieser Planeten sich nicht vielleicht bewusst, als Reaktion auf die umweltzerstörende Menschheit, gegen gerade diese erzürnt? Aber das gehört wahrscheinlich gar nicht hier her...

Mfg Patrice :)
 
Zitat:
Zitat von Claus:
Im kampf ums eigene Überleben gegen Umwelt und Artgenossen aufgewachsene Tiere und Menschen sind meistens „böse“, wobei dies dem bösen Menschen immer bewußt, wenn auch oft gleichgültig ist.

D.h. Menschen, die in einer 'menschenunfreundlichen' Umwelt leben und sich im Kampf gegen andere Volksgruppen beweisen müssen, sind meistens böse? Sorry, das versteh ich nicht so ganz!

Ich hatte dabei Tiere im Auge, etwa streunende Hunde und Katzen in einer spanischen Stadt. Ihnen wird nicht nur von Argenossen das Futter streitig gemacht, sie werden auch von den Menschen ihrer Umgebung verfolgt.
Sie leben nach dem Motto: ich oder du.

So leben auch die Straßenkinder von Rio. Sie hungern und werden von allen gejagt und gehetzt.

Ein verstoßener Hund in Barcelona oder ein Straßenkind in Rio:
sie müssen böse sein um zu überleben. Wobei der Hund seine Handlungen ganz natürlich findet, das Kind aber einen Raubmord als Verbrechen einordnen kann.
Wenn der Hund seinen Rivalen getötet hat, wird er triumphierend davonlaufen, das Kind wird sich vor der Polizei verstecken.

Claus

ps:
also Umwelt nicht im Sinne von abschmelzenden gleschern oder Regenwald, sonder die Welt, die einen umgibt.
 
Schön guten abend Claus,

erseinmal Danke ich Dir für die rasche Aufklärung! :)

Ein verstoßener Hund in Barcelona oder ein Straßenkind in Rio:
sie müssen böse sein um zu überleben. Wobei der Hund seine Handlungen ganz natürlich findet, das Kind aber einen Raubmord als Verbrechen einordnen kann.
Wenn der Hund seinen Rivalen getötet hat, wird er triumphierend davonlaufen, das Kind wird sich vor der Polizei verstecken.

Meinst du wirklich, dass dieses Verhalten den Tätern (in diesem Fall den Straßenkinder) gleichgültig ist?
Natürlich, das böse Verhalten, die Straftat ist nicht richtig, entspringt aber der sozialen Notlage des Kindes, und nicht der Absicht bewusst böses zu tun! Wären diese Kinder auch böse, besäßen sie ausreichende Mittel ein materiell sogrenfreies Leben zu führen?

Vielleicht ist es sogar nur unser Verständis der Ethik, das uns glauben macht diese Menschen würden böses tun?!

Diese Kinder entwickeln möglicherweise untereinander das Gefühl von Solidarität und Zuneigung. Ihre einzige Tat ist, dem Drang zum Überleben nachzugeben! Du schreibst selbst:

Sie hungern und werden von allen gejagt und gehetzt.

Das Potenzial sowohl gutes als auch schlechtes zu tun ist natürlich von Geburt an jedem Menschen gegeben, dass der Mensch aber als 'gutes' oder 'schlechtes' Individuum geboren wird, bezweifle ich; es sind vielmehr die Umstände, die Erziehung, (in deinem Sinne) :) die Umwelt die Ihn dazu nötigen!
Dass dieses Verhalten Ihm gleichgültig ist, wage ich zu bezweifeln, die körperlichen Bedürfnisse des Tieres Mensch sind eben doch stärker als das sittliche Verhalten!

Mfg Patrice :clown2:
 
Zuletzt bearbeitet:
PHP:
Gut und Böse sind Eigenschaften die sich aber nicht verdinglichen lassen.
Sprich der Mensch kann das Potenzial haben sich auf beide Eigenschaften konditionieren zu lassen, aber nicht diese in sich tragen.





Also ich glaube schon, dass der Mensch sowohl das Gute als auch das Böse als Erbmaterial angelegt hat, zumindest die Tendenzen. Je nachdem wie die Einflüsse der Umwelt auf ihn wirken, wird das Gute oder das Böse abgerufen. Ist er jedoch total isoliert wie Kaspar Hauser kommt es weder zu guten noch zu bösen Eigenschaften. Es kommt zu überhaupt keiner wirklich menschlichen Entwicklung.

Es geht um eine Interaktion zwischen Anlagen oder Tendenzen und der Wirkung allen dessen, was den Menschen umgibt und beeinflusst.

Ich hoffe, mich jetzt deutlicher ausgedrückt zu haben.

suche ::confused:
 
Zitat von patrice:
Das Potenzial sowohl gutes als auch schlechtes zu tun ist natürlich von Geburt an jedem Menschen gegeben, dass der Mensch aber als 'gutes' oder 'schlechtes' Individuum geboren wird, bezweifle ich; es sind vielmehr die Umstände, die Erziehung, (in deinem Sinne) die Umwelt die Ihn dazu nötigen!

genau das habe ich gemeint mit meiner aussage zwei Beiträge weiter oben:

>>>Der Mensch und auch seine tierischen Verwandten sind nicht einfach nur gut oder böse.
Ein humanistisch erzogener Mensch und ein liebevoll aufgezogenes Tier ( damit meine ich ein an den Menschen angepaßtes Säugetier, keine Krokodile oder Schlangen)
sind auch im allgemeinen „gut“.<<<
Dass dieses Verhalten Ihm gleichgültig ist, wage ich zu bezweifeln, die körperlichen Bedürfnisse des Tieres Mensch sind eben doch stärker als das sittliche Verhalten!
Als ich geschrieben habe:

>>>Wenn der Hund seinen Rivalen getötet hat, wird er triumphierend davonlaufen, das Kind wird sich vor der Polizei verstecken.<<<

wollte ich ausdrücken, daß das Kind sich deshalb vor der Polizei versteckt, weil ihm die Tat nicht gleichgültig und es sich der Strafbarkeit bewußt ist.
Das mag bei unseren Vorfahren in der Steinzeit noch anders gewesen sein, ähnlich wie bei den Tieren heute noch.
Es soll ja auch bei Menschen in Ausnahmesitiuationen heute noch zu Kannibalismus kommen.
Aus der Not heraus, und bei vollem bewußtsein der Verwerflichkeit.

Claus
 
Also ich glaube schon, dass der Mensch sowohl das Gute als auch das Böse als Erbmaterial angelegt hat, zumindest die Tendenzen. Je nachdem wie die Einflüsse der Umwelt auf ihn wirken, wird das Gute oder das Böse abgerufen. Ist er jedoch total isoliert wie Kaspar Hauser kommt es weder zu guten noch zu bösen Eigenschaften. Es kommt zu überhaupt keiner wirklich menschlichen Entwicklung.

Du machst aus einer Akzidenz was Substantielles.
Wenn das Gute und das Böse Anlagen seien sollen, dann muss ich dich leider auch Fragen was das Gute und was das Böse ist und bitte keine Extensionen!
 
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AW: Ist der Mensch gut oder radikal böse?

ich würde sagen, aufgrund von lebenserfahrung etc., der mensch ist von haus aus halbradikal böse.

der mantel der zivilisation ist dünn, kann der gelüftet werden, wird er gelüftet.

das zeigen nicht nur kriegsgeschehnisse, in denen der brave familienvater, fernab der heimat und unter einem anderen kommando stehend, plündernd, brandschatzend, tötend und vergewaltigend dort seinen aufenthalt verbringt.


ist das gerüst der zivilisation (sprich gseetze, strafandrohung) etc. nicht gegeben, kommt heraus, was die hauptenergie ist, siehe oben.


von höherenwicklung und dergleichen kann man träumen, wenn satte zeiten außerhalb von ausnahmezuständen (die sie im archaischen sinne nicht sind, sondern lediglich aus dem zivilisierten blickwinkel heraus) sind.

wenns eng wird (in der brd sind genau 48 stunden lebensmittelvorräte vorhanden), dann nimmt, wenn der blanke hunger mit dem blanken selbsterhaltungstrieb hand in hand geht das überhand, was wir in unserer romantik oft übersehen: da wird der nachbar abgeknallt und dergleichen mehr, wenn der noch einen keller voll mit lebensmitteln hat.


egal wo auf dem planeten und zu welchen zeiten, die menschen agieren und reagieren unter den jeweiligen bedingungen gleich, nur die panier ist anders.

es ist nicht mehr der faustkeil, man hat besseres...


es kann ja auch nicht unauffällig sein, dass der mensch auf keinem gebiet eine derart perfide kreativität an den tag gelegt hat, als im entwickeln von vernichtungswaffen.

mir ist nicht bekannt, dass es ein tier geben soll, dass so gelagert ist, selbstvernichtungsinstrumente zu entwickeln.

sollte man die mäuse mal fragen, warum die keine mausefallen entwickeln :)


der mensch ist eine absolute fehlkonstruktion, eine bestie, nichts anderes, die sich dann, wenn nicht in-schach-gehalten übler verhält als jedes tier.

grad der neoliberalismus zeigt es doch überdeutlich, wie butterweich an jeglicher moral, an jedem gewissen "vorbei" sich entwickeln konnte, was wir direkt vor der nase haben.

im 3. jahrtausend bringt der planet seine einwohner nicht satt - wenn das keine bankrotterklärung ist, dann weiß ich auch nicht. da wären wir beim stichtwort gier...ein weites feld, die frage nach gut und böse.



freilich, träumen darf man :)
 
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