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Immer jüngere "Komasäufer"

AW: Immer jüngere "Komasäufer"

Ich bezog mich auf den von mir zitierten Beitrag. Dort ging es um das Erkennen des eigenen Versagens bei den Eltern. Das setzt oft erst dann ein wenn die Probleme manifest sind.
Ich glaube nur wenige der sich ins Koma saufenden Jugendlichen empfinden sich als Versager. Viel wichtiger ist für Jugendliche das Gefühl "Insein" zu müssen, nicht von der Gruppe abweichen, sich bloß nicht von den Anderen zu unterscheiden. Das fängt beim Gruppenzwang betreffs Markenklamotten an und hört bei Einziehen diverser Drogen auf.
Eltern habens da die schwere Aufgabe die Kinder stark zu machen um dem zu widerstehen. Einer Gesellschaft in der die Erziehung mehr und mehr dem PC oder dem Fernsehen überlassen wird, wo das Gespräch wenn überhaupt, nur zwischen Tür und Angel stattfindet, gehen die Werte verlorenen. Komasaufen ist ein Aspekt, Gewaltvideos, -spiele usw weitere Seiten des selben Problems.

Alles klar! Alles richtig verstanden!
Wenn es also um dass "Insein" von Jugendlichen geht, wer will schon outsein? Wie kann es ihnen vermittelt werden?
Wo kannst Du da ansetzen? Bist Du "In"? Kannst Du vermitteln, wie sich ein Mensch angenommen fühlen kann?

fragt :schaf: rg
 
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AW: Immer jüngere "Komasäufer"

Grüss Euch

Damit wären wir nun bei der sogenannten guten Gesellschaft von heute. Das Versagen bezog ich auf die Eltern, da einmal ungebildet, oder zu sehr gebildet. Die Einen sind nicht stark genug, weil meistens selbst mit Alkohol im Bunde oder ähnlichen Drogen, und die Anderen zu sehr im Job gefangen, weil Kohle zählt mehr als Kind. Ausserdem ist bei der gehobenen Gesellschaft auch das Ansehen ein wichtiger Faktor. Ergo Versagen in der Erziehung wie Janwal richtig schreibt. Der gesellschaftliche Zwang ist es der die Eltern Versagen lässt, denn wer will schon zugeben; Ich hab ein Problemkind!!

Angenommen fühlt sich ein Mensch meiner Meinung nur dann, wenn man ihn mit Respekt behandelt, und sich selbst bemüht diesen zu vermitteln. Gleichzeitig sollte, auch wenns manchmal schwer fällt, man ehrlich zu den Kids sein. Eigenartigerweise sind wir im Erwachsenen Stadium nicht bereit unseren Kids die Wahrheit zu sagen wie wir mal waren. (zb. Bei uns war es ja anders usw.) Auch braucht es eine Menge Zeit bis die Kids aus sich rauskommen, und hier ist Geduld gefragt. Wichtig finde ich auch noch den Kids Zeit zu lassen, damit sie ihre Probleme auch artikulieren können.
Doch solange die Gesellschaft den Kids diese ewige Party suggeriert, werden sie immer tiefer fallen, bis wir draufkommen das es an uns ist, sie zu beenden.

Meine Meinung Lys
 
AW: Immer jüngere "Komasäufer"

auf der einen seite der enorme leistungsdruck in den schulen.
auf der anderen seite die verführerische konsumgesellschaft.

schön, die beiden seiten.
glücklich, wer da in der mitte bleiben kann. :schaukel:
ein heiliger? oder ein naiver glückspilz?

oder eine/r, der/die einfach bei beiden seiten unseres systems durchflutscht - wie durch ein wunder.
 
Jüngster Fall

14-Jähriger mit 2,6 Promille in Berliner Klinik eingeliefert

Kennt jemand eine Studie, die zeigt, woher die Kinder den Alkohol bekommen?

Man kann sichs ja denken, aber mich würden Fakten interessieren.

Fritz
 
AW: Immer jüngere "Komasäufer"

auf der einen seite der enorme leistungsdruck in den schulen.
auf der anderen seite die verführerische konsumgesellschaft.

schön, die beiden seiten.
glücklich, wer da in der mitte bleiben kann. :schaukel:
ein heiliger? oder ein naiver glückspilz?

oder eine/r, der/die einfach bei beiden seiten unseres systems durchflutscht - wie durch ein wunder.
"Der Gesellschaft" muss keiner Genüge tun. Dies ist ein Abstraktum. Die Gesellschaft besteht aus einzelnen Personen und ihren Familien. Bei meiner Suche danach, warum Jesus ans Kreuz geschlagen worden ist und warum so viele meiner christlichen Verwandten viel zu lange nicht gemerkt haben was mit Hitler los war, bin ich bei Alice Miller auf die erschreckende Erkenntnis gestoßen "Am Anfang war Erziehung" das jedes Verbrechen in der Gegenwart einen nicht erinnerten Anfang in der ganz frühen Kindheit beziehungsweise in der Tatsache hat ein nicht erwünschtes Kind zu sein und oder sich als ein solches Kind zu fühlen.
Um dieses Gefühl mal für eine zeitlang zu vergessen wird sich sinnlos besoffen.
Da ist sehr viel Heilung notwendig die nur durch ein persönliches Angebot geschehen kann.

meint :megaphon::schaf: rg
 
hallo graefin,
nichts gegen alice miller, die ich mir vor vielen jahren auch einverleibt habe.
mittlerweile sehe ich vieles noch weit mehr differenziert als es damals überhaupt ersichtlich war.

nämlich das, dass nicht alles auf die tatsache, ein unerwünschtes kind zu sein, zurückgeht. da gibt´s noch wesentlich mehr.

und: die gratwanderung zwischen der entfaltung der eigenen persönlichkeit und der anpassung an die gesellschaftliche umgebung ist ein fakt, dem sich jeder mensch mehr oder weniger stellen muss.
davor kann sich keiner drücken, da kommt keiner drumherum.
es ist eines der hauptsächlichsten menschenthemen.

liebe grüße
kathi
 
AW: Immer jüngere "Komasäufer"

von Fritz R: Absolutes Alkoholverbot für Jugendliche unter achtzehn. Bereits von mehreren Politikern gefordert. Und endlich konsequente Durchführung des Verbots mit scharfen Kontrollen.

Und Badeverbot in Flüssen, ehe nicht Wassertemperaturen über 20 °C erreicht sind.

Hmm. Anfangs dachte ich, FritzR wäre eine Art Parodie...aber jetzt bekomm ich doch langsam Angst.

Sobald ein Symptom erkannt wird, muss das Symptom verboten werden.
Mich würde nicht wundern, wenn sich die Kinder deinetwegen ins Koma saufen.

*kopfschüttelnd *
Bernd
 
AW: Immer jüngere "Komasäufer"

es ist eines der hauptsächlichsten menschenthemen.

Da stimme ich dir zu! Doch sollten wir uns fragen, ob es denn auch das wichtigste ist. Meiner Meinung nach nicht. Jeder findet seinen Weg. Irgendwie. Die einen haben es schwerer in der Gesellschaft, sind dafür jedoch auch unabhängiger, die anderen haben es leichter, verlieren jedoch unter Umständen Teile ihrer Individualität. Zwischen diesen beiden Seiten sollte man sich seinen Punkt suchen. Dann kommt man schon irgendwie durch.

Skrag
 
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AW: Immer jüngere "Komasäufer"

nämlich das, dass nicht alles auf die tatsache, ein unerwünschtes kind zu sein, zurückgeht. da gibt´s noch wesentlich mehr.
Was ist das Wesentlichste, als einmal ein Kind von einem Mann und einer Frau gewesen zu sein? Ich kann mir nichts Wesentlicheres vorstellen. Ein Säugling ist immer hilflos den Gedanken, Vorstellungen und Handlungen seiner erwachsenen Umwelt ausgesetzt.
Dieser Säugling wurde schon so früh verraten, dass fast jeder Mensch kaum von ihm eine Ahnung hat. Diesen Säugling gilt es in jedem wieder zu entdecken und seine ursprünglichen Bedürfnisse anerkennen und fördern, bis sie von selber wegfallen. Wie oft werden diese heute von anderen und von uns selbst weg geschoben?

und: die gratwanderung zwischen der entfaltung der eigenen persönlichkeit und der anpassung an die gesellschaftliche umgebung ist ein fakt, dem sich jeder mensch mehr oder weniger stellen muss.
davor kann sich keiner drücken, da kommt keiner drumherum.
es ist eines der hauptsächlichsten menschenthemen.

Mit diesem Abschnitt drückst Du schon aus, was ich auch meine. Wichtig ist auf dieser Gratwanderung, das innere Kind immer im Blick zu haben und auf es zu hören. Das Kind will meistens spielen und Freude haben. :koenig: :blume1: :reden:

meint :megaphon::schaf: rg
 
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