Die Klimaforscher haben die Ursachen des Klimawandels identifiziert und die Methoden festgelegt, mit denen der Klimawandel verlangsamt wird.
1. Die Klimaforscher haben nach den Ursachen des Klimawandels geforscht und haben plausible Theorien entwickelt, in denen der anthropogene Einfluss ein signifikanter ist. Exakte Beweisführungen, wie du sie hier womöglich andeuten willst, gibt es in der Klimatologie nicht, dazu ist sie zu weit entfernt von einer exakten Wissenschaft.
2. Die haben Wege formuliert, mit denen der Klimawandel verlangsamt werden könnte, wenn man sie ginge.
Die Entscheidung, welche Wege man geht (oder ob man überhaupt welche geht), ist aber keine klimatologische, sondern eine politische.
Ab dann übernimmt die Vernunft des Einzelnen die Regie.
Ja, und du scheinst dir anzumaßen vorzugeben, was vernünftig ist und was nicht.
Dazu merke: Auch der strenggläubige Katholik meint es wäre vernünftig, ein nach Vorgabe gottgefälliges Leben zu führen, denn sonst drohe die Hölle.
Vernunft ist wie Logik und Wissenschaft ein Werkzeug um das zu erlangen, was man will. Sie gibt auf derselben Ebene aber nicht vor, WAS man will.
So mag man argumentieren:
A: Man will lange leben also wäre es VERNÜNFTIG, sich Vergnügungen wie Wein, Weib & Gesang zu entsagen
B: Man will ein freudvolles Leben führen also wäre es VERNÜNFTIG, ein Leben voll Wein, Weib und Gesang NICHT zu führen
C: Man will beides, also wäre en VERNÜNFTIG, weder nach A noch nach B zu leben, sondern irgendeinen Kompromiss
Wahr ist, dass alle 3 Varianten in sich vernünftig sind bzw vernünftig sein können, abhängig davon, was man will bzw welche Prioritäten man setzt.
Die Vernunft gibt keine Prioritäten vor und wenn man meint sie täte es, begeht man denselben Fehler nur eine Ebene darüber. Man setzt nämlich
fälschlich Prioritäten voraus und trennt nicht den Weg zur Erlangung des Zieles vom Ziel selbst.
Gestern kam der Bericht über die Erreichung der Klimaziele im letzten Jahr in Deutschland. Sie sind knapp erreicht worden, aber die Emissionen im Autoverkehr und bei den Heizungsemissionen sind gestiegen. Das waren einzelne Autofahrer und einzelne Wohnungen, die die Klimaziele gefährdet haben und zwar alle zusammen. Die schlechte Auftragslage in der Industrie hat das Klimaziel gerettet.
Klimaziele sind rein menschliche Konstrukte und politische Vorgaben. Sie sind keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wären die Klimaziele etwas niedriger angesetzt worden (und hätte sich dadurch nichts geändert), wären sie erreicht worden, und niemand würde über die Nichterreichung jammern.
In der Coronazeit wurden die Klimaziele hingegen deutlich übertroffen, richtig?
Du gehst jetzt von einem ohnehin schon kleinen Einflussfaktor zu Bruchteilen eines Einflussfaktors. Eine einzelne Person genügt dir nicht als Minimum, um ihre Bedeutungslosigkeit für den Klimawandel zu verdeutlichen, du nimmst dir auch nur eine einzelne Verhaltensweise dieser Person heraus.
Nicht ganz.
Die einzelne Person und besonders einzelne Verhaltensweise habe ich aufgegriffen, denn darauf zielen die Parolen der Aktivisten ab, oder nicht?
Fahr mit dem Fahrrad zum Einkauf! Auf DICH kommt es an! Sind das denn nicht genau die Parolen?
Zweitens geht es mir hier weniger um die Bedeutungslosigkeit des Einzelnen, sondern um die Falschheit der Annahme, dass die Art der Wirkung durch Skalierung nicht verändert werden könne.
Konkretes Beispiel der Milchmädchenrechnung mit mehr oder minder willkürlichen Zahlen:
Vorausgesetzt es gilt gemäß Klimatologie:
Wenn 8 Milliarden Menschen ihre jährlichen weltweiten fossilen CO2-Emissionen halbieren würden (also von 40 Milliarden Tonnen auf 20 Milliarden Tonnen), fiele die Erderwärmung 2060 um 2 Grad niedriger aus.
Dann rechnet der Aktivist: Also fiele die Erderwärmung um 4 Zehnmilliardstel Grad niedriger aus, wenn ein Durchschnittsdeutscher seine eigene jährliche Emission von 8 Tonnen auf 4 Tonnen reduziert, denn aus der Klimatologie ergibt sich ein Faktor von 2 durch 20 Milliarden, also ein Zehnmilliardstel Grad pro eingesparter Tonne CO2.
Diese Milchmädchenrechnung ist aber Unsinn. Nicht auf Grund der Mathematik, sondern auf der Annahme, man könne diese Mathematik hier so anwenden.
In der Tat kann der globale CO2-Ausstoß auch ansteigen, weil (also kausal!) jener einzelne Deutsche seine eigenen Emissionen reduziert.
In beiden Fällen sind die Effekte natürlich zu gering, um auch tatsächlich gemessen werden zu können (so viel zur Unbedeutsamkeit des Einzelnen), aber es geht hier zu zeigen, dass das Narrativ der Aktivisten, dass die Umsetzung ihre Forderungen vielleicht nur Geringes, aber ganz sicher etwas Positives bewirken würden, einfach hanebüchen ist.
Es war die Summe aller Autofahrer, die mehr Emissionen als im Vorjahr verursacht hat. Jeder Einzelne ist vielleicht zwischendurch auch mit dem Fahrrad gefahren, aber offenbar zu oft mit dem Auto oder viel mehr von ihnen mit dem Auto und dadurch gab es Staus, die einen Mehrverbrauch verursachten.
Das war gemeint mit dem kleinen Licht. Wenn alle ein kleines Licht anzünden, dann ist die Finsternis beseitigt - zumindest in ihrem Gebiet.
Wie oben schon gesagt, Klimaziele sind willkürlich auferlegte politische Vorgaben und nichts Wissenschaftliches.
Wichtig ist bei deiner Lichtallegorie zu wissen, was genau das Licht ist. Ist das Licht die Erreichung eines menschlich willkürlich definierten Klimazieles?
Oder ist es die gezielte Beeinflussung der Erderwärmung? Dass beides nicht dasselbe ist und das eine dem anderen durchaus hinderlich gegenüber stehen
kann, ist der Punkt, auf den ich ja gerade hinaus will.
Es wird wohl auch einen Grund geben, warum es eine Rangliste der pro Kopf Emissionen weltweit gibt - weil jeder Einzelne wohl zählt:
de.wikipedia.org
Natürlich, und dafür gibt es viele Gründe. Diese reichen von Eitelkeit "Da schaut her, wir sind Vorreiter!" oder "Dort schaut hin, das sind die Bösen!" über ökonomische (fossile Rohstoffeinkäufe heißen für uns ja beträchtliche Abflüsse von Vermögen) wie auch ökologisch begründete. Wie gut diese Gründe verstanden werden und beabsichtigte Wirkungen tatsächlich erzielt werden können, ist eine andere Sache.
Du unterschätzt die Aktivisten massiv, wenn du glaubst, dass sie es anders sehen, als ich es hier geschildert habe. Sie treten in großen Gruppen auf, sonst würdest du sie nicht wahrnehmen, denn sie wollen genau das zeigen: Dass das Problem nur dann zu lösen ist, wenn möglichst alle mitmachen. Und diese "alle" sind lauter Einzelne.
Ja, auch die Katholiken treten in Massen auf und verbreiten ihre Überzeugungen. Nur macht sie das in keinster Weise richtiger.
Und ja, ich stimme mit dir überein in der Aussage "Das Problem ist nur dann zu lösen, wenn möglichst alle mitmachen."
Aber in dieser Aussage ist folgendes NICHT enthalten:
* das Problem wäre zumindest teilweise zu lösen, wenn nur ein Teil mitmacht
* mit Parolen könne man diese "möglichst alle" mobilisieren mitzumachen
* mit Vorleben kann man andere dazu motivieren mitzumachen
* die Menschen dazu zu zwingen, ihre Lebensweise grundlegend zu ändern wäre angesichts unserer Ziele gerechtfertigt
* wir würden die Auswirkungen einer solchen globalen Aktion konkret kennen
Die Unterzeichner des Klimaabkommens haben kein Vetorecht. Die UN-Charta verkommt zum Papiertiger, wenn die Großmächte ein Vetorecht haben und jede Resolution blockieren können.
Das Vetorecht verhindert nur einen UN-Beschluss. Es verhindert nicht eine eventuelle Verletzung der UN-Charta.
Österreich schaut übrigens schlecht aus in Sachen Klimaschutz. Sie warten anscheinend auch so wie du, bis alle anderen etwas machen...
Zum Abschluss wieder diese Polemik? Schade, wir sollten doch darüber erhaben sein.

Zusätzlich zeigt dein Vorwurf, dass du meine Ausführungen schon im Grunde nicht verstanden hast oder absichtlich missverstehen willst und/oder
mir Worte und Ansichten unterstellen willst, die genau dem Gegenteil entsprechen wofür ich stehe und was ich sage.
Wie kommst du auf die Idee, dass ich warten würde, "bis alle anderen etwas machen"?
Hast du noch immer nicht verstanden, dass eines meiner Hauptaussagen ist, dass alle anderen eben genau NICHT jenes etwas machen werden?
Und jetzt wirfst du mir vor, ich würde auf etwas warten, von dem ich im genauen Gegensatz zu dir behaupte, dass es nicht passieren wird?