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Die Neuen Väter

gerade gefunden

Was ich gerade gefunden habe:
Sex before stressful events keeps you calm meint New Scientist in seiner Print Edition vom 26 January 2006, http://www.newscientist.com/article.ns?id=mg18925365.500

Wissen tun wir’s eh schon lange, weil es nun aber “erforscht” ist, dürfen wir es auch glauben. Also, neue Väter, legt sie noch einmal sanft ins Bett und ordentlich lieb gehabt, ehe es für sie in den stressigen Kampf geht. Nachher vielleicht auch noch, weil das baut ab, was vom Stress noch übrig geblieben ist Und sollte sich das Wundermittel nicht ausgehen, mit aller Hingabe gestreichelt hilft auch.

Und “Schuld” daran soll wieder einmal das Oxytocin sein. Aber ich nehme an, dass da all die anderen Hormone auch beteiligt sind, sowie auch die Erinnerung, die durch sie erleichtert wird.

Dann: „Alles Liebe“, wünscht Euch Diethelm
 
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diethelm schrieb:
Was ich gerade gefunden habe:
Sex before stressful events keeps you calm meint New Scientist in seiner Print Edition vom 26 January 2006, http://www.newscientist.com/article.ns?id=mg18925365.500
Dann: „Alles Liebe“, wünscht Euch Diethelm

Aus aktuellem Anlass darf ich aber daran erinnern, dass Sepp Herberger vor dem "Wunder von Bern" 1954 seinen Spielern wochenlange Enthaltsamkeit verordnet hatte. Keine Ehefrau, keine Freundin durfte das Camp der Fußballer betreten.
Drei Dinge machen einen Menschen crazy:
Nachdenken über Geld, Statistik und Sex.

Gruß Ziesemann
 
Warum werden Menschen geschlechtsspezifisch unterschieden? Ein Mann ist nicht ein Mann, nur weil er einen männlichen Körper hat, vice versa die Frau einen weiblichen Körper.

Meines Erachtens ist es völlig gleich, welches Geschlecht man hat, und es kommt vielmehr auf den persönlichen Reifegrad an, auf die Menschlichkeit.

Ob ich in der Lage bin mich zu artikulieren, meine Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken oder unangenehme Themen zu besprechen ist für mich unabhängig davon, ob ich eine Frau oder ein Mann bin.

Sind das nicht Stereotypen und Voruteile, die uns immer wieder vorgehalten wurden, bis wir sie selbst glaubten? Werden die jungen Männer und Frauen nicht heute längst anders erzogen, als zum Beispiel unsere Großeltern?
 
Ziesemann schrieb:
Aus aktuellem Anlass darf ich aber daran erinnern, dass Sepp Herberger vor dem "Wunder von Bern" 1954 seinen Spielern wochenlange Enthaltsamkeit verordnet hatte. Keine Ehefrau, keine Freundin durfte das Camp der Fußballer betreten.
Mir fallen da mal zwei Gründe ein. Der erste: kasernierte Männer, die für längere Zeit unter Sexentzug stehen, werden aggressiv, das wissen wir von Kasernen, Gefängnissen, und ähnlichem. Da ich kein Fußballexperte bin, habe ich mir sagen lassen, dass ein Spiel, wo nicht die genügende Härte mitspielt, auch für Zuseher nicht begeisternd ist (ich habe noch nie bei einem Fußballspiel zugesehen). Es ist in diesen Fällen wichtig dass die Männer genügend Aggression aufbauen, die sie dann am Gegner abreagieren können.

Der zweite hat mit der Art zu tun, wie länger dauernde Beziehungen entstehen, die nicht auf romantischer Liebe beruhen, indem Menschen sich darauf einlassen, nicht immer freiwillig, schwierige Zeiten, gewissermaßen Not und Leid, gemeinsam zu teilen und zu überwinden. Dabei agieren dieselben Hormone wie bei einer Geburt (auch hormonell), wenn auch nicht so intensiv. Aber die fehlende Intensität kann durch Wiederholung ersetzt werden.

Wenn das Camp dementsprechend gut geführt wird, ergibt sich dann eine Mannschaft, die eine entsprechende Aggression nach außen besitzt, nach innen aber so was wie eine aufopfernde Freundschaft. Gelingt es der Campführung aber nicht, dass die Mannschaft sich auf diese „Gegenseitigkeit“ einlässt, dann kommt es zur Katastrophe, weil dann die Aggression auch nach innen wirksam wird.

Grüße, diethelm
 
diethelm schrieb:
Mir fallen da mal zwei Gründe ein. Der erste: kasernierte Männer, die für längere Zeit unter Sexentzug stehen, werden aggressiv, das wissen wir von Kasernen, Gefängnissen, und ähnlichem. Da ich kein Fußballexperte bin, habe ich mir sagen lassen, dass ein Spiel, wo nicht die genügende Härte mitspielt, auch für Zuseher nicht begeisternd ist (ich habe noch nie bei einem Fußballspiel zugesehen). Es ist in diesen Fällen wichtig dass die Männer genügend Aggression aufbauen, die sie dann am Gegner abreagieren können.
Ich stimme generell Deiner Ansicht zu. Ein Fußballspiel kann auch bei den Spielern (nicht bei den Zuschauern) Aggressionen abbauen. Der Mannschaftstrainer türkischer Freizeitkicker sagte mir einmal ganz ernsthaft (wörtliches Zitat und ich bitte darin keinen Rassismus o.ä. zu sehen) "Meine Männer lasse ich zweimal in der Wochen trainieren, damit sie nicht zuhause ihre Frauen verprügeln."


diethlem schrieb:
Der zweite hat mit der Art zu tun, wie länger dauernde Beziehungen entstehen, die nicht auf romantischer Liebe beruhen, indem Menschen sich darauf einlassen, nicht immer freiwillig, schwierige Zeiten, gewissermaßen Not und Leid, gemeinsam zu teilen und zu überwinden. Dabei agieren dieselben Hormone wie bei einer Geburt (auch hormonell), wenn auch nicht so intensiv. Aber die fehlende Intensität kann durch Wiederholung ersetzt werden.
Verzeihung, aber das mit den Hormonen habe ich nicht verstanden und glaube es primera vista auch nicht. - Doch hat das alles noch was mit dem Thema "Neue Väter" zu tun, bei dem ich mich längst wundere, dass es noch nicht "gestorben" ist?

karinamixipi schrieb:
Meines Erachtens ist es völlig gleich, welches Geschlecht man hat
Nimm bitte meine Antwort nicht so ernst, lächle
Da bin ich aber, liebe Karinamixipi, ganz anderer Ansicht: Es lebe der kleine Unterschied!

Grüße an alle unermüdlichen Diskutanten (nicht spezifisch gebrauchtes Maskulinum)

Ziesemann
 
Zitat von karinamixipi
Meines Erachtens ist es völlig gleich, welches Geschlecht man hat

Zitat von Ziesemann
Nimm bitte meine Antwort nicht so ernst, lächle
Da bin ich aber, liebe Karinamixipi, ganz anderer Ansicht: Es lebe der kleine Unterschied!



Wie könnte ich DAS ernst nehmen *smile

Sicherlich ist die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau vorhanden, aber nur solange man einen Unterschied macht. Sieht man den Menschen hinter seinem Geschlecht, kippt das Bild und irgendwann erkennt man vielleicht, dass es gar keinen Unterschied gibt?
 
Was haben Männerbeziehungen mit den neuen Vätern zu tun.

Ziesemann schrieb:
Doch hat das alles noch was mit dem Thema "Neue Väter" zu tun, bei dem ich mich längst wundere, dass es noch nicht "gestorben" ist?
Zuallererst war es eine Replique auf Deine Entgegnung.
… das mit den Hormonen habe ich nicht verstanden
Es wird jede Beziehung nicht nur von neurophysiologischen Vorgängen begleitet, sondern auch von hormonellen. Diese gestalten wesentlich nicht nur den Gefühlswert der Erinnerung mit, sondern haben auch auf deren Dauer starken Einfluss. Wirksam scheinen in dieser Hinsicht vor allem Oxitocin und Vasopressin zu sein. Hier sind Mütter durch den physiologischen Geburtsvorgang bevorzugt, Väter müssen sich ganz willentlich auf das Kind einlassen.

Indirekt denke ich, hat es schon mit den neuen Vätern zu tun. Es geht um die positive Beziehung zueinander. Es gibt keine Beziehung zwischen Menschen, die von der Natur als solche, also als unentrinnbar vorgegeben ist. Sie ist jedes Mal das Ergebnis des „sich darauf Einlassens“. Und, wie im Verlaufe des threads schon festgestellt wurde, wären diese neuen Väter ohne die neuen Mütter gleich gar nicht denkbar, denn auch wenn es diese Väter gäbe, sie könnten aus sich heraus nicht wirksam werden. Wesentlich ist, dass die Beziehung möglichst dominanzfrei gestaltet werden kann, und das ist Kultur bedingt schwer genug, ein Fußballcamp funktioniert ähnlich, wenn auch einfacher.

Liebe Grüße, diethelm
 
karinamixipi schrieb:
Sieht man den Menschen hinter seinem Geschlecht, kippt das Bild und irgendwann erkennt man vielleicht, dass es gar keinen Unterschied gibt?
Ich hoffe, ja ich bete darum, dass ich zu dieser Erkenntnis, es gibt keinen Unterschied, niemals gelange.

Ein lächelnder Ziesemann grüßt Dich
 
karinamixipi schrieb:
Zitat von karinamixipi
Meines Erachtens ist es völlig gleich, welches Geschlecht man hat
Sicherlich ist die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau vorhanden, aber nur solange man einen Unterschied macht. Sieht man den Menschen hinter seinem Geschlecht, kippt das Bild und irgendwann erkennt man vielleicht, dass es gar keinen Unterschied gibt?
Liebe Karin,
ich denke, ich weiss, was du meinst, aber das betrifft eine tiefere Ebene als die, die praktische Fragen aufwirft: wie leben wir heute am besten, wie kann in einer Paarbeziehung jeder ein Leben fuehren, in dem er nicht zu kurz kommt?
Da geht es um Konkretes. Wer sorgt in welchem Umfang fuer das leibliche Wohl, die Kinder, den Haushalt, wie organisiert man/frau das?
Wir sind auch nicht androgyn.
Menschen sind klar zweigeschlechtlich angelegt, und daraus ergibt sich das riesige Spannungsfeld Mann/Frau.
Inwieweit Maenner anders "ticken" als Frauen, ist einer staendigen Beobachtung unterworfen, und es ist nicht klar erwiesen, inwieweit Geschlechtsspezifisches, so, wie es sich darstellt, anerzogen, angeboren, zeitgeistbeeinflusst, veraenderbar oder austauschbar ist.
Nur - schlicht Unterschiede einfach zu leugnen, scheint mir ein bisschen zu einfach.

Fortuna
 
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:ola:
diethelm schrieb:
Es wird jede Beziehung nicht nur von neurophysiologischen Vorgängen begleitet, sondern auch von hormonellen. Diese gestalten wesentlich nicht nur den Gefühlswert der Erinnerung mit, sondern haben auch auf deren Dauer starken Einfluss. Wirksam scheinen in dieser Hinsicht vor allem Oxitocin und Vasopressin zu sein. Hier sind Mütter durch den physiologischen Geburtsvorgang bevorzugt, Väter müssen sich ganz willentlich auf das Kind einlassen.

Indirekt denke ich, hat es schon mit den neuen Vätern zu tun. Es geht um die positive Beziehung zueinander. Es gibt keine Beziehung zwischen Menschen, die von der Natur als solche, also als unentrinnbar vorgegeben ist. Sie ist jedes Mal das Ergebnis des „sich darauf Einlassens“. Und, wie im Verlaufe des threads schon festgestellt wurde, wären diese neuen Väter ohne die neuen Mütter gleich gar nicht denkbar, denn auch wenn es diese Väter gäbe, sie könnten aus sich heraus nicht wirksam werden. Wesentlich ist, dass die Beziehung möglichst dominanzfrei gestaltet werden kann, und das ist Kultur bedingt schwer genug, ein Fußballcamp funktioniert ähnlich, wenn auch einfacher.

Liebe Grüße, diethelm
Ich glaube, jetzt habe ich Dich verstanden. Und ich wüsste gar nicht, wo ich da widersprechen könnte oder sollte. Von den hormonellen und neurophysiologischen Vorgängen verstehe ich nur wenig, aber klar ist mir, dass alle menschlichen Beziehungen in dialektischen Prozessen verlaufen, in actio und reactio. Deshalb, um ein bei diesem Thema naheliegendes Beipsiel zu nennen, gib es auch bei "unheilbarer Zerrüttung" (Gesetzestext) einer Ehe, keinen Alleinschuldigen, besser wäre es zu sagen, weil die Schuldfrage ja exkludiert wurde, keinen Alleinversursacher - jedenfalls in aller Regel nicht.

Dein Diskussionsbeitrag ist ein schönes Exempel dafür, wie man im Denkforum lernen kann - Danke

Beste Grüße - Ziesemann
 
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