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Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Sebastian Haffner sieht in seinem Roman "Geschichte eines Deutschen" in der Unfähigkeit der Deutschen zum privaten Glück die Ursache für ihren politischen Fanatismus.

Kaawi

ich kenne den haffner nicht.... aber warum postulierst du den deutschen einen politischen fanatismus ? mag schon sein dass wir deutsche statistisch einen hang für evtl etwas mehr ordnung und detail haben - aber fanatisch ist für mich was anderes und die das "deutschtum" kann man nicht nur auf eine phase von 12 jahren reduzieren...
 
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AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

ich kenne den haffner nicht.... aber warum postulierst du den deutschen einen politischen fanatismus ? mag schon sein dass wir deutsche statistisch einen hang für evtl etwas mehr ordnung und detail haben - aber fanatisch ist für mich was anderes und die das "deutschtum" kann man nicht nur auf eine phase von 12 jahren reduzieren...

Ich habe den Akzent missverständlich gesetzt, ich wollte mit dem Hinweis auf Haffner die von moebius aufgegriffene Aussage "das Politische ist das Private" näher beleuchten!

Am Beispiel eines Deutschen Zivilisten, nämlich sich selbst, der im ersten Weltkrieg aufgewachsen ist, zeigt Haffner, wie ein politisches Ereignis (der erste Weltkrieg) in der Jugend einen Menschen prägt und den Boden für die Kriegspropaganda des Naziregimes schafft ohne oder gerade wegen fehlender wirklicher kriegerischer Kampferfahrungen:
"Tatsächlich war ich damals, als Kind, ein Kriegsenthusiast wie man ein Fußballenthusiast ist... Was zählte, war die Faszination des kriegerischen Spiels: eines Spiels, in dem nach geheimnisvollen Regeln Gefangenenzahlen, Geländegewinne, eroberte Festungen und versenkte Schiffe ungefähr die Rolle spielten wie Torschüsse beim Fußball oder "Punkte" beim Boxen. Ich wurde nicht müde innerlich Punktetabellen zu führen. Ich war ein eifriger Leser der Heeresberichte, die ich nach einer Art "umrechnete", nach wiederum sehr geheimnisvollen, irrationalen Regeln, nach denen beispielsweise zehn gefangene Russen einen Gefangenen Franzosen[...] wert waren [...] ohne mir vorzustellen, wie das in der Wirklichkeit aussah, womit ich da rechnete...und dieses Spiel, nicht die harmlosen "Kriegsspiele, die wir nebenbei auf Straßen und Spielplätzen aufführten, war es, was seine gefährlichen Marken in uns allen hinterlassen hat."(S.20, DVA Stuttgart, München, 6.Auflage)."

Demnach hat das Politische die Macht das Zivile zu verdrängen und so zum Privaten zu werden.

Hi moebius, ich meine, dass Haffner die Deutschen auch mit anderen europäischen Völkern vergleicht, sollte ich die Stelle finden, zitiere ich ihn nochmal.

LG Kaawi
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Ich habe schon des Öfteren gelesen, dass Buddha auch als indischer "Aufklärer" bezeichnet wird. Nachfolgend ein diesbezüglicher Artikel:
„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Was soll denn hier ein berühmter Spruch des Philosophen Kant? Ist doch die Weisheit von Immanuel ein ganzes Stück von der Weisheit Gotama Buddhas entfernt. Lesen Sie hier über die Gemeinsamkeiten!
In ‚Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?’ (1784) schreibt Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ In diesem Sinne war Buddha ein großer Aufklärer. Er setzte nicht Dogmen und Glaubenssätze in die Welt, sondern stellte seine Entdeckung, dass Erlösung vom Leiden eine realisierbare Option ist, als Arbeitshypothese dar, die man auf ihren Wahrheitsgehalt testen kann. Buddhas Lehre ist ehipassiko – „nach der Art des ‚komm und sieh selbst’“.
Dem will ich voll und ganz zustimmen!
In seinem Buch: "Shiva - Der wilde, gütige Gott", schreibt Wolf-Dieter Storl auf Seite 85 unter dem Absatz: "Shiva und Buddha", Folgendes:
Ebenso still in sich versunken wie Shankar [Shiva] sitzt der "Erleuchtete" (Buddha) unter dem Pipal- oder Bodhibaum (Ficus religiosus). Unter den ausladenden Ästen seines mächtigen Stammes, der Himmel, Erde und die Unterwelten verbindet, erlangte der einstige shivaitische Asket Gotama [Buddha] die Erleuchtung und erlebte, wie das Feuer des Karma (der Tatenverkettung) erlosch.
Also das Buddha erlebte, wie das Feuer des Karma erlosch glaube ich nicht so recht. Ich glaube es deshalb nicht, weil Buddha der wirklich ein Erleuchteter war, aus meiner Sicht, trotzdem nicht so ganz vom Leid befreit war. Ich mein jetzt nicht das physische Leid(schmerzen), sondern das psychische Leid das man sich selbst auferlegt, oder anders gesagt noch nicht abgelegt hat. Z.B. Vorurteile - die man unter Verblendung(falsches Denken) einorden kann, was in gewisser weise schon ein klein wenig leidvoll ist. Mit einem Vorurteil wird man dann so gesehen, der rechten Gesinnung, dem rechten Überdenken und der rechten Rede nicht mehr völlig gerecht.
Nun, Buddha hatte als Erleuchteter auch ein Vorurteil, indem er der Ansicht war, daß die Frauen dumm, wankelmütig und streitsüchtig seien. Prinzipiell hatte er ja recht, aber nur im dem Sinne, wenn man die Männer nicht ausschließt. Zeitweise sind wir ja unterschiedslos alle mehr oder weniger dümmlich. Wenn man es so sieht, ist es kein Vorurteil mehr, sondern nur eine Wahrheit. Zurück zu Buddha. Bei ihm war es aber schon ein Vorurteil, weil er ja der Ansicht war, daß die dummen und wankelmütigen Frauen nicht geeignet wären, den Weg des Mönchs/Nonnentums zu gehen. Aber er hatte ja seinen Lieblingsschüler Ananda, dem es nach langem Zureden gelang, Buddha dazu zu überreden, Frauen doch als Nonnen aufzunehmen. Man kann durchaus sagen, daß in dieser Sache Ananda erleuchteter war als Buddha.
Übrigens, Buddha war auch der Ansicht, daß seine Lehre nach 800 -1000 Jahren in Vergessenheit geraten würde. Es freut mich sehr, daß diese Prophezeiung sich nicht erfüllt hat.

mfg rupert
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Zu 1.:
Aber bleibe mir bloß mit dem ekklesial-neurotischen Reformator LUTHER vom Hals ..., der mir allerdings sympathischer ist als sämtliche cäsaren-papistischen Dogmatiker (= Päpste) - mit Ausnahme von Johannes XXIII. (alias RONCALLI).
Super, wenigstens eine Ausnahme. Ja der Roncalli war schon einer! Er hatte innerhalb der Kirche viele Gegner, aber auch Anhänger!
Es freut mich, daß es Dir doch möglich ist, zumindest ein kleinwenig zu differenzieren!

Zu 7.:
Ich bezweifle nicht, dass mit der Kirchensteuer neben der Aufrechterhaltung eines bürokratisch-ekklesialen Macht-Apparates auch sinnvolle caritative Einrichtungen finanziert werden ...
Ich halts nicht aus, schon wieder was Positives!
Zu 8.:
Ist die Zeit des magisch-schmanistischen Zeitalters nicht längst vorbei ...:confused::dontknow:
Davon war zwar nicht die Rede, aber du hast recht, diese Zeitalter ist so ziemlich vorbei!
Zu 9.:
Ich finde halt alle Macht-Repräsentanten, egal ob ekklesial oder politisch, nur noch zum :lachen::lachen::lachen:
Hier wieder nicht differenzierend hast Du ja viel zu lachen. Angenommen du hast recht, und alle Macht-Repräsentanten sind ausnahmslos oder fast ausnahmslos lachhaft dumm, machtgeil, schlecht und was weiss ich nicht noch alles, wäre das dann nicht eher traurig, also zum weinen?

MfG rupert
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

[/B]
....

Übrigens, Buddha war auch der Ansicht, daß seine Lehre nach 800 -1000 Jahren in Vergessenheit geraten würde. Es freut mich sehr, daß diese Prophezeiung sich nicht erfüllt hat.

mfg rupert

Mich übrigens auch! Obwohl ich die Leere jeder Art von Lehre vorziehe ...
Gruß, moebius (Forums:clown2:)
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

....

Hi moebius, ich meine, dass Haffner die Deutschen auch mit anderen europäischen Völkern vergleicht, sollte ich die Stelle finden, zitiere ich ihn nochmal.

LG Kaawi

Hallo Kaawi!
Das fände ich doch sehr interessant...!
LG, moebius
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

1. Super, wenigstens eine Ausnahme. Ja der Roncalli war schon einer! Er hatte innerhalb der Kirche viele Gegner, aber auch Anhänger!
2. Es freut mich, daß es Dir doch möglich ist, zumindest ein kleinwenig zu differenzieren!

3. Ich halts nicht aus, schon wieder was Positives!
....
4. Hier wieder nicht differenzierend hast Du ja viel zu lachen. Angenommen du hast recht, und alle Macht-Repräsentanten sind ausnahmslos oder fast ausnahmslos lachhaft dumm, machtgeil, schlecht und was weiss ich nicht noch alles, wäre das dann nicht eher traurig, also zum weinen?

MfG rupert
Zu 1.:
Es spricht aus meiner unmaßgeblichen Perspektive für ihn, dass er viele Gegner innerhalb der Kirche hatte ...
Zu 2.:
Ich vermute, dass Du mich unterschätzt...:zunge3:
Zu 3.:
Ich versuche eben doch, zu differenzieren ... auch wenn's mir manchmal schwerfällt ...
Zu 4.:
Ich vermute, dass viele Macht-Repräsentanten einfach mehr oder weniger neurotisch sind ...und ihre ANGST und OHN-Machts-Gefühle/Erfahrungen mit Hilfe von Macht"Rollen" zu kompensieren/zu überspielen versuchen ...Das hat nichts oder nur wenig mit Macht-"Geilheit" und Dummheit zu tun! Und was sehr zum :lachen: ist, kann durchaus auch sehr zum :weinen2: sein. Hinter ihrer Maske weinen viele :clown2::clown3:.
Gruß, moebius
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Zu 2.:
Ich vermute, dass Du mich unterschätzt...:zunge3:
Na hoffentlich! Immerhin besser als überschätzt.:D
Nein, ich versuche das Verhaltensmuster des abschätzigen Denkens so gut als möglich zu vermeiden. Außerdem kenne ich Dich ja nicht persönlich. Ich weiss also überhaupt nicht was Du sonst so machst oder gemacht hast. Ich weiss nur eines, daß es letztendlich auf die Werke drauf ankommt. Ich habe Leute kennen gelernt, die viele schöne Worte machen, die Werke aber sehr oft verachtenswert sind - und umgekehrt Leute, die sehr oft nur einseitig ablästern, aber gute Werke tun und die Schlechten eher unterlassen, und viele Leute die irgendwo daneben, dazwischen oder sonst wo liegen. Ich will es mir nicht mehr erlauben, Jemanden wegen zwei drei unstimmigen Sachen ganzheitlich abzuurteilen. Da kann man sehr schnell eines Besseren belehrt werden.

Zu 3.:
Ich versuche eben doch, zu differenzieren ... auch wenn's mir manchmal schwerfällt ...
Danke, manchmal passierts mir ja auch!

Zu 4.:
Ich vermute, dass viele Macht-Repräsentanten einfach mehr oder weniger neurotisch sind ...und ihre ANGST und OHN-Machts-Gefühle/Erfahrungen mit Hilfe von Macht"Rollen" zu kompensieren/zu überspielen versuchen ...
Ja da wirds schon Einige geben, wie übrigens, was Du sicherlich ohnehin weißt, beim Fußvolke auch.

Hinter ihrer Maske weinen viele.
Wenn mans genau nimmt, zeitweise eigentlich alle. Ich würde sagen, jeder hat sich schon mal - ein wenig leidend hinter einer Maske versteckt.
Wirklich schlimm wirds, wenn man, egal ob hinter oder vor der Maske, nicht mehr so leicht aufhören kann zum weinen.

Mf:)G ..... rupert
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

1. Na hoffentlich! Immerhin besser als überschätzt.:D
....
2. Ich weiss nur eines, daß es letztendlich auf die Werke drauf ankommt.
3. Ich habe Leute kennen gelernt, die viele schöne Worte machen, die Werke aber sehr oft verachtenswert sind - und umgekehrt Leute, die sehr oft nur einseitig ablästern, aber gute Werke tun und die Schlechten eher unterlassen, und viele Leute die irgendwo daneben, dazwischen oder sonst wo liegen.
4. Ich will es mir nicht mehr erlauben, Jemanden wegen zwei drei unstimmigen Sachen ganzheitlich abzuurteilen. Da kann man sehr schnell eines Besseren belehrt werden.

5. Danke, manchmal passierts mir ja auch!

6. Ja da wirds schon Einige geben, wie übrigens, was Du sicherlich ohnehin weißt, beim Fußvolke auch.

7. Wenn mans genau nimmt, zeitweise eigentlich alle. Ich würde sagen, jeder hat sich schon mal - ein wenig leidend hinter einer Maske versteckt.
Wirklich schlimm wirds, wenn man, egal ob hinter oder vor der Maske, nicht mehr so leicht aufhören kann zum weinen.

Mf:)G ..... rupert
Zu 1.:
Ja, immerhin besser ...:)
Zu 2.:
Und auf die Haltung, vermute ich ...
Zu 3.:
Ja, die kenne ich auch ...
Zu 4.:
Volle Zustimmung!
Das "Aburteilen" können ja die Richter in Strafprozessen machen ...
Zu 5.:
Es gibt Schlimmeres ...
Zu 6.:
Ja, Fußvolk und "Führer" sind wohl 2 Seiten einer Medaille..., und bedingen/bestätigen sich wechselseitig ...
Zu 7.:
Ja! Jeder chronische Gefühlszustand ist problematisch ..., sowohl das
:weinen2: als auch das :lachen: oder :clown2:.
Gruß, moebius
 
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AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

...Hinter ihrer Maske weinen viele :clown2::clown3:.
Gruß, moebius
das zu glauben ist naiv :clown2:
die mehrheit der politiker hat kein gewissen und kein herz, und darum können sie nicht hinter ihrer maske weinen! aber manchmal vergießen sie krokodiltränen...
 
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