AW: Das Böse in unserer Welt
Zum ersten Absatz:
Du hast Recht, in der "Einheitsübersetzung" steht tatsächlich "dürfen" und nicht "sollen". Siehe dazu:
hier
Nun, für mich klingt die Formulierung "Du sollst nicht" eher nach einer Empfehlung, während die Formulierung "Du darfst nicht" für mich eher nach einem Verbot klingt. Aber o. k., das sind wieder einmal "Haarspaltereien"!
Ein du sollst nicht, klingt für mich nach Widerspruch.
Ein du darfst nicht, mehr nach emotionaler Erpressung, die ich für gefährlicher halte. Du darfst nicht setzt eine persönliche Beziehung voraus. Sagen meistens Vater oder Mutter.
Egal, beides führt in eine Unfreiheit des Menschen, deswegen habe ich es mehr mit Erlaubnissen.
Ich wurde erst im Alter von rd. sechs Jahren in der sogenannten Volksschule mit der Bibel konfrontiert. Soweit ich mich erinnern kann, war mein erster Eindruck von der Bibel der, dass es sich dabei um ein wunderschönes Märchenbuch handelt. Der Pfarrer, der den Religionsunterricht gehalten hat, wurde von meinen Mitschülern schon damals zur "Witzfigur" gemacht. Ich hoffe, Du kannst diese Wahrheit ertragen. Darüberhinaus bin ich in einem eher atheistischen Klima aufgewachsen. Ich hoffe wiederum, dass Dich das nicht allzusehr schockiert.
Das ist auch mal wieder sehr unterschiedlich zwischen uns. Ich wurde schon in Ermangelung eines Kindergartens von der Großmutter mit der Bibel und mit Märchen großgezogen. Mit vier Jahren, wäre ich liebend gerne schon zur Kommunion gegangen. Ich wollte immer ganz lieb sein, weil das ja belohnt wurde. Es hat bei mir lange gebraucht zu verstehen, dass das in dieser Welt so eins zu eins nicht funktioniert und wie es geändert werden kann.
Zum zweiten Absatz:
Ich gebe Dir Recht, wenn Du das Christentum für eine verklemmte Sexualmoral verantwortlich machst. Wer bei Sex an Sünde denkt, trägt die Wurzel der Neurose in sich.
Wenn Du die Neurose, als die Wurzel des Bösen bezeichnest, gebe ich Dir vollkommen Recht. Diese Wurzel ist allerdings nur langsam und vorsichtig zu entfernen und gelingt, wenn wir die Angst vor dem Tod erkennen und damit beseitigen können. Angst bedeutet ja Enge und es wichtig zu verstehen, wie der Mensch in die Enge geführt wird.
Zum dritten Absatz:
Bezieht sich das Gebot: "Du sollst nicht töten", nicht auch auf Tiere?
In sofern lasse ich jetzt einmal die Tiere beiseite. Sondern nehme mir den Menschen vor, an den dieses Gebot gerichtet wurde. Dieses Gebot wurde einem ganzen Volk gegeben, welches wusste, dass es aus der Knechtschaft befreit wurde. Diese Voraussetzung der Freiheit muss gegeben sein.
Für jeden der denkt, dass die Sünde möglich sei,
ist die Welt vor der Liebe sicher.
Aus diesem Grunde ist zunächst einmal erst der Mensch von seiner verzweifelten Angst getötet, angegriffen und schuldig zu werden und zu sein zu befreien.
meint

rg