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Das Böse in unserer Welt

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AW: Das Böse in unserer Welt

Hallo Kathi,

ich würde mich grundsätzlich nicht als "gefühllos" bezeichnen. Nur gelingt es mir eben sehr schwer, auf Grund von Texten, die ich auf dem Bildschirm meines Notebooks lese bzw. verfasse, intensive Gefühle zu entwickeln.
Wie ich bereits erwähnte, kann ich für eine tote Materie kaum etwas empfinden.

Mit freundlichen Grüßen,
Harald
 
Zuletzt bearbeitet:
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AW: Versuch einer Definition von Bösem

1.)
Wir haben das Paradies verloren, in dem wir zwischen gut und böse unterschieden haben. Weil wir Angst vor dem Tod wie vor dem orgastischen Leben haben.

2.)
Körper-Geist-Seele
Saat-Wachstum-Ernte

3.)
Das Böse geschieht da, wo Gutes unterlassen wird.

ad 1: Woher stammt diese interessante Theorie?
ad 2: Daran glaube ich auch.
ad 3: Dieser Meinung bin ich nicht.
 
AW: Versuch einer Definition von Bösem

ad 1: Woher stammt diese interessante Theorie?
Gen 2. 17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.
und
Gen 3, 1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? 2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; 3 nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. 4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. 5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

Dem gegenüber steht die erste Schöpfungsgeschichte:

Gen1,26 Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.
Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.
27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.
Als Mann und Frau schuf er sie.
28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
29 Dann sprach Gott:
Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten.
Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung.
So geschah es.
31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
Es war sehr gut.
Es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.
ad 2: Daran glaube ich auch.
Wie schön eine Gemeinsamkeit
ad 3: Dieser Meinung bin ich nicht.
Das weiß ich doch, darauf mache ich Dich doch die ganze Zeit aufmerksam. Aber es ist so. Du brauchst nur einmal zu beobachten, was Du alles unterlässt und Dich einmal zu fragen, warum Du das tust?

meint :megaphon: :schaf: rg
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Hallo rote Gräfin,
ich möchte Dir für Deine Mühe danken. Jedoch musste ich feststellen, dass Dir bei Gen. 2,17 ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Abgesehen davon, kann ich auch Deine Interpretation nicht teilen.
Begründung:

Gen. 2,17: Aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, von dem sollst du nicht essen, denn welchen Tages du davon issest, stirbst du des Todes.

Quelle:
Die vierundzwanzig Bücher der HEILIGEN SCHRIFT.
Nach dem masoretischen Text; Übersetzt von Leopold ZUNZ.


Gen. 2,17: Doch von dem Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen - von diesem sollst du nicht essen; denn an welchem Tage du von ihm issest, wirst du des Todes sterben.

Quelle:
Die Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes,
übersetzt von Leander van Eß, katholischer Professor und Pfarrer in Marburg,
Leipzig 1935.

Auch in der "Lutherbibel" steht "soll" und nicht "darf". Siehe Dein Link.

Nach meinem Verständnis ist Gen. 2,17 daher wie folgt zu interpretieren:
Die Menschen haben Gottes Gebot missachtet. Das ist der Grund, warum die Vertreibung aus dem Paradies erfolgte. Die Fähigkeit, zwischen "Gut" und "Böse" zu unterscheiden war eine unmittelbare Folge dieser Missachtung.
Für mich ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Allerdings muss ich auch noch hinzufügen, dass die "Schöpfungsgeschichte" für mich ein interessant zu lesender Mythos ist, nicht mehr und nicht weniger.


Zu: Das "Böse" geschieht da, wo "Gutes" unterlassen wird, möchte ich Folgendes bemerken:

Ich bin davon überzeugt, dass es auch "wertneutrales" Verhalten gibt.
Das heißt, nicht jede Unterlassung verursacht automatisch das "Böse".

Mit freundlichen Grüßen,
Harald


p.s.: Der "ersten Schöpfungsgeschichte" entnehme ich, dass die Menschen anfangs Vegetarier waren.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Das Böse in unserer Welt

.....
Allerdings muss ich auch noch hinzufügen, dass die "Schöpfungsgeschichte" für mich ein interessant zu lesender Mythos ist, nicht mehr und nicht weniger.
.....
Mit freundlichen Grüßen,
Harald
....

Ja, wie alle Mythen sind die Schriften von vor-vor-gestern interessant unter dem Aspekt, wie die Damaligen ihre Welt gedeutet haben...Ausserdem enthalten sie häufig spannendes psychologisches Material...
Wir Heutigen können aber mit unseren heutigen Mitteln (Philosophie, Physik, Komsologie, Psychologie usw.) versuchen, unsere eigene Weltdeutung zu entwerfen/formulieren usw.
Mit freundlichen Grüßen,
moebius
 
AW: Das Böse in unserer Welt

1.)
Ja, wie alle Mythen sind die Schriften von vor-vor-gestern interessant unter dem Aspekt, wie die Damaligen ihre Welt gedeutet haben...Ausserdem enthalten sie häufig spannendes psychologisches Material...
2.)
Wir Heutigen können aber mit unseren heutigen Mitteln (Philosophie, Physik, Komsologie, Psychologie usw.) versuchen, unsere eigene Weltdeutung zu entwerfen/formulieren usw.

Hallo Moebius,

was 1.) betrifft, bin ich ganz deiner Meinung.

Bei 2.) würde ich es lieber so ausdrücken, dass wir uns die Welt, zumindest teilweise, auch ohne Bibel erklären können. Was das "Böse" in unserer Welt betrifft, sind wir sicher nicht mehr (nur) auf biblische Begründungen und Definitionen angewiesen. Vom "Aktivdenker" kam dazu ja ein m. E. ganz wesentlicher Beitrag.

Mit freundlichen Grüßen,
Harald
 
das gute an der ehrlichkeit

Hallo Kathi,

ich würde mich grundsätzlich nicht als "gefühllos" bezeichnen. Nur gelingt es mir eben sehr schwer, auf Grund von Texten, die ich auf dem Bildschirm meines Notebooks lese bzw. verfasse, intensive Gefühle zu entwickeln.
Wie ich bereits erwähnte, kann ich für eine tote Materie kaum etwas empfinden.

Mit freundlichen Grüßen,
Harald
hallo harald,
freundliche grüße zurück.
was dich betrifft, so empfinde ich dich keinesfalls als gefühllos.

wie sehr der jeweilige mensch beim lesen hinter dem geschriebenen auch den/die andere schreiber/in spüren kann/will, ist eine individuelle angelegenheit.

ich finde aber, wenn der mensch nix von der anderen persönlichkeit spürt oder spüren will, dann erübrigt sich doch jede freundlichkeitsfloskel.
was soll die dann?

es gibt genügend schreiber hier, die darauf verzichten. und niemand findet was dabei.
das erscheint mit jedenfalls (selbst)ehrlicher.

zur ehrlichkeit allgemein:
sie scheint mir eine grundvoraussetzung für das "gute" zu sein.
und bevor der mensch zu seinem gegenüber ehrlich sein kann, muss er/sie erstmal bei sich selber anfangen.
unehrlichkeit, sei sie im bezug auf andere oder auf sich selbst, ist eine wurzel allen übels.
wobei ich unbewusste unehrlichkeit (also das sich selber in den sack lügen) als "schlecht" erachte, bewusste unehrlichkeit, die außerdem nur eigene ziele verfolgt aber sogar als "böse".

:winken3: kathi
 
AW: Das Böse in unserer Welt

....
Bei 2.) würde ich es lieber so ausdrücken, dass wir uns die Welt, zumindest teilweise, auch ohne Bibel erklären können. Was das "Böse" in unserer Welt betrifft, sind wir sicher nicht mehr (nur) auf biblische Begründungen und Definitionen angewiesen. Vom "Aktivdenker" kam dazu ja ein m. E. ganz wesentlicher Beitrag.

Mit freundlichen Grüßen,
Harald

Ich gehe an dieser Stelle noch einen winzigen Schritt weiter:
Wir können uns die Welt heute voll und ganz mithilfe dessen erklären, was Philosophie, (Naturwissenschaften) Kosmologie, Psychologie usw. in unserer abendländischen Tradition von den Vor-Sokratikern (ca. 6./7. Jahrhundert vor Christus) bis heute zu bieten haben ...Und was das sog. "Böse" betrifft, ist die Bibel natürlich wie viele andere Erzählungen/Mythen/Geschichten ein lesenswertes spannendes Buch ...aber auch hier können wir aus meiner unmaßgeblichen Perspektive auf biblische Begründungen/Definitionen verzichten ...Wem aber die "Süppchen" schmecken, die aus dem "getauten Schnee von vor-vor-gestern" gekocht werden - bitte sehr: Wohl bekomm's!
Gruß, moebius
 
AW: das gute an der ehrlichkeit

1.)
was dich betrifft, so empfinde ich dich keinesfalls als gefühllos.

2.)
wie sehr der jeweilige mensch beim lesen hinter dem geschriebenen auch den/die andere schreiber/in spüren kann/will, ist eine individuelle angelegenheit.

3.)
ich finde aber, wenn der mensch nix von der anderen persönlichkeit spürt oder spüren will, dann erübrigt sich doch jede freundlichkeitsfloskel.
was soll die dann?

4.)
es gibt genügend schreiber hier, die darauf verzichten. und niemand findet was dabei.
das erscheint mit jedenfalls (selbst)ehrlicher.

5.)
zur ehrlichkeit allgemein:
sie scheint mir eine grundvoraussetzung für das "gute" zu sein.
und bevor der mensch zu seinem gegenüber ehrlich sein kann, muss er/sie erstmal bei sich selber anfangen.
unehrlichkeit, sei sie im bezug auf andere oder auf sich selbst, ist eine wurzel allen übels.

6.)
wobei ich unbewusste unehrlichkeit (also das sich selber in den sack lügen) als "schlecht" erachte, bewusste unehrlichkeit, die außerdem nur eigene ziele verfolgt aber sogar als "böse".

Hallo Kathi,

hier möchte ich dir meine Gedanken zu den einzelnen Punkte präsentieren.

ad 1: Ich halte den Inhalt dieses Satzes für realitätsfern, da du mich persönlich gar nicht kennst.

ad 2: Rein psychologisch betrachtet, kann man aus dem Schreiben sicher auf die Persönlichkeit des Schreibers schließen.

ad 3: Wozu gibt's dann eine Briefform? Ich halte mich eben daran!

ad 4: Das ist im Internet durchaus üblich.

ad 5: Ehrlichkeit ist nicht immer möglich. Manchmal auch aus "humanen" Gründen.

ad 6: Das Verfolgen eigener Ziele kann in gewissen Situationen auch zum Wohl der Mitmenschen sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Harald
 
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AW: Das Böse in unserer Welt

Ich gehe an dieser Stelle noch einen winzigen Schritt weiter:
Wir können uns die Welt heute voll und ganz mithilfe dessen erklären, was Philosophie, (Naturwissenschaften) Kosmologie, Psychologie usw. in unserer abendländischen Tradition von den Vor-Sokratikern (ca. 6./7. Jahrhundert vor Christus) bis heute zu bieten haben ...

Und was das sog. "Böse" betrifft, ist die Bibel natürlich wie viele andere Erzählungen/Mythen/Geschichten ein lesenswertes spannendes Buch ...aber auch hier können wir aus meiner unmaßgeblichen Perspektive auf biblische Begründungen/Definitionen verzichten ...

Wem aber die "Süppchen" schmecken, die aus dem "getauten Schnee von vor-vor-gestern" gekocht werden - bitte sehr: Wohl bekomm's!
Gruß, moebius

Hallo Moebius,

soweit ich informiert bin, gibt es für den "Urknall" aber noch keine definitive
Erklärung (1. Abs.)

Glaube und Wissen sind eben zweierlei (2. Abs.)

Da gebe ich dir Recht (3. Abs.)

Mit freundlichen Grüßen,
Harald
 
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Für weitere Antworten geschlossen.
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