Aus mehreren Kisten habe ich mit der Digitalisierung einen USB Stick gemacht. Also habe ich das schon sehr verkleinert

Das hält so wieder seine 50+Jahre, dann wird man es eventuell wieder auf ein anderes Medium spielen müssen.
Da wäre ich mir an Deiner Stelle ganz und gar nicht so sicher. Und zwar aus folgenden Gründen nicht:
1. Ein USB-Stick muss man hin und wieder, alle paar Wochen etwa, auch mal wieder einstecken, um ihn damit mit Strom zu versorgen. Anderenfalls verliert sich die Ladung des Sticks nämlich, und die Daten auf dem Stick sind futsch.
2. Im Jahr 1995 stieg ich ins grafische Gewerbe ein, wir arbeiten damals bereits digital. Damals und in den Jahren darauf arbeiteten wir mit den folgenden Speichermedien:
- Syquest Wechselplatte. Extrem unzuverlässig, unsere Kunden spielten es immer doppelt auf, weil es praktisch ständig Schreib-/Lesefehler gab.
- ZIP. 100 MB, später 250 MB. Abwärts kompatibel, aber nicht umgekehrt.
- JAZ. 1GB, später 2 GB. Abwärts kompatibel, aber nicht umgekehrt.
- Magneto-optisches Laufwerk. Versprochen wurde Datensicherheit, weil die Magnetisierbarkeit erst durch einen Laser erfolgt. Mit den Cartridges gab es praktisch immer Leseprobleme. Funktioniert haben sie immer erst dann, wenn der Kunde auch sein Laufwerk mitbrachte.
- CD/DVD.
- Jemand brachte seine eigene, externe Festplatte mit. 500 MB, nicht mehr.
Angeschlossen wurde das alles an die damalige MacOS-Standard-Schnittstelle: SCSI.
Und von diesen Datenträgern existiert ... heute ... nichts mehr. Auch nicht die Schnittstelle SCSI.
Käme heute jemand mit so einem Datenträger - den er aus irgendeiner Kiste hervorgeholt hat - die Daten wären unlesbar. Selbst wenn sie, magnetischer Datenträger, überhaupt noch vorhanden wären. Es gibt die Laufwerke nicht mehr, und falls doch, so kann sie keiner mehr anschließen.
Aber selbst damals hatte ich schon einmal eine Anfrage, ob wir etwa alte Floppy-Disks noch lesen könnten. Fehlanzeige, ging nicht.
CD/DVD gibt es im Prinzip noch ... und wer hat heute, im Standard, noch ein Laufwerk dafür?
Wer sagt Dir denn, dass es USB in nur wenigen Jahren noch geben wird? Dein Rechner das Datenformat des Sticks überhaupt lesen kann? Bereits heute gibt es Rechner, in die man nur noch USB-C einstecken kann. Wer mit USB-A daherkommt, der benötigt ein Adapter. Wie lange wird es diese Adapter noch geben?
3. Vor rund 20 Jahren erwarb ich ein Buch namens "The Encyclopedia of Grafic Files Formats" (Lexikon grafischer Dateiformate), das erschien damals neu. Ein Wälzer, welcher alle damals bekannten grafischen Dateiformate dokumentierte. Aber bereits seinerzeit war bestimmt mehr als 90% des Inhalts nur noch von kulturhistorischem Interesse. Die Dateien existierten nicht mehr und waren auch nicht mehr im Umlauf, und es gab auch keine Software mehr, mit der man diese Dateien hätte öffnen können.
Aber selbst das Lexikon gibt es nicht mehr, denn es wurde nicht mehr neu aufgelegt. Vielleicht gibt es das noch gebraucht, bei Amazon ...
... und wie lange glaubst Du, wirst Du die Dateiformate auf Deinem Stick noch lesen können? In 50+ Jahren? Auf keinen Fall.
Fazit:
Wer digitales Material längerfristig - im Sinne von nur ein paar Jahren - sichern möchte, der kommt nicht umhin, es ständig im Fluss zu halten. Im Wesentlichen sehe ich da nur zwei Möglichkeiten:
a) In die Cloud schieben: Hat sich in meinem Fall sogar als eine der sichersten Methoden erwiesen: Rechner, Datenträger, Laufwerk futsch oder kaputt - in der Cloud, da hast Du es noch. Aber auch ein Cloud-Anbieter kann im Orkus verschwinden ...
b) Ständig updaten, oder wenigstens alle paar Jahre, wenn sich etwas ändert: Von einem Datenträger auf den nächsten, von einem Datenformat in ein anderes - solange beides noch existiert.