Du vermischst hier die Begriffe Wissenschaft, Forschung und Entwicklung.
Machen Laien oft, ist aber unzulässig.
Ich vermische sie nicht. Wissenshaft ist die Methodik und Forschung und Entwicklung sind ihre Anwendung. Für mich gehören sie zusammen.
Du als Nichtlaie darfst mich aufklären.
Die Wissenschaft ist objektiv
Es bleibt ihr auch nichts Anderes übrig, denn sie ist kein Subjekt und sie befasst sich ausschließlich mit Objekten.
Wenn der Forschende ein gewisses Ziel außer dem Erkenntnisgewinn verfolgt, verlässt er den Pfad der Wissenschaft. In der Praxis ist das die Regel, da auch der objektivste Mensch Wünsche und Bedürfnisse hat. Beeinflusst das aber seine Arbeit, ist das natürlich unwissenschaftlich.
Ich wüsste jetzt gern, welcher Erkenntnisgewinn einen Sinn macht, wenn er als solcher, losgelöst von jedem anderen Ziel, ganz allein dasteht. Das erinnert an Erleuchtung, aber sie ist für die Religionen reserviert.
Ohne die Anwendung dieser Erkenntnis ist sie überflüssig. Sind die Forschenden, die für die wissenschaftliche Erkenntnis eine passende Anwendung finden oder sie als Basis für eine Weiterentwicklung nehmen, keine Wissenschaftler?
Auf Kosten der Allgemeinheit? Wissenschaft muss mitnichten öffentlich finanziert sein.
Die Gelbgeber erhoffen sich in der Regel aus dem investierten Geld einen Nutzen zu ziehen. Aber wenn das die Arbeit und vor allem das Ergebnis beeinflusst, ist das unwissenschaftlich. Kann man natürlich machen und ist auch nicht per se schlecht, aber eben nicht wissenschaftlich.
Die Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnis muss und wird irgendwie finanziert, aber es ging um den Wissenschaftler, der auf Kosten der Allgemeinheit sein Schul- und Hochschulwissen erworben hat und ein gewissenhafter Wissenschaftler will das der Allgemeinheit zurückgeben.
Die Anwendung seiner wissenschaftlichen Arbeit in der Praxis wird sowohl mit öffentlichen Geldern, als auch mit Aufträgen aus der Industrie und Wirtschaft finanziert. Und wir sind uns wohl einig, dass an jedem Geldtransfer auch der Staat beteiligt ist und dadurch auch die Allgemeinheit und auf diese Weise bekommt sie zurück, was sie für die Ausbildung der Wissenschaftler investiert hat.
Doppelt falsch und dennoch dadurch nicht richtig.
Erstens Dativ, nicht Akkusativ.
Zweitens, ich stellte eine Frage. Wenn du sie nicht beantworten kannst, kommst du womöglich auf die Idee, was ich schrieb und warum.
Du wirst viel mehr solcher Fehler finden, wenn du es darauf anlegst. Bei nachträglichen Umformulierungen passieren mir laufend solche Fehler.
Was deine Frage angeht. Sie lautete:
"Welche Hoffnungen würde Krebsforschung schüren, wenn es nicht mehr als simple Erkenntnis (also keinerlei Therapie!) gäbe?"
Eben genau darin lag der Widerspruch. Wenn es bei der simplen wissenschaftlichen Erkenntnis bleibt, dann ist sie nutzlos. Erst durch ihre Anwendung in der Praxis wird sie relevant, denn ab dann übernimmt die Forschung die Regie und die Forschung arbeitet auch mit wissenschaftlichen Methoden.
Das war und ist unser Streitpunkt.
Aber, hier eine erklärende Hilfestellung:
Die Wissenschaft erkundet den Krebs zwecks Erkenntnisgewinn.
WOMÖGLICH, aber keinesfalls zwingend bringt die Wissenschaft Erkenntnisse, auf deren Basis sich eine Therapie ENTWICKELN lässt. Die Therapieentwicklung aber ist eine Entwicklung, wie der Name schon sagt, und ihr Ziel ist eine funktionierende Therapie, nicht Erkenntnisgewinn.
Daher noch einmal: der Laie mag Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und womöglich auch noch Technik und Technologie synonym verwenden, aber es sind unterschiedliche Begriffe.
Du behauptest also, die Entwickler, die diese Erkenntnis als Anhaltspunkt nehmen, um eine Therapie zu entwickeln, keine Wissenschaftler sind?
Ich schätze, sie werden was dagegen haben, dass du sie so kurzerhand degradierst.
So, jetzt müssen wir irgendwie die Kurve kriegen und nach unserer Haarspalterei zum Wal zurückfinden. Einigen wir uns darauf, dass es unwissenschaftlich war, diesen Wal zu retten?