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Philosophie und Sophistik- Gegensatz oder gegenseitige Ergänzung?

Gut und schön, aber müssen es ausgerechnet die Seiten des HARUN YAHYA sein?

S.a.: http://de.verschwoerungstheorien.wikia.com/wiki/Harun_Yahya
nee - ganz und gar nicht - wenn du einen artikel kennst der diesen komplex besser zusammenfasst sollten wir sie nehmen - ich hatte jetzt keine lust selbst etwas zu schreiben. Den Inhalt dieses Artikel halte ich für lesenswert und deckt sich mit meiner Meinung - das bedeutet natürlich nicht dass ich alles aus dieset quelle für richtig halte - ich denke man sollte da differenzieren können.
 
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wenn du einen artikel kennst der diesen komplex besser zusammenfasst sollten wir sie nehmen

Beispiele:

http://www.claus-beisbart.de/teaching/wi2011/popper/
http://www.claus-beisbart.de/teaching/wi2011/popper/p14.pdf

https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/handle/123456789/23782/Boerner_237821.pdf?sequence=1

Dass Faschismus keinen Wert legt auf Kunst, Literatur und Allgemeinbildung, ist ebenfalls eine Spartanische Tradition.

Der Faschismus legt sehr wohl Wert auf Kunst, Literatur und Allgemeinbildung.

Allseits bekannte Beispiele sind Leni Riefenstahl und Ernst Jünger.
 
Zuletzt bearbeitet:
@EarlGrey : Ich danke erstmal für den Hinweis und den entsprechenden Artikel zu Platon und Sparta. Das Buch von Popper kenne ich durch Hörensagen, ich habe es aber nicht genauer gelesen. Jedenfalls ist mir bekannt, dass Platon gerade kein Freund der (athenischen) Demokratie war. Man müsste in der Hinsicht nochmal seine Politeia genauer gelesen (und nach den Begründungen dafür nach schauen). Durch die Rezeption der Sekundärliteratur ist mir das bekannt, ich habe mich allerdings damit noch nicht eingehend beschäftigt. Der späte Nietzsche sah ja in Platon vor allem einen "decadent" also jemand der für den Verfall des griechischen Geistes stand, dadurch dass Platon die Seele (gr. die psyche) vor dem Leib hervorhob. Nietzsche hat sich ja als klassischer Philologe sehr mit Platon beschäftigt und es gibt sogar eine Vorlesung von ihm über diesen griechischen Philosophen. Er hat ein ambivalentes Verhältnis zu Platon/Sokrates, seine Kritik an diesem betrifft aber nicht seine politische Einstellung. Denn Nietzsche war glaube ich auch nicht unbedingt ein Freund der Demokratie (soweit ich weiß). Interessanterweise hat sich auch Nietzsche mit Darwin beschäftigt, aber er war nicht der Rassedenker, so wie ihn die Nazis haben wollten. Es ist alelrdings ein komplexes Feld und keine einfache Debatte , sondern da kann man kontrovers disktuieren bezüglich des Rassegedankens usw....Nietzsche spricht ja von der "Höherzüchtung" der Menschheit, aber das ist ein anderes Thema und würde einen eigenen Thread verlangen. Nietzsche kennzeichnet seine Philosophie als "Umdrehung des Platonismus", insofern dass wenn z.B, Platon für die psyché , Nietzsche den Leib/Körper verteidigt. Das Nietzsche/Platon Verhältnis ist komplex, aber Nietzsche war der erste im 19.Jahrhundert, der mit der Kritik an Platon und dem Platonismus anfing, (denn kein Denker vor ihm tat dies in der Art). Diese Kritik ist aber soweit ich sehe eben keine Kritik an der politischen Einstellung Platons.

Ob man Darwin mit Platon gut in Verbindung bringen kann, darüber bin ich noch etwas unschlüssig....
 
@Ellemaus: Naja ich würde nicht sagen, dass ich Nietzsche einfach nur ablese, sondern sehe ich mich eher in der Rolle des Nietzsche-Interpreten usw...Und es gibt ja durchaus divergierende Nietzsche-Interpretationen (in der Forschung). Das Nietzsche-Handbuch gibt einen guten Überblick über sein Verhältnis zu den Vorsokratikern, die Lektüre desselben ist empfehlenswert.

Nietzsche sagt ja, dass er allen Systematikern misstraut und daher würde er in seinem Fall nicht von einem philosophischen System bei sich sprechen (also nicht wie bei Hegel). Ich denke Nietzsche Verhältnis zu Parmenides ist eher kritisch, und mir scheint dass er eher von Heraklit und Demokrit beieinflusst war , als von Parmenides. Der Begriff des Seins aus der Stelle die du zitiert hast, ist ja soweit ich sehe dem Zarathustra entsprungen. Ich glaube aber nicht, dass es einen Einfluss des Parmenides bei Nietzsche gibt, hinsichtlich der Frage der Ontologie oder des Seins. Nietzsche hebt ja das Werden vor dem Sein hervor, und dennoch spricht Nietzsche ja auch vom "Rad des Seins". Nietzsche denkt natürlich anders als Parmenides. Wer eher von Parmenides und der Ontologie/der Seinslehre beeinflusst ist Heidegger. Dieser hat ja Nietzsche im Sinne seines Seinsdenken gelesen.

Nietzsche ist insofern widersprüchlich/ambivalent, weil er nicht viel von Parmenides und seiner Seinslehre gehalten hat, trotzdem aber der Begriff des Seins bei ihm im Zarathustra zu finden ist. Ob er Platon richtig interpretiert hat, ist auch eine Frage. Auf jedenfall war er ein Kenner der griechischen Philosophie...
 
Beispiele:

http://www.claus-beisbart.de/teaching/wi2011/popper/
http://www.claus-beisbart.de/teaching/wi2011/popper/p14.pdf

https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/handle/123456789/23782/Boerner_237821.pdf?sequence=1



Der Faschismus legt sehr wohl Wert auf Kunst, Literatur und Allgemeinbildung.

Allseits bekannte Beispiele sind Leni Riefenstahl und Ernst Jünger.
danke auf die verweise zu den Poppermaterial - allerdings verwies die von dir kritisierte seite ebenfalls auf popper - aber auch noch auf weitere interessante aspekte - was genau war deiner meinung nach an inhalten verwerflich?

der letzte satz war kein zitat von mir sondern ebenfalls von der von dir kritisierten seite !
ich sehe es genau wie du dass die nazis sehr viel wert auf kultur legten allerdings ausschliesslich in einen sehr schmalen ihnen gefälligen bereich - der rest war ihrer meinung nach "entartet" usw....
 
@Ellemaus: Naja ich würde nicht sagen, dass ich Nietzsche einfach nur ablese, sondern sehe ich mich eher in der Rolle des Nietzsche-Interpreten usw...Und es gibt ja durchaus divergierende Nietzsche-Interpretationen (in der Forschung). Das Nietzsche-Handbuch gibt einen guten Überblick über sein Verhältnis zu den Vorsokratikern, die Lektüre desselben ist empfehlenswert.

Nietzsche sagt ja, dass er allen Systematikern misstraut und daher würde er in seinem Fall nicht von einem philosophischen System bei sich sprechen (also nicht wie bei Hegel). Ich denke Nietzsche Verhältnis zu Parmenides ist eher kritisch, und mir scheint dass er eher von Heraklit und Demokrit beieinflusst war , als von Parmenides. Der Begriff des Seins aus der Stelle die du zitiert hast, ist ja soweit ich sehe dem Zarathustra entsprungen. Ich glaube aber nicht, dass es einen Einfluss des Parmenides bei Nietzsche gibt, hinsichtlich der Frage der Ontologie oder des Seins. Nietzsche hebt ja das Werden vor dem Sein hervor, und dennoch spricht Nietzsche ja auch vom "Rad des Seins". Nietzsche denkt natürlich anders als Parmenides. Wer eher von Parmenides und der Ontologie/der Seinslehre beeinflusst ist Heidegger. Dieser hat ja Nietzsche im Sinne seines Seinsdenken gelesen.

Nietzsche ist insofern widersprüchlich/ambivalent, weil er nicht viel von Parmenides und seiner Seinslehre gehalten hat, trotzdem aber der Begriff des Seins bei ihm im Zarathustra zu finden ist. Ob er Platon richtig interpretiert hat, ist auch eine Frage. Auf jedenfall war er ein Kenner der griechischen Philosophie...

Ich sprach ja auch nicht von einem philosophischen System, sondern von einer Art 'Baukastensystem' und jeder sucht sich was raus und gerade dies kritisiere ich an den Meisten. Und Heidegger habe ich ebenfalls privat gelesen und ich konnte gleich erkennen, wie schwer er sich getan hat, um Nietzsche richtig zu verstehen. (s. Kehre)
Dich persönlich habe ich auch nicht angesprochen, weil ich dein Gedankensystem noch nicht erkennen kann. (Nietzsches hebt vieles hervor und herab und verschachtelt seine Hauptgedanken. Für mich steht fest, er hat einen komplexen Gedankenplan heraus gearbeitet und gibt sogar Ariadne eine Starthilfe und warnt vor 'Gefahren' im Gedanken(Experiment)Spiel. Das Rad bleibt in seinem Denken nicht still, größter Kritikpunkt an große Denker.
Ich spüre aber schon in deinem Denken, dass du eher unbewusst etwas nachplapperst. Nietzsche war auch ein Psychologe der selbstständiges Denken durch eigene Erfahrung abverlangt.
 
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@Ellemaus: Ja, ok das kann ich jetzt schon besser verstehen ("Baukastensytem", kann vielleicht etwas missverständlich sein). Heidegger hat sich ja bekanntlich mit Nietzsche auseinandergesetzt, aber ich glaube ich kann nicht in jedem Punkt mich mit Heideggers Lektüre von Nietzsche einverstanden erklären. Nietzsche ist auf jedenfall komplex, so wie jeder große Philosoph im Grunde und er möchte niemanden , der ihm was "nachplappert". Sog. Nietzscheaner , die alles nachreden, wollte er nicht, sondern Denker die sich mitunter auch kritisch mit seinem Denken beschäftigen (im Zarathustra heißt es sinngemäß: "Und sollt ihr nicht an meinen Kranz rupfen", soweit ich mich erinnern kann; Nietzsche möchte also eine kritische Einstellung von anderen zu seinem Denken und das man nicht alles vorbehaltlos von seiner Seite übernimmt). Jemand der Nietzsche alles "nachplappert" verfehlt somit Nietzsches eigentlichen Wunsch. Und ja Nietzsche war natürlich auch ein großer Psychologe, der Dostojewski hoch geschätzt hat. Er behauptet sogar, dass er der erste richtige Psychologe auf philosophischer Seite ist.

Ob ich ein eigenes "Gedankensystem" weiß ich nicht, ob man das so sagen kann, ich würde eher von philosophischen Meinungen und Positionen reden, die aber nicht feststehen endgültig. Sowie ich Nietzsche interpretiere, sehe ich das so, dass er wollte das man von ihm einerseits lernt , aber gleichzeitig auch kritisch ihm gegenübersteht..
 
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