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Heidi will heim!

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Joost, 10. April 2009.

  1. Joost

    Joost New Member

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    An das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main

    Abteilung Ausländerbehörde


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Wie meine Nachforschungen ergaben, lebt zur Zeit in Ihrer Stadt eine noch minderjährige Schweizer Staatsbürgerin aus dem Kanton Graubünden.

    Weder Aufenthaltsgenehmigung noch Arbeitserlaubnis sind vorhanden. Möglicherweise wird ihre Arbeitskraft auch in unzulässiger Weise von ihrer "Gast"-Familie ausgenutzt, so dass gleich drei - wenn nicht gar mehr - Paragraphen hier verletzt werden.


    Die Betreffende ist mit ihrer Situation auch keineswegs glücklich.

    Mir gegenüber gab sie an, ihre Welt seien die Berge, denn dort oben sei sie zu Haus.

    Dunkle Tannen und grüne Wiesen im Sonnenschein, nur das brauche sie zum Glücklichsein.

    Dort in den hohen Bergen lebte sie früher als eine kleine Maid. Gut Freund mit allen Tieren, glücklich alle Zeit.

    Im Winter, wie im Sommer, auch wenn all die Herden ins Tal gezogen seien. Am Morgen und im Abendschein, wenn rot die Alpen geglüht hätten ...

    Hiermit möchte ich sie ebenso dringend wie herzlich bitten, sich dieses Falles anzunehmen, so dass diese höchst bedauernswerte Schweizer Bürgerin heimzukommen und ihr Glück wieder zu finden vermag.


    Ich verbleibe mit traurigen, aber dennoch freundlichen Grüßen

    Ihre Johanna Spyri

    Hirzel, Kanton Zürich
    Schweizer Eidgenossenschaft
     
  2. Joost

    Joost New Member

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    Süden
    AW: Heidi will heim!

    Es geht weiter ....


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    Jahre später ....

    An
    Frau
    Johanna Spyri
    Hirzel, Kanton Zürich


    Sehr geehrte Frau Spyri,

    Wie mir ein Herr Alm Öhi anvertraut hat, steht einer Verbindung von Fräulein Heidi und einem gewissen Herrn Peter Geiß, ortsüblich "Geißenpeter" genannt, nichts im Wege, sobald beide volljährig sind und Herr Peter Geiß eine ordentliche Verdienstbescheinigung beibringen kann.

    Ich hoffe, Sie diesbezüglich beruhigt zu haben.


    Urs Fränkli

    Sachbearbeiter

    Kommunale Ordnungsbehörde

    Maienfeld, Kanton Graubünden
     
  3. Joost

    Joost New Member

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    Süden
    AW: Heidi will heim!

    Noch mehr Jahre später ...



    An
    Herrn
    Alm Öhi
    Maiensäß oberhalb von Maienfeld


    Sehr geehrter Herr Öhi,


    Hiermit möchte ich Sie davon in Kenntnis setzen , dass vor dem kantonalen Graubündner Familiengericht in Chur schon seit längerem eine Scheidungklage seitens meiner Mandantin, Frau Adelheid Geiß, gegen Herrn Peter Geiß anhängig ist.

    Frau Adelheid Geiß wirft ihm vor, er habe sie zugunsten seiner Geißen aka Ziegen sträflich vernachlässigt.

    Frau Adelheid Geiß hat Sie mir als Zeugen benannt.

    (Die Ausagen der Ziegen sind leider nicht gerichtsverwertbar.)

    Würden Sie ggfalls Ihre Aussage in einem allfälligen Scheidungsprozess vor dem kantonalen Familiengericht in Chur wiederholen?

    Meine Mandantin wäre Ihnen sehr verbunden.



    Mit freundlichen Grüßen

    RA Joseph Waldbaum, Esq.
    z. Zt. z' Zürich
     
  4. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Kleine Zwischenbemerkung:

    Diese Geschichte habe ich woanders einmal begonnen.

    Und bald nach dem Start hat sich eine Frau Holunder eingeschaltet.

    Und so begann eine schöne Zusammenarbeit.

    Nun schaltet sich Frau Holunder ein:

     
  5. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Sehr geehrte Frau Holunder,

    Bezugnehmend auf Ihr wertes Schreiben vom 11. September diesen Jahres, möchte ich sie dahingehend beruhigen, dass es auf der Alm keinerlei Sünd gibt.

    Das ist gerichtsbekannt.

    Anderslautende Meldungen verweise ich in den Bereich der Gerüchte und der üblen Nachrede.

    Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung


    Dr. Beat Schnyder-Frey
    Oberamtsrichter
    Kantonales Kantonsgericht

    Chur


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~



    Soweit der offizielle Teil meines Schreibens.

    Inoffiziell möchte ich sie in den "Goldenen Löwen" zu Liechtenstein einladen, um Ihnen auf Wunsch einige vertrauliche inoffizielle Details über das wahre Leben auf der Alm zu geben. Hier auf Schweizer Grund und Boden sind mir die Lippen versiegelt. Sie verstehen ....

    Doch ich könnt' Ihnen Sachen erzählen .... aber lassen wir das .

    Weiteres im "Goldenen Löwen" zu Vaduz, Liechtenstein.

    Ich hoffe, ich darf ggfalls mit Ihrer Diskretion rechnen.
     
  6. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Frau Holunder schreibt:

     
  7. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Sehr geehrte Frau Holunder,

    Bezugnehmend auf Ihr wertes Schreiben vom 11. September diesen Jahres, möchte ich Ihnen mein tiefgefühltes Bedauern darüber ausdrücken, dass es Ihnen nicht möglich war, im "Goldenen Löwen" zu Vaduz ein Zimmer zu buchen.

    Falls es Ihnen ein Trost ist: Auch mir widerfuhr dieses missliche Schicksal.

    Alternativ schlage ich Ihnen eine Ortsbegehung am Tatort vor.

    In solcherart gelagerten Fällen ziehe ich stets die mündliche Kommunikation der schriftlichen vor.

    In der Hoffnung, Sie bald in Maiensäß oberhalb von Maienfeld begrüßen zu dürfen, verbleibe ich


    Dr. Beat Schnyder-Frey
    Oberamtsrichter
    Kantonales Kantonsgericht

    Chur
     
  8. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Frau Holunder schreibt:

     
  9. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Sehr geehrte Frau Holunder,

    Mit großer Bestürzung, ja, geradezu mit Entsetzen habe ich von Ihrer Verhaftung im Kanton Basel-Stadt Kenntnis genommen.

    Die Basler Kantionspolizei ist für derartige Aktionen bekannt, wenn nicht gar berüchtigt.

    Für die Zukunft möchte ich Ihnen anraten, doch stets die Bodenseeroute über Bregenz und Feldkirch zu nehmen, wenn sie nach Graubünden einreisen wollen.

    Die Graubündner Kantonspolizei hat eine weitaus liberalere Tradition als ihre Kollegen in jenem Basler Halbkanton.

    Nun zu Ihrer gewisslich recht misslichen Lage:

    Gerne käme ich persönlich nach Basel, um Sie eigenhändig von Ihren Handschellen und Fußketten zu befreien. Doch sind mir in dieser Hinsicht selbst die Hände gebunden, wenn glücklicherweise auch nur metaphorisch.

    Doch habe ich Herrn RA Rütli-Weiss gewinnen können, einen ausgezeichneten Fachmann für solche Fälle.

    Er wird sich unverzüglich mit Ihnen in Verbindung setzen und in baldiger Bälde Ihre Freilassung erreichen, wie ich hoffe und wünsche.

    In der Zwischenzeit werde ich den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anrufen.

    Ich habe noch gute Verbindungen dorthin, war ich doch in früheren Tagen selbst einmal dort als Richter tätig, um das Fürstentum Liechtenstein dort angemessen zu vertreten.

    Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung

    Dr. Beat Schnyder-Frey
    Oberamtsrichter
    Kantonales Kantonsgericht

    Chur
     
  10. Joost

    Joost New Member

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    AW: Heidi will heim!

    Frau Holunder schreibt:

     
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