Du bist es, der hier die Parallelen entweder nicht sieht oder einfach nur leugnen will, weil sie ihm nicht gefallen.Nee, du verstehst ihre Beweggründe nicht, wenn du sie so interpretierst und das beweisen deine Vergleiche.

"Massive Gefahr". Dein Totschlagargument, faktisch aber widerlegt. Risiko heißt Schadensgröße mal Eintrittswahrscheinlichkeit. Du siehst nur die mögliche Schadensgröße eines unwahrscheinliches Einzelereignisses und meinst schon, das wäre das Risiko.Die Stromerzeugung muss nicht mit massiver Gefahr für die Bevölkerung erfolgen. Es gibt andere, viel sicherere Methoden.
Und wenn es "andere, viel sicherere Methoden" gäbe, die AKWs "einfach so" ersetzen könnten, warum werden sie dann nicht einfach umgesetzt?
Falls du jetzt wieder mit der Korruptions- oder Profitmasche kommen willst: Wäre das so, könnten jene korrupten Profitgeier mit deinen Technologien ja noch viel mehr Profit machen und müssten daher diese fördern, oder nicht?
Für den Menschen gelten die gleichen evolutionären Gesetze wie für die Maus.Die Evolution gibt der Maus als Maus recht. Der Mensch wurde von der Evolution mit ganz anderen kognitiven Fähigkeiten beschenkt, um es der Maus nicht nachmachen zu müssen.
Wie ich schon schrieb, wir leben heute gut, lange und sicher, weil sich unsere Ahnen eben NICHT jede Gefahr vermieden haben.
Du vertrittst hier (wohl unabsichtlich) die Kickl-Linie. "Wir kümmern uns nur um uns selbst, gehen nicht das Risiko ein, durch Handelspartner eventuell über den Tisch gezogen zu werden, wir setzen unsere Soldaten keiner Gefahr in Konflikten in anderen Ländern aus, etc....".
Dass diese Masche aber höchst kurzsichtig ist und die Folgen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachteiliger als die Risiken, die damit vermieden werden, geht über deren Horizont.
Der Strom aus der Steckdose ist nicht die einzige Folge einer sicheren, günstigen Energieversorgung.Unsere Kernkraftwerke sind stillgelegt. Mein Strom kommt ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen.
So ist bei einem "großen Blackout" auch nicht die einzige Folge für unsere Gesellschaft, dass halt kein Strom mehr aus der Steckdose kommt.
"Zünden wir halt ein paar Kerzen an...".
Nein, wenn man nur laienhaft auf ein Detail blickt, erkennt man die Auswirkungen nicht.
So auch der Aktivist, der die Sicherung des Wohlstandes und der Zukunft für seine ideologische Agenda opfern will.Ein rückständiges Leben wäre es, wenn ich meinen Wohlstand nur für die Zeit meines Lebens sichern müsste. Als zivilisierter Mensch muss ich auch dafür sorgen, dass die nächsten Generationen den gleichen Wohlstand genießen können, denn alles andere würde mich auf das Niveau der Maus zurückwerfen, die du erwähnt hast. Sie lebt in den Tag hinein.
Du wirst nie eine Abwägung zu Wege bringen, wenn du eine Sache immer nur einseitig betrachtest.Ich denke nicht nur an GAUs, sondern an die Hunderttausende Jahre andauernde Bedrohung der Menschen durch den Atommüll.
Photovoltaik, Wasser- und Windkraft können zur Zeit nun einmal nicht den gesamten Strombedarf in Deutschland decken (zur Zeit gut die Hälfte). Es wäre in Zukunft mehr möglich, aber die Schaffung der Strukturen ist aufwändig und bedarf aus obigem Grund nun einmal
großer Mengen an Energie, die auch durch fossile Energieträger und/oder eben AKWs bereitgestellt werden muss.
Dein Mantra "Alternative Energien statt fossile oder nukleare" sind daher qualitativ mit frenilshtars "Verhandlungen statt Schießen" vergleichbar.
frenilshtar verlangt ein sofortiges Einstellen der Gegenwehr seitens der Ukraine mit der Hoffnung, dass es dann Verhandlungen geben möge. Du verlangst eine Versagung von Nuklearenergie, willst aber auch keinen Ausbau von fossiler Energie mit der Hoffnung, dass dadurch die alternativen Energien sprießen würden.
Du erkennst die Gleichartigkeit eurer Argumentation?
Tiere nicht ihre kognitiven, aber ihre instinktiven. Auch durchaus erfolgreich.Als zivilisierter Mensch will ich meine kognitiven Fähigkeiten nutzen, um die Zukunft kommender Generationen zu sichern. Das können Tiere nicht.
Wenn du deine kognitiven Fähigkeiten nutzen willst, dann stell dir einmal die Frage, ob die Zukunft (unserer) kommenden Generationen gesichert ist, wenn wir zwar jetzt toll auf Öko machen und uns ganz toll dabei fühlen, aber wirtschaftlich von den USA, China und womöglich auch anderen überrollt werden, jene ihre Weltordnung, die sich jetzt schon abzeichnet, auf- bzw ausbauen und aus Ökoeuropa einen unbedeutenden Nebenschauplatz, dessen intellektuelles Gut man sich dann einfach aneignet, für sich nutzt und mit populistischen Marionettenregierungen gefügig hält.
Also bis zum Big Crunch, Big Rip oder dem Wärmetod des Universums?Ganzheitlich bedeutet auch zeitlich ganzheitlich.
Dann wäre sowieso alles egal, denn das Ende ist in allen Fällen dasselbe.
Ganzheitlich heißt vor Allem, dass man beispielsweise von einer Energieministerin nicht verlangt, dem Umweltschutz oberste Priorität geben zu müssen. Ja, Umweltschutz ist wichtig, aber eine Energieministerin ist in erster Linie für die Energieversorgung zuständig. Umweltschutz ist wie viele andere Aspekte eine Nebenbedingung und auch wichtig, aber eben nicht ihre Kernaufgabe.Kein Mensch kann als einzelner etwas bewegen, weder in der Energiepolitik, noch in irgendeinem anderen Bereich, der alle betrifft. Wir müssen das als Gesellschaft im Regionalen und als Menschheit im Ganzen versuchen, aber das muss jeder für sich wollen. Ich will es und du nicht, aber das muss eine Gesellschaft ertragen.
Ähnlich wie es die Kernkompetenz des Taxifahrers ist, seine Fahrgäste schnell und sicher an ihr Ziel zu bringen. Auch hier ist Umweltschutz nicht ohne Relevanz, aber eben nur eine Nebenbedingung und nicht oberste Priorität.
Wir (ob wir beide oder wir im Sinne von Deutschland und Österreich) können nur etwas bewirken, wenn wir auch eine Wirkmacht haben. Um in der Welt etwas zu sagen zu haben, müssen wir auch etwas bieten können. Bislang war und ist es Wissen und Technologie. Um darin führend zu sein, muss auch die Wirtschaft florieren, und dazu braucht es nicht zuletzt ausreichend leistbare Energie.
Nur blickst aber nur auf einen sehr kleinen Teil der Erfahrung und verstehst ihn auf Grund von Laienhaftigkeit auch nur sehr eingeschränkt.Ich weiß nicht, wo du überall Angst zu erkennen glaubst. Das ist pure Vernunft, aus den Erfahrungen der Andern zu lernen.
frenilshtar meint auch, er würde vernunftbasiert auf Basis der Erfahrung von anderen argumentieren, wenn er meint, die Ukrainer dürfen sich nicht gegen die Russen wehren, denn die Erfahrung anderer hat gezeigt, dass es bei militärischer Gegenwehr ZERFETZTE gibt und es wäre doch vernünftig, das zu vermeiden.
Auch er begeht den Fehler, die Angelegenheit nicht ganzheitlich zu betrachten. Er blickt auf ein Detail, hält es (berechtigterweise) für schlimm und zieht die Konsequenz, dass jenes Detail schlicht und einfach vermieden werden müsse. Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, übersteigen seinen Horizont und so erkennt er die innewohnende Eselei seiner Haltung nicht.
Nun, den Ländern, die Kernkraftwerke genutzt haben und/oder noch nutzen geht es insgesamt besser als jenen, die sie nicht genutzt haben.Wenn ich am Rand der Klippe stehe, dann bin ich doch nicht dumm und springe als erster. Ich beobachte andere, ob sie hinunterspringen, bevor ich es tu. Ich sehe das Ergebnis des Wagnisses der Anderen und entscheide. Ich schätze, du machst es auch nicht anders, sonst hätte ich jetzt nicht dich als Diskussionspartner, sondern einen anderen, der es mir nachgemacht hat.
Einzelne Ausnahmen bestätigen die Regel.
Aber der Zug, mit dem Einsatz von Kernkraft "als erster zu springen" ist vor etlichen Jahrzehnten schon abgefahren - weiß daher nicht, warum du davon sprichst.
