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Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Lidania

New Member
Registriert
20. Februar 2009
Beiträge
95
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Mag sein, dass der Stellenwert der Pädagogik in der heutigen Lehrerausbildung abgenommen hat.
Für mich als Volksschullehrerin war der Anteil an Allgemeiner Pädagogik und Schulpädagogik durchaus nicht nur auf wenige Wochenstunden begrenzt, sondern beide waren Prüfungsfächer neben meinen beiden "Wahlfächern" - so hieß das damals. Soziologie und Psychologie mussten auch belegt werden und da ich Kunst und Biologie als Wahlfächer hatte, musste ich in Mathematik und Deutsch zusätzlich Scheine machen. Je nach Semester war mal das eine, mal das andere mit mehr Stunden vertreten. 32 -36 Wochenstunden insgesamt waren das im Schnitt pro Semester.
Da es leider immer noch nicht in genügendem Maße Sozialarbeiter an den Schulen gibt, muss dies heutzutage auch von den Lehrern geleistet werden - natürlich meist nebenher und nicht im Regelunterricht.
Sicher haben wir damals kein Fachstudium in Pädagogik absolviert, aber über ein Hineinschnuppern ging das mit Sicherheit hinaus.
 
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Salem

Guest
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Hallo Andreas,

natürlich ist Pädagogik ein Bestandteil der Ausbildung zum Lehrer, allerdings ein nicht eben großer. Das steht aber doch auch in dem Link.

Und wir wollen doch nicht im ernst darüber diskutieren ob ein Lehrer beispielsweise in der Lage wäre die Arbeit eines Sozialpädagogen (um die es in erster Linie geht) oder eines Heilpädagogen auszuüben. Dann bräuchte man ja die Unterschiedlichkeit gar nicht mehr.
Fakt ist, dass ein Lehrer schwerpunktartig in seiner Ausbildung Lernstoff lernt, welchen er später vermittelt, und das Lehren dieses Lernstoffs lernt und Pädagogik nur in wenigen Teilen Ausbildungsinhalt ist.

Und ein Sozialpädagoge wie auch ein Heilpädagoge erfahren eine andere Ausbildung mit ganz anderen Inhalten und ganz anderen Schwerpunkten als ein Lehrer, das kann man nun mal nicht weg wischen. Und das ist nun auch schon zum nachlesen verlinkt.

Die Begrifflichkeit Pädagoge mag sich gern auch im Duden für einen Lehrer festgesetzt haben, dennoch besteht zwischen beiden Tätigkeiten ein Unterschied, wenn man auf der einen Seite den Lehrerberuf und auf der anderen Seite den Heil- und Sozialpädagogen betrachtet, wenn man unbedingt darauf besteht, dass man diese immer differenziert betrachtet und nicht zusammenfassend als Pädagogen genannt haben will.
Mich erstaunt nur, dass meine Erfahrung die ist, wenn ich an Schulen eingesetzt bin, die Lehrer in Anbetracht von Problemsituationen mit Kindern schon mehr als einmal zu mir gesagt haben:"Ich komme da nicht weiter, ich bin halt Lehrer/in und kein/e Pädagoge/in"
Das wertet doch den Lehrer nicht ab, sondern unterstreicht einfach nur, dass ihm gewisse Vertiefungen in die Thematik verborgen sind, weil er eben einen anderen Schwerpunkt in seiner täglichen Arbeit hat. Und es sagt ja auch nicht aus, dass ein Lehrer gar nicht in der Lage sei, pädagogisch zu handeln.

Und wenn man sagt, einen Pädagogen gäbe es nicht, dann kann auch ein Lehrer ja keiner sein, weil´s das ja sooo nicht gibt. :zunge3:

Nein, im ernst, in diese beiden Berufe dann auch noch die Erziehung mit rein zu bringen ist natürlich nicht passend. Auch hier gibt es Erzieher, Kinderpfleger, Heilerziehungspfleger etc. alles "eigene" Berufe mit eigenständigen Ausbildungen, aber nur weil sie alle erzieherische Tätigkeiten haben, sind eben nicht alle "Erzieher" und obwohl sie Kinder Dinge lehren keine Lehrer und auch wenn ihre Arbeit pädagogische Kenntnisse voraussetzt, sind sie keine (wenn auf Differenzierung so unbedingt bestanden wird Heil- o. Sozial-)Pädagogen, sondern das worin sie ausgebildet worden sind.

Eben das, die Kindererziehung, wird aber heute mehr denn je von der Schule gefordert und wenige wollen offenbar eingestehen, dass das gar nicht funktionieren kann, mit diesem Schulsystem aus der Zeit Maria Theresias. Aus solcher Hilflosigkeit werden Prügelknaben konstruiert und wirkungslose Kurzzeitmaßnahmen als geniale Lösung angepriesen, nicht selten bloß aus einem Anlass heraus
Hier bin ich mit dir einer Meinung, die Forderungen an die Lehrerschaft an Schule überhaupt werden immer größer. Hier müssen Grenzen aufgezeigt werden, denn Lehrer sind nicht Erzieher, die in der Einrichtung das ausbauen was sowieso zu hause passiert (passieren sollte). Andererseits verbringen Kinder immer mehr Zeit in der Schule, immer mehr Eltern sind überfordert, das schreit natürlich danach, sich Gedanken über andere Fachkräfte an Schulen zu machen, wie Erzieher, Sozialpädagogen und (Kinder-)Psychologen, die können auffangen, allein nur Lehrer eben nicht. Und es ist doch gerade von Lehrern die noch in diesen Beruf gegangen sind, als die "Zeiten noch besser waren", schon in der Mehrheit zu vernehmen, dass alles zu viel wird, muss man sich dann noch mehr aufbürden wenn andere es doch fachlich qualifizierter hinbekommen? (Klar so lange die Gelder nicht da sind für Ergänzungspersonal wahrscheinlich schon) Richtig ist das doch nicht.
Ein Lehrer soll seine Zeit mit Unterrichts- Vorbereitung, Führung und Nachbereitung verbringen, nicht zu vergessen die anderen Aufgaben, die verwaltungstechnisch und oragnisatorisch anliegen (und die ja immer mehr werden), für alles andere sollten Ergänzungskräfte an Schulen auch über die Schulzeit hinaus da sein, denn dafür haben diese den Beruf gelernt. Das von Lehrern zu erwarten finde ich zu viel und das können sie nicht bewältigen.

Vielleicht hast du -und auch die anderen- jetzt verstanden, dass ich weder Lehrer abqualifizieren will noch sonstige Abneigungen gegen Lehrer habe. Ich denke einfach nur, jeder sollte den Beruf den er ausübt, auch ausüben können und dürfen und nicht für andere Dinge benutzt werden, wie es bei Lehrern gern versucht wird. Und ich erwarte einfach, dass man Unterschiede in den Berufen auch anerkennt und sich nicht gleich ans Bein gepieselt fühlt, wenn jemand auf diese -wirklich zum letzten mal- unstrittigen Unterschiede auch mal hinweist.
Denn diese Haltung "natürlich bin ich Lehrer und ein Pädagoge" führt vielleicht auch ein bißchen dazu, dass man sich selbst überschätzt und meint Dinge regeln zu können und im Griff zu haben, obwohl es nicht (mehr) daran ist.

Und jetzt ist das Thema für mich auch erledigt, denn ich hab beim besten Willen keine Ahnung, wie man es sonst noch erklären soll.
 
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Andreas61

Guest
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Salem,
ich habe das nicht als "Abqualifizierung" verstanden, sondern als Begriffsabstimmung oder sowas Ähnliches. (Mit "tendenziös" meine ich solche, die Vergleiche mit ihrem eigenen Beruf herstellen, ich habe nämlich deinen Link gelesen).

Pädagogik ist aber eine zentrale Aufgabe im Lehrberuf, siehe auch Lidanias Hinweise. Es gibt sogar die Berufsbezeichnung "Kindergartenpädagoge/in", die auch nicht 9 Semester auf der Uni Pädagogik studieren.

Einige Unterschiede, wo Missverständnisse herkommen könnten:

Heilpädagogen und Sozialpädagogen sind ja "nur" für schwierige, oft extreme Fälle, wie schon die Bezeichnung sagt. Das betrifft eben nur einen bestimmten Teilbereich der Pädagogik. Lehrer müssen (!) aber ständig Pädagogik einfließen lassen, im Schulalltag. Das ist auch Pädagogik, sogar die viel häufigere als die Sozial- oder Heilpädagogik, weil es die Regel ist.

Der zweite besonders wichtige Unterschied, wo ich ein eventuelles Missverständnis sehe:
Lehrer sollen nicht pädagogisch therapieren, so gesehen sind sie tatsächlich nicht Pädagogen! Sie müssen aber ständig (auf keinen Fall beliebig!) ihre pädagogischen Kenntnisse in den Unterricht und in ihre Maßnahmen einfließen lassen. Da gibt es sehr leicht die großen Unterschiede, auf die es ankommt: Päd. Fähigkeiten und päd. Engagement trennen ganz entscheidend die Spreu vom Weizen bei den Lehrern, eher noch als beim Sachwissen, meine ich.

Elementarpädagogik hingegen spielt in der Schule eher am Rande nur eine Rolle, das habe ich gemeint mit dem Hinweis, dass immer mehr Erziehung verlangt wird, was im derzeitigen System aber schwer möglich ist.

Pädagoge ist ein vielschichtiger Begriff, kommt nur drauf an, was man gerade darunter versteht.

lg
Andreas
 
S

Salem

Guest
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Lehrer sollen nicht pädagogisch therapieren, so gesehen sind sie tatsächlich nicht Pädagogen! Sie müssen aber ständig (auf keinen Fall beliebig!) ihre pädagogischen Kenntnisse in den Unterricht und in ihre Maßnahmen einfließen lassen. Da gibt es sehr leicht die großen Unterschiede, auf die es ankommt: Päd. Fähigkeiten und päd. Engagement trennen ganz entscheidend die Spreu vom Weizen bei den Lehrern, eher noch als beim Sachwissen, meine ich.

Jahaha, der Knoten ist geplatzt, Missverständnisse sind ausgeräumt, denn genauso hatte ich gedacht würde ich auch verstanden werden.
Das war meine Botschaft! Mit dem was du schreibst kommen wir völlig zusammen.
Schön, dass wir das geklärt haben.

Das Ergebnis ist also, dass wir sogar sehr dicht bei einander sind, wer hätte das gedacht! War vielleicht doch gut den Beitrag noch abzuschicken, ich hatte nämlich kurz überlegt ihn nicht abzusenden.
 

FritzR

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6. Oktober 2008
Beiträge
2.809
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Ich kenne hier im DF keinen Pädagogen (Lehrkräfte sind nunmal keine) und sehe auch nicht, wo hier auferlegt wird, was Kinder alles sollen.

Dazu hat Andreas schon genug und Richtiges gesagt.

Das Problem der Lehrer ist aber doch, dass sie zu spät ins Spiel kommen.

Wie ein Kind sich verhält zu seiner Umwelt, zu seinen Mitmenschen, bei Konflikten und Problemen, wie es lernt, was es interessiert, wo es mitmacht oder nicht, ist meist schon ziemlich festgelegt, wenn es in die Schule kommt.

Und dann ist man als Lehrer in der glücklichen Lage, diese Verfestigungen und Defizite aufzulösen und zu beseitigen, und - wenns geht - bei den Kindern bessere Verhaltensweisen, Eigenschaften und Festlegungen zu erzielen.

Das geschieht mittels Disziplinierung (nicht Zucht und Ordnung alter Prägung, sondern Schaffung einer Klassenatmosfäre, in der gedeiliche Zusammenarbeit möglich ist) und Motivierung.

Dies sollte in der Grundschule geleistet werden. Darum haben Grundschullehrer auch auch eine ausführlichere pädagogische Ausbildung. Diese als Schmalspurpädagoik zu bezeichnen, ist eine Diffamierung.

Dennoch ist zu beobachten, dass dies heute immer seltener und weniger erreicht wird.

In den weiterführenden Schulen hat man als Lehrer, der ja auch seinen Stoff vermitteln soll und muss, kaum noch Möglichkeiten, an den vorhandenen Fixierungen etwas zu ändern. Da müssen oder müssten dann die "Sonderpädagogen" her, von denen es leider zu wenige gibt.

Die weiter oben benannte innige Beziehung eines Erwachsenen zu einem Kind kann nur in der Familie stattfinden. Dort entscheidet sich die weitere Entwicklung.

Und wenn da nicht, dann nirgendwo sonst und nirgendwann später. Leider gibt es keine Erziehung zu Elter! Sondern nur die meist unglückselige Nachahmung der eigenen unfähigen Eltern.

Vielleicht gelingt es einem Vater oder einer Mutter, diesen oder jenen Fehler seines Vaters oder ihrer Mutter an seinem oder ihrem Kind nicht zu begehen, aber dafür macht er oder sie bestimmt einen anderen.
War sein Vater zu streng, ist er vielleicht zu nachgiebig. War ihre Mutter zu ehrgeizig, so ist sie vielleicht zu gleichgültig.

Je mehr ich daran denke, um so pessimistischer sehe ich die Lage.

Gruß Fritz
 

FritzR

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2.809
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Mag sein, dass der Stellenwert der Pädagogik in der heutigen Lehrerausbildung abgenommen hat.

Das Gegenteil ist der Fall. Es reicht nicht mehr beim Lehramtsstudium, einen Päd-Schein zu machen, sondern einen eigenen pädagogischen Lehrplan. Es sind Praktika zu machen.

Es gibt regelmäßige spezielle pädagogische Schulungen für Lehrer an den Schulen.

In Fachschaftskonferenzen wird darüber diskutiert und es gibt Kurzreferate zu aktuellen und grundsätzlichen Problemen.

Es gibt Lehrer-Eltern-Gruppen und Lehrer-Eltern-Schüler-Gruppen.

Die Schule - die meisten Schulen - tun einiges; es reicht aber scheints nicht.

Liegst also doch an den Kindern selber und deren Elztern?

Gruß Fritz
 

Bernd

Well-Known Member
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3. Mai 2004
Beiträge
8.321
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Möglicherweise nehmen wir die Kinder mit einer bestimmten Haltung wahr.

In die wir sie auch bringen wollen. Haben sie diese dann angenommen, haben sie sich so versteift wie wir und sind für Helferberufe und Elternschaft bereit..

Aber Haltungsschäden gibt es ja nicht. Es gibt nur Kinder mit Entwicklungsdefiziten.

Bernd
 

oktoberwind

New Member
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20. November 2007
Beiträge
1.025
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

...weil ich nun einmal in dem Beruf arbeite, mische ich mich auch mal ein, ohne alle vorherigen Beiträge gelesen zu haben...

Ich habe mich immer von einigen Grundsätzen leiten lassen:
1. Kinder sind kleine Menschen.
(... wenn man ihnen mit Respekt und vernünftig begegnet, reagieren die meisten auch so ... - Ausnahmen gibt es sicherlich, die hab ich auch erlebt, aber meistens kam ich damit gut klar...)

2. Alle Kinder wollen lernen.
Also muss ich, was ich ihnen beibringen will, kindgerecht darbieten - und wenn Lernen spielerisch geht - und das geht meistens -, ziehe ich diese Form anderen vor...

Zugegeben - in meiner (kurzen) Zeit an einer Hauptschule habe ich auch erlebt, dass diese Grundsätze keine Chance hatten, weil es zu viele lernunwillige, demotivierte und sozial auffällige Jugendliche gibt, die alles, aber auch alles sabotieren...

Es gibt ja diverse Untersuchungen (nicht nur PISA); z.B. belegt die IGLU-Studie (Internationale Grundschule-Lese-Untersuchung), dass die Grundschulkinder mit allen geforderten Fähigkeiten diese Schulart verlassen - die dann an weiterführenden Schulen verloren gehen... Warum? Das hat noch keiner genauer untersucht...
 

Zeilinger

Well-Known Member
Registriert
22. Mai 2004
Beiträge
16.501
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Wie ist das Bild der heutigen Kinder & Jugendlichen? Was denkt ihr über sie?
Oft hört man sie wären dumm, frech, faul, träge, potenzielle Kriminelle...

Mich würde einfach mal interessieren, wie ihr diese Generation der jetzigen 8-18-jährigen seht und wie ihr zu eurer Meinung kommt. Wie sind eure Erfahrungen und euer Umgang mit den Kids?
Hallo !

Ich möchte einmal vorausschicken, dass ich keine eigenen Kinder habe und sich meine Wahrnehmung auf Kinder von Verwandten, Freunden und Bekannten bzw. auf Blickkontakte und Äußerungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln und sonstigen Begegnungen außerhalb des gesicherten Bereiches einer Wohnung oder eines Hauses beschränkt.

Vorerst möchte ich einmal auch unsere kleinen Erdenbürger von 0 bis 8 Jahren auch als Kinder bezeichnen. Außerdem bin ich zu wenig gereist, um von anderen Kindern als mittel- bis osteuropäischen zu sprechen. In den letzten 15 Jahren hielt ich mich hauptsächlich in Wien auf.

So gesehen erlebe ich Kinder bis 10 Jahren großteils als lieb, manchmal aber auch geschreckt bzw. verstört. Kinder dieses Alters, die nie quengeln und/oder schreien gibt es wohl nicht - was ich für gut finde. Es gibt mMn keine braven Kinder im herkömmlichen Sinne, sondern - zumindest was die Kleinkinder betrifft - gefütterte und/oder trockengelegte und/oder geschreckte. Hätte ich die Aufsicht über ein Kind bis zum 4. Lebensjahr, würde ich es eher als bedenklich finden, wenn es zu ruhig wäre. Im Alter von 0 bis 18 Jahren erlebe ich generell die Buben lebhafter als die Mädchen, wobei die Mädchen zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr, was die soziale Reife betrifft, den Buben überlegen sind. Kinder zwischen 8 und 18 Jahren beiderlei Geschlechtes, die nie irgendjemandem einen Streich spielen wollen - und zwar bewusst - gibt es wohl nicht. Wie undiszipliniert bzw. disziplinert diese Kinder sind, wird wohl auch von der Harmonie, die sie im Elternhaus erleben abhängen. Dass Kinder aus zerrütteten Ehen, insbesondere Kampfscheidungskinder ungleich aggressiver sind als Kinder mit regelmäßigen emotionellen Zuwendungen, leuchtet wohl auch einem halbwegs erzogenen Nichtvater ein.

Ganz sicher ist es meiner Meinung nach, dass die Optik eines(r) 8 bis18-jährigen Tobenden passender und gesellschaftlich eher toleriert ist als die eines 50-jährigen Flegels, der seine Gefühle und Triebe offenbar in seiner Jugend nie ausleben durfte. Diese 50-jährigen Unterentwickelten haben wir nämlich auch - zur Genüge.

Liebe Grüße

Zeili
 
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rotegraefin

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Registriert
28. März 2009
Beiträge
8.415
AW: Wie nehmen wir die Kinder wahr?

Ja kann ich, in dem ich dir hier der Kürze wegen erstmal drei Links zur Hand gebe.
Berufsbild Lehrer:
http://www.berufe-lexikon.de/berufsbild-beruf-lehrer.htm

Berufsbild Pädagoge:
http://www.berufe-lexikon.de/berufsbild-beruf-sozialpaedagoge-sozialarbeiter.htm

Und hier mal eine kurze Info über den Unterschied zwischen Beiden in der Ausbildung und Berufsausübung, ist zwar auch privat verfasst, aber erspart mir jetzt im Moment das eigene tippen. Es geht ja auch nur um eine Veranschaulichung: ein bißchen muss man runterscrollen...
http://www.ciao.de/Lehrer_in__Test_1521582


Zudem hat es mit "meiner Meinung" nichts zu tun, denn Lehrer und Pädagogen haben jeweils ein ganz eigenes festgelegtes Berufsbild, ein anderes Tätigkeitsfeld und damit andere Aufgaben und einen eigenen Ausbildungsstandard.
Lehrer und Pädagogen sind schlichtweg zwei unterschiedliche Berufe, auch wenn Lehrer hier und da "pädagogische Einflüsse" in ihre Arbeit einfliessen lassen.
Wenn man beide Ausbildungen hat, dann kann man natürlich auch beides sein, dann hat man ja beides studiert und erlernt.


Ein Lehrer ist also noch lange kein Pädagoge, und ein Pädagoge noch lange kein Lehrer, so wie eine Mutter noch lange keine Erzieherin ist, ein Mann der ein fachkundiges Händchen für Gartenarbeit hat, noch lange kein Gärtner ist und ich als Schöffin noch lange nicht Richterin oder Anwältin bin.

Hallo Salem,
Ich bin ehrlich gesagt tief erschrocken, über die ganz selbstverständliche Trennung, die hier mitten durch einen Menschen gezogen wird.
Wie grausam ist denn das?
Ein Lehrer ist erst einmal ein Mensch und er ist selbstverständlich pädagogisch tätig in dem er sein Wissen an Kinder und Jugendliche weiter gibt. Der eine macht es mit mehr Geschick und der andere mit weniger. Trotzdem haben beide und nehmen Einfluss auf das Geschehen in der Klasse und in der Welt.
Wenn ich ein Kind als eine besondere Botschaft Gottes/des Lebens/der Natur an mich wahrnehme und begreife, dann kommen wir in einen lebendigen Kontakt zu einander und jeder kann etwas beim anderen bewirken.

Wer aber gefangen ist in einem unerträglichen Schubladendenken und wie hier oben tatsächlich seine Zeit damit vergeudet, zu erklären was jemand nicht ist, der schafft mehr Konfusion :confused: als wir in dieser Zeit noch vertragen können. Zudem verletzt er/sie sich selbst, indem unhaltbare Behauptungen aufgestellt werden. So schwächen wir uns gegenseitig anstatt uns gegenseitig Mut in diesem Leben zu machen.

Eine Frau die ein Kind geboren hat ist Mutter und gleichzeitig Erzieherin und zwar die elementarste, die es überhaupt gibt.
Ihre Art und Weise mit ihrem Kind umzugehen hat enorme prägende Einflüsse auf das Kind. Es kommt dann wieder alles auf die seelische Kraft und Einstellung des Kindes an, wie es diese Einflüsse verarbeitet und das Beste daraus macht.
Kinder und Jugendliche sind meine besten Pädagogen gewesen, weil ich ihnen zu Liebe nachgedacht und mich angestrengt habe ihnen das Lernen schmackhaft zu machen.
Es ist notwendig, die Wechselwirkung zwischen der Art von Wahrnehmung und dem bewussten oder unbewussten Urteil über eine Realität in den Blick zu bekommen.
 
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