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Welche technische Lehre ist empfehlenswert - Erfahrungen und Empfehlungen

Klingt gut, doch ist Mechatroniker nur ein billiger Autoschrauber.

Echter Drecksberuf, Ölwechsel, Reifenwechsel, Bremsbelagwechsel, Zylinderkopfdichtungswechsel, ... überall nur Dreck, Dreck, Dreck!

Und genau das müssen KfZ-Azubis machen. Dagegen ist Werkstattfegen und für die Gesellen einkaufen gehen, ein echter Lichtblick im Mechatroniker-Arbeitstag. :(


Selbständig biste schon als Kioskbesitzer. Dafür musste gar nix gelernt haben. :D
Sorry, vor lauter politischer Korrektheit vergessen wir gern: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Wie viel jemand neben Frühstück holen und Reifenwechsel mitnimmt hängt vom persönlichen Hunger nach Wissen ab. Schon vor 40 Jahren beklagte sich ein befreundeter Autoschlosser, der dann Maschinenbau studierte, darüber, dass nur noch Teileauswechseln beigebracht würde. Hat mir damals nebenbei trotzdem unglaubliche Basics der Schrauberei beigebracht, die ich heute noch an meine Auszubildenden weitergeben kann. Ohne Motortester, nur mit Stroboskoplampe den Zündzeitpunkt nach manuellem Ordnen der Zündfolge, einstellen. USW. Neulich mit einem Werkstattbesitzer in einem Meilenwerk (Quasi Oldtimerzentren) einer Großstadt gesprochen. Da musste eine renommierte Jaguar-Klassik-Werkstatt wegen Nachwuchs/Personalmangel dicht machen. Obwohl bis dahin gut ausgelastet. Auch wenn die Politik den Beruf des klassischen Automechanikers euphemistisch zum scheinbar zukunftsfähigeren Mechatroniker befördert hat, er bleibt durch die multiplen manuellen Fähigkeiten eine tolle Basis.
P.S.: Zylinderkopfwechsel, siehe oben. Neulich meinem "Auszubildenden in Allem" gezeigt wie bei einem Renault R16 die Zylinderkopfdichtung gewechselt wird. Nebst teilweisem Selbstanfertigen von Spezialwerkzeug und anschließendem Einstellen der Ventile und anderen Problemlösungen beim Klassiker. Das war für ihn großes Kino, sooo stolz wird ein Computer Nerd höchstens nach der ersten ergaunerten Million im Darknet sein wird. Allerdings nicht so nachhaltig ...
 
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Sorry, vor lauter politischer Korrektheit vergessen wir gern: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Wie viel jemand neben Frühstück holen und Reifenwechsel mitnimmt hängt vom persönlichen Hunger nach Wissen ab. Schon vor 40 Jahren beklagte sich ein befreundeter Autoschlosser, der dann Maschinenbau studierte, darüber, dass nur noch Teileauswechseln beigebracht würde. Hat mir damals nebenbei trotzdem unglaubliche Basics der Schrauberei beigebracht, die ich heute noch an meine Auszubildenden weitergeben kann. Ohne Motortester, nur mit Stroboskoplampe den Zündzeitpunkt nach manuellem Ordnen der Zündfolge, einstellen. USW. Neulich mit einem Werkstattbesitzer in einem Meilenwerk (Quasi Oldtimerzentren) einer Großstadt gesprochen. Da musste eine renommierte Jaguar-Klassik-Werkstatt wegen Nachwuchs/Personalmangel dicht machen. Obwohl bis dahin gut ausgelastet. Auch wenn die Politik den Beruf des klassischen Automechanikers euphemistisch zum scheinbar zukunftsfähigeren Mechatroniker befördert hat, er bleibt durch die multiplen manuellen Fähigkeiten eine tolle Basis.
P.S.: Zylinderkopfwechsel, siehe oben. Neulich meinem "Auszubildenden in Allem" gezeigt wie bei einem Renault R16 die Zylinderkopfdichtung gewechselt wird. Nebst teilweisem Selbstanfertigen von Spezialwerkzeug und anschließendem Einstellen der Ventile und anderen Problemlösungen beim Klassiker. Das war für ihn großes Kino, sooo stolz wird ein Computer Nerd höchstens nach der ersten ergaunerten Million im Darknet sein wird. Allerdings nicht so nachhaltig ...
Das klingt ja super spannend, wie du dich für die Auszubildenden und eine solide Basis einsetzt! Chapeau wenn du das so umsetzt! Und so schade um die Jaguar Werkstatt, leider fahre ich keinen Jaguar, aber diese schicken silberglanz Cabriolets davon träumte ich beim Führerschein machen - kleine Randnotiz.

Ich finde es fällt einem wohl kein Zacken aus der Krone, wenn der Nachwuchs mal Kaffee holt. Eben wie @mirek0511 du sagtest, ist ja wohl angenehm, paar Minuten was anderes machen. Nur finde ich, sollte das nicht komplett ausgenutzt werden und die Azubis dann nur noch dafür zuständig. Nur, es ist halt eine Frage der Lehrpädagogik und mir kommt vor, das ist eine Gabe die nicht jede:r hat. Zwar sollten die Jugendlichen fleißig und motiviert sein, das kommt aber nicht von nix. Da muss schon auch die Motivation gegeben sein. Kürzlich habe ich ein Video über die Lehrwerkstätten bei Siemens in Tirol angeschaut. Gut natürlich zeigt man sich von der besten Seite. Es hat aber nicht so gewirkt, als hätte jeder Lehrling da einen Hunni Bestechungsgeld bekommen, um die Ausbildung schön zu reden
:D:D
 
Glaube, es spielt nicht unbedingt eine Rolle, welchen Beruf jemand erlernt. In Anspielung auf Deinen Beruf muss ich sagen, zwei meiner Freunde haben einst Koch gelernt. Der Eine machte Karriere im Brauereiwesen, der Andere leitete etliche honorige Hotels. Allerdings sagte ich ihm mal: Als Freund mag ich Dich, als Angestellter fände ich Dich scheiße! Jede Berufsausbildung bietet nach deren Beendigung vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung. Selbst beim Studium bist Du jedem Abiturienten Meilenweit voraus. Hab ich schon vor vielen Jahren gesehen. Andererseits: Wer kauft die Ferraris? Die Handwerker :)
Allerdings nix für die Generation Z :(

Persönlich habe ich außer Kochen auch schon einige andere Dinge gemacht, darunter hochqualifizierte Schreibtischjobs, aber seit gut 10 Jahren koche ich wieder. Dieser Job kann ein Knochenjob sein, und schlecht bezahlt ist er auch, aber er bleibt einem treu.

Ich befürchte, wir werden in den nächsten Jahren den Verlust ganz anderer Jobs erleben: Es werden die klassischen Bürojobs sein, die wegfallen, die Jobs, auf denen sich gerade jetzt alle im Homeoffice ausruhen. KIs werden sie ausüben, anfangs "zur Unterstützung", irgendwann ganz.
Es wird am Ende sogar akademische Berufe betreffen, die sich nur zu leicht durch künstliche Intelligenz werden ersetzen lassen: Der Architekt, der Bauingenieur, vllt. sogar der Arzt.

Man kann Berufe grob in zwei Kategorien unterscheiden, "entropische Berufe" und "nicht entropische".
Entropische Berufe sind Berufe ohne bleibende Wertschöpfung: Die Putzfrau. Die Putzfrau putzt, es wird wieder schmutzig, die Putzfrau putzt erneut. Der Koch. Der Koch kocht, es wird gegessen, es muss erneut gekocht werden.
Die nicht entropischen Berufe schaffen bleibende Werte. Der Architekt entwirft ein Gebäude, eine Siedlung, und es steht dort in 30 Jahren noch immer.

Entropische Berufe sind weltweit schlechter angesehen und vor allem schlechter bezahlt als nicht entropische (aber sprirituelle Organisationen, wie etwa Orden o.ä. sehen sie als besonders wertvoll an).
M.E. werden es in der nahen Zukunft vor allem die entropischen Berufe sein, die wieder an Wertschätzung gewinnen werden. Denn die Jobs des Quatschkopfes eines Kundenberaters, einer Telefonannahme, der Buchhaltung, ja selbst der Werbung und der Konstruktion einer
Heizungsanlage werden bald nur zu leicht KIs übernehmen können ... aber die Heizung warten und reparieren: Das wird ein Mensch tun müssen, und dies noch lange. Genauso wie es ein Mensch wird sein müssen, der Dein Essen kocht - es sei denn, Du willst irgendeinen langweiligen Automatenfraß essen, aber wer will das schon?
 
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Genau diese Aussage bzw. Einstellung führt dann dazu, dass die Jugendlichen nicht mehr in die Lehre gehen sondern sich auf die Uni setzen. Heutzutage kann man es sich aus meiner Sicht gar nicht mehr leisten die Lehrlinge zu verprellen. Man ist ja händeringend auf Nachwuchs angewiesen - siehe dein Beispiel mit der Jaguar-Werkstätte. Hier hat sich eben auch die Zeit geändert und viele lassen sich es nicht mehr bieten.

Zwar sollten die Jugendlichen fleißig und motiviert sein, das kommt aber nicht von nix. Da muss schon auch die Motivation gegeben sein.
Für die Motivation ist aber nicht der Arbeitgeber zuständig. Sicherlich muss ich den Jugendlichen auch dementsprechend ausbilden und fördern aber die Einstellung sollte man schon von Zuhause mitbekommen. Finde auch nicht, die Schule ist dafür zuständig. Wer das nicht selbst weiß, wird irgendwann auf der Strecke bleiben. Dann muss man sich aber nicht aufregen.
Ich befürchte, wir werden in den nächsten Jahren den Verlust ganz anderer Jobs erleben: Es werden die klassischen Bürojobs sein, die wegfallen, die Jobs, auf denen sich gerade jetzt alle im Homeoffice ausruhen. KIs werden sie ausüben, anfangs "zur Unterstützung", irgendwann ganz.
Es wird am Ende sogar akademische Berufe betreffen, die sich nur zu leicht durch künstliche Intelligenz werden ersetzen lassen: Der Architekt, der Bauingenieur, vllt. sogar der Arzt.
Berufe sind schon immer ausgestorben und neue Berufsfelder entstehen. Das ist vollkommen normal. Das passiert aber nicht von heute auf morgen und es stehen dann nicht plötzlich alle aus dem Homeoffice auf der Straße. Solche Übergänge dauern ja und wenn die Nachfrage sinkt, sinkt auch das Angebot für solche Jobs. KIs sind ja gerade in voller Munde - abwarten wohin da die Reise geht. Man hätte auch von 2 oder 3 Jahren sagen können, alle Banken werden dank Cryptos zusperren. Und was ist dann passiert? Das kann auch KIs passieren.
Von den Szenario sind wir noch weit weg. Unterstützen können KIs sicherlich viele Bereiche. Überflüssig machen sie diese Bereiche aber noch lange nicht.

Man kann Berufe grob in zwei Kategorien unterscheiden, "entropische Berufe" und "nicht entropische".
Entropische Berufe sind Berufe ohne bleibende Wertschöpfung: Die Putzfrau. Die Putzfrau putzt, es wird wieder schmutzig, die Putzfrau putzt erneut. Der Koch. Der Koch kocht, es wird gegessen, es muss erneut gekocht werden.
Die nicht entropischen Berufe schaffen bleibende Werte. Der Architekt entwirft ein Gebäude, eine Siedlung, und es steht dort in 30 Jahren noch immer.
Das ist mir ein bisschen zu einfach gedacht. Bleibende Werte gibt es ja auch bei der Putzfrau oder dem Koch. Nur weil der Staub immer wieder kommt oder man alle paar Stunden Hunger bekommt, heißt es ja nicht, die Arbeit wäre nutzlos und hätte keine Auswirkungen auf andere Bereiche. Die bleibenden Werte der Putzfrau sind - man fühlt sich wohl am Arbeitsplatz, wird seltener krank am Arbeitsplatz, man findet leichter Mitarbeiter,... dazu trägt die Putzfrau bei. Ich sage nicht, ohne sie kann das Unternehmen zusperren aber sie leistet einen wichtigen Beitrag. Man schätzt diesen Beitrag halt erst dann, wenn es ihn nicht mehr gibt (Siehe Restaurants in Coronazeiten oder die Müllabfuhr in Paris)
M.E. werden es in der nahen Zukunft vor allem die entropischen Berufe sein, die wieder an Wertschätzung gewinnen werden. Denn die Jobs des Quatschkopfes eines Kundenberaters, einer Telefonannahme, der Buchhaltung, ja selbst der Werbung und der Konstruktion einer
Heizungsanlage werden bald nur zu leicht KIs übernehmen können ... aber die Heizung warten und reparieren: Das wird ein Mensch tun müssen, und dies noch lange. Genauso wie es ein Mensch wird sein müssen, der Dein Essen kocht - es sei denn, Du willst irgendeinen langweiligen Automatenfraß essen, aber wer will das schon?
Kommt drauf an wie es mit der Wirtschaft oder der gesamten Welt weitergeht. Wenn es schlecht läuft besinnt man sich eben auf die Kernaufgaben. Läuft alles super gehen wohl die wenigsten auf den Bau wenn sie von zu Hause am Computer genauso viel verdienen können.
Ich bin ganz bei dir und bin auch sehr dafür den Wert gewisse Berufe zu überdenken - bin leider etwas skeptisch, dass sich da viel ändern wird. Eine Krankenschwester oder Pfleger wird nicht auf einmal so viel verdienen können wie irgendwelche Influencer oder YouTuberinnen.
 
Berufe sind schon immer ausgestorben und neue Berufsfelder entstehen. Das ist vollkommen normal. Das passiert aber nicht von heute auf morgen und es stehen dann nicht plötzlich alle aus dem Homeoffice auf der Straße.

Sicher nicht, aber das Tempo dieser Entwicklung legt immer mehr zu.
Als mein Onkel (Jahrgang 1940er) im grafischen Gewerbe ausgelernt hatte, da gab es im grafischen Gewerbe mehr als 20 Ausbildungsberufe. Heutzutage gibt es nur noch zwei (der Drucker und der Mediengestalter). Alle anderen Berufe hat die Digitalisierung (schon Jahre vor dem Aufkommen des Internets) überflüssig gemacht.

Bislang hat jede technologische Entwicklung mehr neue Berufe und Arbeitsplätze geschaffen, als sie vernichtet hat. Ob dies aber immer so bleiben wird, das ist keineswegs eindeutig geklärt. Denn bislang hat man trotz aller Effizienzsteigerung noch immer Menschen gebraucht, die die Computer auch bedienen (wenn auch weniger und höher qualifizierte). Allerdings hat es bislang auch keine Software gegeben, die intellektuelle Fähigkeiten hatte.

Eine Werbeanzeige, eine HP, entseht zwar heute mit digitalen Technologien, aber es sind noch immer Menschen, die Grafiksoftware benutzen, um solche Produkte zu erstellen. Das kann (und wird) sich in naher Zukunft ändern. Denn dann wird es kein Mensch mehr sein, der eine Werbeanzeige gestaltet, sondern eine KI. Anfangs nur den "Schweinebauch" der Penny- und Lidl-Heftl auf billigem Papier, aber irgendwann auch die Hochglanzbroschüren und schließlich alles in diesem Bereich.

Das ist mir ein bisschen zu einfach gedacht. Bleibende Werte gibt es ja auch bei der Putzfrau oder dem Koch. Nur weil der Staub immer wieder kommt oder man alle paar Stunden Hunger bekommt, heißt es ja nicht, die Arbeit wäre nutzlos und hätte keine Auswirkungen auf andere Bereiche. Die bleibenden Werte der Putzfrau sind - man fühlt sich wohl am Arbeitsplatz, wird seltener krank am Arbeitsplatz, man findet leichter Mitarbeiter,... dazu trägt die Putzfrau bei. Ich sage nicht, ohne sie kann das Unternehmen zusperren aber sie leistet einen wichtigen Beitrag. Man schätzt diesen Beitrag halt erst dann, wenn es ihn nicht mehr gibt (Siehe Restaurants in Coronazeiten oder die Müllabfuhr in Paris)

Die Kategorien "entropische Arbeit" vs. "nicht-entropische Arbeit" stammen nicht von mir. Sie sind das Ergebnis einer interdisziplinären Kommission aus Wissenschaftlern, Politikern und Soziologen, aber auch Künstlern und Theologen (nicht nur christlich), die Anfang der 1990er Jahre der Frage nachgingen, wie sich die weltweiten Gesellschaftsstrukturen, ausgehend von der damaligen Situation, in Zukunft entwickeln werden.
Ich persönlich las ihren Bericht erst 20 Jahre nach dessen Erscheinen - und es war interessant zu sehen, dass sie eine ganze Reihe von Entwicklungen vorausgesehen haben, in denen wir uns heute befinden, u.a. die weltweite Migration.
Eine Wertung wollte ich mit der Nennung dieser Kategorien ohnehin nicht vornehmen, auch schon allein deshalb nicht, weil ich als Koch selbst auch einer entropischen Arbeit nachgehe (und mit Überzeugung, denn ich hätte andere Möglichkeiten zumindest gehabt).
Bei näherer Betrachtung ist es aber so, dass entropische Arbeit grundsätzlich weniger angesehen ist und auch schlechter bezahlt wird als nicht-entropische Arbeit. Und selbst die sehr kleine Köche-Elite der Starköche ist da kein Gegenbeispiel, denn sie geht dem entropischen Teil dieses Berufs ja gar nicht mehr nach.

Kommt drauf an wie es mit der Wirtschaft oder der gesamten Welt weitergeht. Wenn es schlecht läuft besinnt man sich eben auf die Kernaufgaben. Läuft alles super gehen wohl die wenigsten auf den Bau wenn sie von zu Hause am Computer genauso viel verdienen können.
Ich bin ganz bei dir und bin auch sehr dafür den Wert gewisse Berufe zu überdenken - bin leider etwas skeptisch, dass sich da viel ändern wird. Eine Krankenschwester oder Pfleger wird nicht auf einmal so viel verdienen können wie irgendwelche Influencer oder YouTuberinnen.

Und als Prostituierte kann man noch mehr Geld verdienen als als Influencer oder YTer, aber das ist es dann eben auch: Prostitution.
Persönlich halte ich auch die Influencer oder YTer für eine Art Prostituierte, wenn auch nur im intellektuellen Sinne. Mir persönlich würde es kaum in den Sinn kommen, mich zu einer derart öffentlichen Person zu machen, vor einem ganzen Planeten und vor allem nicht mit derartig belanglosem und hirnlosen Zeug.

Und wie auch soviele Darsteller schon lange vor den Zeiten des Internets werden sich Influencer und YTer auch den Folgen des schnellen Ruhms zu stellen haben: Dass jemand, der viele Fans hat, auch viele Gegner und Feinde hat. Dass es durchgeknallte Irre gibt, die Dir die Scheiben einwerfen, weil Du in ihren Augen etwas Falsches gesagt hast. Oder Fans, die Dich verfolgen und stalken, weil sie Teil Deiner Welt sein wollen. Dass sich schon in wenigen Jahren niemand mehr für einen interessiert, weil es mittlerweile andere, jüngere und hippere Kandidaten gibt. Dass sich Öffentlichkeit und Ruhm auf Dauer psychisch nicht gut verkraften lassen.

Die Geschichte der Selbstdarsteller ist voll von Menschen, die dann irgendwann abgewrackt, durchgedreht, drogensüchtig, depressiv oder am allerschlimmsten: bedeutungslos waren. Die einst ganze Konzertsäle füllten, aber irgendwann nur noch durch die Sportvereine tingelten, um da die Polonaise zu singen.
Die Klügeren unter ihnen sprangen irgendwann ab und gingen zurück in ein bürgerliches Leben. Um dann irgendwann mal auf der letzten Seite der Illustrierten "Stern" unter der Rubrik "Was macht denn eigentlich ...?" (gibt's das Beides überhaupt noch?) zu landen.

Letzteres muss man aber überhaupt auch erst einmal können - und dafür braucht es zumindest einen Ausbildungsabschluss (in D wenigstens).
Aber so ein "Star" wie Boris Becker ist doch da das beste Anti-Beispiel.
Ohne Frage hat Becker gut Tennis gespielt ... aber als das vorbei war ... da war es mit ihm vorbei. Keine Ausbildung, kein Plan. Alle zocken ihn nur ab, allen voran seine teuren Frauen, aber auch andere. Am Ende folgt Pleite ... und Knast.
Heute ist Boris Becker vor allem Boris Becker, aber mehr eben auch nicht.
Der Knast ist im Grunde das Beste, was ihm passieren konnte, denn das Gefängnis hat ihn wieder auf die ersten Seiten der Boulevardzeitungen gebracht. Denn anderenfalls ... Boris Becker? Wer war denn das jetzt wieder?
 
Sicher nicht, aber das Tempo dieser Entwicklung legt immer mehr zu.
Aber diese Entwicklung schließt auch nicht aus, in andere Berufe wechseln zu können. Es ist nicht so, dass es da heute mehr Grenzen geben würde oder es immer schwerer werden würde, den beruf zu wechseln. Wenn ich mich einmal mit Computern auskenne, kann ich viele Jobs machen. Das ehe ich schon große Unterscheide zu früher. Der Weg von Hutmacher zum Schuhmacher ist wohl ein größerer als von Versicherungsangestellten zum Bedienteten im öffentlichen Dienst.
Eine Werbeanzeige, eine HP, entseht zwar heute mit digitalen Technologien, aber es sind noch immer Menschen, die Grafiksoftware benutzen, um solche Produkte zu erstellen. Das kann (und wird) sich in naher Zukunft ändern. Denn dann wird es kein Mensch mehr sein, der eine Werbeanzeige gestaltet, sondern eine KI. Anfangs nur den "Schweinebauch" der Penny- und Lidl-Heftl auf billigem Papier, aber irgendwann auch die Hochglanzbroschüren und schließlich alles in diesem Bereich.
In diese Richtung sind wir ja schon lange unterwegs - und was ist dann passiert? Jetzt fehlen eben die Facharbeiter.
Jetzt wo es nicht mehr so läuft, werden die Handwerksberufe wieder stärker in den Fokus gerückt. Auch wenn da Arbeitsfelder für Menschen wegfallen (was vollkommen natürlich ist), wird nicht alles wegfallen. Dann muss ich eben wieder aus der Werbeagentur raus und dafür ein Handwerk machen. Warum man sich für einen Job entscheidet, ist ja auch davon abhängig ob man danach gebraucht wird und einen Job findet. Bis jetzt hat man das eben sehr einfach z.B. in der Werbung. Wenn man das in Zukunft nicht mehr so benötigt, gibt es wieder mehr Handwerker.
Gut wäre es, schon vor diesen Trends zu reagieren. Dann spart man sich die 5 Jahre wo man Probleme hat beim Übergang.
Ich persönlich las ihren Bericht erst 20 Jahre nach dessen Erscheinen - und es war interessant zu sehen, dass sie eine ganze Reihe von Entwicklungen vorausgesehen haben, in denen wir uns heute befinden, u.a. die weltweite Migration.
Lies nochmal und dann wirst du auch die Punkte sehen, die dann nicht eingetroffen sind:)
Sicherlich kann man es gut vorhersagen, wichtig ist halt, man macht was aus diesen Vorhersagen. Auf die hätte man sich ja dann schon vorbereiten können. Hat halt leider nur selten wer gemacht.
Bei näherer Betrachtung ist es aber so, dass entropische Arbeit grundsätzlich weniger angesehen ist und auch schlechter bezahlt wird als nicht-entropische Arbeit.
Bei den Berufen müsste sich auch der Stellen wert ändern. Wie schon geschrieben, kann nicht sein, dass wichtige Berufe quasi Mindestlohn bekommen und "unnötige" Berufe mit keinem Output viel mehr verdienen.
Und als Prostituierte kann man noch mehr Geld verdienen als als Influencer oder YTer, aber das ist es dann eben auch: Prostitution.
Persönlich halte ich auch die Influencer oder YTer für eine Art Prostituierte, wenn auch nur im intellektuellen Sinne. Mir persönlich würde es kaum in den Sinn kommen, mich zu einer derart öffentlichen Person zu machen, vor einem ganzen Planeten und vor allem nicht mit derartig belanglosem und hirnlosen Zeug.
Das bezweifle ich stark. Schau dir mal an wie viel man als Influencer oder YouTuber verdient. Da reichen ja schon 100.000 Follower und es reicht zum Überleben. Werbeeinnahme, Bezahlung durch Firmen, eventuell noch Merchandising,... damit hält man sich schon gut über Wasser.
Prostituierte vielleicht - kommt darauf an wie man es macht. Wenn man sich da nur der Werbung hingibt, dann vielleicht. Aber ich denke damit hat man längerfristig auch keinen Erfolg. Man kann ja durchaus auch mit intelligenten Konzepten Erfolg haben und nicht nur eine sprechende Litfaßsäule sein.
Und wie auch soviele Darsteller schon lange vor den Zeiten des Internets werden sich Influencer und YTer auch den Folgen des schnellen Ruhms zu stellen haben: Dass jemand, der viele Fans hat, auch viele Gegner und Feinde hat. Dass es durchgeknallte Irre gibt, die Dir die Scheiben einwerfen, weil Du in ihren Augen etwas Falsches gesagt hast. Oder Fans, die Dich verfolgen und stalken, weil sie Teil Deiner Welt sein wollen. Dass sich schon in wenigen Jahren niemand mehr für einen interessiert, weil es mittlerweile andere, jüngere und hippere Kandidaten gibt. Dass sich Öffentlichkeit und Ruhm auf Dauer psychisch nicht gut verkraften lassen.
Gerade bei den wirklich großen "Stars" der Branche, sieht man ja, man stellt sich dann auch breiter auf. Das wird es auch brauchen, wie du richtig sagst, das Thema ist schnell ausgelutscht und immer neue Charaktere kommen nach. Daher ist es wichtig sich da weitere Standbeine aufzubauen. Das sieht man aber sehr gut bei den diversen YouTubern oder auch auf Insta.
Aber so ein "Star" wie Boris Becker ist doch da das beste Anti-Beispiel.
Ohne Frage hat Becker gut Tennis gespielt ... aber als das vorbei war ... da war es mit ihm vorbei. Keine Ausbildung, kein Plan. Alle zocken ihn nur ab, allen voran seine teuren Frauen, aber auch andere. Am Ende folgt Pleite ... und Knast.
Heute ist Boris Becker vor allem Boris Becker, aber mehr eben auch nicht.
Der Knast ist im Grunde das Beste, was ihm passieren konnte, denn das Gefängnis hat ihn wieder auf die ersten Seiten der Boulevardzeitungen gebracht. Denn anderenfalls ... Boris Becker? Wer war denn das jetzt wieder?
Naja. Ich kann das schon verstehen, finde nur Boris Becker ist da ein schlechteres Beispiel.
Wenn man als Person zur Marke wird, dann verkauft man eben die Marke. Aus meiner Sicht verständlich. Ich muss mir halt im Klaren sein, diese Marke wird irgendwann auch weniger Wert sein. Das hat er eher nicht behirnt. Es geht nämlich nur in den seltensten Fällen immer so weiter. Wie eben auch bei YouTubern oder Influencern - es kommen immer neue nach.
Aber so schlecht hat er es ja im Grunde nicht gemacht. Seine Marke verkauft, Sponsoren hat er sicher genug, Job im TV, beim tennisverband eine große Nummer,...
In der Phase sollte man dann schon unabhängig sein, da muss man dann gar nicht mehr in den Medien vertreten sein. Das hat er eher verabsäumt - zusammen mit x Ehen und Leben auf (zu) großem Fuß.
 
Es bleibt spannend, denn ich finde ihr habt beide recht. @Giacomo_S ich finde es sehr bemerkenswert, dass du beim Kochen geblieben bist, denn es ist soweit ich es mitbekomme einer der härtesten Jobs überhaupt. Ich denke da haben Bauarbeiter wohl mehr Pausen, oder? Na gut, Pflegepersonal hat in den unteren Ebenen wohl auch extrem viel um die Ohren.

Ich denke aber, jeder Vergleich hinkt. Es sind einfach grob unterschiedliche Sparten. Hast du eine Lehre gemacht, oder das Modul?
Kürzlich habe ich diesen Artikel gelesen, und ja, im Grunde spricht doch nichts gegen eine Mechatroniker Lehre als Basis Ausbildung. Das meine ich jetzt nicht um Zeit zu schinden, oder um es abwechslungsreicher bis zur Matura zu haben, als auf der AHS. ... Ich meine, damit hat man eine Grundlage, auf der man aufbauen und in mehrere Richtungen gehen kann.

Berufe sind schon immer ausgestorben und neue Berufsfelder entstehen. Das ist vollkommen normal.
Das ist wohl so, die Frage ist aber, wie wird darauf reagiert? Ich meine gesellschaftlich und betrieblich. Die einen Bedingungen müssen dabei versanden oder abgeschafft werden (Beispiel Web-Spinnerin aus der Textilbranche), und neue Rahmenbedingungen für das Erlernen und Praktizieren, schließlich Ausführen der neuen Berufszweige. Irgendwo muss angesetzt werden. Es kann ja nicht sein, dass sich junge Leute alles das selbst beibringen und dabei eine Karriere anstreben, die es so nicht gibt, weil es quasi bezahlte Werbung ist (Beispiel Youtuber, Influencer).
 
Es bleibt spannend, denn ich finde ihr habt beide recht. @Giacomo_S ich finde es sehr bemerkenswert, dass du beim Kochen geblieben bist, denn es ist soweit ich es mitbekomme einer der härtesten Jobs überhaupt.

Zwischenzeitlich arbeitete ich rund 15 Jahre im grafischen Gewerbe, zum Schluss als Reinzeichner in einer Werbeagentur, "IT", wenn man so will.
Das hätte ich sicher auch weiter machen können, aber letztlich entschied ich mich anders, back to the roots.

Letztlich bin ich darüber nicht unglücklich.
Das Problem mit der IT ist, dass man nur der Büttel für einen Haufen von Klugscheissern ist, die nur eines können, nämlich labern, von Tuten und Blasen keine Ahnung haben (oder nur vom Blasen, deshalb sind sie dann ja in die Marketing-Abteilung aufgestiegen), und die dennoch keinen Schneid haben.
Da ist dann ein Job "ganz eilig" ... dann liegt die Korrektur über etliche Wochen beim Kunden ... dann auf einmal ist der Job dann wieder "ganz eilig". Man schickt dem Kunden einen Entwurf für ein Faltdisplay und erhält immer denselben Schmarrn als Antwort: Das kann ich mir nicht vorstellen ... das kann ich mir nicht vorstellen ... das kann ich mir nicht vorstellen ...
Sag mal, ganz ehrlich: WAS hast Du eigentlich in einer Marketingabteilung überhaupt zu suchen, wenn Du Dir nichts vorstellen kannst?
Mein Kollege, der Artdirektor, hatte dann irgendwann einen Nervenzusammenbruch.
Kein Wunder, denn bei der Weihnachtsdeko, an der wir nunmehr seit Wochen gearbeitet hatten, waren wir mittlerweile bei der Version 109 angelangt. Und vom Kunden kam die Anweisung, wir springen zurück auf Version 69 und verändern die weiter.

Auf so ein Geschiss hatte ich dann irgendwann keinen Bock mehr.
Der Kochberuf hat seinen Härten, aber das bin ich gewohnt. Ich koche die Speisen so, wie ich das für richtig halte, die Leute essen, und die Teller kommen leergefegt zurück (hat überhaupt nicht geschmeckt, oder?). Ein Clubsandwich wurde kürzlich sofort nachbestellt. Die Dame konnte es gar nicht essen, ihre zwei Begleiter haben es ihr weggefuttert.

Bevor ich wieder zu kochen anfing, machte ich eine mentale Veränderung durch. Ich wollte endlich damit aufhören, andere Menschen zu belügen und auch aufhören, mich selbst zu belügen. Ich wollte ehrlicher sein, mit dem Schleimen aufhören, und in der Werbung, da geht das einfach nicht.
In der Werbung, da wollen die Menschen immer nur das hören, was sie hören wollen.
Und wenn Du sie mal wirklich gut beraten willst, in ihrem Sinne und innerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten: Dann giltst Du nur als einer, der ihnen etwas andrehen will oder als eine Art kreativer Spinner.

Also stieg ich aus aus diesem Affentheater. Ich durchlebte eine mentale Veränderung, und versuchte, mir selbst und anderen gegenüber ehrlicher zu sein. Das ist nicht unbedingt charmant und nicht jeder versteht das. Am Ende bleiben weniger Menschen übrig, aber die die übrig bleiben: Das sind auch die Besseren.
 
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Das ist wohl so, die Frage ist aber, wie wird darauf reagiert? Ich meine gesellschaftlich und betrieblich. Die einen Bedingungen müssen dabei versanden oder abgeschafft werden (Beispiel Web-Spinnerin aus der Textilbranche), und neue Rahmenbedingungen für das Erlernen und Praktizieren, schließlich Ausführen der neuen Berufszweige. Irgendwo muss angesetzt werden. Es kann ja nicht sein, dass sich junge Leute alles das selbst beibringen und dabei eine Karriere anstreben, die es so nicht gibt, weil es quasi bezahlte Werbung ist (Beispiel Youtuber, Influencer).
Der Fehler ist eben zu reagieren und nicht zu agieren. Schau dir mal die Lehrer oder die Arzte/Pfleger an. Da weiß ich ja schon im Vorhinein wie viele ich ca. brauche, wie viele in Pension gehen werden, wie viele in Ausbildung sind,...Da ist man fehl am Platz wenn man da erst reagiert. Ich weiß auf das Kind genau, wie viele Kindergartenplätze gebraucht werden, ich weiß ganz genau wie viele Klassen ich brauche und dementsprechend dann das Personal dazu. Da kann ich dann nicht so tun als wären über Nacht plötzlich mehr Kinder da. Dasselbe gilt für Arzte oder Pfleger. Anzahl an Bürgern bleibt gleich, demographisch verschiebt sich alles nach oben - gleichzeitig sperre ich Abteilungen zu und reduziere Betten. Dazu dann immer weniger Personal - na wie soll sich das ausgehen?

Youtuber und Influencer sind eher so Sachen, die probiert man mal aus und lernt dann ständig dazu. Finde ich an und für sich nicht einmal so schlecht. kann ja als Hobby starten und dann immer professioneller werden. Schlimm finde ich dann wenn man alles auf diese Karte setzt. Das ist halt so wie wenn man vor 20 Jahren gesagt hat man wird Fußballer oder Musiker. Auf den Weg dorthin lernt man sicherlich einiges, was man dann im späteren Leben brauchen könnte. Sofern man nicht alles andere gar nicht erst lernen möchte.
Da ist dann ein Job "ganz eilig" ... dann liegt die Korrektur über etliche Wochen beim Kunden ... dann auf einmal ist der Job dann wieder "ganz eilig". Man schickt dem Kunden einen Entwurf für ein Faltdisplay und erhält immer denselben Schmarrn als Antwort: Das kann ich mir nicht vorstellen ... das kann ich mir nicht vorstellen ... das kann ich mir nicht vorstellen ...
Amen.
Geht also nicht nur bei einigen so zu sondern ist eher die Regel:)

Kann ich durchaus verstehen wenn man da dann nicht mehr will. Denke es gibt sicherlich viele, denen es gleich geht. Aber man muss halt auch den Mut haben es durchzuziehen. Mehr oder weniger bei null zu starten ist halt auch ein großes Risiko. Erst recht wenn man eventuell noch eine Familie zu Hause hat und den Kredit für das Haus abzahlen muss.
 
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