Säkularismus (von
lateinisch saeculum ‚Zeit‘, ‚Zeitalter‘; auch: ‚Jahrhundert‘, als ‚diesseitigem‘ Gegensatz zur religiös-‚jenseitig‘ verstandenen ‚
Ewigkeit‘) bezeichnet eine
Weltanschauung, die eine
Immanenz und Weltlichkeit der
Gesellschaft annimmt und keine darüber hinausgehenden,
metaphysischen und
religiösen Erklärungen braucht. Sie erwächst aus zwei Prozessen: zum einen aus der
Säkularisierung, also dem mentalen Prozess der Entflechtung oder
Trennung zwischen Religion und Staat, zum anderen aus der
Säkularisation, dem konkreten Prozess der Ablösung der weltlichen Macht religiöser Institutionen. Säkularismus existiert seit der Antike. In Gesellschaften wie dem antiken Griechenland wurde ein begrenzter Säkularismus praktiziert, bei dem Religion nicht in die Regierungsführung eingebunden war, obwohl sie weiterhin im öffentlichen Leben eine bedeutende Rolle spielte.