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Unsere "Zuvielisation"

Überbevölkerung
vieldiskutiertes Thema

AfD - ÖVP und FPÖ

Es ist deren wohlbekannte Asyl-Debatte, die schon wieder an Raum gewinnt: Junge starke Männer beschreiten einfach
unsere Kompfortzone: Unerhört!
Unseren Wohlstand haben wir zwar(jahrhundertlang-bis heute!) auf der Armut der 3. Welt aufgebaut, aber trotzdem:
Diese zahlreichen Minderbemittelten sollen gefälligst selber dazuschauen!

Es ist also nicht die Überbevölkerung, sondern ein gnadenloser Neid an Mitmenschen, welchen wir bei Gott längst eine
Wiedergutmachung schulden - Freilich können nur gesunde Menschen diese riskanten und derart unmenschliche
Fluchtwege auf sich nehmen!

Gott sei Dank spricht einer in Brüssel ein Machwort "Die Menschenrechtskonvention ist eine humanistische Errungenschaft -
Und wer sie infrage stellt, sägt an einem Grundpfeiler unserer Demokratie" so Othmar Karas.
 
Zuletzt bearbeitet:
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vermutlich könnte die Erde noch deutlich mehr verpacken, bei einem anderen Lebensstil
So wird es wohl sein!
Es ist diese oberflächliche Wegwerfgesellschaft, wohin sich der ach so "wertvolle" Westen
verrannt hat - und jetzt sollen schon wieder die Einwanderer oder die Überbevölkerung an
unserem eigenen Desaster Schuld haben!
 
Es ist diese oberflächliche Wegwerfgesellschaft, wohin sich der ach so "wertvolle" Westen
verrannt hat - und jetzt sollen schon wieder die Einwanderer oder die Überbevölkerung an
unserem eigenen Desaster Schuld haben!
Dass der Westen aktuell noch überall dominiert, hat er übrigens der Tatsache zu verdanken, dass er nach einem formidablen Youth Bulge (Überschuss an jungen Männern) die ganze Welt bereiste und unterdrückte. Der Beginn einer 500-jährigen Epoche, die gerade endet.

Das Ende kam unbemerkt:
„Was ist wirklich abgelaufen? Frauen, die ihre Jungfernschaft bewahren, haben über ein paar Jahrhunderte europäischer Geschichte eben dadurch Aussichten auf einen ehelichen Versorger. Dieser benötigt eine eindeutige Beziehung zum Erbsohn und deshalb die Garantie, dass der einzige Sexualpartner seiner Gattin er selbst ist. Das weibliche Geschlecht muss sich Sexualunterdrückung gefallen lassen, aber im Gegenzug gibt es – ungeachtet der Vertragsunmündigkeit – einen Status als versorgte Ehefrau.

Der Kontrakt "züchtige Hausfrau" gegen Versorgung unterminiert schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Transformation des europäischen Arbeitslebens in eine mehrheitlich von Lohnabhängigen bestimmte Welt. Diese haben kein Eigentum bzw. keine eigene Wirtschaft, die ihnen im Erbkontrakt mit dem übernehmenden Sohn Alters- und Krankheitsversorgung einträgt. Rein "ökonomisch" verliert diese zur Mehrheit werdende Schicht das Motiv zur Fortpflanzung, die sich nun in eine bloß noch emotionale und biographische Option verwandelt. Entsprechend beginnt gegen 1875 in Europa der moderne Geburtenrückgang. Da auch bei „nur“ drei oder vier, statt bisher sechs oder acht Kindern pro Mutter eine Bevölkerung weiter kräftig zunimmt, bedarf es gegen 1900 eines regelrechten Entdeckers (Wolf, 1931, 61), um das Phänomen ins öffentliche Bewusstsein zu heben, indem es bis heute eine gänzlich ungebrochene Rolle spielt.

Seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen Untersuchungen, dass zunächst die höheren Angestellten nach einer Partnerin suchen, die bereit ist, selbst zu verdienen und bei der Fortpflanzung in der Tendenz gegen Null zu gehen. Da diese Berufsgruppe um die attraktivsten Arbeitsplätze kämpft, versuchen ihre Mitglieder sich dadurch Konkurrenzvorteile zu verschaffen, dass sie Zeit, Energie und Geld nicht für Familien, sondern für Qualifikation einsetzen. In dem Maße in dem diese Gruppe wächst, nimmt die Zahl männlicher Versorgungsangebote an potenzielle Ehefrauen ab. Wollen diese Frauen gleichwohl überleben, müssen sie selbst erwerbstätig werden können, also Arbeits-, Miet- und Kaufverträge abschließen dürfen. Dafür ist die Gleichberechtigung zu erkämpfen. Sie besagt nichts anderes, als dass Frauen dieselbe Vertragsmündigkeit gewinnen wie Männer. Dieser Prozess wird in der Ersten Welt noch im 20. Jahrhundert weitgehend abgeschlossen.

Seitdem entwickeln Frauen zunehmend dasselbe Verhaltensmuster wie Männer. Um Konkurrenten – jetzt beiderlei Geschlechts – für attraktivere Karrieren ausstechen zu können, suchen sie eher bestmögliche Qualifikationen als eheliche Versorger. Dieser Kampf um materielle Gleichberechtigung – begonnen von den sozial ranghöheren Frauen – ist ungebrochen im Gange. Von 1875 (Deutsches Reich) bis 1975 (Westdeutschland) sacken die Geburtenzahlen pro 1000 Einwohner von 40 auf 8 herunter. (...) Der überkommene weibliche Verzicht auf voreheliche Sexualität wird mit dem Entfallen männlicher Versorgungsangebote hinfällig. Für eine Jungfernhaut bietet kaum noch jemand etwas. Also rebellieren die Mädchen gegen die herkömmlich Sexualerziehung und die Jungen profitieren ebenfalls davon. Das gegenwärtige Paradox, von den reichsten Territorien der Erde, die nicht imstande sind, sich aus eigener Fortpflanzung zu reproduzieren, löst sich also darin auf, dass Erwerbsquoten von Männern und Frauen von über 80 Prozent zwar den Reichtum steigern, aber die Verausgabung gerade der konkurrenztüchtigsten Lebensjahre für Vermehrung und Erziehung so gut wie unmöglich machen.“
(Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, 2003, Orell-Füssli, S.44ff)
 
Es ist vor allem ein Armutsthema, und das war es schon immer.
Und dagegen etwas zu unternehmen, das kostet Geld und bei Geld hört der Spaß bekanntlich auf.

Ja, das stimmt schon. Mir ging es bei meiner Antwort auch nicht um die genauen Hintergründe des Themas. Mir ging es nur um die Beantwortung deiner Frage, warum heutzutage im Gegensatz zu früher die Überbevölkerung in den Medien und der Politik nicht mehr als Problem thematisiert wird. Es liegt meiner Meinung nach eben daran, dass dieses Thema sich nicht so einfach in das derzeitige Schuldnarrativ vom "alten weißen Mann" als dem Urheber aller Weltprobleme pressen lässt. Im Gegenteil: der alte weiße Mann verhält sich hier "vorbildlich" indem er buchstäblich ausstirbt. Hier wären mal die anderen schuld, und das darf nicht sein. Außerdem ist alles, was mit dem Thema Demographie zu tun hat, sowieso tabu. Wie sollte man denn die Überbevölkerung thematisieren, ohne zu erwähnen, welche Ethnien auf dem Vormarsch sind und welche auf dem absteigenden Ast. Hier könnte sich herausstellen, dass gewisse einschlägige Verschwörungstheorien näher an der Wahrheit sind, als es manch einem lieb sein kann. Ganz anders beim Klimawandel - hier sind die Schuldigen leicht auszumachen, und es sind "die Richtigen" und deshalb wird dieses Thema in den Medien gepushed wie kein Zweites.
 
Hallo @CarlMoor

Aus Deiner Erklärung:
"Der Kontrakt "züchtige Hausfrau" gegen Versorgung unterminiert schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Transformation des europäischen Arbeitslebens in eine mehrheitlich von Lohnabhängigen bestimmte Welt. Diese haben kein Eigentum bzw. keine eigene Wirtschaft, die ihnen im Erbkontrakt mit dem übernehmenden Sohn Alters- und Krankheitsversorgung einträgt. Rein "ökonomisch" verliert diese zur Mehrheit werdende Schicht das Motiv zur Fortpflanzung, die sich nun in eine bloß noch emotionale und biographische Option verwandelt. Entsprechend beginnt gegen 1875 in Europa der moderne Geburtenrückgang. Da auch bei „nur“ drei oder vier, statt bisher sechs oder acht Kindern pro Mutter eine Bevölkerung weiter kräftig zunimmt, bedarf es gegen 1900 eines regelrechten Entdeckers (Wolf, 1931, 61), um das Phänomen ins öffentliche Bewusstsein zu heben, indem es bis heute eine gänzlich ungebrochene Rolle spielt."

Das und alles andere, was Du hinzufügst, ist ja bekannt.
Aber bitte, was hat das jetzt damit zu tun, das *Menschen* aus unwürdigen Lebenssituationen
(Krieg - Trockenheit) fliehen und ebenso gut leben möchten wie bspw. @Giacomo_S und ich?

Was los ist auf unserer Welt war seit Jahrzehnten bekannt! Und welchen Instinkt die FPÖ und
die AfD und die ÖVP mit ihrer "neuen" Menschenrechtskonvention ansprechen wollen, ist wohl
auch -nach wie vor- bekannt!
 
Das und alles andere, was Du hinzufügst, ist ja bekannt.
Aber bitte, was hat das jetzt damit zu tun, das *Menschen* aus unwürdigen Lebenssituationen
(Krieg - Trockenheit) fliehen und ebenso gut leben möchten wie bspw. @Giacomo_S und ich?

Was los ist auf unserer Welt war seit Jahrzehnten bekannt! Und welchen Instinkt die FPÖ und
die AfD und die ÖVP mit ihrer "neuen" Menschenrechtskonvention ansprechen wollen, ist wohl
auch -nach wie vor- bekannt!
Ich glaube, dass der Hinweis auf die Macht der Demografie uns helfen kann, rassistisch abzurüsten.
Einfache Faktoren verändern das Verhalten von Menschen. Es ist für die Betrachtung des Kollektivs ein starker Faktor, natürlich ist es nicht der einzige. Menschen verändern ihren Lebensraum nicht nur, wenn es nichts mehr zu essen oder Krieg gibt, allein der Wegfall einer sozialen Rolle ist ausreichend und der Motor hinter dem, was Heinsohn beschrieb. Damals und heute.
 
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kenne ich nicht

Ich glaube, dass der Hinweis auf die Macht der Demografie uns helfen kann, rassistisch abzurüsten.
Das glaube ich nicht.
Warum?
Weil Leute mit fanatisch rechter Gesinnung -meiner Erfahrung nach- unbelehrbar sind!

Ja - Weltweit liegt es an den Regierenden, ob sie bei *geistig gesunden* Mitmenschen
Einsicht für einen sozialen Ausgleich wecken können: Damit *gute Gesetze* nicht nur
am Papier verwirklicht bleiben!
 
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