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Stasi

Claus

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5. August 2005
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Aber zurück zur Stasi. Ich meine, dass für deren Taten in erster Linie das Strafrecht gelten sollte.
..............
Es ist doch offensichtlich, dass heute Stasienthüllungen der Demontage des politischen Gegners dienen oder sonstige finanziellen bzw. Machtinteressen oder Postengerangel unterstützen soll. Ich fühle mich wie im Kindergarten, wenn sie mit diesem Eislauftrainer "dudu machen" weil der wohl auch bei dem verein war. Was interessiert mich das.

So ist es, Bernd,
aber für die betroffenen war es schlimm.

ohne Nachweis einer Schuld wurden sie nach der wende alle ihrer Existenz beraubt, es genügte die Unterschrift auf einer Verpflichtungserklärung in den Akten.
Oft nicht einmal das.
Jeder „Auslandsreisekader“ (vom Teilnehmer an einer wissenschaftlichen Konferenz bis zum Anbieter von Industrieprodukten und eben auch Sportlern und Trainern), der in den Westen durfte, mußte hinterher einen Bericht über diese reise anfertigen, offiziell zwar für seinen Arbeitgeber, aber eine Kopie kam immer zur Stasi…..

schlimmes Kapitel, aber schlecht bewältigt, die kleinen wurden gehenkt, die großen ließ man laufen, das ist immer noch so, auch im „Rechtsstaat“.

meint claus
 
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choda schrieb:
Na LOL, meine übelebenschancen in dem jetztigen iran oder in saudiarabien sind immer noch um einiges höher als damals in der ostmarkt.
zudem könnte ich notfalls immer noch zum islam übertreten, und bliebe verschont, das gabs in der ostmark ja nicht,neh?

wollen wir doch nicht so alles in einem mischmasch topf schmeißen, ja?

zu dank verpflichtet und hoffend das man eine untat mit der anderen nicht relativieren möge.
euer noch lebender choda

Hallo (choda heißt angeblich Gott?)

so dürftest Du Dich nicht nennen, wenn Du ein Moslemanhänger bist oder was immer. Das ist Frevel.

Nun ich bin Christin und lebe nach den 10 Geboten mit einer Ausnahme, die mir einmal Gott verzeihen möge.

Ich habe mich erkundigt. In der ehemaligen Ostmark hat man nicht gefährlicher gelebt als in Deutschland oder in einem sonst von den Nazis dominierten Land.

Den Mischmaschtopf treffe ich leider bei Dir an, da Du ja sogar Gegensätzliches durcheinanderwirfst.

Im Grunde meines Herzens bin ich auch nicht dafür, das man den Stein, der auf einen geschleudert wird, zurückprallen lässt. Doch die Erfahrung hat mir gezeigt, dass in der Realität gewisse Menschen nur den Stein spüren, ansonsten sie ihn nochmals werfen. Wer will das schon? Du? Also sei ehrlich!

In Aufrichtigkeit

suche
 

suche

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27. Dezember 2005
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Claus schrieb:
Hallo Miriam,
vielleicht finden wir noch eine gemeinsame Basis.

Es gibt Fälle,in denen Stasi-größen nach der wende sehr glimpflich davongekommen oder sogar ihr glück gemacht haben mit dem geld, das sie rechtzeitig beiseite schaffen konnten.
Bekanntestes Beispiel ist Stasi-Oberst Schalck-Golodkowski.
Er war der oberste Devisenbeschaffer der DDR.
Das hört sich erstmal nach einer soliden Geschäftstätigkeit an.
Aber wie hat er es gemacht?
Er hat Leute ausspionieren lasssen, die wertvolle Antiquitäten besaßen, hat ihnen dann irgendwas anhängen lassen und sie zur freiwilligen Herausgabe dieseer Stücke erpreßt und sie nach dem Westen verschoben.usw usf.

Der sitzt seit der Wende in einer Villa am schönen bayrischen Tegernsee, seine anwälte haben es geschafft, daß er straffrei ausging.

Aber die vielen kleinen Stasi Leute,
vom unbedeutenden spitzel bis zum KFZ-Schlosser, der die Stasi-Autos reparierte,
vom kleinen Wachsoldaten (das Wachbattalion, die „Felixe“, hatten zwar Armee- uniform an, waren aber Stasiangehörige) bis zur Putzfrau in einem der vielen „Regierungs-gästehäuser“,

die alle mußten bluten, die konnten sich keinen Rechtsverdreher leisten.

Es war doch bekannt, wie die Stasi ihre spitzel kürte:
„du hast einen schweren verkehrsunfall verursacht, wir hauen dich da raus, aber du mußt uns Berichte liefern“
„wir wissen, daß du ein Verhältrnis hast mit der Frau von demunddem, bleibt unter uns, aber wir wollen einen Bericht über dasunddas“

Hier waren die „Täter“ wirklich auch oft nur Opfer oder (wie bei der Putzfrau) komplett unschuldig.

meint Claus

Hallo Claus, hallo Bernd,

ich habe mich mit dem Problemen vor und nach den STASIS nie beschäftigt.
Doch das Ganze muss ja ein Horror gewesen sein. Gott sei Dank sind wir Österreicher von derlei Dingen verschont geblieben.

Jedenfalls bedanke ich mich für diese aufklärenden Berichte. So manches stellt sich jetzt etwas klarer dar.

Liebe Grüße

suche :blume1:
 

Miriam

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26. Juni 2005
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Claus schrieb:
Hallo Miriam,
vielleicht finden wir noch eine gemeinsame Basis.

Es gibt Fälle,in denen Stasi-größen nach der wende sehr glimpflich davongekommen oder sogar ihr glück gemacht haben mit dem geld, das sie rechtzeitig beiseite schaffen konnten.

meint Claus

Lieber Claus,

eigentlich möchte ich nicht einen gesperrten Thread - der auf meiner Bitte hin gesperrt wurde - hier fortsetzen. Aber es lag ein grundsätzliches Missverständnis vor in den Beiträgen zu meinem Thread.
Keineswegs wollte ich dabei mich dahingehend äussern ob oder wie diese Gewesenen bestraft werden sollten. Bei genauem lesen des Titels, hätte man begreifen müssen, dass es mir um die ehemaligen Stasi-Mitarbeiter selber ging, und um ihren Umgang mit ihrer Vergangenheit. Austauschbares Phänomen natürlich, den gleichen Umgang mit der Schuld finden wir in den 50. und 60. Jahren und auch später, bei den ehemals Nazitreuen, die auch ohne Schuldbewußtsein Karriere gemacht haben in der BRD. Dazu ein Buchtitel, der sehr aufschlußreich sein kann:

Jean-Pierre Stephan
Thomas Harlan. Von der Zärtlichkeit des Schreckens

Ich hatte die Freude und auch die Ehre einige Passagen des Buches vorweg lesen zu dürfen, und kann es nur sehr empfehlen. Doch die Muster gleichen sich. Der Mangel an Selbstkritik, an Unrechtsempfinden, scheint ein allgemeines Phänomen zu sein. Und wenn manche User hier sich widerholt beschweren über die anhaltende Diskussion über den Holocaus, dann empfehle ich nochmals das Buch von Jean-Pierre Stephan, in der Hoffnung, dass überhaupt begriffen wird über was dieser intelligente Autor schreibt und was Thomas Harlan dazu veranlasst hat, sein Leben lang sich mit der Thematik zu befassen. (Übrigens: nicht Holocoust - sondern Holocaust, soviel Zeit muss sein, das Wort wenigstens korrekt zu schreiben)

Gruß von Miriam
 

suche

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mossad schrieb:
Mein lieber Bruder der anderen Religion, man muß auch vergeben können.
Sie können doch nicht leugnen, welche Verbrechen man beiderseits in Israel verübt. Wobei Israel nun schon durch seine Handlungen seine moralische Oberhand ja verloren hätte.
Zudem können Sie nicht die Kritik der Europäer an der isrealische Politik dauernd als antisemitischen Tendenzen wegtuen.
Das jüdische Volk sollte wieder lernen kritisiert werden zu können.
Der Holocoust rechtfertigt nicht eigene Untaten. Oder wollen Sie behaupten dem sei so?

Möge Alah die schützende Hand über euch halten
Euer Mossad


P.S.
Ich weiß nicht ob Sie es wissen, aber Choda heißt auf alt-arabisch Gott.
Ich denke nicht,daß ein Mensch (ob Gott existiert oder nicht) sich das Recht nehmen sollte sich so zu benennen.Aber das ist ja Ihre entscheidung.

Lieber mossad,

auch ich glaube, dass man sich nicht mossad nennen sollte, wenn man ein Moslem ist. Das ist ja so gar nicht moslemisch und führt nur in die Irre.

In dem anderen von Ihnen Gesagten dürfte ein Körnchen Wahrheit stecken.
Nur sollten sie noch ausführlicher argumentieren. Danke.

Mit lieben Grüßen

suche
 

Ziesemann

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Gut Claus...

...dass Du das Thema wieder aufgegriffen hast.
In meinem Beitrag zum gesperrten Thread ging es mir darum zu zeigen, warum Menschen - in diesem Fall nach eigenem Selbstverständnis Kommunisten - sich verbrecherisch schuldig gemacht haben ohne heute ein ein Reue- oder gar Schuldbekenntnis abzulegen - glücklicherweise gibt es Ausnahmen.
Der Hauptgrund für das Schuldigwerden lag in dem System des Kommunismus. Dazu werde ich im Laufe der Woche unter "Weltpolitik" etwas einstellen, auch wenn mir schon entsprechenden "Reaktionen" angedoht wurden.
Doch registriere ich mit Freude und Genugtuung, dass trotz mehrfacher Aufforderung in diesem Forum keine Zensur stattfindet, also auch scharfe politische Werturteile zulässig sind, die sich gegen keinen einzigen persönlich gerichtet haben - schon gar nicht gegen ein Mitglied des Forums.
Courage hast Du Claus, dies und noch einiges mehr muss man Dir und möchte ich Dir gern attestieren.
Besten Gruß - Ziesemann
 

Claus

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Zitat von Miriam
Keineswegs wollte ich dabei mich dahingehend äussern ob oder wie diese Gewesenen bestraft werden sollten. Bei genauem lesen des Titels, hätte man begreifen müssen, dass es mir um die ehemaligen Stasi-Mitarbeiter selber ging, und um ihren Umgang mit ihrer Vergangenheit

hmmm, Miriam, du meinst also die hauptamtlichen.
nmK. wurden nur die täter verurteilt, die gegen DDR-Recht verstoßen haben. Und auch nach DDR-Recht war Folter verboten. Die Beweislast lag also beim Opfer.
Heute kam eine Meldung, daß gerade diese ehemals hauptamtlichen Stasileute wieder übermütig werden, statt mucksmäuschen still zu sein, weil sie so glimpflich davongekommen sind.

Ich habe ja auchnicht so den durchblick, aber mein Ärger hat sich gegen die ungerechte und vor allem undifferenzierte Behandlung der „informellen Mitarbeiter“ gerichtet.
Sicher gab es auch welche, die für Geld oder andere Vorteile ihre Nachbarn und Kollegen denunziert und ausgespäht haben,
aber ich kenne zwei Leute persönlich, denen von der Stasi-Aufarbeitungs-Behörde die berufliche Existenz genommen wurde.

Da es hier im Westen und vor allem in Ö wohl sehr viel Unklarheiten in diesem topic gibt, will ichs mal kurz darstellen:
1. Fall:
einem Physiker, damals bei der zentralen Strahlenschutz-aufsichtsbehörde der DDR beschäftigt, mußte zu einer Reservistenübung bei der Armee einrücken und dort sind ihm kurz die nerven durchgegangen und er hat seinen Vorgestzten beleidigt und ihm die Waffe vor die füße geworfen. Ihm drohten einige Jahre Militätstraflager.
Die Stasi hat ihn da rausgeholt unter der Bedingung, daß er informeller Mitarbeiter wird.
Ihm konnte nach der Wende nicht nachgewiesen werden, daß er irgendjemandem durch seine Berichte geschadet hat, aber allein seine Unterschrift zur Verpflichtung reichte aus, ihn fristlos zu entlassen. Alle anderen wurden von den derzeit für den Strahlenschutz zuständigen Behörden (den Landesämtern) übernommen.
2. Fall:
ein Lehrer, Fußballfan und ehrenamtlich sehr engagiert, bekam zur Belohnung (so etwa 1980) die Möglichkeit, zu einem Fußballspiel einer Westberliner gegen eine DDR-Mannschaft in Westberlin mit einer organisierten Reise dorthinzufahren. Es bestand keine Fluchtgefahr, da er ja alles zurückgelassen hätte (Familie, Häuschen).
Nach der Rückkehr mußte eer wie alle teilnehmer einen Bericht schreiben und angeben, ob sich jemand mit Westberlinern unterhalten hat, Geschenke bekommen hat und ähnlich dummes zeug.
Der Bericht war angefordert vom Fanclub oder Verein oder so ähnlich ,
aber er landete bei der Stasi.
Nach der Wende wurde er deshalb als informeller Mitarbeiter der Stasi fristlos entlasen.

von vielen ähnlich gelagerten fällen habe ich gehört. Also nicht die hauptamtlichen Stasileute, die andere durch Erpressung geködert hatten (das war ja legal), sondern die Erpressten oder die unwissentlich ausgehorchten wurden bestraft.

Also, kurzer Sinn meiner langen postings:
Der „Rechtsstaat“ hat nicht eigentlich die Schuldigen bestraft, sondern sich an den Unschuldigen oder den kleinen Fischen abreagiert.

meint Claus
 

Claus

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Courage hast Du Claus, dies und noch einiges mehr muss man Dir und möchte ich Dir gern attestieren.
Danke für das Lob, Ziesemann,
aber, wie ich schon oft gesagt habe, ich bin immer auf seiten der opfer, ob es nun die des unrechtsstaates sind oder die des Rechtsstaates.

Gruß von Claus
 
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Claus

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eine Bitte an alle Bibel – Talmud –und Koran-gläubigen :

Hier geht es um die Stasi und ihre Opfer und die Opfer der Stasi-Bewältigung.
Eure Probleme sind ja sehr interessant, auch ich als Ungläubiger kann mich dafür begeistern, aber bitte macht einen eigen thread auf in der Abteilung Religion-Spirituelles.

danke
sagt Claus
 
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