Anideos
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Wir reden schon wieder aneinander vorbei. Natürlich hat die Ukraine die weit schlimmeren Folgen zu tragen als Russland, denn die Ukraine wird angegriffen, ihre Infrastruktur wird zerstört, ukrainische Zivilisten werden massenweise getötet. Das alles trifft für Russland nicht zu, aber russische Soldaten sterben auch dabei und russische Väter und Mütter wollen einen Sinn hinter dem Tod ihrer Söhne erkennen und dieser Sinn steckt nur in Putins Kopf. Putin ist also gefragt, diesen Sinn den Eltern seiner getöteten Soldaten plausibel zu machen. Bei mir hätte er jedenfalls sehr schlechte Karten, wenn es um einen meiner Söhne ginge.Die Rechtfertigung wird letztlich an den tatsächlichen Verlusten (an Menschenleben und sonstigen Schäden) zur Relation im jeweiligen Land an den gesetzten Zielen gemessen werden: Rein rechnerisch spricht der Prozentsatz der Verluste der Ukrainer in einem=schlechten Verhältnis zu den Erfolgen.
Die Geflüchteten fliehen nicht aus ideologischen Gründen - sie wollen ihr Leben retten - diese Selbstverständlichkeit wird für die Rückkehr maßgebend sein.
Quintessenz meiner Argumentation ist: Was opfere ich für welche Werte, die verabsolutiert werden? Menschenleben kommt da ganz weit hinten.
Selenskyj muss den Eltern seiner getöteten Soldaten nichts erklären, denn sie sehen selbst, wie ihre Existenzen und ihre Familien - ob Soldaten oder nicht - vom Angreifer zerstört bzw. getötet werden. Selenskyj selbst hat das alles nicht zu verantworten.
Was die Geflüchteten angeht, sie bestehen fast ausschließlich aus Frauen und Kindern. Ukrainische Männer bringen ihre Familien in Sicherheit, das ist selbstverständlich. Ich würde es auch tun. Das Land und die eigene Existenz müssen jedoch von irgendwem verteidigt werden und von wem dann sonst, wenn nicht von den Ukrainern? Sollen alle Ukrainer alles liegen und stehenlassen, das Land verlassen und ins Ausland flüchten? Wer würde sie aufnehmen?