Ja, das russische Militär hat versagt.
Hat es? Oder will man das dem Michel weis machen?
Ja, es gab zwei Phasen. Als erstes wurden gezielt militärische Ziele (Kasernen, Munitionsdepots ua) zerstört. Ja, man hat wohl gemerkt, dass ein breiter Frontverlauf nicht wirklich funktioniert. Analysiert man Reden von Putin, dann wäre wohl ein komplettes einnehmen der UKR illusorisch, auch wegen des starkem Nationalismus in der Westukraine.
Hauptziel war es, die Regionen Luhansk und Donezk strategisch zu sichern und somit die Landverbindung zur Krim zu sichern.
Genau das läuft grad, wenn auch nicht sonderlich flüssig.
Detailliert ist sicher einiges schief gelaufen. Schaut man aber auf das Ganze, so läuft es leider grad so, dass die UKR wenig entgegensetzen kann, um die Sicherung der Provinzen zu verhindern.
Wenn man es zynisch betrachtet, dann scheint Russland grad sein "altes" Material zu verbrauchen. Wirklich "Neues" ist hier ja nicht im Einsatz. Nur wenn die das schon mit alten Panzern, Raketen und nur einem geschätztem Viertel seiner Armee vollzieht, dann die Gegenwehr der UKR aus viel Motivation aber mit wenig Erfolg geschieht, dann sind Zweifel, dass die tollen Westwaffen eine Kehrtwende einleiten, durchaus angebracht.
Es ist natürlich schwer, hier wirklich anhand von Tatsachen und Realitäten eine Einschätzung abzugeben. Die Propaganda-Maschine läuft ja beiderseitig auf Hochtouren und aus der Distanz sind dann Einschätzungen immer mit Vorsicht zu genießen.
Ist die Sicherung der beiden Provinzen nun der Plan B oder war es das eigentliche Ziel? So richtig kann man das natürlich nicht einschätzen. Nur je mehr Porzellan zerschlagen wird, um so schwieriger wird die Gestaltung eines Nachkriegsszenarios.
Das meine ich sowohl diplomatisch, wie physisch.
Viel leichter ist dagegen eine Einschätzung der Sicht Selenskij`s. Wo der seien Zuversicht herholt, kann man kaum noch nachvollziehen. Wenn der wirklich glaubt, dass man sich diese Provinzen zurück holen kann, dann sollte man ihn fragen, mit welcher Armee der das machen will? Realistisch wird man wohl davon ausgehen müssen, dass die UKR Gebiet verliert. Der Osten, egal wie man das nun mit sich selbst in Einklang bringt, ist nicht eroberbar. Auch dazu haben sich schon wesentlich kompetentere Personen geäußert.
Was mir persönlich grad auffällt, ist der Umgang mit Stimmen, die sich für eine diplomatische Lösung einsetzen, um nicht noch mehr sinnlos zu töten. Wenn diese Stimmen verbrämt werden und in die "Putin-Ecke" geschoben werden, dann frag ich mich, was das soll?
Sind Meinungen wieder out? Darf man nicht sagen, was man denkt, ohne gleich diffamiert zu werden?
Sind Menschenleben nicht mehr wichtig? Sind Kompromisse Niederlagen?
Am Ende wird doch niemand diesen Krieg wirklich gewinnen. Putin hatte ideologisch diesen schon am 24.2. verloren.
Gewonnen haben bisher nur die westliche Rüstungsindustrie und die russischen Oligarchen, die nun neue Absatzmärkte geschenkt bekommen haben. Soll es das sein? Ich hoffe nicht.
mfg