Richtig, die Begriffe sind Ideale, aber die Praxis sieht anders aus. Ist ja auch nicht so, dass in einer Monarchie der Eine sämtliche Entscheidungen trifft, nicht einmal in einer, die sich absolutistisch nennt. Es übersteigt einfach die Kapazität einer Person, über sämtliche anfallenden Fragen Entscheidungen zu treffen. Und noch weniger kann "das Volk" zu jeder einzelnen politischen Entscheidung befragt werden.
Ja, wobei der "Einfluss des Geldes" und das Mehrheitswahlrecht hier unabhängig voneinander wirken. Das Mehrheitswahlrecht für fast zwangsweise zu einer binären politischen Landschaft mit schwer zu überbrückenden Gräben. Der besonders machtvoll ausgestattete Präsident entspricht dem amerikanischen Weg. Es hat den Vorteil, dass schneller gehandelt werden kann, aber eben auch den Nachteil, dass jene Macht in den falschen Händen eben mehr Schaden anrichten kann. Schlecht und gut ist auch, dass die amerikanische Verfassung nur sehr schwer zu ändern ist. So ist kein Weg in Sicht, sich vom Mehrheitswahlrecht zu verabschieden und somit das "Grabenproblem" zu lösen, aber andererseits ist es auch für einen Trump sehr schwierig, die Verfassung zu seinen Gunsten zu ändern.
Richtig, wobei eine Einschränkung der Macht des Parlaments zugunsten einer direkten Demokratie zwar die Demokratie eventuell näher in Richtung einer idealen Demokratie rücken mag, aber ob dies auch zu einer besseren Demokratie führt, ist eine ganz andere Frage.
Demokratie ist ja letztendlich kein Selbstzweck, sondern ein Mittel (und die Praxis zeigt, das beste Mittel) zum Zweck einer freien, friedvollen
und prosperen Gesellschaft - und wenn die Gesellschaft weiter in Richtung einer idealen Demokratie rückt, das aber auf Kosten von Freiheit, Frieden und/oder Wohlstand geht, dann ist jenen Demokratie wohl kaum als "besser" zu bezeichnen.