• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Leid und Freiheit - Bonhoeffer

BlondeBerry

New Member
Registriert
17. Januar 2010
Beiträge
3
"Nicht nur die Tat, sondern auch das Leiden ist ein Weg zur Freiheit. Die Befreiung liegt im Leiden darin, dass man seine Sache ganz aus den eigenen Händen geben und in Gottes Hände legen darf. In diesem Sinne ist der Tod die Krönung der menschlichen Freiheit. Ob die menschliche Tat eine Sache des Glaubens ist oder nicht, entscheidet sich darin, ob der Mensch sein Leiden als eine Fortsetzung seiner Tat, als eine Vollendung der Freiheit versteht oder nicht. Das finde ich sehr wichtig und tröstlich."

Wir behandeln zzt im Ethikunterricht Bonhoeffer, und da fand ich dieses Zitat sehr interessant, aber auch provokativ.
Mich würde eure Meinung und Gedanken zu diesem Zitat von Bonhoeffer interessieren.
Wie versteht ihr Bonhoeffer?
Wie steht ihr zu dem Zitat?
Ist dies eine rein religlöse Einstellung?

Freue mich auf alle Antworten :)
 
Werbung:
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

Hallo

Ich verstehe dieses Zitat nur sehr schwer, wenn überhaupt...
Für mich drückt es aus, dass es nur dann Freiheit ist, wenn ein durch unsere Taten bedingtes und unvorhersagbares, aber doch bestimmtes "pflicht"Erreigniss eintritt, welches nicht mehr durch uns selbst gerechtfertigt werden muss. Kurz gesagt: der Tod, und die Tat an sich ist das Leben selbst.
Was aber widersprüchlich ist, denn allein die Aussage "...dass man seine Sache ganz aus den eigenen Händen geben und in Gottes Hände legen darf."
automatisch Gott zu der alles rechtfertigenden Kraft erklärt.
Natürlich fühlt man sich danach befreit, weil Gott als Sinnbild für das Gute, Schöne, Vergebung, Frieden, Freude, Eierkuchen steht.
Wenn also dieses tugendhafte Sinnbild die Rechtfertigung für mein Leiden ist, wie kann ich dann mein Leiden ablehnen und selbst noch tugenhaft bleiben?
Welch Konflikte dieses Lügengespinnst Gott auslösen kann...
Entweder muss ich leiden, weil Gott es so will, oder ich bekämpfe das Leid, und somit auch Gottes Wille.
Ein gut gläubiger Mensch muss ja echt ein hartes Leben führen.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

Aber trotzdem glaube ich das der Glaube Leid lindern kann.
Hiermit meine ich nicht nur den Glauben an Gott, sondern den Glauben an Etwas!
Und der Glaube an Etwas ist die Hoffnung!
Hoffen wir mal das Beste!
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer war evangelischer Theologe und ein am Widerstand gegen
das Naziregime beteiligten Pfarrer. Dementsprechend sind seine Ansichten
und Zitate. Wir später geborenen können da andere Ansichten entwickeln.

So würde ich nicht sagen, dass man das Leid in die Hände Gottes legen kann
um Freiheit zu erlangen, sondern durch die Übung mit dem Leid umzugehen
ergibt sich daraus eine Freiheit um die Persönlichkeit zu entfalten.

gruß fluuu
 
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

Wenn also dieses tugendhafte Sinnbild die Rechtfertigung für mein Leiden ist, wie kann ich dann mein Leiden ablehnen und selbst noch tugenhaft bleiben?
...
Entweder muss ich leiden, weil Gott es so will, oder ich bekämpfe das Leid, und somit auch Gottes Wille.

Diese Logik entlarvt die Beichte als den grössten christlichen Widerspruch überhaupt. Oder im allgemeinen gilt sie für alle Religionen welche die Beichte als Befreiung von Last/Leid verstehen. Als wäre der Wunsch auf Vergebung eine Tugend.
Die Religion ist wohl das einzige System welches uns zu allen Zeiten und unabhängig unseres Handelns vorgaukelt ein tugendhaftes Leben geführt zu haben. Und was wollen die Menschen mehr als das? Wie er funkelt dieser Köder...
 
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer war evangelischer Theologe und ein am Widerstand gegen
das Naziregime beteiligten Pfarrer. Dementsprechend sind seine Ansichten
und Zitate. Wir später geborenen können da andere Ansichten entwickeln.

Das stimmt! Alles Denken findet seine Rechtfertigung in den Strömungen und Einflüsse der gelebten Gegenwart wieder.
Wieso bei mir immer so ein negativer Unterton mit schwingt ist schwer zu erklären, aber letzten Endes will ich nur die Sache behandeln und niemanden beleidigen.
 
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

...tragisch, tugendhaftes Leben und dann geht es in den Himmel.
Sich das ganze Leben verkniffen, versagt, gezwungen, angepasst, unterworfen,
verleugnet, unbewusst gelogen und geheuchelt und beim letzten Atemzug
führt der Blick in den Spiegel zu angewiderten, unerfüllten Gefühlen aber dann
kommt der Himmel und alles ist auf ewig gut. Armes Geschöpf.

So hat es Bonhoeffer auch als Theologe nicht gesehen, er hat sich eingesetzt
ganz praktisch, hat Zivilcourage gezeigt für die Menschen und das Leben,
hat sich ganz bewusst geopfert um für die Welt mehr Gerechtigkeit zu erreichen.
Er hat Entscheidungen getroffen, hat etwas getan und sich nicht fromm
geduckt und unterworfen um nicht an zu ecken.
Er hat Widerstand geleistet gegen das angepasste Duckmäusertum und somit
gegen ein für viele Menschen unwürdiges System.

gruß fluuu
 
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

Genauso wie es die Frau Ute Bock heute tut, weshalb sie mir auch so sympathisch ist.
 
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

... nee, kein Vergleich, Ute Bock ist ein Maskottchen um Geld zu erbetteln
und wird gefeiert wie ein Popstar.
Bonhoeffer hat sein Leben eingesetzt um Widerstand zu leisten.
Er wurde erst nach dem Tod von der evangelischen Kirche bekannt gemacht.

gruß fluuu
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
AW: Leid und Freiheit - Bonhoeffer

... nee, kein Vergleich, Ute Bock ist ein Maskottchen um Geld zu erbetteln
und wird gefeiert wie ein Popstar.

Haha, ich kann mich noch erinnern wie wir früher die Qualität der Musik anhand des Bekanntheitsgrades der Bands bemessen haben, und je unbekannter die Bands waren (underground), desto besser war auch die Musik, der Logik nach, auch wenn die Klänge nur Kopfweh verursachten, aber Hauptsache Underground! Der sogennante Commerz-Scheiss war immer schelcht, auch wenn er gut geklungen hat war er schlecht, weil es eben Commerz war!
Und wenn diese Underground Bands wirklich gute Musik gemacht haben, so wurden auch sie früher oder später zu Commerz.
Aber egal, das geht am Thema vorbei...
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben