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Komapatientin Terri ist tot

Céline schrieb:
Persönlich sehe ich nur eine Konsequenz: rechtzeitig schriftlich und beglaubigt hinterlegen, wann ich mein Leben nicht mehr lebenswert finde, was mit mir passieren soll, für den Fall der Fälle! Weit wichtiger als ein Testament...

Wenn du dein Leben nicht mehr lebenswert emfpindest und das nicht mitteilen kannst - wer soll das dann für dich entscheiden? Ein Notar?
Das würde bedeuten, der Notar - der vielleicht auch dein Vermögen verwaltet - bestimmt über dein weiterleben?
Bist du sicher, dass man das schon Jahre davor wirklich für sich selbst festlegen kann, ab welchen Zeitpunkt man das Leben nicht mehr lebenswert empfindet?

Aus Erfahrung weiß ich - die Hoffnung auf Besserung in einer ausweglosen Situation stirbt zu letzt.


kundgeba
 
Zuletzt bearbeitet:
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Natürlich entscheidet so was nicht mein Anwalt. Mein Partner und meine Kinder (wären sie dann schon so alt) werden somit in die prekäre Lage versetzt, zu sagen, jetzt ist der Zeitpunkt da, den sie bestimmt hat. Wäre ich hirntot, hat mein Leben keinen Sinn mehr und mein Partner weiss ganz genau wie ich nicht leben will - ich erlaube mir, über mein Leben jetzt schon zu bestimmen, um ihnen und mir eine Menge Leid zu ersparen. Hätte ich dann keinen Partner (man weiss ja nie) und die Kinder wären noch nicht so weit, so sollen das meine Brüder, ev. meine Mama "entscheiden".
Die Hoffnung stirbt zuletzt, da hast du absolut recht, aber es ist meine Entscheidung und die Wahl habe ich eventuell nur jetzt, also muss ich sie treffen.
 
najo, die nazis habens oft genug auch nicht anders gemacht - ich mein HALOOOOOOOOOO!!!
man hat die frau verhungern und verdursten lassen!

mir ist durchaus klar, dass die grenze zwischen euthanasie und mord (aktvier euthanasie) so fließend ist wie sonst nur selten - jeder fall ist individuell und einzigartig
aber die frau verhungern und verdursten zu lassen, steht für mich außerhalb des diskussionswürdigen - das darf mMn keine option sein

ich glaube, dass es das beste wäre, wenn vom gesetzgeber jegliche form von euthanasie verboten ist - es ist mMn einfach unmöglich ein gesetz zu erschaffen, welches nicht mißbraucht oder falsch interpretiert werden kann - und da wir hier von menschenleben reden, ist jeglicher mißbrauch inakzeptabel

praktisch gesehen, bin ich jedoch überzeugt, dass euthanasie auch in ländern, in denen es verboten ist, stattfindet - ältere menschen bekommen einfach eine schlechtere medizinsche versorgung (kleines beispiel: mein großvater hat 100 euro an einen arzt zahlen müssen, damit er zugelassen wird für die entfernung eines katarakts am linken auge...) und für sie wird sicher weniger gekämpft, als für 20-jährige, welche einen autounfall haben

ich glaube, dass es auch in österreich manchmal geschieht, dass ein "hoffnungsloser" patient "zufällig" eine überdosis eines medikaments oder eine insulin/glukagon-spritze bekommt - nur kommt so etwas nicht an die öffentlichkeit
vom menschlichen aspekt her könnte ich das in manchen fällen auch sicher verstehen - der gesetzgeber jedoch sollte so etwas - sofern es an die öffentlichkeit kommt - bestrafen

ich hoffe, dass ich nicht allzu unlogisch klinge

mfg
karotte
 
Ist das nicht schrecklich? Diese weltweite Empörung, dass so was möglich ist, aber das täglich Kinder verhungern, die noch ein ganzes hoffnungsvolles Leben vor sich hätten, berührt kaum noch... :wut1:
 
Céline schrieb:
Ist das nicht schrecklich? Diese weltweite Empörung, dass so was möglich ist, aber das täglich Kinder verhungern, die noch ein ganzes hoffnungsvolles Leben vor sich hätten, berührt kaum noch...

Recht hast Du, Céline.

Der weiter oben geäußerte Einfall von der Steilvorlage für Hollywood kommt schon hin. Julia Roberts als Terri Schiavo - ein MUSS für alle, die Julia immer schon mal richtig leiden sehen wollten.

:spei1:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ein Vertreter des Vatikans bezeichnete die Einstellung der künstlichen Ernährung Schiavos am Donnerstag als Mord.
Der Vatikan bezeichnet auch die Abtreibung als Mord.
Und recht hat der Vatikan!
Ich kann diese uniformierten Bischöfe und Kardinäle nicht ausstehen, aber seien wir froh, dass wir sie haben!
 
Ein Vertreter des Vatikans bezeichnete die Einstellung der künstlichen Ernährung Schiavos am Donnerstag als Mord.
Der Vatikan bezeichnet auch die Abtreibung als Mord. Und recht hat der Vatikan!
Ich kann diese uniformierten Bischöfe und Kardinäle nicht ausstehen, aber seien wir froh, dass wir sie haben!
 
Jeder Mensch sollte in Würde sterben!!
Hat es noch mit Würde zu tun, wenn man Tag für Tag durch die Medien Berichte und Bilder dieser armen Frau sah, die als lebende Tote vor sich hindämmerte? Hätte es diese Frau gewollt? Hat es noch mit Würde zu tun, wenn die ganze Welt am Ostersonntag einen verzweifelten Menschen sieht, der mit aller Kraft gegen sein Schicksal und seinen Tod ankämpft, zu reden versucht, es nicht mehr zustande bringt und bei Gläubigen sowie Nichtgläubigen nur Mitleid erweckt? Hat er das mit seinem Auftritt bezweckt?
Während diese Frau vor den Augen der Öffentlichkeit starb/getötet wurde, ringt dieser Andere öffentlich mit dem Tod; ein ungleicher Kampf, den er sowieso in den nächsten Stunden verliert.
Wo sind die Grenzen? Wie weit muss die Welt informiert werden?
Diese Frau hat niemand gefragt und man hätte sie auch nicht befragen können, aber wie ist es jetzt beim Papst? Ist es in seinem Sinn, dass uns die Medien minutiös über die Körpertemperatur, Versagen der Nieren und Abfallen des Blutdrucks unterrichten? Würde es nicht reichen wenn wir erführen, dem Papst gehts schlechter und er wird die Nacht kaum überstehen? Hätte es nicht gereicht, wenn die Welt von dieser Frau erfahren hätte, aber nicht immer wieder diesen schlimmen Bilder zu sehen bekommen hätte?
Im Fall des Papstes ist es anders, klar. Er ist wohl der bekannteste Mensch der Welt, und sein Sterben kann nicht zur Privatangelegenheit erklärt werden. Aber bei dieser Frau war es etwas anderes. Bis zu ihrem Infarkt kannte sie niemand, sie war uninteressant für die Welt.
Erst durch ihr Leiden wurde die Welt auf sie aufmerksam. Und die Familie dieser Frau hatte Glück, denn das Drama spielte sich in den USA ab. Also war Medienrummel garantiert und die "Restwelt" erfuhr davon. Wen wunderts also, dass sich Bush und auch der Vatikan einschalteten? In "Gods own country" zu sterben adelt von vornherein, denn dort stirbt man nicht einfach so, nein!!! Ob dort anonym gestorben wird, das haben immer noch die Fernsehsender zu entscheiden!!!

Ob die Frau starb oder getötet wurde, das maße ich mir nicht an zu entscheiden. Ob diese Frau litt, auch das weiß ich nicht, aber eines weiß ich (oder glaube es zu wissen), wenn man ihr per Tropf zumindest Flüssigkeit oder Glucose gegeben hätte, dann hätte ich es eher als humanes Sterben angesehen.

Jedenfalls ist für mich das Sterben eine extrem private und persönliche Sache, die allein den Sterbenden und die Angehörigen etwas angeht.
Es reicht, wenn die Welt - oder im Fall des Normalbürgers - die Nachbarschaft davon erfährt, wenn es vorbei ist.

Rhona
 
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Ps

Ob Abtreibung Mord ist, das steht auf einem anderen Blatt und gehört auch sicher in einen anden Thread.
Aber dass sich der Vatikan schon immer gerne in Lebensfragen einmischte, das ist mehr als bekannt.
Aber so lange sich dieser Vatikan - und allen voran sein Oberhaupt - selbst gegen eine Geburtenkontrolle in der Dritten Welt auspricht, die Pille und Kondome verdammt - so lange spreche ich ihm das Recht ab, in solchen Fragen zeitgemäße und der Situation angemeßene Antworten zu geben.
Wer Aids als "Geißel der Menschheit" akzeptiert und Verhütung als Werk des Teufels ansieht, hat mMn nicht das Recht, als ernstzunehmende und vorbildhafte Institution wahrgenommen zu werden.
Wer es in einem extrem armen Land Afrikas als selbstverständlich ansieht, dass eine Miniversion des Petersdoms auf Kosten der Bevölkerung gebaut wird und noch eigens zu deren Einweihung anreist, der ist in meinen Augen mit extremster Menschenverachtung oder zumindest Größenwahn "gesegnet".

Rhona
 
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