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Ist der Mensch gut oder radikal böse?

Ist der Mensch von Grund auf gut oder böse?

  • gut.

    Stimmen: 7 70,0%
  • böse.

    Stimmen: 3 30,0%

  • Umfrageteilnehmer
    10
Okay ...

damit wäre Punkt 1 schon mal geklärt:

Der Unterschied zwischen Schlecht/Böse ...

Punkt 2: Werden sie so gemacht, oder werden sie so geboren ?

Gibt es das ? Das absolut Böse, ohne einen Funken Gut ?

Das war doch die Frage oder ?

"Ist der Mensch gut oder radikal böse"
 
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Original geschrieben von wirrlicht
Meinst Du wirklich das sei eine Generationenfrage? Es ist doch immer eine Frage einer Gemeinschaft - was die Gemeinschaft "verträgt" ist gut, der Rest nicht, oder? Wenn sich Zeiten ändern dann ändern sich auch die Moralvorstellungen. Beispiel lediges Kind: vor 30, 35 Jahren noch SKANDAL!!! Heute? Ziemlich "normal".
gemeinschaft - generation ist wurscht, da meinen wir das gleiche nur haben andere begriffe dafür!


Original geschrieben von wirrlicht
Da begebe ich mich jetzt wahrscheinlich auf dünnes Eis, aber ich meine trotzdem: Sowas KANN eine Gesellschaft nicht tolerieren, weil die Gefahr, daß meinetwegen Kannibalismus als "erlaubter Fetisch" binnen kürzester Zeit sehr viele Morde - als "erlaubte Tötung" deklariert - stattfinden würden.
gut, ich bin auch kein anhänger davon, aber denk mal nur an sadomasoszene!
vor ein paar jahren undenkbar!
dann schwule/lesben, vor 20 jahren hat man versucht sie zu therapieren!
gentechnologie!
ein thema was unwahrscheinlich umstritten ist, von wegen ethik, darf man darf man nicht??
und die grenzen sinken immer weiter!

lch denk mal in 20 - 30 jahren bestell ich mir einen kleinen mozart oder einstein bei quelle oder otto im katalog!;)

Original geschrieben von wirrlicht
In anderen Kulturen, wo Kannibalismus Bestandteil ihrer Religion war (kenne mich nicht sehr gut aus, bloß bissl angelesenes Allgemeinwissen) waren die Bedingungen für "erlaubte Tötung" bis ins Detail festgelegt - sozusagen ein "sozialverträgliches Sicherungsnetz". Das haben wir ja nicht. Tötung von Menschen ist (bis auf Kriegseinsätze - und selbst da findet ein gesellschaftlicher Umdenkungsprozeß statt, jedenfalls hier in Deutschland) zu Recht als "böse" deklariert. Wenn diese Gesellschaft mit ihren "Spielregeln" funktionieren soll muß diese Gesellschaft auch für die Einhaltung dieser Regeln sorgen.
aha, also andere länder andere sitten?
du sagst in anderen ländern ist es ok weil ritual und bei uns nicht - wie gesagt bin kein beführworter - aber merkst du wie du auch hier schon wieder bewertest?
bei uns ist es "böse" und wo anders ok!

Original geschrieben von wirrlicht
Nochmal zu Daggi und ihrem Zweifel, daß es Menschen gibt, die bewußt "böses" tun: was ist denn zum Beispiel mit Anhängern von Satanskulten? Das Gros davon besteht aus wichtigtuerischen Schwätzern, die sich in schwarzen Klamotten und "bösem Gehabe" gefallen. Es gibt aber durchaus Menschen, die ganz bewußt quälen und sogar töten - um des "Böse-Seins" willen.

vergess bitte aleister crowley nicht!
sein "geistiges" wissen ist umwerfend!
nur leider benutzte er es um menschen zu manipulieren und zu zerstörren! aber hatte genug anhänger!
wie heisst immer so schön: "jedem tierchen sein pläsierchen"


gruss binchen:)
 
Original geschrieben von Daggi
Punkt 2: Werden sie so gemacht, oder werden sie so geboren ?

Darauf weiß ich keine "absolute" Antwort, weil es meiner Meinung nach nichts "absolutes" gibt. Aber vielleicht ist das ja auch schon eine Antwort? :)


Original geschrieben von Binchen
Gibt es das ? Das absolut Böse, ohne einen Funken Gut ?

Kommt darauf an wie diese Frage gemeint ist. Einen Menschen zu Tode foltern, dieses filmen und diesen Film an "Liebhaber" verkaufen - ich würde das als "absolut böse" bezeichnen.

Dennoch bin ich überzeugt davon, daß ein Produzent, der Snuff-Videos herstellt, durchaus ein empfindsamer Mensch sein kann, der sich in Tierschutzorganisationen engagiert.

Original geschrieben von Binchen
Das war doch die Frage oder ?

"Ist der Mensch gut oder radikal böse"


Genaugenommen halte ich die Frage für nicht beantwortbar. "Der Mensch" ist.



@Binchen: Dein Posting schreit geradezu nach Antwort - kann aber noch dauern, bin im Moment zu grantig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi... jetzt klinke ich mich mal in die Damenrunde ein (Mensono hat sich ja leider wohl aus der Diskussion verabschiedet!?).

Es bringt nichts, über "Sinn und Zweck" von modernem Kannibalismus und Satanismus zu rätseln. Beides ist absolut (!) sinnlos, da es sich um kranke Auswüchse unserer Zivilisation im "Übergangszeitalter" handelt. Religionen geben keinen Halt
mehr. Ebenso fehlt das Vertrauen in unser soziales Sicherungssystem. Die Zukunftsängste kompensieren viele Menschen mit Zynismus oder steigern sich in etwas Negatives rein. Tut mir leid, Daggi: reine Kompensation! Keine bewußte Entscheidung: "Bewußtheit" bedeutet immer auch, ich gehe liebevoll mit mir und anderen um. Nehme keine Gifte zu mir oder verletze mich! Zweifellos empfindet ein Mensch, der krankhaft handelt, wohl eine "Lust" dabei.

Ich sehe die Ursache für solch zwanghaftes oder krankhaftes Verhalten in mangelnder Selbstliebe. Ich will nicht beurteilen, ob durch das Ausleben von Sado-Maso-Phantasien nicht doch der Selbstfindung dienen kann. Ich meine aber, ohne eine Therapie wird jemand die Ursachen seines abnormen Verhaltens nicht durchblicken. "Selbstheilung" unmöglich. Reiner Erkenntnisgewinn durch ästhetisches Erleben (z.B. Sado-Maso-Spielchen) halte ich für schwierig. Fazit: da trägt jemand tiefe Verletzungen in sich. Nicht aber "das Böse", kein Mensch ist BÖSE!!!

Ein anderes angesprochenes Thema: Sterbehilfe. Ich habe nicht das Recht, jemandem sein Leben zu nehmen. Es gehört mir nicht! Ich würde einem todkranken Menschen eine Pille reichen, aber den letzten Schritt müsste er selbst tun, eigenverantwortlich. Andererseits: wann muß jemand gehen? Die Erfahrungen zeigen, wenn ihm der Lebenswillen abhanden gekommen ist.
Besteht nicht dennoch Hoffnung, wenn ich ihm, em "Todkranken" den Lebenswillen wiedergebe? Sogar bis 5% aller Aidspatienten überleben laut Statistik, weil sie den unbedingten Willen hatten, wieder gesund zu werden! Es wäre also wichtiger, den Menschen Lebenshilfe zu geben anstatt Sterbehilfe! Ihn von seinen Lasten des Lebens befreien heißt nicht: ihm das Leben nehmen! Wenn wir den Alten und Kranken ihre Schuldgefühle, ihren Groll und Haß nehmen würden, dann wären ausufernde "Zivilisationskrankheiten" wie oben beschrieben vom Aussterben bedroht!
 
Nun denn...


Original geschrieben von Binchen
gemeinschaft - generation ist wurscht, da meinen wir das gleiche nur haben andere begriffe dafür!

Ok :)


Original geschrieben von Binchen
gut, ich bin auch kein anhänger davon, aber denk mal nur an sadomasoszene!
vor ein paar jahren undenkbar!
dann schwule/lesben, vor 20 jahren hat man versucht sie zu therapieren!
gentechnologie!
ein thema was unwahrscheinlich umstritten ist, von wegen ethik, darf man darf man nicht??
und die grenzen sinken immer weiter!

lch denk mal in 20 - 30 jahren bestell ich mir einen kleinen mozart oder einstein bei quelle oder otto im katalog!;)

Du wirfst hier einige grundlegend verschiedene Dinge durcheinander um an denen zu demonstrieren, wie relativ "böse" zu sehen ist? Na schön...

BDSM ist eine Modeströmung - jedenfalls was die "Szene" angeht - mit festgesetzten Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Wenn jemand diese "Gesetze" bricht wird der Betreffende innerhalb dieser Szene so nachhaltig geächtet, daß er sich dort nicht mehr blicken lassen braucht. Am konkreten Beispiel: es werden zwischen Top (oder dem dominanten Teil) und Bottom (devoter Teil) grundsätzlich Sicherheitscodes vereinbart, die für eine sofortige Unterbrechung der zuvor genau festgelegten Playsituation sorgt, falls sich einer der Beteiligten in der Situation nicht mehr wohlfühlt. Zweifellos mag es immer noch Menschen geben, die BDSM in die "böse" Ecke stellen, das allerdings eher aus Unkenntnis und der typischen "Was ich nicht kenne und gruselig finde, muß böse sein!"-Haltung.

Homosexualität: soweit ich das beurteilen kann wurde es vor allem in der Bibel als "böse" behandelt, was mir vor dem Hintergrund des Fortpflanzungsgedankens ("gehet hin und vermehret Euch") auch logisch erscheint. Ansonsten (ist mein Eindruck, der mag täuschen) eher als krankhaft, entartet u.ä. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang für mich lediglich, daß es vor allem die männliche Homosexualität war, die immer wieder gestraft wurde - Lesben waren zu keiner Zeit so massiver Verfolgung ausgesetzt wie Schwule. Ist aber ein anderes Thema und hat in diesem Thread eigentlich nichts verloren.

Gentechnologie: da mögen die Ansichten auseinanderdriften, den Zusammenhang zu "böse" sehe ich lediglich darin, daß die Folgen von Genmanipulationen in vielerlei Hinsicht noch nicht genügend absehbar sind um beurteilen zu können, inwieweit die Möglichkeiten dieser Wissenschaft für den Menschen schädlich sein werden. Was Du schreibst über Deine Bestell-Lust eines kleinen Mozart: stimmt, darüber schüttelt der aufgeklärte Mensch entsetzt das Haupt und ich meine zu Recht, denn: wenn wir uns maßgeschneiderte Kinder bestellen könnten, würde binnen kurzer Zeit sich sehr schnell eine Gesellschaft herausbilden, wie sie Orwell in 1984 beschrieben hat. Es gäbe eine dünne herrschende Schicht, eine Masse an nützlichen und bissl privilegierten nützlichen Leuten und eine unterprivilegierte Menge von Arbeitern. Wäre das "böse"? Ich weiß das nicht - aber das würde für eine hirnlose Masse an vorherbestimmten, fremdgesteuerten Wesen auch keine große Rolle mehr spielen, denke ich mir :D


Original geschrieben von Binchen
aha, also andere länder andere sitten?
du sagst in anderen ländern ist es ok weil ritual und bei uns nicht - wie gesagt bin kein beführworter - aber merkst du wie du auch hier schon wieder bewertest?
bei uns ist es "böse" und wo anders ok!

Erstens: was soll der Quatsch ich "würde schon wieder bewerten"? Erstens sind Wertungen nicht grundsätzlich verkehrt - täten wir das nicht, würde sich jede Diskussion erübrigen. Zweitens: guck Dir mal die nachfolgend beschriebenen Situationen an (ich phantasiere jetzt einfach mal wild drauflos)

a) ein Naturvolk ißt seine verstorbenen Verwandten auf, weil es davon überzeugt ist, auf diese Weise die Stärken, die Lebensweisheit und die Tugenden des Verstorbenen innerhalb der Sippe behalten zu können

b) eine Expedition von Arktisforschern ist irgendwo im Ewigen Eis gestrandet. Rettung ist nicht in Sicht, 2 von den Teilnehmern sind erfroren, die anderen finden keine Nahrung. Sie beschließen, die beiden Toten aufzuessen um zu überleben.

c) dieselbe Situation, aber es ist noch niemand gestorben. Aus Angst, daß alle verhungern werden, töten ein paar der Expeditionsteilnehmer die beiden schwächsten in der Gruppe, damit mehr Nahrung für die Überlebenden übrig bleibt. Wenn die Vorräte aufgebraucht sind, essen sie die Toten.

d) ein Mensch findet seine höchste Erregung in der Vorstellung, von einem anderen aufgegessen zu werden. Er trifft auf einen, dessen erregendste Vorstellung darin besteht, Menschenfleisch zu essen. Beide leben in einer Kultur, in der weder religiöse noch zum Überleben notwendige Gründe für Kannibalismus vorliegen.

Na Binchen: würdest Du, wenn Du über diese 4 Fälle Recht sprechen müßtest, etwa nicht werten?


Original geschrieben von Binchen
vergess bitte aleister crowley nicht!
sein "geistiges" wissen ist umwerfend!
nur leider benutzte er es um menschen zu manipulieren und zu zerstörren! aber hatte genug anhänger!
wie heisst immer so schön: "jedem tierchen sein pläsierchen"

Wie könnte ich den vergessen - dazu müßte ich ihn doch kennen :p

Aber was Du über ihn schreibst: er hatte also offenbar viel Wissen? Und er nutzte es "böse", ja? Nun - dann hatte er doch die Wahl, wie wir alle sie haben, uns zu entscheiden ob wir "gut" oder "böse" handeln wollen. Ich kann wieder nur sagen: es gibt letztlich nichts wirklich "absolutes".

LG, wirrlicht
 
Original geschrieben von Rudhi
Es bringt nichts, über "Sinn und Zweck" von modernem Kannibalismus und Satanismus zu rätseln. Beides ist absolut (!) sinnlos, da es sich um kranke Auswüchse unserer Zivilisation im "Übergangszeitalter" handelt. Religionen geben keinen Halt
mehr. Ebenso fehlt das Vertrauen in unser soziales Sicherungssystem. Die Zukunftsängste kompensieren viele Menschen mit Zynismus oder steigern sich in etwas Negatives rein. Tut mir leid, Daggi: reine Kompensation! Keine bewußte Entscheidung: "Bewußtheit" bedeutet immer auch, ich gehe liebevoll mit mir und anderen um. Nehme keine Gifte zu mir oder verletze mich! Zweifellos empfindet ein Mensch, der krankhaft handelt, wohl eine "Lust" dabei.

Dieser Absatz läßt mich an Boccaccios Decameron denken :)

Warum meinst Du, daß "Bewußtheit" liebevollen Umgang mit sich und anderen bedeutet? (ich lebe zwar danach, so gut ich kann, aber ich halte das eigentlich für meine persönliche Entscheidung, nicht für eine zwangsläufige Folge von "Bewußtheit")


Original geschrieben von Rudhi
Ich sehe die Ursache für solch zwanghaftes oder krankhaftes Verhalten in mangelnder Selbstliebe. Ich will nicht beurteilen, ob durch das Ausleben von Sado-Maso-Phantasien nicht doch der Selbstfindung dienen kann. Ich meine aber, ohne eine Therapie wird jemand die Ursachen seines abnormen Verhaltens nicht durchblicken. "Selbstheilung" unmöglich. Reiner Erkenntnisgewinn durch ästhetisches Erleben (z.B. Sado-Maso-Spielchen) halte ich für schwierig. Fazit: da trägt jemand tiefe Verletzungen in sich. Nicht aber "das Böse", kein Mensch ist BÖSE!!!

Bis zu einem gewissen Grad können S/M-Spielereien durchaus "therapeutischen" Charakter haben, dabei spielt allerdings wiederum "Bewußtheit" eine Rolle :) S/M pauschal als "abnorm" bezeichnen: bedeutet das nicht eine negativ-Bewertung oder mißverstehe ich das? Ich habe mich mit diesem Thema immer wieder sehr intensiv auseinandergesetzt (war und ist in Lesbenkreisen immer ausgesprochen kontrovers) und hatte ursprünglich dieselbe Einstellung wie Du. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher, deshalb interessiert mich Deine Einstellung dazu. Glaubst Du, daß Macht-/Ohnmachts-Phantasien generell "krankhaft" motiviert sein müssen?

Ich bin mir auch unschlüssig, ob es stimmt daß kein Mensch "böse" sei. Wenn das, was er tut, "böse" ist - und wenn das meiste, was er tut, "böse" ist - was ist dann der Mensch?


Original geschrieben von Rudhi
Ein anderes angesprochenes Thema: Sterbehilfe. Ich habe nicht das Recht, jemandem sein Leben zu nehmen. Es gehört mir nicht! Ich würde einem todkranken Menschen eine Pille reichen, aber den letzten Schritt müsste er selbst tun, eigenverantwortlich. Andererseits: wann muß jemand gehen? Die Erfahrungen zeigen, wenn ihm der Lebenswillen abhanden gekommen ist.
Besteht nicht dennoch Hoffnung, wenn ich ihm, em "Todkranken" den Lebenswillen wiedergebe? Sogar bis 5% aller Aidspatienten überleben laut Statistik, weil sie den unbedingten Willen hatten, wieder gesund zu werden! Es wäre also wichtiger, den Menschen Lebenshilfe zu geben anstatt Sterbehilfe! Ihn von seinen Lasten des Lebens befreien heißt nicht: ihm das Leben nehmen! Wenn wir den Alten und Kranken ihre Schuldgefühle, ihren Groll und Haß nehmen würden, dann wären ausufernde "Zivilisationskrankheiten" wie oben beschrieben vom Aussterben bedroht!

Für diesen Absatz bin ich Dir dankbar :)
Ich für mich kann Sterbehilfe nicht ablehnen, wenn ich bedenke, daß ich möglicherweise irgendwann in einer Situation sein könnte, in der ich beschließe, sterben zu wollen. Ich war mit diesem Thema immer wieder konfrontiert (habe in den Jahren, in denen ich Schülerin auf dem zweiten Bildungsweg war, in der häuslichen Behindertenbetreuung gearbeitet). So hat z.B. eine "meiner" Betreuten, die durch einen Verkehrsunfall vom Hals an abwärts gelähmt war, sich Zyankali besorgen und geben lassen. Ich konnte ihre Entscheidung einerseits verstehen, andererseits wäre ich nicht imstande, diese Sterbehilfe zu leisten - weil ich zutiefst davon überzeugt bin, daß durch vorzeitigen Tod ein "Weg" abgeschnitten wird, von dem man nie weiß, wo er hätte hinführen sollen. Ich kann's nicht besser erklären. Aber ich hadere - weil ich mich immer wieder frage, wie das mit meiner Überzeugung, daß es kein Leben nach dem Tod gibt (jedenfalls kein individuelles), zusammenpaßt.

LG, wirrlicht
 
Fazit:

Alles eine Frage der Sichtweise oder

die Welt ist das, was du siehst.


Rudhi: Herzlich willkommen in der Damenrunde!!!!

Grüße von Andi
 
Original geschrieben von Rudhi
Es bringt nichts, über "Sinn und Zweck" von modernem Kannibalismus und Satanismus zu rätseln.

Nana - Rudhi ... schaun wir mal ... ;-))

Beides ist absolut (!) sinnlos, da es sich um kranke Auswüchse unserer Zivilisation im "Übergangszeitalter" handelt. Religionen geben keinen Halt
mehr. Ebenso fehlt das Vertrauen in unser soziales Sicherungssystem.

Das kann ja nicht stimmen. Was ist denn für Dich das "Übergangszeitalter"? Satanismus und Kannibalismus hat es schon immer gegeben, lange vor unserer Zeit ... Ich denke "Satanismus" ist eine Gegenbewegung zu der "Friede-Freude-Eierkuchen-Esoterik". Es gibt immer zwei Pole ... Und sowohl die einen, als auch die anderen kompensieren irgendwas ...

Bei meinem Posting schwebte mir die ganze Zeit so der "böse Zauberer" aus den Romanen vor ... Ich kenne niemand, der wirklich "böse" ist, aber ich habe es mir halt mal vorgestellt,wie ich mir so jemanden vorstelle ... So wie im Film "Das Omen" - schon als Kind ... also nichts mit "tiefgreifenden Verletzungen" ...
So stelle ich mir das Böse vor ... Wenn jemand selbst leidet und deshalb Tiere oder Menschen quält ist das für mich nicht "Böse" ...

Die Zukunftsängste kompensieren viele Menschen mit Zynismus oder steigern sich in etwas Negatives rein. Tut mir leid, Daggi: reine Kompensation! Keine bewußte Entscheidung: "Bewußtheit" bedeutet immer auch, ich gehe liebevoll mit mir und anderen um. Nehme keine Gifte zu mir oder verletze mich! Zweifellos empfindet ein Mensch, der krankhaft handelt, wohl eine "Lust" dabei.

Ja, klar ... Rudhi ... wir kompensieren unsere Ängste immer irgendwie ... Aber ich kann mir auch "Bewußt" schaden ... Gifte zu mir nehmen ... Ich tue das z.b. um die Wirkung zu verstehen/herauszufinden und manchmal aus böser, purer Lust und Genussucht :D
Desweiteren halte ich diese Darstellung für löchrig ... ich brauche bloss den Mund aufzumachen - zu atmen - um mir selbst zu schaden ... Allein unsere Luft ist Gift ! Alles relativ, Rudhi ... !!!

Ich sehe die Ursache für solch zwanghaftes oder krankhaftes Verhalten in mangelnder Selbstliebe. Ich will nicht beurteilen, ob durch das Ausleben von Sado-Maso-Phantasien nicht doch der Selbstfindung dienen kann. Ich meine aber, ohne eine Therapie wird jemand die Ursachen seines abnormen Verhaltens nicht durchblicken. "Selbstheilung" unmöglich. Reiner Erkenntnisgewinn durch ästhetisches Erleben (z.B. Sado-Maso-Spielchen) halte ich für schwierig. Fazit: da trägt jemand tiefe Verletzungen in sich. Nicht aber "das Böse", kein Mensch ist BÖSE!!!

Ja - so kenne ich es auch nur ... deshalb bin ich auch der Meinung; Kein Mensch ist Böse ...

Es ging ja grundsätzlich um die Klärung, was "Böse" überhaupt ist ...

Ein anderes angesprochenes Thema: Sterbehilfe. Ich habe nicht das Recht, jemandem sein Leben zu nehmen. Es gehört mir nicht! Ich würde einem todkranken Menschen eine Pille reichen, aber den letzten Schritt müsste er selbst tun, eigenverantwortlich. Andererseits: wann muß jemand gehen? Die Erfahrungen zeigen, wenn ihm der Lebenswillen abhanden gekommen ist.
Besteht nicht dennoch Hoffnung, wenn ich ihm, em "Todkranken" den Lebenswillen wiedergebe? Sogar bis 5% aller Aidspatienten überleben laut Statistik, weil sie den unbedingten Willen hatten, wieder gesund zu werden! Es wäre also wichtiger, den Menschen Lebenshilfe zu geben anstatt Sterbehilfe! Ihn von seinen Lasten des Lebens befreien heißt nicht: ihm das Leben nehmen! Wenn wir den Alten und Kranken ihre Schuldgefühle, ihren Groll und Haß nehmen würden, dann wären ausufernde "Zivilisationskrankheiten" wie oben beschrieben vom Aussterben bedroht!

Das ist ein sehr schöner Gedanke, Rudhi ... Ich stelle immer wieder fest, dass bei unseren Alten und Kindern einiges im Argen liegt ... Hoffentlich gibt es bald immer mehr Menschen, die wieder gerne Dienst am Menschen machen ...

Bei uns in Bonn haben wir jetzt das "Service und Senioren Taxi" eingeführt ... Soweit sind wir schon, dass selbstverständliche Dinge jetzt schon ausdrücklich gewünscht werden müssen ...

Am besten wäre eine Sterbefabrik, in der man Menschen, die nicht mehr zur Arbeit taugen, entsorgen kann !

(Gab es auch mal einen Film drüber, die wurden sogar zu Nahrung verarbeitet und waren somit wieder zu was nutze ... Ist doch eine Superidee)

mara
 
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@daggi

Alles klar: Frieden, Lebensfreude und Genußfreudigkeit. Sind die alle schwul, lesbisch oder fern ab vom Weltlichen??? Kampf, Eskalation und "Gifte" jeder Art (besonders Alkohol und Junk Food) waren für mich auch mal die einzig vorstellbare Art der Selbstverwirklichung. Wozu hat man denn seine Jugend? Schade nur, wenn jemand auf dieser Stufe stehenbleibt. So manches Gefühl trage ich noch in mir und hätte gerne die unbeschwerte Zeit als Kind zurück. aber ich trage jetzt keine Last (!) mehr mit mir herum. Das bedeutet nicht zwingend, was ich aus Deinen Zeilen lese - unkritisch und nicht gerade selbstbestimmt - sondern ich lerne aus meinen Erfahrungen. Ich stehe zu meiner Vergangenheit! Ich bin sogar stolz, daß ich gerade "meinen Weg" gegangen bin. Ich habe auch immer düstere Fantasy und Science Fiction genossen. Ich meine, jeder "Bösewicht" leidet selbst! Auch behaupte ich: Gifte nehme ich eher UNBEWUSST zu mir, so wie ich Böses/ Unrecht auch eher unreflektiert/ wenig mitfühlend tue. Der Drogenkonsument, der "wissenschaftliches Interesse" vorgibt, ist nicht ehrlich... und "Genußsucht", was Du hier wohl kritisiert siehst, wäre UNREFLEKTIERT schädlich. Vorausgesetzt natürlich immer, Du hast die Möglichkeit, Dich zu entziehen. Der Kneipenwirt hat nunmal die schlechtere Atemluft als der Fischer, kann aber dennoch auf seine Gesundheit achten und - darum ging es mir - "liebevoll" mit seinem Körper umgehen.

Aber das wolltest Du ja wohl nicht hören, da Du doch gerade von den weltfremden Esoterikern zu uns "übergelaufen bist". Dennoch: "Übergangszeitalter" bedeutet für mich...

1 Das Ende der Religionen, wie wir sie kennen
2 Bewußtheit und Bewußtsein, wie wir es noch nicht kennen
3 Eigenverantwortlichkeit und Wachstum ohne den "Ballast" der alten Zeitalter: Schuldgefühle, Groll, Aggressionen, Wut, Mangel an Selbstliebe, Mangel an Selbstvertrauen...
4 Wohlstand und Glücksgefühle, die Satanismus, Kannibalismus und niedere Spielarten der Psyche für immer mehr Menschen überflüssig machen. Das heißt nicht: alles "Kastraten" im Dauer-Affirmationsrausch!!!

@wirrlicht

"Bewußtheit" ist die Voraussetzung dafür, daß ich Verantwortung für mein Handeln übernehme! Daran krankt die Gesellschaft und Politik im Wesentlichen... Hauptsache: ICH!!!
Mit "abnorm" meine ich nicht automatisch alles wäre negativ. Ich habe ja die Möglichkeit der "ästhetischen Erkenntnisfindung" bis zu einem gewissen Grad anerkannt. Ich erkenne sogar den strengen Katholiken oder Moslem als akzeptable "Übergangserscheinung" an! Und respektiere seine Wahl, diesen Weg zu gehen. Und will der streng religiöse Mensch nicht auch "Macht-Ohnmacht-Komplexe" ausleben? Das möchte ich nicht pauschal ablehnen, nur weil ich nicht lesbisch oder religiös bin...
Ich kann mich damit aber besser abfinden als jemand, der in diesem einzigen Leben "Erlösung" sucht. Ich klammere mich nicht mehr an diesen Gedanken, der mir das Leben 25 Jahre unnötig schwer gemacht hat.
 
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