Das ist auch nicht der Punkt. Sondern der Punkt ist, dass invasive Arten heimischen Arten gefährden können, indem diese verdrängt werden.
Ja, das ist der Lauf der Welt. Den betroffenen Individuen ist es egal, ob sie durch artfremde Arten, andere heimische Arten, Individuen der eigenen Art oder sogar ihren eigenen Nachkommen verdrängt werden.
Es ist lediglich der Mensch mit seiner Vorliebe für das Gewohnte, der daraus ein Problem kreiert.
So wie auch beim Klimawandel - das gewandelte Klima ist auch ein Klima, und wenn die Erde wärmer wird und mehr bioverfügbarer Kohlenstoff in der Biosphäre ist, wird das Leben geradezu sprießen. Aber der Mensch sieht nur, was er durch eine Veränderung verlieren könnte. Daher versucht er, wider der Natur möglichst alles so zu behalten, wie er es gewohnt ist, damit er nicht das Mühsal der Anpassung auf sich nehmen muss.
Weiter ist da ein Unterschied zwischen gebietsfremd und invasiv. Die meisten gebietsfremden Arten sind kein grösseres Problem, weil sie die einheimischen Arten nicht gefährden und auch sonst nicht gross stören. Viele gebietsfremde Gartenpflanzen überleben nur Dank dem Menschen. Das gilt vermutlich auch für viele Arten in deinem Garten. Die sog. invasiven gebietsfremden Arten bzw. Neophyten verdrängen aber einheimische Arten und gefährden somit die heimische Biodiversität.
Die gewohnte Biodiversität, ja. Die wird durch eine andere Biodiversität ersetzt. Aber wie schon gesagt, der Mensch lenkt den Fokus auf das, was er durch Veränderungen verliert und nicht auf das Gesamtszenario.
Manche führen auch zu wirtschaftlichen Schäden und andere zu gesundheitlichen Schäden.
Manche, ja. Aber wie es auch beim Menschen ist, so sind auch fast alle als "heimisch" bezeichnete Arten, Tiere, Pflanzen und Pilze irgendwann in der Vergangenheit invadiert. Das heißt, auch jene von denen wir sozusagen "abhängig" sind. Aber, wie oben, der Mensch legt gerne den Fokus auf Verluste.
Beispiele dafür gibt's nun mehr als genug. Sei's die Quaggamuschel die sich seit ein paar Jahrzehnten z.B. im Bodensee ausbreitet und dadurch diverse heimische Arten verdrängt. Dazu sorgt sie auch noch für grosse Schäden an allen möglichen Seeeinrichtungen und verringert Erträge der Fischerei, durch den Rückgang der Fischbestände. Oder die Hanfpalme, die sich im südlichen Tessin, ausgehend von Privatgärten, ausbreitet und einheimische Baumarten verdrängt und somit die Schutzfunktion der Wälder verringert. Oder der Riessenbärenklau, der zu fototoxischen Reaktionen auf der Haut führen kann und somit gesundheitsschädlich ist.
Ja. Da gibt es das Sprichwort: "Der Bauer mag den Februar nicht, weil er da nur 28 Tage lang jammern kann."
Ist es ein schlechtes Erntejahr, jammert der Bauer über die geringen Einnahmen, weil er nur eine geringe Menge verkaufen kann.
Ist es ein gutes Erntejahr, jammert der Bauer über die geringen Einnahmen, weil der Preis durch das Überangebot niedrig ist.
Wie in deinem obigen Absatz, wird nur das Negative erwähnt und womöglich auch nur das Negative gesehen. Ja, es gibt das Negative - aber es ist nur ein Ausschnitt aus der Realität. So wie auch die Nachrichten kein ganzheitliches Bild von den täglichen Ereignissen in der Welt vermitteln.
PS: "einheimisch" sind Pflanzen dann, wenn sie nicht durch den Menschen aus weit entfernten Regionen in das Ökosystem eingetragen wurden.
Richtig, wobei diese Eigenschaft eine künstliche, vom Menschen definierte, ist.
Der Natur ist es egal, ob eine fremde Insektenart über Bananenkisten oder globale Windsysteme in ein Ökosystem eingebracht wird.