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aus meinem Nachtbuch

F

Fidelitas

Guest
An ein fernes Kind


Du hast mich ausgesperrt aus deinem Tun. ---
Wo gehst du hin? Kann dich nicht sehen.
Doch laß ich dich in Ruhe nun ...
Es wird ja schließlich doch geschehen.

Du hast mich ausgesperrt aus deinem Sein. ---
Ich muß es leider akzeptieren.
Doch bleiben hell die Wünsche mein,
dein Bild mit Blumen zu verzieren.


Du hast mich ausgesperrt aus den Gedanken. ---
Ich denk’ an dich noch jeden Tag.
Und wenn Gefühle häufig schwanken:
nichts ändert sich, wie ich dich mag.

Du hast mich ausgesperrt aus deinem Leben. ---
Weshalb ist das für dich so wichtig?
Ich wollte so viel Liebe geben ...

Vielleicht war das nicht richtig.






 
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Abnabelung.



Flieg, mein Spatz, flieg !

Zu gerne hätte ich gewusst, wohin du fliegst,
welche Freuden und Beschwerlichkeiten dort auf dich warten.
Aber offenbar deutest du meine Neugier als Kontrolle oder Überwachung,
gegen die du ankämpfen musst.
Ich will dich aber nicht einengen oder in einen Käfig einsperren, drum flieg !



Mach, mein Spatz, mach !

Zu gerne hätte ich die Gedanken hinter deinem Tun kennengelernt
und meine eigenen Erfahrungen als Ergänzung danebengestellt.
Aber offenbar deutest du meine Überlegungen als versuchte Bevormundung
und Beschränkung deiner Eigenständigkeit.
Ich will dich aber nicht bevormunden, drum mach !



Komm, mein Spatz, komm !

Noch immer verstehe ich nicht, warum dir diese Abgrenzung so sehr am Herzen liegt.
Gewiss, ich selbst habe in diesem Alter auch so ähnlich gehandelt, aber in meiner Situation
war auch Vieles ganz anders, denke ich.
Vielleicht habe ich doch mehr rebellisches Verhalten an dich weitergegeben, als ich wollte.
Eigentlich wollte ich ja nur einen eigenständigen, kritischen Geist fördern.
Irgendwann wirst du es sicher selber spüren, dass ich dich weder einengen noch bevormunden
möchte.
Darauf warte ich, drum komm !

 
Nachtrag

Fidelitas,

den Brief an ein fernes Kind habe ich nicht nur als einen literarischen Erguss empfunden,
sondern auch als einen Aufruf zur Spende eines Trostpflasters.

Hoffentlich wirkt das applizierte Pflaster auch richtig.
Täte mir ehrlich leid, wenn das total daneben läge.
 
AW: Nachtrag

Fidelitas,

den Brief an ein fernes Kind habe ich nicht nur als einen literarischen Erguss empfunden,
sondern auch als einen Aufruf zur Spende eines Trostpflasters.

Hoffentlich wirkt das applizierte Pflaster auch richtig.
Täte mir ehrlich leid, wenn das total daneben läge.


Es ist kein Aufruf.
Die Überschrift des Threads heißt "aus meinem Nachtbuch".

Doch danke. :blume1:
 
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AW: aus meinem Nachtbuch

Hallo Fidelitas!

Dein Gedicht gefällt mir sehr gut! Obwohl ich Reime oft mit „Fröhlichem“ assoziiere, hast du sie in diesem Gedicht sehr gut eingesetzt, sodass sie die „Sentimentalität“ der Worte unterstützen, sehr feinfühlig. Du hast auch durchgehend die Alternation von betonten und unbetonten Silben durchgezogen, was ich sehr gut finde, nur die Anzahl der Silben variiert etwas? Die ersten zwei Strophen sind metrisch identisch, doch die dritte und vierte sind dann doch etwas anders… Hhm… Vielleicht wäre eine durchgehend konstante Silbenanzahl doch etwas schöner?

Aber nun vom Formalen weg zu Inhalt. Der letzte Vers klingt wie eine resignierte Frage des lyrischen Ichs. Und ich flüstere ihm mal leise meine Antwort darauf zu: Es ist immer richtig, seine Kinder zu lieben und ihnen Liebe zu schenken. Natürlich definieren Kind und Eltern diesen Begriff anders, doch jedes Kind wird (besonders in schweren Zeiten) einmal merken, dass tatsächlich die reinste Liebe jene ist, welche die Eltern geben und die Kinder werden diese (in welcher Form auch immer) würdigen und dankbar dafür sein.

Sehr gerne gelesen und kommentiert!
Liebe Grüße,
die veganerin, ganz neu im Forum!
 
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