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Institutionelle Viktimisierung

  • Ersteller Ersteller Momo97
  • Erstellt am Erstellt am
M

Momo97

Guest
Kurz die Erklärung dazu (ChatGPT):

Der Begriff stammt aus der Trauma- und Psychologieforschung (u.a. Jennifer Freyd).
Er beschreibt:
eine Person erlebt ein Problem oder Trauma
sucht Hilfe bei einer Institution
die Institution versagt, minimiert oder schützt nicht
dadurch entsteht zusätzlicher Schaden durch das System selbst
🧠 Psychologische Folgen
Das kann für Betroffene sehr starke Folgen haben:
Verlust von Vertrauen in Behörden / Helfersysteme
Sekundäre Traumatisierung (das ursprüngliche Problem wird verstärkt)
Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit
Selbstzweifel („Ich werde eh nicht ernst genommen“)
Rückzug aus Hilfesystemen
manchmal auch chronischer Stress oder Trauma-Verstärkung
🔁 Eng verwandte Begriffe (wichtig)
Je nach Kontext werden auch diese Begriffe genutzt:
Sekundäre Viktimisierung → wenn Betroffene durch Reaktionen der Helfenden erneut verletzt werden
Systemversagen → allgemeiner Begriff (eher sozialwissenschaftlich)
institutionelle Vernachlässigung → wenn Systeme ihre Schutzpflicht nicht erfüllen
Re-Traumatisierung → wenn Hilfe selbst das Trauma wieder aktiviert

Ich wollte darüber reden. Ich würde gerne wissen, ob andere sowas Ähnliches erlebt haben und was die Folgen waren, bzw. wie ihr das seht, auch wenn ihr nicht betroffen wart.

Meint ihr, es ist ein weit verbreitetes Phänomen? Ist Hilfe in Deutschland eigentlich wirklich real existent? Oder ist vieles nur Schein?

Eine weitere Frage die ich mir stelle:

Kann es sein, je schwerer das Problem, desto schwerer ist es wirklich Hilfe zu bekommen?

Bei kleineren Problemen helfen viele, bei den größeren kaum noch einer. Das geht mir ja genauso. Was ist das eigentlich für ein Phänomen? Was müsste man tun, um das zu ändern? Mir fiele z.B. ein, wenn man die, die den Menschen mit schwersten Problemen einfach extrem gut bezahlen würde, würden mehr Menschen solche Berufe wählen. Ist unrealistisch, weil ich die Gehälter nicht bestimme. Aber was kann man sonst dagegen tun?

Ich möchte gerne zu einer Diskussion allgemein über dieses Thema einladen. Ihr könnt auch über alles andere reden, das sollte keine Einschränkung sein der Gedanken.

Nur zum Anstoß.
 
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Stell vor, dir wird dein Rad gestohlen.
Das ist ärgerlich.
Du machst eine Anzeige und hoffst, du kriegst dein Rad wieder.
Dort erfährst du, dass in der Regel damit nichts wird (was ja der Realität entspricht).
Doppelt ärgerlich.

Ist nicht immer die Schuld der Insitution, und manch bittere Pille muss man schlucken.
 
Stell vor, dir wird dein Rad gestohlen.
Das ist ärgerlich.
Du machst eine Anzeige und hoffst, du kriegst dein Rad wieder.
Dort erfährst du, dass in der Regel damit nichts wird (was ja der Realität entspricht).
Doppelt ärgerlich.

Ist nicht immer die Schuld der Insitution, und manch bittere Pille muss man schlucken.
Ja, das mit der Schuld ist auch eine spannende Frage.
Ein bißchen anders sehe ich das aber bei der Polizei. Sie sagt ja nicht explizit, wir sind dafür das Fahrrad wieder zu holen, ich meine, wie sollen sie das auch machen?
Es kann ja nur zufällig wieder auftauchen, ohne das konkret darnach gesucht wurde, oder?
Es ist ein Unterschied ob sagen wir z.B. ob du Krankenversicherung zahlst und im Gesetz freie Arztwahl hast, aber mit Entzündung nicht aufgenommen wirst, weil es kein Notfall ist und später noch Fieber dazu kommt.

Einmal ist sowas ja nicht schlimm.

Aber sagen wir es passiert einfach überall.

Sagen wir man muss 100 Leute anfragen, damit mal 1 kommt, der wirklich zuhört.

Ich emfinde das als eine realistische Betrachtung.

Und ich frage mich ernsthaft, ob es überhaupt Sinn macht, Menschen zu vertrauen.

Und eigentlich bin ich jetzt an dem Punkt, wo ich mir denke, nein.

Und das hat dazu geführt dass ich alle Hilfsangebote abgebrochen hab.

Ich musste jahrelang suchen, bis ich einen Therapie Platz hatte. Das ist auch so ein Beispiel. Ich hab soviele Absagen bekommen, weil ich eine Diagnose bekommen hatte, Psychose, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hatte. Verhaltenstherapie hatte nichts gebracht obwohl ich alles gemacht hab und die Analytiker lehnen fast alle Psychosepatienten ab.

Ich war auch eine Weile bei sehr vielen Ärzten die alle was anderes diagnostiziert hatten. Einmal dachte ich, ich sterbe. Aber ich wollte nicht mehr zu Ärzten. Ich war nur noch bei den Entzündungen gegangen, wegen Antibiotika.

In der Schule (Erwachsenen Kolleg) habe ich 5 Personen kontaktiert, darunter den Pädagogischen Leiter, Vertrauensschüler, 3 Vertrauenslehrer und alle haben entweder garnicht geantwortet, meinten dafür sind sie nicht zuständig, haben weitergeleitet oder wussten nicht weiter. Die Sozialarbeiterin wollte nach 4 Monaten nur persönliche Gespräche, keinen Schrift Verkehr, was für mich nicht infrage kommt.

Und wo ich eine Psychose hatte (oder was immer das auch war), habe ich über 2 Jahre auf einen Sozialarbeiter gewartet, weil die nicht genug Personal hatten.

Aber nicht nur das. Auch bei Seelsorgern wurde ich öfter abgegeben, oder woanders hin verwiesen, wo ich nicht die Hilfe bekommen hab, die ich gebraucht hatte.

Oder als ich mal kein Geld für Essen hatte, weil das mit den Ämtern gedauert hat, da hab ich z.B. Stellen gesagt bekommen, wo ich genau zur Schulzeit essen sollte. Und bei der Abendausgabe konnten sie mir nicht das von den 2 Ausgaben vorher geben, weil die Regeln so sind.

Es ist nicht nur Ignorieren, auch ständiges Weiterleiten oder Schein Lösungen, die überhaupt nicht auf den zugeschnitten sind, der Hilfe sucht. Es ist auch die Kälte der Bürokratie und Personalmangel und dass kaum noch einer richtig zuhört.

Und ich glaub ich möchte das nicht mehr.

Ich möchte rausfinden was passiert, wenn ich einfach nur noch GOTT vertraue.

Ich versuche es erstmal 2 Wochen, oder 4. Ich wünsche mir, keine Hilfe mehr von Menschen zu brauchen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Man könnte jetzt sagen, das ist dumm. Schließlich hab ich jetzt ganz bewusst Hilfe abgebrochen, die ich hatte, weil woanders keine kam. Und jedes mal, wo ich Absagen bekommen hab, war ich voll mit Adrenalin. Ich hab jetzt verstanden, dass das so eine Art Trauma sein muss. Vielleicht weil das schon als Kind so war und eigentlich allgemeingültig. Ich hab auch gute Erfahrungen gemacht, z.B. mit einem Seelsorger, bei dem ich jetzt in der Gemeinde bin.
Und ich mag sogar meinen Therapeut und Sozialarbeiter. Ich hab sogar kürzlich wieder einen neuen Seelsorger bekommen, weil ich gerade keinen hab und der davor mich wieder abgegeben hat.

Und eigentlich wirkt das total paradox.

Aber das auf dem Kolleg hat wieder all das hochgeholt und dann hab ich mich gefragt, ob das Problem vielleicht nicht war, dass ich nicht die richtige Hilfe gefunden hab, sondern überhaupt Hilfe von Menschen wollte.
 
Vielleicht geht es mir langfristig einfach besser ohne Hilfe. Vielleicht ist das nur eine Lüge zu glauben, das man Menschen braucht.
 
Ich musste daran denken.
Es ist besser, bei dem HERRN Zuflucht zu suchen, als sich auf den Menschen zu verlassen. (Ps 118,8)
 
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Irgendwann wollte ich das Hilfesystem ändern. Dann dachte ich mir, ich habe versucht etwas zu ändern, was ich nicht ändern kann. Es hat mit der menschlichen Natur zu tun, glaube ich. Und ich bin nicht besser. Ich habe auch aufgehört, anderen zu helfen. Ich hab mich für alles verantwortlich gefühlt, was ich ändern kann. Ich hab das jahrelang aus den falschen Motiven gemacht, nicht aus Liebe. Es war Geben aus Schuldgefühlen.
Ich gebe keine Hilfe mehr und ich möchte auch keine mehr haben.
 
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