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Die Gewissheit als Religion

Der Floh

New Member
Registriert
26. März 2007
Beiträge
47
Hallo,

Habe mich neulich gefragt wie überhaupt der Zweifel und die Suche nach der Wahrheit überhaupt in die Welt gekommen ist.
Wenn man nun sagt, dass Religionen eben nur entstanden weil Menschen nach Antworten auf unerklärliche Dinge suchten, ist es doch merkwürdig wie diese Suche anfing,oder???
Zumindest heute ist diese Suche ja meist nicht mehr überlebenswichtig und dennoch suchen wir unablässig weiter nach Antworten.

Floh
 
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AW: Die Gewissheit als Religion

Mit deiner These, die Religion hätte die Funktion auf Unerklärbares Antworten zu geben und greifbar zu machen bin ich einverstanden.

(Allerdings lasse ich hier unbeantwortet, ob sie die einzige Ursache oder auch Funktion der Religion ist)

Doch was hängt damit zusammen? Warum kann es der Mensch so schwer aushalten, etwas nicht zu wissen?

Ich glaube dieses Bedürfnis ist eng verbunden mit jenem nach einem festen Platz, nach Orientierung. Wir können Unsicherheit schwer ertragen und wandeln ungern blind umher. Was Not tut ist eine "Landkarte". Diese entwerfen wir mit unserer Vernunft, dem Verstand, dem Glauben und dem Wähnen (Die Begriffe in diesem Zusammenhang sind von Platon entlehnt).
Wobei erstere den besten, letzere den schlechtesten Grund schafft, um darauf zu gehen.
Dort wo das Wissen zusammen mit Vernunft und Verstand endet, beginnt mit dem Glauben und Wähnen das Meinen. Insofern ist es richtig, dass die Religion dort ansetzen müsste, wo die Wissenschaften enden.

Dass Religion überlebenswichtig war/ist, glaube ich nicht. Aber sie war schon immer ein Bedürfnis des Menschen.
Die Tatsache, dass wir sie auch heute noch brauchen erklärt sich von selbst, denn wir werden nie alles wissen.

Gruß
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Die Gewissheit als Religion ????
Gewissheit ist keine Religion. Ich glaube, Religion schafft eine Gewissheit der ethnischen Norm. Religionen sind nicht da, um dir Antworten über die Welt zu geben, sondern sie geben Antworten zur Orientierung in dieser Welt.

Wie gehe ich mit dem Tod oder mit meinen Mitmenschen um; wie überwinde ich meine Isolation, die Sinnfrage, mein Selbstbild, woher nehme ich meine Motivation, was ist Recht/Unrecht ...

fussel
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Religionen sind nicht da, um dir Antworten über die Welt zu geben, sondern sie geben Antworten zur Orientierung in dieser Welt.

hallo, fussel!

ich würde diesen satz umändern zu: religionen waren da, um dir antworten über die welt zu geben, doch geben sie heute antworten zur orientierung in dieser welt.
wobei noch hinzugefügt werden muss, dass man mittels orientieren in der welt auch antworten über sie finden kann. ich denke da an räumliche orientierung durch erfindung von landkarten, oder forschungsreisen in die meerestiefen, um zu sehen wie ist die welt aufgebaut, wo kann der mensch hingehen!
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Mmmmmmmm....

Ich meinte eher wie die Suche nach der Wahrheit und Erkenntnis entstanden ist,
Was treibt den Menschen immer mehr zu Wissen????
Woher kommt diese Neugier????
Ist Neugier nur eine andere Form der Hoffnung????

Floh
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Mmmmmmmm....

Ich meinte eher wie die Suche nach der Wahrheit und Erkenntnis entstanden ist,
Was treibt den Menschen immer mehr zu Wissen????
Woher kommt diese Neugier????
Ist Neugier nur eine andere Form der Hoffnung????

Floh

Hallo Floh,

wenn Du das so meinst, ziemlich einfache Frage oder? Der Mensch hätte ohne seine Neugier in der Evolution kaum überlebt. Die Fähigkeit zu hinterfragen und zu entwickeln, hat doch seine Defizite an Kraft, Schnelligkeit und Widerstandsfähigkeit ausgeglichen.

Ich verstehe nicht ganz, warum Du diese Frage dann im Religionsbereich positioniert hast.

Ach ja, da ist ja noch die Hoffnungsfrage: Ich denke, die kann man bejahen, wobei, da hier die Transzendenz beginnt, der Mensch mit noch so viel Neugier die Frage nie beantworten wird, ob das was ihm Hoffnung macht, "Realität" ist (Kant würde sagen, "das Ding an sich") oder nur ein Trugschluß, eine Einbildung.

Gruß
Zwetsche
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Hierzu zitier ich mal frei aus 'Der Zug des Lebens':
"Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild... aber wer schrieb diesen Satz darnieder? Der Mensch! Er hat sich, unbescheiden, wie er war, mit Gott verglichen. Gott hat den Menschen vielleicht erschaffen, aber der Mensch hat sich Gott erschaffen, nur um sich selbst zu erklären. [...] Wir beten nicht für Gott, sondern nur für uns allein, Gott ist jedem von uns egal" Fin ich sehr treffend formuliert, obwohl ich nicht Gläubig in diesem Sinne bin un da natürlich keinem reinreden will
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Meinem Wissen nach hat die Suche doch mit dem Sündenfall von Adam und Eva begonnen, und der Konsequenz des rauswurfes aus dem Paradies, oder? Ich sehe persönlich ja Adam und Eva als die ersten Menschen die Nein sagten und dafür mussten sie leiden - sie wurden aus dem Garten der Glückseligkeit verbtrieben. Jedes Kind ist Wie sie, sie sind noch nicht Mensch geworden, sie sind noch unbewusst. doch meiner Meinung nach liegt die Quintessenz darin das man aus dem Paradies geworfen werden muss um es bewusst wieder zu erlangen. Das ist Bürde und Schicksal des Menschen, seine Qual und seine Freiheit, seine Problematik und seine Grösse. Der Schmerz gehört zum Wachstum.
 
AW: Die Gewissheit als Religion

Also, wie "die Religion" überhaupt in die Welt gekommen ist, dazu habe ich schon ein ziemlich einfaches Bild: der Glaube beschäftigt sich mit allem, was wir nicht wissen können. Und da ergeben sich zwangsläufig auch Glaubensgemeinschaften: selbst wenn es nur darum geht, ob jemand an das Gelingen einer gewagten Expedition glaubt, oder an steigende Aktienkurse: die einen werden das so einschätzen, die anderen anders.

Nichtsdestotrotz brauchen wir Einschätzungen, um unsere Entscheidungen zu treffen, und da kommen dann eben alle in Gruppen zusammen, die dieselben Einschätzungen haben, also einen ähnlichen Glauben.

Wenn das zu kleinen Fragen geschieht, dann sind das Teams, die an etwas glauben, und zu großen Fragen sind es eben Religionsgemeinschaften: viele Menschen mit denselben Einschätzungen zu der Frage, was nach ihrem Tod mit ihnen sein wird, und wozu sie auf der Welt sind.

In dem Zusammenhang wird meiner Ansicht nach auch der "Null-Gott-Glaube" gewaltig überschätzt: das ist auch nur eine Gruppe von Leuten, die eben jener Einschätzung am meisten abgewinnen können, dass es keinen Gott gibt: nicht viele, nicht wenige, nicht einen, sondern keinen Gott.

Aber das ist auch nur eine Einschätzung. Mit denselben Zweifeln, wie sie alle anderen Gläubigen auch haben. Und mit denselben Fanatikern, die es zu wissen glauben. - Aber es ist auch nur ein Glaube.

Alles, was wir nicht wissen, müssen wir glauben. Jeder. (Also zumindest alles, was nicht unter konstanten Bedingungen passiert. Daher praktisch alles...)

lg Frankie
 
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AW: Die Gewissheit als Religion

Hierzu zitier ich mal frei aus 'Der Zug des Lebens':
"Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild... aber wer schrieb diesen Satz darnieder? Der Mensch! Er hat sich, unbescheiden, wie er war, mit Gott verglichen. Gott hat den Menschen vielleicht erschaffen, aber der Mensch hat sich Gott erschaffen, nur um sich selbst zu erklären. [...] Wir beten nicht für Gott, sondern nur für uns allein, Gott ist jedem von uns egal" Fin ich sehr treffend formuliert, obwohl ich nicht Gläubig in diesem Sinne bin un da natürlich keinem reinreden will

Hallo Malik,
Ich denke, der Mensch hat viele falsche Götter erschaffen, aber der eine und wahre Gott kann nicht erschaffen werden. Der Satz: "Gott schuf den Menschen nach seinen Abbild..." ist von Mose niedergeschiben worden, und dieser Moses, hat sicher mit Gott gesprochen. Gott ist ein Vollkommener Mensch und die Dinge die er für den Menschen erschaffen hat, nützen am meisten den Menschen auf der Erde. Wir sind seine Kinder, darum sind wir auch im Ebenbilde Gottes erschaffen worden.

Der Mensch braucht eine vernunftgemäse Theologie
 
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