1. Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Die geistige Bedeutung des Kreuzestodes auf Golgatha

Dieses Thema im Forum "Religion, Glaube, Spirituelles" wurde erstellt von Anthros, 18. Mai 2020.

  1. Anthros

    Anthros Active Member

    Registriert seit:
    24. April 2020
    Beiträge:
    125
    Werbung:


    Das passt nicht mehr ins Thema, von wo ich's hergeholt habe, darum ein eigener Thread dafür.

    Es geht der Frage nach dem Sinn der Kreuzigung nach. Wird mit dem physischen Blick hingesehen, wird ein physischer Leib gemartert. Aus diesem Blickwinkel wird versucht, einen Sinn zu formulieren, der aber eben nur aus der physischen Sicht herausgearbeitet werden kann. Dieser sieht das physische Leid und daraus entsteht die Meinung, Jesus hätte ein Bild des Jammers abgegeben und sei (für die Sünden) am Kreuz höchst leidvoll gestorben.

    Es wird aber nicht geistig-spirituell hingesehen. Der Christus ist in Jesus bei der Jordantaufe eingegangen bzw. irdisch geboren, er hat sich inkarniert. Drei Jahre brauchte Christus bis zur Menschwerdung, die am Kreuz erst mit den Worten, es sei vollbracht, beendet worden ist. Der Christus nahm während der drei Jahre zu, der Jesus nahm ab. Was war da am Kreuz noch von Jesus für ein winziger Rest übrig? War dieser überhaupt noch für Empfindungen empfänglich, war er überhaupt noch körperlich leidensfähig? Kommen die Kreuzesworte aus seinem physischen Mund oder sind's geistig-spirituelle?

    Wie der Christus in Jesus eingetreten ist, so ist er aus ihm ausgetreten. Da muss etwas passiert sein, dass, wie Frischling es erwähnt, einen duftenden Wohlgeruch bei Eintreten des Todes in Erscheinung hat eintreten lassen. In solchem kann nur dann ein Widerspruch gesehen werden, wenn nur aufs Physische geachtet wird und nicht auf die geistig-spirituellen Vorgänge, die es sind, auf die es ankommt.

    Der Menschensohn verhalf dem Gottessohn, sterben zu können. Der Christus trat aus Jesus und konnte so in die Welt des Todes eintreten, die nur ein sterblicher Mensch betreten kann. Wenn ein Gott in diese Welt eintritt, tritt er mit ganz anderen Mächten ein und kann auf das, was Tod einst bedeutete, Einfluss nehmen. Diese Bedeutung muss eine ungemein wichtige für die Menschheit gewesen sein, und die es ist, die sinnbildlich diesen Wohlgeruch hat entstehen lassen.

    Das am Kreuz auslaufende Blut des Körpers des Jesus, ist geistig durchtränkt mit der Macht des Gottes. Läuft es auf die Erde, hat es eine ganz andere Wirkung auf sie. Die Anthroposophie erläutert es im Zusammenhang mit der Grablegung so: "Die Erde, die im Sterben liegt, weil sie in Gefahr steht, den Zusammenhang mit dem Himmel völlig zu verlieren, ist eine Arznei gereicht worden. Sie hat Leib und Blut in sich aufgenommen. Das waren die ersten Bestandteile irdischer Materie, die ganz und gar vom Geiste durchdrungen wurden. Sie sind der Keim einer neuen geistdurchleuchteten Materie. Das seelisch-geistige Wesen des Christus ging mit den Blutstropfen, die den Golgathahügel benetzten, und mit dem Leib, der in das Grab des Josef von Arimathia gelegt wurde. Zum erstenmal blieb der Jenseitsbann des Todes unwirksam." Emil Bock, Urchristentum Band 3, Die drei Jahre, Die Ereignisse der Karwoche
     
  2. Frischling

    Frischling Well-Known Member

    Registriert seit:
    23. April 2015
    Beiträge:
    1.712
    Nein, mir ging es darum, ob ein allmächtiger Schöpfer der Himmel und der Erden, nach dessen allmächtigen Wille laut Matth. 26, 39+42-44 sein Sohn am Kreuz sterben musste, dieses elendige Verrecken eines Menschen so verstanden haben soll:

    „Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus euch geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Gabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.“ (Epheser 5, 2)

    Es geht also darum, dass eine Macht, die nach heutigem Wissen fähig gewesen sein müsste, aus dem NICHTS heraus ein Universum mit über 100 Milliarden Galaxien zu erschaffen, dieses Verrecken seines Sohnes so genossen hat, wie etwa das Abschlachten und rituelle Verbrennen von Geschöpfen von ihm, wie er das per Gesetze so gefordert hat, um sich am wohlgefälligen Geruch ergötzen zu können:

    "Dann sollst du den Widder schlachten und von seinem Blut etwas nehmen und es auf das rechte Ohrläppchen Aarons und auf das rechte Ohrläppchen seiner Söhne tun, auch auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes. Das übrige Blut aber sollst du ringsum an den Altar sprengen. Und nimm von dem Blut, das auf dem Altar ist, und von dem Salböl und sprenge es auf Aaron und auf seine Kleider, und auf seine Söhne und auf die Kleider seiner Söhne mit ihm! So werden er und seine Kleider und seine Söhne und die Kleider seiner Söhne mit ihm geheiligt. Dann nimm von dem Widder das Fett, den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, dazu den Leberlappen, die beiden Nieren und das Fett, das an ihnen ist, sowie die rechte Keule - denn ein Widder der Einsetzung ist es -, ferner ein fladenförmiges Rundbrot, einen Ölbrotkuchen und einen Fladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote, der vor dem HERRN steht, und lege das alles auf die Hände Aarons und auf die Hände seiner Söhne und schwinge es als Schwingopfer vor dem HERRN! Dann nimm es von ihren Händen und lass es auf dem Altar über dem Brandopfer als Rauch aufsteigen zum wohlgefälligen Geruch vor dem HERRN! Ein Feueropfer ist es für den HERRN." (2. Mos. 29, 20-25)

    Die Ausgestaltung seines Heiligtums und seine Opfergesetze stehen in 2. Mos. Kapitel 25-30 und 35-40 und 3. Mos. Kapitel 1-9 und umfassen mehr Wörter, als das gesamte Markusevangelium. Du musst Dich also fragen, ob Du wirklich glauben kannst, ob dieser Allmächtige wirklich gefordert hat, Geschöpfe von ihm verrecken zu lassen, um sich am wohlgefälligen Geruch der verbrannten Schlachtoper zu ergötzen.

    Nach meiner Meinung wurde dieser Gott von Abzockerpriester konstruiert, die von den abgepressten Opfergaben wie die Maden im Speck leben wollten ;-)

    Natürlich hätte ein wirklich Allmächtiger seinen eigenen Sohn so am Kreuz verrecken lassen können, dass man bei ihm entsetzliche Qualen vermuten hätte – obwohl er dabei keinerlei Schmerzen verspürt. Das aber ist eine genauso sinnlose Spekulation wie das, was Du bzw. Emil Bock zu einem möglichen Kreuzigungs- Sterben – und Auferstehungsvorgang angeführt hast. Das sind Vorstellungen, die man höchstens noch Menschen verkaufen kann, die ein Wissensstand von Menschen vor 2000 Jahren haben. Also Menschen, die damals noch glauben konnten, dass das Herrgöttle die Lichter am Himmelsgewölbe am 4. Schöpfungstag gebastelt und einmal die Sonne fast einen ganzen Tag daran gehindert hat, über das Himmelsgewölbe entlang zu wandern, damit genügend Helligkeit gegeben war, um das Abschlachten von Menschen anderen Glaubens auch gründlich genug durchzuführen. Das steht in Jos. 10, 12-14. Glaubst Du solchen Schwachsinn? Glaubst Du, dass ein Allmächtiger Anbetung einfordern und das Töten der Menschen per Gesetz verlangen würde, die andern Göttern geopfert haben? Glaubst Du, dass Dein Gott der denkbar giftigste Feind der nach meiner Meinung für ein friedliches Miteinander ALLER Menschen unabdingbaren Religionsfreiheit ist?
     
    Ellemaus und FreniIshtar gefällt das.
  3. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    4.235
    Ich glaube an die Menschen, und wenn Menschen ermutigt werden, selbst über alle und heute verfügbaren Erkenntnisse nachzudenken, stellt sich häufig heraus, dass sie nicht an Gott glauben und ein erfülltes, zufriedenstellendes, ja wahrhaft befreites Leben führen.

    Richard Dawkins'
    Schlussgedanke aus der 2018er Ausgabe:
    *Der Gottes Wahn*
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Mai 2020
    Ellemaus und Frischling gefällt das.
  4. Wortjan Sinner

    Wortjan Sinner Well-Known Member

    Registriert seit:
    6. Mai 2018
    Beiträge:
    4.680
    Ich denke, das sollten jene zu beantworten versuchen, die an den Kreuzestod unerschütterlich glauben.

    (Wenn ich die Passagen lese, dann wurde er nach kurzer Zeit bewusstlos vom Kreuz genommen und seine Wunden 3 Tage lang in einem Versteck physisch geheilt. Und danach gab es dann die Auferstehungszeremonie, die Jesus schon selbst bei Lazarus durchführte)
     
    Ellemaus gefällt das.
  5. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    4.235
    Ja!

    --------------------

    Richard Dawkins
    bezieht sich auf Religion:

    "Ich bin ein Gegner der Religion.
    Sie lehrt uns damit zufrieden zu sein,
    dass wir die Welt nicht verstehen"
     
    Bernies Sage und Ellemaus gefällt das.
  6. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    4.235
    Werbung:


    Ja, zum Beispiel die tiefgläubige
    *Uta Ranke-Heinemann*

    "Jesus starb überhaupt nicht -f ü r- sondern ganz
    allein -d u r c h- die Sünden der Menschen"

    "Die Bibel ist nicht Gottes- sondern Menschenwort"

    "Eine blutige Erlösung am Kreuz ist eine heidnische Menschenopferreligion nach religiösem Steinzeitmuster"

    Die jüdisch urchristlichen Mahlzeiten waren Ausdruck von Gemeinsamkeit:
    "Aus dem Erinnerungsmahl der Gemeinde wurde ein priesterliches Opfermahl"
    -!!!
    Aus: Nein und Amen
     
    Ellemaus, Frischling und denk-mal gefällt das.
  7. Wortjan Sinner

    Wortjan Sinner Well-Known Member

    Registriert seit:
    6. Mai 2018
    Beiträge:
    4.680
    :D Ich meinte hier (und nicht fremd her zitiert)
     
  8. Ellemaus

    Ellemaus Well-Known Member

    Registriert seit:
    29. Juni 2010
    Beiträge:
    22.218
    Auferstehungszeremonie aber nur durch Maria, vermute ich.
     
  9. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    4.235
    Und?
    Habe ich nur mit einem Wort behauptet, dass die Anweisung des Herr Pilatus Statthalter nicht durchgeführt wurde?

    Es ist und -s i n d- die grausigen Auslegungen, durch Priester - Pastoren - sowie durch andere konfessionelle Helden, wodurch seit Jahrhunderten Folter - Kriege und Terror legitimiert wurden - werden!

    Im Übrigen halte ich es nicht nur für legitim,
    sondern auch für erwähnenswert wichtig, auch auf ernstzunehmend denkende Gläubige hinzuweisen:

    Heinemann war ja -schon sehr früh- quasi eine geistige Ziehtochter von R. Bultmann!
     
    Ellemaus gefällt das.
  10. Wortjan Sinner

    Wortjan Sinner Well-Known Member

    Registriert seit:
    6. Mai 2018
    Beiträge:
    4.680
    1) Das Kreuz als Symbol des Opfertods Christi ist eine "Moderne Symbolik".
    2) Das Kreuz in der Öffentlichkeit war im Beginn Symbol für das "Ende der Christenverfolgung".

    Pilatus ist heute wieder "aktiv"...
     

Diese Seite empfehlen

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden