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Wein-Plaudereien

AW: Wein-Plaudereien

... auch wenn ich viel Widerspruch ernten werde: Dornfelder packe ich nie wieder an - er kommt, auch wenn es noch so viele Kenner behaupten, nie und nimmer an Spätburgunder heran ...
... auch Portugieser erreicht nicht die Qualitäten eines guten Spätburgunders.

Was die Preisklasse betrifft, kann man schon um 10 € fündig werden (viele Ahr-Weine liegen in dieser Klasse); ansonsten behaupte ich mal, ich schmecke einem Wein nicht mehr an, ob er 20 € oder 50 € gekostet hat; wenn die Etikettierung stimmt - und in der EU kann man sich darauf verlassen - bekommt man die Qualität, die man erwarten kann (auch ein Grund, warum ich Übersee-Weine meide - auch meine Versuche auf diesem Gebiet führten eher zum Ausspucken als zum Runterschlucken).
 
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AW: Wein-Plaudereien

Deshalb mal konkrete Fragen:
Welchen wein trinkt ihr? Traubensorte, Anbaugebiet, Preisklasse
Auf welche Weine kann man verzichten, die ihr Geld nicht wert sind? Ich hatte auch schon teure Weine im Haus, die mir nicht schmeckten - Flaschen sind aber schon entsorgt.
Der Wein für den besonderen Anlass - welches ist Euer Tipp?

Axl


Das ist ein weites Feld, das ich aber gerne so nach und nach beantworte.

Aber wie so oft gibt es da viele Antworten!

Und sie können sich ändern.

Zur Zeit schmeckt mir besonders der Carmenère aus Chile, der Pinotage aus Südafrika, der Gewürztraminer aus dem Elsass, und der Regent aus Baden.
 
AW: Wein-Plaudereien

Zur Zeit trinke ich gerade chinesischen Rotwein von der Firma "Great Wall".

Er ist weder gut noch schlecht.

Aber mir hat die exotische Herkunft des Weines gefallen. :sekt:

Doch nun lese ich dieses:

Mit "Great Wall" kann man nicht ganz falsch liegen. Die kaufen weltweit Weinverschnitt und fuellen das dann in Flaschen. Bedeutet das der Wein nie aus China kommt und somit in Sachen Pestizide unbedenklicher sein sollte.

http://www.schanghai.com/index.php?p=forum&fl=sh_shopping&dmsgid=1076&forum_offset=720&dv=11

Toll, oder? :teufel2:

Betrug, wohin man guckt! :teufel2:
 
AW: Wein-Plaudereien

... tja, wo soll auch in China Wein wachsen? (außer Reiswein :zunge3:)...

Für mich ist die Zeit des Weintrinkens erst einmal wieder vorbei, da es nun wieder wärmer wird. Ich mag keinen Weißwein (Rosé und Weißherbst und das ganze Zeugs eigentlich auch nicht), sondern nur den roten - und der ist halt nichts für Frühlings- und Sommerzeiten.
 
AW: Wein-Plaudereien

... ok, geguckt: Und diese Information erhalten:
Der Wein konnte in China bis heute eigentlich nie Fuß fassen, obwohl bereits Zeugnisse aus der Antike Weinbereitung in China bezeugen. Bis heute bevorzugen die Chinesen ihren Reiswein, bzw. Reisschnaps.

... und da fühlte ich mich irgendwie doch bestätigt (aber wie weiter oben schon mal ausgeführt, bin ich alter Europäer, und trinke keinen Wein aus anderen Kontinenten - nach ein paar negativen Versuchen; zudem gibt es ja hier auch genug...)...
 
AW: Wein-Plaudereien

Heute habe ich zu gutem badischen Spargel einen guten badischen Riesling getrunken. :sekt:
 
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AW: Wein-Plaudereien

Also ich habe 30 Jahren in Deutschland gewohnt und in dieser Zeit fast alle Weinanbaugebiete bereist und dort Wein verkostet. Ein hübscher Zeitvertreib wenn man zwei kleine Kinder hat, die ja gerne in der Natur sind. Das führte dazu, dass ich jahrelang auch einen Weinkeller hatte.

Regel Nr.1: guten erschwinglichen Wein bekommt man nicht im Supermarkt sondern nur in Weinhandlungen. Ausnahme davon: die Feinkostabteilung von Kaufhof, Hertie und Karstadt.

Bei Rotwein sollte man sich, je nach persönlicher Vorliebe, eher an Franzosen und Spanier halten. Italiener habe zwar ebenfalls grossartige Rotweine, der Prozentsatz der durch einen schlechten Korken ungeniessbaren Weine ist in diesem Land aber zu hoch. Wenn man nicht an Xenophobie leidet, sind die Rotweine aus Chile erste Wahl. Niergends bekommt man soviel Qualität für so wenig Geld. Es handelt sich dabei ja um französische Reben die vor der Reblaus nach Chile gerettet wurden.
Der in Deutschland angebotene Rotwein aus Deutschland finde ist nicht besonders gut. Ausnahmen sind möglich. Ich habe zB. in Traben-Trabach einmal bei einem Weinfest sehr guten Rotwein von der Mosel getrunken. Die Rotweine von der Ahr sind mMn gewöhnungsbedürftig.

Deutschland ist Weisswein-Land, speziell Riesling, er wird ja auch in anderen Ländern Rheinriesling genannt.

Die Rieslinge aus dem Rheingau sind die berühmtesten und daher ziemlich teuer. Fast ebensogut sind die von der Nahe (Nebenflüsschen des Rhein), allerdings billiger. Sie haben aber meist einen stark mineralischen Geschmack weil sie auf Porphyrfelsen wachsen.

An der Mosel wird viel süsslicher Wein erzeugt. Am besten ist dort der Wein zwischen Trier und Traben-Trabach, vor allem von den "nicht-flurbereinigten" Lagen in Trittenheim und Piesport. Die Weine vom Unterlauf der Mosel sind nicht besonders.

Bei den Frankenweinen habe ich nur wenige gute gefunden. Allerdings mag ich keinen Silvaner. Müller-Thurgau ist ein Massenwein, eine Riesling-Silvaner-Mischung, wer ihn mag, kommt billig davon denn der Frankenwein ist, gemessen an der Qualität, extrem teuer.

Die grösste Weinanbauregion ist aber die Pfalz und Baden. In der Pfalz findet man für wenig Geld die besten deutschen Weine. Leider wurde der Ruf der Pfalz als Weinanbaugebiet im 3.Reich zerstört. Die Weine aus Neustadt, Gimmeldingen und Forst waren meine Favoriten. Da die Weinbauern bzw. Weinhändler dort früher zu einem grossen Juden waren, wurden sie unter Hitler gezwungen, ihren Wein an die Mosel-Weinbauern abzuliefern, die dadurch "Weinpantschen" lernten.

Wein wird in der Pfalz überall angebaut, die besten Weine kommen vom Haardt, einer Hügelkette aus verwittertem schwarzen Basalt der die Tageswärme speichert. Ergebnis: geradezu tropisch intensiv schmeckende Weine.

Die besten Sorten in der Pfalz und auch in Baden sind Weiss- und Grauburgunder. Die teursten Weissweine der Welt sind die französischen Montrachet's, es handelt sich dabei um Grauburgunder (Pinot Gris). Der italienische Pinot Grigio ist tatsächlich Abwaschwasser gegen gute deutsche Grauburgunder.

Bei den Badener Weinen bevorzugte ich den Weissburgunder. Allerdings ist festzustellen, dass durch die am Kaiserstuhl durchgeführten Flurbereinigungen der Wein sicherlich nicht besser wurde und der berühmte Kaiserstuhl ein wenig von seiner berühmten Vergangenheit lebt.

Ein zwiespältiges Verhältnis habe ich zu den Rhein-Hessichen Weinen. Davon habe ich wahrscheinlich zuwenig getrunken.

Nicht unerwähnt lassen will ich aber den Weissherbst - eine deutsche Spezialität. Eigentlich Rotweintrauben, die aber ebenso schnell wie Weissweintrauben verarbeitet werden, dass dabei ein Rose entsteht.

Ich hoffe mit diesem Kurzüberblick über die deutsche Weinlandschaft hier einigen, die sich offenbar nicht so gut mit Wein auskennen wie ich (bin ja auch in einem österreichischen Weinort aufgewachsen) interessante Tip's für eigene Wein-Entdeckungen gegeben zu haben.

Der mE beste Weisswein der Welt heisst: Gimmeldinger Meerspinne, Grauburgunder Auslese trocken vom Weingut Müller-Catoir. Leider ist er seit Jahren stets ausverkauft...
 
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