AW: Was ist die Bestimmung des Menschen?
Vielleicht muss ich hier mehr ins Detail gehen: Wenn ich mich selbst wahr nehme, werde ich "meiner" bewusst. Was heißt das in diesem Moment? Ich schreibe am PC, schaue rechts zur Schreibtischlampe und dann gerade aus auf die Holzwand. Ich meine zu sein.
Wenn nun Scriberius hier sitzen würde, hätte er fast genau die gleichen Eindrücke wie ich: er schreibt am PC, schaut nach rechts zur Schreibtischlampe und dann auf die Holzwand. Er meint zu sein. Und ich unterstelle ihm jetzt, in der gleichen Art und Weise wie ich mich erlebe.
Aber wie soll das gehen, wenn zwei Menschen meinen [(einzig(artig)] zu sein? Antwort: Es geht nicht. Wir sind Kopien. Mehr oder minder gut gemacht oder entwickelt, aber dennoch nur Kopien [eines (übergeordneten) Seins?].
Tut mir leid, blue, das überzeugt mich nicht. Gesetzt den Fall, wir bekommen die selbe Aufgabe gestellt und sollen sie zeitgleich in 2 identisch eingerichteten Räumen lösen, wir würden es völlig unterschiedlich erleben und auch völlig unterschiedlich reagieren, eben weil wir unterschiedliche Personen sind, über unterschiedliche Anlagen und Erfahrungen verfügen.
Sei vorsichtig mit dem "nur meinen zu sein". Unser (Selbst-)Bewusstsein ist eine labile Angelegenheit. Manchen von uns wird eine starke mitgegeben (von den Eltern), anderen nicht. Wer sich nie auf eigene Beine stellen musste und getragen wurde, der kann zwar auch ganz gut leben, bleibt aber abhängig. Und wehe, wenn dann der Stabilität spendende Generator einfach abhaut oder gar stirbt! Dann muss der Betroffene im höheren Alter den Prozess der Selbstdefinition nachholen, was vermutlich oft misslingt.
Natürlich sind wir gewissermaßen Kopien der Gattung Mensch. Aber wieso sollen wir deshalb kein Ich besitzen? Wir brauchen es! Es geht nicht ohne! Es besteht aus den Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, und die sind einmalig. Kein Mensch hat exakt das selbe erlebt, wie ein zweiter. Selbst eineiige Zwillinge, die nie getrennt wurden, sind nicht identisch, noch nicht einmal siamesische, die zur Einheit verwachsen sind.
Ich meine, die Dinge einfach zu sehen.
zu einfach, wie mir scheint. Ich wollte das Modell nicht noch komplizierter machen, obwohl dem so ist.
Stimme Dir völlig zu, da Du nicht von einem Ich-Bewusstsein sprichst.
also ob es von einem Begriff abhinge. Du hast dein Bewusstsein, ich habe meins, und jeder andere Mensch hat seins. Gibt es da etwas anders zu verstehen? Ist da etwas unklar? Ich gehe davon aus, dass es höhere Instanzen gibt, Gruppenbewusstsein, bestehend aus vielen Menschen, die dem gleichen Geist anhängen. Das mag für dich Spekulation sein, gut, ändert aber doch nichts an den abgegrenzten Einzelbewusstseinenen.
Stimmt. Es ist egal. Weil es Milliarden Andere gibt, die sich Mühe geben oder nicht.
wenn dem so wäre, wie du sagst, dass es kein Individuum gibt, dann wäre dem so. Aber du irrst dich. Nichts ist vergebens. Als Mensch hast du die Möglichkeit,
dich selbst zu gestalten. Es ist nicht einfach und es bedarf der Reifung. Wenn du
dich negierst nutzt du die dir prinzipiell gegebenen Fähigkeiten nicht - was dir auch frei gestellt ist. Du bist der Schöpfer deiner Realität, sofern du es willst!