Hierzu gibt es folgende Anekdote über
Abraham Lincoln, der zu Gunsten des psychologischen Egoismus argumentiert, als er in einer Kutsche mit einem Herrn darüber angeregt diskutiert. Die beiden fahren über eine Brücke und Lincoln beobachtet bei der Überfahrt, wie am Ufer des Flusses einige Ferkel im Schlamm feststecken. Die Mutter der Ferkel versucht verzweifelt, diese zu retten, ist dazu jedoch nicht in der Lage. Lincoln beugt sich vor zu dem Kutscher und bittet ihn, kurz anzuhalten. Daraufhin läuft er zum Ufer und befreit die Ferkel. Zurück in der Kutsche entbrennt wieder die Diskussion und der andere Mitfahrer meint, dass das doch der beste Beweis für altruistisches Verhalten der Menschen gewesen sei. Lincoln widerspricht dem und meint, es bestätige viel eher, dass er nur egoistisch motiviert gehandelt habe, weil ihn sonst bis zum Ende seiner Tage der sinnlose Tod dieser Tiere gequält hätte. Der Widerspruch besteht nun darin, dass Lincoln dieses
Gefühl und die daraus folgende Qual nur dann ausbilden kann, wenn er an sich bereits mitfühlend ist/denkt. Wäre er tatsächlich ausschließlich egoistisch orientiert, könnte sich das
Mitgefühl anderen gegenüber nicht herausbilden. Ob dies nun aber wirklich ein Widerspruch ist, ist äußerst fragwürdig, da Mitgefühl durch sogenannte
Spiegelneuronen entsteht und naturgegeben ist.Somit wurde Lincoln als mitfühlendes Wesen geboren, was seinen Egoismus zwar umlenkt, aber nicht ausschließt.
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Der Begriff „psychologischer Egoismus“ bezeichnet eine vermutete Tatsächlichkeit und ist nicht mit einer Bewertung verbunden.