Bei dem Konflikt fällt mir auf, dass wir uns unweigerlich auf eine der beiden Seiten ziehen lassen, wie bei einem Fußballspiel. Der erste Schreck war "Ohh, Krieg!", da wußte noch jeder, dass das ganze irgendwie Mist ist. Mit den Monaten wurde klar, so richtig zu mir kommt die Front wahrscheinlich, glücklicherweise nicht. Nach und nach hat es das Medien-Politik-Theater irgendwie geschafft, ein gut-böse-Schema aufzustellen und das ganze bekam berechnende Züge. Wenn wir das machen, dann wird jenes geschehen. Die Aktion X ist gerechtfertigt, die Aktion Y nicht. So hat das ganze sich wieder in die vorher schon existente Lagerbildung eingereiht. Und wenn Person A nun was sagt, weiß man genau, dass er zum Lager sowieso gehört und dadurch müssen all seine Gedanken und Ansichten Unsinn sein.
Bei dem Krieg hier, fällt mir eher auf, dass sich da größere Räder drehen und es auf unsere Einschätzung garnicht ankommt. Selbst die wichtigen Redakteure oder Politikerdarsteller können zwar irgendwas wichtiges quatschen, aber es spielt keine Rolle. Der Krieg hat eine brachiale Logik entwickelt und erschafft Opfer, Schäden und das Bedürfnis nach Rache. Und ich möchte mich nicht als "Fußballspielzuschauer" daran beteiligen. Mir wärs lieber, der Mist wäre bald vorbei. (Das ist die persönliche Seite, die geopolitischen Tendenzen sind mir hier schon einigermaßen klar.)
Das Thema für die altbekannten Grabenkämpfe untereinander zu verwenden (Impfling-Ungeimpfter) halte ich eigentlich für Blödsinn, auch wenns die Presse jeden Tag zelebriert. Ich würds nur beobachten, tote Russen oder tote Ukrainer sind nicht in meinem Interesse...und Recht haben kann ich auch bei harmloseren Themen. Dass man Freude am Entlarven von Propaganda hat, ist verständlich, aber wozu soll ich "einen Ukrainefan besiegen". Weder er war vor 2 Jahren Ukrainefan, noch war ich ein besonders großer Russenfan. Also wieso auf einmal.