Richtig, denn man muss zwischen Religion und Spiritualität unterscheiden.Wozu braucht man eine Religion, wenn man in einem Land lebt, das eine Verfassung hat, die alle moralischen Werte beinhaltet, nach denen eine Gesellschaft sich richten kann, um friedlich miteinander zu leben? Solange die Gesetze sich nach der Verfassung richten, braucht man keine Vorgaben von irgendeiner Religion mehr.
Die Religionen sind aus dem Grund entstanden, weil es zur Zeit ihrer Entstehung keine Verfassung wie heute gab und die Herrscher Ordnung und Frieden in ihrem Einflussbereich mithilfe irgendwelcher Gottheiten durchsetzen wollten, um ihre Macht zu sichern.
Religionen wurden immer von oben nach unten durchgesetzt, aber in heutigen funktionierenden Demokratien sind sie überflüssig.
Und, man erinnere sich an Herrscher 'von Gottes Gnaden', was deren Ansprüche für den Menschen unantastbar machen sollte. Schon lange erkannte man hierzulande jedoch, dass eine Gesellschaft keine Religion braucht, um zu funktionieren (daraus entwickelte sich der Säkularismus). Aber dennoch sind Religionen für viele Menschen immer noch identitätsstiftend. Nicht zuletzt, weil man sie schon Kindern eintrichtert, viel früher als man sie mit Politik und Philosophie konfrontiert.
Insofern durchlaufen Kinder die zivilisatorische Entwicklung der Jahrtausende im Schnelldurchlauf analog der biologischen Evolution auf körperlicher Ebene. Und da wie dort können sie sich von früheren Stadien nicht gänzlich trennen. Wie eben seine Vergangenheit immer ein Teil des gegenwärtigen Menschen ist und sein wird.