Ich selber hab einige Gewürze daheim, aber eher aus dem Supermarkt und jetzt wo es erwähnt wird, fällt mir auf, dass die wirklich über eine Zeit etwas anders in den Gerichten schmecken.
Der klassische Fehlgriff beim Würzen besteht oft: Da möchte man ein Rezept nachkochen, mit in der mitteleuropäischen Küche eher ungewöhnlichen Gewürzen, z.B. Koriandersamen oder Kardamon. Es fällt einem ein: Das habe ich doch da in der hintersten Ecke meine Gewürzschränkchens noch stehen, das stammt noch aus diesem Gewürzsortiment aus dem Jahr XY.
Man kocht damit und stellt fest: Was ist den das für ein Pampf?
Das Gewürz ist dann einfach überlagert, das Gericht schmeckt ranzig (weil die ätherischen Öle des Gewürzes inzwischen oxidiert sind).
Vor dem Kochen den Ranz wegwerfen und frische Gewürze kaufen.
Weitere Tipps für die heimische Küche:
Paprika:
Paprika wird im deutschen Sprachraum in fünf Handelsklassen gehandelt, sortiert nach der Schärfe (von mild zu scharf):
- Delikatess-Paprika
- Edelsüß
- Rosen-
.
. (Die anderen zwei habe ich vergessen)
Meist wird man ohnehin nur Paprika edelsüß und Rosenpaprika im Angebot vorfinden.
Je milder Paprika ist, umso mehr Aroma hat er. Ich verwende nur Paprika edelsüß. Denn bei Paprika geht es mehr um das Aroma als die Schärfe, insbesondere bei so Gerichten wie Gulasch. Außerdem lässt sich die rote Schärfe leicht hinzufügen: Cayenne, getr. Chili, fr. Chili, Peperoni oder auch Tabasco.
Tabasco:
Zu beachten ist allerdings, dass Tabasco nicht nur scharf, sondern pikant ist. Pikant: scharf + sauer. Auch Peperoni sind pikant.
Essig:
- Weisser Essig:
Weissen Essig setze ich lieber selbst aus Essigessenz an. Gibt man etwas getrockneten Estragon hinzu, so erhält man Estragonessig, ein vor allem in Frankreich geschätzte Zubereitung. Verdünnen, in Flasche füllen, fertig! Der Nachteil ist allerdings, dass man den Estragonessig vor Verwendung meist durch ein Teesieb geben muss.
Klar, man kann Kräuteressig auch fertig kaufen. Praktisch, es kann aber auch Nachteile haben:
- Höherer Preis, außerdem bezahlt man immer die Flasche mit, die anschließend auch wieder zu entsorgen ist.
- Die Kräuteressige sind oft zusätzlich gesüßt, k.A. warum eigentlich? Möglicherweise, damit sie auch noch für einen jeden irgendwie "gefälliger" schmecken. Ich lehne dies ab, Essig ist Essig und somit sauer. Und wenn ich süßen möchte, dann tue ich dies und ansonsten lasse ich es.
- Roter Weinessig:
Roten Weinessig verwende ich selten und an sich nur dann, wenn ein meist mediterranes Rezept dies vorsieht.
- Balsamico
Halte ich für überschätzt, und da Balsamico nicht geschützt ist, weiss man da eigentlich nie so genau, was für eine Zubereitung man da eigentlich erhält. Kauft man einen "echten" Balsamico, so wird das schnell teuer. Möchte ich etwas in dieser Geschmacksrichtung zubereiten, dann verwende ich lieber Himbeeressig, den man leider aber nicht überall bekommt (... stattdessen stehen da 17 Sorten Balsamico im Regal ...).
Speiseöle:
- Mein Speiseöl der Wahl im Standard ist raffiniertes Sonnenblumenöl, in der braunen Glasflasche: Geschmacksneutral, hoch erhitzbar. Etwas teurer als das billigste Rapsöl in der Plastikflasche, aber das gebe ich mir nicht mehr. Ich verbrauche ohnehin wenig Speiseöl. Daher lagere ich das Sonnenblumenöl nach Möglichkeit im Kühlschrank, denn auch der (rein chemische) Prozess der Ranzigwerdung wird durch Kühlung verlangsamt. Sonnenblumenöl kann man auch im Kühlschrank lagern, da es im Unterschied zu Olivenöl unter den Bedingungen des Kühlschranks flüssig bleibt.
- Olivenöl:
Olivenöl halte ich - so wie viele es verwenden - für überschätzt bzw. für falsch angewendet.