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Liebe ist ...

Eisi

New Member
Registriert
18. April 2003
Beiträge
122
Liebe ist ...

"Liebe ist die Weisheit der Vernunft!"

... doch das ist nur "eine" Definition unter tausenden - auch wenn sie sicherlich sehr tiefsinnig ist.


Liebe ist ...

was sind eure Erfahrungen, Erkenntnisse und Gedanken dazu?

In diesem Forum sind ja schon einige Gesichtspunkte angesprochen worden - aber ich habe den Eindruck, dass all die tollen und wichtigen Erkenntnisse und Erfahrungen irgendwie immer nebeneinander stehen und eine hilfreiche Zusammenschau sich als äußerst schwierig erweist.

Da ich nun mal eine möglichst ganzheitliche Betrachtungsweise vorziehe, aber bei dem Thema "Liebe" man wirklich allzuschnell den Überblick verliert und "Liebe" so oft sehr einseitig gesehen wird, nun folgende systematische Grobeinteilung von "Liebe" um das Thema ganzheitlicher diskutieren zu können:


"Bumsen ist geil" - die körperliche/(erotische) Liebe:
Fortplanzung, Sex, Trieb, Hormone, Befriedigung, Haut, Sehen, Hören, Spüren, Riechen, ...


"Miteinander schlafen" - die emotionale/(romantische) Liebe:
Glück, Zärtlichkeit, Gefühle, Nähe, Zweisamkeit, Sehnsucht, ...


"Sich lieben" - die geistige/(platonische) Liebe:
Erkennen, Vertrauen, Zusammengehören, Verstehen, Annehmen, Verantwortung übernehmen, "gleiche Wellenlänge", Sympathie, ...


"Die Welt umarmen" - die spirituelle/(kosmische) Liebe:
Mensch-Sein, Eins-Sein, Ewig-Sein, Daheim-Sein, Geborgen-Sein, Frei-Sein, Über-sich-hinausgehen, Leben, ...


... und das alles will gelernt sein!!!!???


... freue mich auf Eure Beiträge!

Euer Eisi
 
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Eien wirklich schöne Zusammenfassung.
Aber - will das alles wirklich gelernt sein? Manchmal habe ich eher den Eindruck dass es sich umgekehrt verhält - wir können das alles, es ist aber mehr oder weniger verschüttet gegangen.
 
Original geschrieben von majanna
Liebe entzieht sich jeder Einteilung!
Nö, tut sie nicht. Wir erheben die Liebe zu einem Gott, wenn wir sie uns nicht näher anschauen. Dann schippert unser Boot der Liebe gleich auf das nächste Riff, gewiss aber wird sie dann nicht den Erdball umsegeln.

Ich teile die Liebe gerne in gebende und nehmende Liebe ein.
Die begehrende, nehmende Liebe begehrt Objekte (der Begriff ist nicht böse gemeint), damit es einem selbst gut tut.
Die gebende Liebe kümmert sich darum, dass es dem geliebten Menschen (oder Tier, oder Sache) gut tut.
Die praktizierte Liebe ist fast nie an einer dieser Extrempole angesiedelt.

Ich finde es wichtig, die Augen nicht vor dieser Unterscheidung zu schließen.

Gysi
 
@ Gisbert

Na, ganz so böse waren ja meine zugegebenermaßen apodiktischen Worte nicht gemeint, wie Du sie, Einteilungen verteidigend, möglicherweise aufgefasst hast.

Aber Du scheinst mich (auch Dich) in die folgende Feststellung von Dir eingebunden zu haben:"Wir erheben die Liebe zu einem Gott, wenn wir sie uns nicht näher anschauen."(Gisbert)


Deine und Eisis "Einteilungen" der Liebe sind ja faktisch im Leben vorfindbar.Der Mensch ist leicht geneigt, diese Schattierungen der Grundhaltung Liebe einzuschachteln.

Das behagt mir, wenn ich vielleicht eine Abhandlung schreiben sollte.
Es "misshagt" mir, wenn ich für mich über Liebe nachdenke.

Liebe ist etwas Untrennbares im Menschen, sie ist die Haltung der Empathie gegenüber Mitmenschen und Sachen und allem Vorfindbaren.

Wohlwollendes Gegenüberstehen --- das ist meine Definition von Liebe.

Wenn ich das Gegenüber nicht nur als Objekt wahrnehme, sondern gleichzeitig als ein Subjekt, dessen Objekt ich eben auch bin, liebe ich. Sicher gilt das in abgestuften Weisen und kann beeinträchtigt werden. Das gilt für Liebe gegenüber Menschen und von Menschen Hervorgebrachtem.

Wohlwollen und die Bereitschaft, sich auseinanderzusetzen,ist, mEs. kennzeichnend für die Haltung allem anderen gegenüber.


Ich hoffe, Du stimmst mir jetzt zu, wenn ich aus dieser meiner Definition heraus ja Eisis und Deine "Einteilungen" gar nicht in Frage stelle, aber mir im praktischen Handeln ist es gar nicht möglich zu schubladisieren.

mfr: majanna:) :)
 
Original geschrieben von majanna

Ich hoffe, Du stimmst mir jetzt zu, wenn ich aus dieser meiner Definition heraus ja Eisis und Deine "Einteilungen" gar nicht in Frage stelle,
Ja, absolut!

aber mir im praktischen Handeln ist es gar nicht möglich zu schubladisieren.
Was heißt hier "schubladisieren"? Die Liebe hat nun mal verschiedene Stömungen, Absichten, Ziele. Sie ist aus den 2 Polen geboren, die ich beschrieben habe.

Gysi
 
Gysi,

ist das wirklich Liebe, was du da beschreibst? Ist es nicht so, dass Liebe in Allem da sein kann, egal in welcher Beziehung man zu etwas steht.

Wenn ich jemanden liebe, dann so dass es keine Eingrenzungen gibt, keine Erwartungen, keine Bedingungen. Ich liebe um der Liebe willen nicht um etwas zu erhalten. Ich kann lieben ohne dass der andere mich auch liebt, es ist mein Inneres ohne eine Kategorie dass ja zu dem Gefühl sagt. für mich hat Liebe nur eine Strömung ohne Absicht sondern nur mit Liebe. Sobald ich dieser Energie eine Grenze setze ist es für mich keine Liebe mehr sondern ein Erwarten. Was ich aussende, kehrt zurück, die anderen erwarten auch, und wo endet das, meiner Meinung nach in Enttäuschung.

Andi
 
Original geschrieben von andi.hexe
Ich liebe um der Liebe willen nicht um etwas zu erhalten. Ich kann lieben ohne dass der andere mich auch liebt...

diese 'bedingungslose liebe' mag für die liebe einer mutter zu ihrem kleinkind zutreffen, nicht aber für die liebe zwischen erwachsenen. in einer partnerschaft kann meines erachtens die liebe nur bestehen und wachsen, wenn sie gegenseitig genährt wird.

grüsse, f.
 
Original geschrieben von andi.hexe
Gysi,

ist das wirklich Liebe, was du da beschreibst? Ist es nicht so, dass Liebe in Allem da sein kann, egal in welcher Beziehung man zu etwas steht.

Wenn ich jemanden liebe, dann so dass es keine Eingrenzungen gibt, keine Erwartungen, keine Bedingungen. Ich liebe um der Liebe willen nicht um etwas zu erhalten. Ich kann lieben ohne dass der andere mich auch liebt, es ist mein Inneres ohne eine Kategorie dass ja zu dem Gefühl sagt. für mich hat Liebe nur eine Strömung ohne Absicht sondern nur mit Liebe. Sobald ich dieser Energie eine Grenze setze ist es für mich keine Liebe mehr sondern ein Erwarten. Was ich aussende, kehrt zurück, die anderen erwarten auch, und wo endet das, meiner Meinung nach in Enttäuschung.

Andi

In diesem Falle stimme ich mit Andi vollkommen überein. Liebe geben, soll nicht heißen, dafür auch etwas zu erwarten. Entzieht man sich der Erwartungshaltung und vor allem auch dem Besitzdenken, kommt die Liebe von alleine zurück. Sobald ich etwas erwarte kommt auch sofort das negative Gefühl wenn ich nichts zurück erhalte, und die Folge einer Trotzhaltung meinem Gegenüber bleibt dann nicht aus. Ich zwinge sozusagen mein Gegenüber dazu etwas zurückzugeben, sonst gibt es Liebesentzug; oder wie meistens: ich schaffe dem Gegenüber ein schlechtes Gewissen, wenn es keinen "Tauschhandel" mit mir betreibt.

Dies ist für mich keine praktische Lösung; verfalle aber dennoch ab und zu in diese schauspielerische und durchaus menschliche Verhaltensweise.
 
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Original geschrieben von lacuna777 Liebe geben, soll nicht heißen, dafür auch etwas zu erwarten. Entzieht man sich der Erwartungshaltung und vor allem auch dem Besitzdenken, kommt die Liebe von alleine zurück....

kommt die Liebe von alleine zurück.....?

wohl nur dann,

wenn du nicht an jemanden geraten bist, der dich nur benutzt,

wenn dein gegenüber beziehungs- und liebesfähig ist.....


grüsse, f.
 
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