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Kindesmissbrauch II

Dieses Thema im Forum "Kinder" wurde erstellt von Paul Roland V., 9. Juni 2021.

  1. Paul Roland V.

    Paul Roland V. Active Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2021
    Beiträge:
    129
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    In der ARD wurde heute Abend der Film "Die Auserwählten" gezeigt. Hierbei handelt es sich um eine wahre Geschichte aus den 70 ziger Jahren, in der es um sexuellen Missbrauch von Lehrpersonen an Schülern der Odenwaldschule in Ober Hambach (Hessen) geht. Wegen der Verjährungsfrist konnte man die Täter nicht mehr zur Rechenschaft ziehen... https://www.daserste.de/unterhaltun...sbrauch/hintergruende/odenwaldschule-102.html

    Kindesmissbrauch verstehe ich als Mord an der Seele des betroffenen Kindes, und von daher darf diese abscheuliche Straftat, genau wie Mord, niemals verjähren!! Gerade vor dem Hintergrund aktueller Fälle, ist es wichtiger dennje, hierbei entsprechende Gesetzesänderungen, hier und heute vorzunehmen!

    Jeglicher Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlene, einschließlich der in der Familie, ist ein grausames Verbrechen, welches mit Mord gleichzusetzen ist und muss m.E., ab sofort auf eine höhere strafrechtliche Stufe gestellt werden!!
     
  2. scilla

    scilla Well-Known Member

    Registriert seit:
    19. April 2003
    Beiträge:
    6.363
    theoretisch hast Du recht,
    aber praktisch ist die Beantwortung der Frage, was da konkret passiert ist
    (1) ob es das 'Kind' darauf angelegt hat
    (2) ob der Täter einen psychischen Schaden hat
    (3) ob es sich um einen Mißbrauch ohne Kenntnis des Opfers handelt
    (4) ob sich das 'Opfer' den Mißbrauch nur einbildet
    nicht immer leicht zu beantworten

    wir gehen bei dem Thema immer von dem Schlimmsten aus
    • ein Gerammel wie im Porno
    • eine Folterszene wie im Horrorfilm
    • ...
    dazu kommt, daß die Verschärfung der strafrechtlichen Verfolgung nicht verrät,
    wie der richtige Umgang mit einem Kind oder von Kindern untereinander aussehen sollte
     
  3. scilla

    scilla Well-Known Member

    Registriert seit:
    19. April 2003
    Beiträge:
    6.363
    zu (1)
    ich habe nachträglich erfahren, wie ein mir unbekanntes, wohl gleichaltriges Mädchen (wir in unserer Clique dürften so 11/12 Jahre alt gewesen sein) solange mit jungen Männern herumgemacht hat, bis sie dann (nachdem wir gegangen waren - und wir waren wegen ihr extra länger geblieben und hatten sie mehrfach auf den Altersunterschied hingewiesen) zum Opfer wurde

    zu (2)
    der Täter könnte massiv unreif oder selber ein früheres Opfer sein

    zu (3)
    Kinder machen meist das, was ihnen die Erwachsenen oder Größeren sagen,
    und deshalb tragen diese ihre Vormünder für sie Verantwortung und müssen abklären,
    ob das, was sie von den Kindern erwarten, überhaupt auf Gegenliebe stößt
    • schreckliche Klamotten im Zwillingslook
    • Vereinsmitgliedschaften
    • ...
    umgekehrt können Kinder Dinge freiwillig tun, was für Außenstehende nach einem Mißbrauch aussieht
    am FKK-Strand kann es vorkommen, daß sich selbst 11/12 Jährige noch bei Dir auf den Schenkel setzen wollen
    (ich lasse das nicht zu - andere lassen es zu)

    zu (4)
    speziell an Schulen wird man immer ein paar Prozent ehemaliger Schüler finden,
    die (im Nachhinein) ihren dortigen Aufenthalt als Verletzung der Seele betrachten

    die Pubertät ist ein schwieriger Zeitraum
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2021
  4. Paul Roland V.

    Paul Roland V. Active Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2021
    Beiträge:
    129
    @scilla theoretisch hast Du recht,
    aber praktisch ist die Beantwortung der Frage, was da konkret passiert ist

    Ich verzichte hier ganz bewusst, auf Einzelheiten Ihres Statements einzugehen... weil ich es einfach nicht glauben will/kann, was Sie hier schreiben....o_O Einmal davon abgesehen, dass wohl jeder von uns (mehr oder weniger) psychischen Schäden hat, allein weil das Spektrum "Psyche" extrem vielschichtig ist, darf bei diesen Tätern, gleich unter welchen Schäden sie auch immer leiden, diese Tatsache keinesfalls als strafmildernt oder gar um des rechtfertigkeitswillen eingestuft, bzw. gesehen werden!!
     
  5. scilla

    scilla Well-Known Member

    Registriert seit:
    19. April 2003
    Beiträge:
    6.363
    es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Seelenmörder zu bestrafen

    das hängt davon ab, welchen Antrieb es zur Tat gab ...

    (1) das 'Kind' hat es darauf angelegt
    hier liegt beim Täter eine Verletzung der Pflicht zum Kinderschutz vor

    (2) der Täter hat einen psychischen Schaden
    hier ist eine Therapie unabdingbar

    ... und wie schwer der Mißbrauch war, ...

    (3) der Mißbrauch fand ohne Kenntnis des Opfers statt
    hier schafft man Bewusstsein oder ändert die Rahmenbedingungen

    (4) das 'Opfer' bildet sich den Mißbrauch nur ein
    hier gibt es keinen Täter

    ... denn es ist nicht angebracht, immer von dem Schlimmsten auszugehen
    • ein Gerammel wie im Porno
    • eine Folterszene wie im Horrorfilm
    • ...
     
  6. Paul Roland V.

    Paul Roland V. Active Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2021
    Beiträge:
    129
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    HALLO!!! Geht's noch?? Missbrauch, um den es hier geht, ist eines der schwersten Verbrechen, die ein Mensch an einem anderen Menschen verüben kann!! Und hierbei dürfen m.E. Kriterien wie bspw. "das hängt davon ab, welchen Antrieb es zur Tat gab ..."oder "... denn es ist nicht angebracht, immer von dem Schlimmsten auszugehen" (Gerammel / Folterszene) keinesfalls zur Urteilsfindung angewandt werdeno_Oo_Oo_O
     
  7. Soraya

    Soraya Well-Known Member

    Registriert seit:
    31. Juli 2017
    Beiträge:
    2.472
    Das stimmt!! Und jeder der eine solche Schandtat verharmlost, für die Täter Verständnis aufbringt, sie verteidigt oder sogar dem Kind unterstellt, es hätte es darauf angelegt, macht sich mitschuldig!! Mir ist gerade richtig übel geworden, als ich gelesen habe, was scilla darüber denkt und hier geschrieben hat! Deshalb werde ich auch nicht mehr in diesem Beitrag lesen.
     
  8. Bernd

    Bernd Well-Known Member

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    7.854
    Ort:
    Berge
    Liebe Soraya, in unsere Gesprächskultur hat sich seit etwa ca. 5 Jahren eine Unanständigkeit eingeschlichen. Sobald wir glauben, der andere würde unsere Ängste und Befürchtungen nicht teilen oder sich nicht eindeutig zu eindeutigen Tatsachen bekennen, sprechen wir ihm die Gesprächsteilnahmeberechtigung ab. Das zerstört den Dialog. Wir sollten auf dieses "wenn du mit mir reden willst, musst du dich zunächst zu X bekennen und von Y distanzieren"...verzichten.
     
  9. Paul Roland V.

    Paul Roland V. Active Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2021
    Beiträge:
    129
    Hierbei gebe ich Ihnen - vom Prinzip her - absolut recht... Allerdings gibt es Ausnahmen die die von Ihnen benannte 'Gesprächskultur' an ihre Grenzen bringt! Wenn bspw. mein Gegenüber,
    aus welcher 'Windrichtung' auch immer kommend, radikal, Menschen verachtende Parolen raushaut, darf ich mich schon fragen, ob hierbei ein weiterer Dialog, sinnvoll, gar fruchtbar ist!
     
  10. scilla

    scilla Well-Known Member

    Registriert seit:
    19. April 2003
    Beiträge:
    6.363
    Ein Mißbrauch liegt dann vor, wenn die mißbrauchte Partei sich gegen den Mißbrauch nicht wehren kann.

    Zum Mißbrauchsopfer kann man in jeder Altersgruppe werden.
     

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