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Brand in Cranz-Montana, Schweiz

Wer ist schuld an der Katastrophe?
Im Moment zeigt sich immer deutlicher, dass
a) die Betreiberin der Bar fahrlässig gehandelt hat (brennbarer Schallschutz installiert, mit Feuerwerk indoor hantiert, Ausgangstreppe verschmälert, nicht rechtzeitig reagiert bei schwellendem Brand)
b) die Gemeinde ihrer Kontrollpflicht nicht nachgekommen ist
c) der Kanton Wallis dummerweise keine kantonale Gebäudeversicherung hat und die Kontrolle daher bei der überforderten Gemeinde liegt.

PS: der Ort schreibt sich CranS-Montana
 
Zuletzt bearbeitet:
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Das verheerende Feuer mit 40 Toten und 116 Verletzten in der Silvesternacht ging wahrscheinlich von der Verwendung von "Wunderkerzen" aus, welche die Schaumstoffdecke der Bar in Brand setzten. Zuvor hatte der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, gegenüber Medien eingeräumt, dass seit 2019 keine Kontrolle mehr in der Bar "Le Constellation" durchgeführt worden sei, obwohl diese eigentlich jährlich stattfinden sollte. Ganzer sagte dazu, er sei "mehr als schockiert und verärgert über gewisse Dinge, die er in diesem Zusammenhang" erfahren habe.
 
Auch das, aber auch das Bedürfnis, zumindest zeitweise 'die Sau rauszulassen'. Immer nur vernünftig und kontrolliert zu sein entspricht eben nicht der menschlichen Natur.

Sollen sie feiern, aber in der Öffentlichkeit ist man eben nicht für sich allein. Und auch wenn Dir ein Haus selbst gehört, dann darfst Du es trotzdem nicht abfackeln, denn das ist auch Brandstiftung.

Ich arbeite seit vielen Jahren praktisch ständig auf großen Veranstaltungen, aber was ich in den letzten Jahren an Fehlverhalten miterlebt habe, das ist abartig. Weniger von deutschen Gästen, als mehr von einem internationalen Publikum. Die Menschen sollen sich bitte einmal vergegenwärtigen, dass sie Gäste in Deutschland sind und sich auch so verhalten. Und dass die Mitarbeiter keine gekauften Leibeigenen sind und das es noch solche Werte wie die Würde des Menschen und die Unantastbarkeit der Person gibt.

Da gab es da dieses chinesische Unternehmen mit Sitz in Singapur, bei uns mit ca. 600 Gästen. In Singapur, da dürfen sie dann überhaupt nichts, und wenn man eine Kippe auf den Boden schnippt, dann kostet das ein paar Hundert Dollar Strafe. Aber bei uns, da saufen sie dann den Rotwein auf Ex und kotzen zuhauf in den Saal - irgendein armes Schwein wird die Sauerei ja schon wegmachen.

Was passiert ist, ist eine Tragödie. Aber sie wird die Welt nicht ändern. Menschen wollen weiterhin Parties, Brandschutzbestimmungen gibt es schon und Verstöße gegen sie (vorsätzlich oder fahrlässig) wird es auch immer geben und wo Gefahr ist, wird früher oder später rein statistisch auch einmal etwas passieren müssen.

Das sehe ich anders. Das Thema Pyrotechnik und Tischfeuerwerk in Gebäuden sehe ich als erledigt an, vorerst zumindest. Die Behörden und die Politik von Cranz-Montana und der Kanton Wallis werden sich unangenehmen Fragen stellen müssen. Z.B. der Frage, warum es in dieser Bar während fünf Jahren keine Brandschutzbegehung gab.

Tja, wenn der Mensch denk- bzw. umdenkfähig wär', würde er es tun. Aber leider gehört er zur Spezies - "hamma immer so gemacht. Ist Tradition..."

Soooo lange gibt es diesen Pyro-Firlefanz um Sektflaschen noch gar nicht. Und wenn's um das allerneueste Smartphone geht, dann sind sie doch auch alle immer ganz vorn mit dabei. Ich sehe da vor allem die blanke Gier, die da die Betreiber angetrieben hat. Vor allem wenn im genannten Fall auch noch von "vielen Minderjährigen" die Rede ist.
Zum Vergleich: Hier im großstädtischen München tun sich die meisten Feierläden den Einlass von Minderjährigen überhaupt nicht mehr an, "Einlass ab 18 Jahren" kann man am Eingang lesen. Sie wissen, dass sie die Einhaltung der gesetzlichen Einschränkungen bei der Bewirtung von Minderjährigen de facto nicht garantieren können und verzichten freiwillig auf dieses Publikum.
 
Im Moment zeigt sich immer deutlicher, dass
a) die Betreiberin der Bar fahrlässig gehandelt hat (brennbarer Schallschutz installiert, mit Feuerwerk indoor hantiert, Ausgangstreppe verschmälert, nicht rechtzeitig reagiert bei schwellendem Brand)
b) die Gemeinde ihrer Kontrollpflicht nicht nachgekommen ist
c) der Kanton Wallis dummerweise keine kantonale Gebäudeversicherung hat und die Kontrolle daher bei der überforderten Gemeinde liegt.
Richtig!
 
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