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Wie uns die Anonymität verändert

AW: Wie uns die Anonymität verändert

Hallo Miriam und ihr anderen!

Ich bin der Ansicht, dass uns die Anonymität lediglich ein bisschen mutiger sein lässt, das alles von uns herzuzeigen, was wir sonst lieber verbergen, ...


Wir können ... keine anderen Persönlichkeiten sein, als wir schon sind. Was nicht vorhanden ist, das kann auch die Anonymität nicht herzaubern.
...

Diese Auffassung möchte ich voll und ganz unterstreichen! :blume2:
 
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AW: Wie uns die Anonymität verändert

Liebe Miriam!

Ich bin wirklich, wie ich bin, eitel und gefallsüchtig, mich gerne in den Vordergrund drängend und dann im Glanze erschlichener Anerkennung sonnend.
Fluuu hat mich schon richtig erkannt, der Schlingel!

Also bin ich authentisch und spreche folglich, da ich ja nur von selbst Erlebtem auf andere schließen kann, auch niemandem hier im Forum die Authentizität ab, insofern herrscht für mich kein Widerspruch zwischen virtueller und gelebter Wirklichkeit.

Hektisch am Ecktisch, laut und überall meinen Senf beisteuernd, so bin, so war ich, so werde ich hoffentlich auch morgen noch sein.

Bin ich allein im Universum?!

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

Uuuui – und so lande ich persönlich wieder in einem Bereich der mir früher sehr lieb war – den ich heute in seinem großen Ganzen, skeptischer betrachte. Nicht aber in manchen seiner Aspekte.

Es geht um CG Jung und seine Archetypen, seiner Animus und Anima – hier aber hauptsächlich um die Schattenseiten mit denen sich Jung intensiv befasst hat, die ja jeder von uns besitzt und die man nicht irgendwo weit verborgen verstauen sollte, sondern sie sich eher vornehmen um sie ernsthaft zu betrachten.
So zu sagen - versuchen sie ans Licht zu bringen.
Nun, es ist bekannt, dass die Mehrheit der Menschen dies nicht tut.

Persönlich finde ich es dann verheerend, wenn Menschen Gelegenheit finden anonym ihre angestauten Aggressionen irgendwo, auf jemanden den sie gar nicht kennen, zu entladen. Doch Schaden dabei wird derjenige nehmen, der diese bequeme Lösung die keine ist, für sich wählt, um sich für kurze Zeit zu entlasten. Mit anderen Worten er/sie missbraucht eine Diskussionsplattform für seine/ihre höchst egoistische psychische Entladung.

Solche Erfahrungen die für denjenigen der sie aktiv erlebt, also der eigentliche Gestalter eines solchen Szenarios, werden ihn im negativen Sinne verändern. Er/sie hat den Weg gewählt, der den Schatten von Mal zu Mal noch mehr wachsen lässt.

Wie wir aber alle beobachten können, ist dies ein sehr häufiges Phänomen in den Diskussionsforen.

Vorläufig dies als kleines negatives Beispiel der Veränderungen die ein anonymer Raum begünstigt. Natürlich gibt es auch die Lichtseite – nicht nur die Schattenseite.


Liebe Grüße

Miriam
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

Liebe Miriam!

Die Schattenseiten können sogar sehr interessant sein, so meine ich und deren Betrachtung ebenfalls.
Der eigenen wie der fremden.

Kunst schöpft nämlich aus allen Quellen, auch aus den dunklen.

Meine Anonymität ist künstlich geschaffen, folglich bin ich Kunst.
Ihr seid es auch. Wir sind eben dabei, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen.

Wer zweifelt da? Ich merk´ alles!
Kleingeister, ihr!

Nun zum Thema:

Wenn unter Anonymität jemand versteht, dass er oder sie kränkend werden darf, dem oder der sei gesagt: Dagegen verwehre ich mich!
Ich meine, dass Begegnungen unter Menschen nicht langweilig sein müssen,
wenn sie friedvoll verlaufen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

Liebe Miriam!

Die Schattenseiten können sogar sehr interessant sein, so meine ich und deren Betrachtung ebenfalls.
Der eigenen wie der fremden.

Kunst schöpft nämlich aus allen Quellen, auch aus den dunklen.

Meine Anonymität ist künstlich geschaffen, folglich bin ich Kunst.
Ihr seid es auch. Wir sind eben dabei, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen.

Wer zweifelt da? Ich merk´ alles!
Kleingeister, ihr!

Nun zum Thema:

Wenn unter Anonymität jemand versteht, dass er oder sie kränkend werden darf, dem oder der sei gesagt: Dagegen verwehre ich mich!
Ich meine, dass Begegnungen unter Menschen nicht langweilig sein müssen,
wenn sie friedvoll verlaufen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

Hi Raphael,

das war so gut geschrieben, das habe selbst ich verstanden.
Und jemand anders vieleicht sogar auch :D

:zauberer2
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

Hallo Miriam und ihr anderen!

Ich bin der Ansicht, dass uns die Anonymität lediglich ein bisschen mutiger sein lässt, das alles von uns herzuzeigen, was wir sonst lieber verbergen, weil wir glauben, nicht gut genug, die schön genug oder was auch immer.... zu sein.


Wir können allerdings keine anderen Persönlichkeiten sein, als wir schon sind. Was nicht vorhanden ist, das kann auch die Anonymität nicht herzaubern.
Ich meine daher auch, dass wir in dadurch mehr wir selbst sein können.

:blume1:

Hallo lilith,
nach dem Verfassen meines Beitrags habe ich noch mal darüber nachgedacht.

Wie du bin ich zu dem Schluss gekommen, dass auch die Anonymität nicht verändern kann. Das eigene Selbst kann man wohl weniger durch Eigenheiten und den zur Zeit(!) zutage tretenden Charakter definieren, als durch die Reaktion in bestimmten Situationen.
So sind teils ganz unscheinbare Personen, die normal nicht beachtet worden wären, zu Zeiten von Krieg und Ungerechtigkeit durch ihre Charakterstärke und ihren Mut aufgefallen. Andere, die man so normal für ganz toll hält, wären dann vllt die typischen Mitläufer.
Schwierige Zeiten und Begebenheiten können Menschen nicht verändern - sie zeigen nur bestimmte Aspekte des Selbst auf, die früher nicht auffielen.

So zeigen sich auch im virtuellen Leben (der Einfachheit halber mal VL...) nur andere Aspekte des Selbst. Wer im RL ganz lieb und Nett ist, im VL aber die Chance nutzt, andere zu beleidigen, ohne dass das direkt auf seine reale, eigene Person zurückfällt - der hat sich nicht verändert. Die Anonymität bringt nur einen anderen, neuen Charakterzug zum Vorschein, der aber schon von Anfang an enthalten war.
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

Ist es nicht unbestritten, dass man in der Anonymität der virtuellen Welt Spiele spielen kann mit verschiedenen Masken und Typen?
Nur weil es möglich ist bleibt natürlich trotzdem die Frage ob es Sinn macht und einen produktiven Nutzen für den Menschen darstellt.
Manch einer kann sich auf diese Art ausprobieren und verwendet die Anonymität als Verhaltenstraining. Es lassen sich virtuell Situationen theoretisch durchspielen mit relativ wenig Risiko die real zu krassen Konsequenzen führen würden. Das bezieht sich schon allein auf das Formulieren von Gedanken. Welcher produktiv geistig reger Mensch hört sich ewig die Ideen und Gedanken des Gegenüber an ohne selbst aktiv zu sein. Die virtuelle Welt ist zunächst völlig passiv und beim Formulieren ins Textfeld gibt es keine natürliche Begrenzung von außen, nur die eigenen Gedanken gestalten den Text mit seinem Inhalt. Es ist ähnlich wie beim Briefe schreiben, wer kennt das nicht, man formuliert viele Seiten an jemanden und schickt es nie ab.
In der Anonymität der virtuellen Welt ist es mit etwas Übung viel einfacher die eigenen Gedanken zu veröffentlichen als es in der Realität auf das konkrete Gegenüber möglich ist. Im persönlichen Umgang ist Rücksicht und auf den Anderen eingehen gefragt, ein Mitfühlen. Das ist meiner Meinung dach in der Anonymität nicht möglich. Jeder kann sich gut selbst darstellen aber man darf nicht erwarten, dass die Anderen das nachempfinden können in der Virtualität. Wenn es mal harmoniert zwischen anonymen Schreibern, dann wegen Oberflächlichkeit oder gegenseitiger Bestätigung und nur ganz selten wegen authentischer realer Gefühle. Wo sollen die herkommen wenn alles anonym ist?
Das Anonymität mutiger macht bezweifle ich denn es sind die eigenen Gedanken die formuliert werden, diese Gedanken im eigenen Kopf zulassen ist der Mut, das Veröffentlichen ist dann nur noch eine Folge aber es ist einfacher die Gedanken in ein Textfeld zu Formulieren als einem realen Gegenüber, einem Freund oder Bekannten mitzuteilen. In meinen Augen ist das Schreiben in der virtuellen Welt letztlich ein Selbstgespräch, es ist wie das Schreiben eines Buches. Auch da bekommt man von den Lesern Rückmeldungen und Empfindungen mitgeteilt aber beim Prozess des Schreibens ist man völlig mit sich und seinen Gedanken allein.
Nur ganz selten kommt es vor, dass das Hinausschreien des Schmerzes in der Anonymität ein Befreiungsschlag sein kann wofür in der Realität die Nachbarn die Polizei rufen würden. Es gibt jedoch Foren oder Chats in denen das möglich ist.

gruß fluuu
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

und weil alle, die glauben, dass das internet auch nur annähernd anonym ist, ein echtes problem haben, genau deshalb verstelle ich mich gar nicht erst und hab mich unter meinem richtigen namen hier registriert. meine mitarbeiter haben mich zwar gewarnt, aber ich höre nie auf sie.
 
AW: Wie uns die Anonymität verändert

Zitat fluuu:
In der Anonymität der virtuellen Welt ist es mit etwas Übung viel einfacher die eigenen Gedanken zu veröffentlichen als es in der Realität auf das konkrete Gegenüber möglich ist. Im persönlichen Umgang ist Rücksicht und auf den Anderen eingehen gefragt, ein Mitfühlen. Das ist meiner Meinung dach in der Anonymität nicht möglich. Jeder kann sich gut selbst darstellen aber man darf nicht erwarten, dass die Anderen das nachempfinden können in der Virtualität. Wenn es mal harmoniert zwischen anonymen Schreibern, dann wegen Oberflächlichkeit oder gegenseitiger Bestätigung und nur ganz selten wegen authentischer realer Gefühle. Wo sollen die herkommen wenn alles anonym ist?

Aber du weisst dennoch, dass am anderen Ende eine reale Person sitzt, auch wenn du sie nicht persönlich kennst.
Sie begegnet dir in Form ihrer Gedanken,die sie hier veröffentlicht und diese Gedanken sind es, durch die diese Person genau so viel Realität hat, wie du selbst in diesem Raum.

Kannst du dich tatsächlich nicht einfühlen in einen Text, der dir begegnet? Erahnst du nicht die Person hinter diesem Text? Natürlich kannst du dir nicht sicher sein, dass sie tatsächlich so ist, wie das Bild, dass du von ihr in deinem eigenen Denken entwickelst, aber das kannst du bei der direkten Begegnung auch nicht.

Und doch frage ich mich, wenn du dich nicht in eine Person einfühlen willst oder kannst, die dir hier begegnet, weshalb du dich dann dennoch berufen und berechtigt fühlst, sie auf einer sehr persönlichen Ebene zu kritisieren, wie du das immer wieder tust?

Für mich entsteht dann das Bild eines Menschen, der sich durch das Kritisieren anderer selber besser machen will, als er sich eigentlich fühlt.

Auch dieses Bild ist bloss ein Bild und vielleicht völlig daneben.
Und vielleicht ist es jetzt auch nicht sehr einfühlsam, wenn ich dich jetzt so damit konfrontiere.
Aber das erwartest du ja zum Glück auch nicht, oder?

Gruss
Ela
 
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AW: Wie uns die Anonymität verändert

Hallo Ela67,

danke, dass Du mich genau so missverstehst wie ich es angelegt habe und missverstanden werden wollte. Somit kann ich auf Deinen Vorwurf reagieren. Es freut mich immer eine Vorlage zu bekommen. Welches Bild Du Dir machst spielt keine Rolle, es ist virtuell und hat somit auf die Realität keinen Einfluss.
Natürlich ist mir das Einfühlen möglich, kann auch Ausdruck analysieren und auf die Psyche schließen, ebenso kann ich Text als Bild deuten und so daraus Gefühle empfinden aber die Frage ist ob das virtuell Sinn macht. Verberge das Resultat dieser Wahrnehmungen und behalte sie für mich um dann öffentlich in der virtuellen Welt kritische Dinge zu äußern. Erst wenn nach längerer Zeit mit diesem Vorgehen eine beständige Reaktion auf meine Texte folgt kann ich meinem Empfinden ehrlich Ausdruck verleihen dem Anderen gegenüber. Das gibt es auch hier im Forum, es hängt von der Kommunikation ab.
Wer auf ein wenig Kritik und Provokation tief beleidigt und ausfallend hinterhältig reagiert kann kein Vertrauen bekommen und wird weiter mit Skepsis behandelt.
Weiß nicht wie es Dir geht aber ich suche in der virtuellen Welt keine Menschen die mir das reale gute Gefühl vermitteln können, die gibt es nur in der Realität aber ich will in der virtuellen Welt meine Gedanken mitteilen und formulieren. Dadurch werde ich mir meiner Ansichten bewusst und kann neue Erfahrungen und Ideen erleben. Etwas Zwischenmenschliches ist virtuell erst möglich wenn entweder in der Realität der Leidensdruck so groß ist das alle Vorsicht beiseite gelassen wird oder es eben einfach passt auf Grund der Mentalität. Eine Notwendigkeit für einfühlsames Verhalten im Virtuellen sehe ich nicht. Egal was passiert, es tut real nicht weh.
Wer sich virtuell verletzen lässt macht in der Realität etwas falsch.

gruß fluuu
 
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