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Gegen Rechte demonstrieren

AW: Gegen Rechte demonstrieren

Impressionen einer verhinderten rechten Demo

Hallo,
habe die Geschichte gelesen, viel Zeit dafür verwendet und auf andere interessante Dinge verzichtet die ich hätte machen können.
Für mich ist diese Geschichte ein ganz typisches Beispiel wie es jemanden ergeht der keinen klaren eigenen Standpunkt vertreten kann in der politischen Gesinnung. Wer sich bei Demos mit rechts gegen links nicht klar positioniert macht sich verdächtig. Du Sunnyboy hast bei mir mit allem was Du bisher geschrieben hast nicht das geringste Vertrauen. Wer sich nicht klar bekennen kann und zwischen die Fronten gerät muss damit rechnen von allen Seiten aufgerieben zu werden. Warum sollte ein überzeugter Linker einen eventuellen Spitzel neben sich Dulden und somit sich selbst und die Sache für die er eintritt gefährden. Bin in Berlin aufgewachsen und habe viele Demos und mit Gewalt eskalierende Situationen erlebt, bin weder ein Autonomer gewesen noch ein Aktiver der Antifa aber ein Linker mit Tatkraft. Heute bin ich alt und träge, habe mich zur Ruhe gesetzt aber um mich hier zu Äußern und gegen politische Gleichgültigkeit und fehlenden Standpunkt einzusetzen reicht es noch. Kein klares Bekenntnis zu haben ist politisch die größte Gefahr. Es hieß damals schon, wer nicht wählt, wählt den Krieg und so ist es auch heute noch in vielen Dingen, wer sich nicht Entscheiden kann ist auf jeden Fall der Verlierer, denn Andere entscheiden für ihn mit und er ist passiv ausgeliefert.

gruß fluuu
 
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AW: Gegen Rechte demonstrieren

... und gegen politische Gleichgültigkeit und fehlenden Standpunkt einzusetzen reicht es noch. Kein klares Bekenntnis zu haben ist politisch die größte Gefahr. Es hieß damals schon, wer nicht wählt, wählt den Krieg und so ist es auch heute noch in vielen Dingen, wer sich nicht Entscheiden kann ist auf jeden Fall der Verlierer, denn Andere entscheiden für ihn mit und er ist passiv ausgeliefert.

Wer nicht wählt, hat den Standpunkt eben nicht zu wählen und das ist ein klares Bekenntnis. Du entscheidest hier mit dieser Äußerung, dass jeder der nicht entscheidet ein Verlierer ist. Ob er das denn auch wirklich ist...?

Pest oder Cholera? Da würde ich 'oder' wählen.
 
AW: Gegen Rechte demonstrieren

S.g. Fluuu

Gott sei dank, gibt es Menschen wie Sunnyboy, die die Welt differenzierter sehen und den eigenen Standpunkt oder die eigenen Ansichten kritisch hinterfragen.
Wenn es nur klare und unverrückbare Standpunkte oder Ansichten gäbe, gäbe es keinen Raum für Kompromisse, Annäherung und Lösungen.

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen ist die Fähigkeit sein eigenes denken zu kritisieren, in Zweifel zu stellen oder zu hinterfragen, wenn das ein Mensch nicht macht, ist dass gerade was Politik betrifft, sehr gefährlich !

Weil genau der rechte Mob und diese linken Chaoten haben eine klare eindeutige Linie und ein klares Bekenntnis, Gewalt, Zerstörung und Hass auf den anders Denkenden.

L.G. Belair57
 
AW: Gegen Rechte demonstrieren

S.g. Fluuu

Gott sei dank, gibt es Menschen wie Sunnyboy, die die Welt differenzierter sehen und den eigenen Standpunkt oder die eigenen Ansichten kritisch hinterfragen.
Wenn es nur klare und unverrückbare Standpunkte oder Ansichten gäbe, gäbe es keinen Raum für Kompromisse, Annäherung und Lösungen.

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen ist die Fähigkeit sein eigenes denken zu kritisieren, in Zweifel zu stellen oder zu hinterfragen, wenn das ein Mensch nicht macht, ist dass gerade was Politik betrifft, sehr gefährlich !

Weil genau der rechte Mob und diese linken Chaoten haben eine klare eindeutige Linie und ein klares Bekenntnis, Gewalt, Zerstörung und Hass auf den anders Denkenden.

L.G. Belair57

Und schon wieder möchte ich mich verneigen!! Danke Belair!!!

Lg Johanna

:danke::bier::banane::blume2::ola:
 
AW: Gegen Rechte demonstrieren

Was ich absolut nicht verstehe ist, daß es überhaupt "rechte" Demonstrationen gibt. MWn ist die Wiederbetätigung in D sowie in Öst. verboten. Wieso ist es dann möglich, daß diese Gruppen mit Hakenkreuzfahnen und faschistischen Parolen durch die Straßen ziehen können? Das frage ich mich jedesmal, wenn ich Berichte über Demos sehe.
Auf eine diesbezügliche Anfrage im Innenministerium bekam ich zur Antwort, daß in Österreich Demonstrations- und Meinungsfreiheit verfassungsrechtlich verankert ist.
Meinungsfreiheit? Hört die nicht da auf, wo ich mit meiner Meinung Gesetze breche?
Scheinbar nicht. Denn im bayrischen Mittenwald, wo ein Pfarrer gegen die Naziaufmärsche mit Glockengeläut "demonstrierte" ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft. Gegen den Pfarrer.
"Wegen Störung einer genehmigten Protestkundgebung durch Glockengeläut"
Gilt die Meinungsfreiheit nicht, wenn man gegen "rechts" protestiert?

Unser guter H.C.Strache tritt ja vehement für die Aufhebung des Wiederbetätigungsparagraphen ein. Auch unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit.

Sartchi fragt, ob nichts aus dem Holocaust gelernt wurde.
Hat die Menschheit je aus der Geschichte gelernt?

Mich macht es nicht traurig, mir macht es Angst.

LG Eule

absolute zustimmung,eule.
 
AW: Gegen Rechte demonstrieren

Zitat von fluuu:
[...]Es hieß damals schon, wer nicht wählt, wählt den Krieg [...]

Wer nicht wählt? Wo habe ich geschrieben, dass ich nicht wähle?
Ich nehme an jeder Wahl teil, die mir angeboten wird: SV-Wahl, Unirats-Wahl, Presbyteriumswahl, Kommunalwahl...zur Bundestagswahl hatte ich keine Chance, weil Schröder damals die Wahl vorgezogen hat.

Meine Wahlverhalten sieht für gewöhnlich so aus, dass ich mir die Kandidaten anhöre und an Ihren Punkten messe und mich dann an den für mich relevanten Punkten entscheide. Das mag (auf die Politik bezogen) nächstes Jahr die SPD sein, nächstes mal die CDU. Aber immer wird es eine demokratische Partei sein. Und immer wird auf meinem Wahlzettel ein Kreuz sein.

Aber das meinst du gar nicht, nicht wahr? Du sprichst von etwas höherem, einem politischen Lebensentwurf, oder?
Ich habe Ideale und suche noch,wer diese Ideale mit mir vertritt.

Ich bin selbst Schuld an dem, was Samstag geschehen ist, ja, diese Ansicht teile ich mit dir. Ich bin schuld, weil ich zu den Dummen gehöre, die noch zuhören, die auch dem politischen Gegner noch zuhören wollen, um ihn besser zu verstehen. Ich bin nur ein dummer naiver Trottel. Aber ich danke Gott (oder wem auch immer) für diese Naivität, denn sie wird mich davon abhalten, bei den Fundamentalisten zu stehen und anderen Menschen aus lauter geistiger Blindheit Unrecht zu tun.

Wie viele dieser selbsterklärten Antifaschisten aus der Buttergasse glaubst du, wissen, was ProKöln wirklich will? Was sie vorhaben? Wie viele von denen werden noch in Köln sein, wenn die große Party vorbei ist?

Ich bin jetzt erst auf zwei Demonstrationen, davon nur einmal als richtiger Demonstrant, gewesen- ich kann sicherlich nicht mit einem so erfahrenen Hasen wie dir mithalten.

Ich weiß nur eins: Wenn wir die Rechtsextremisten durch Linksextremisten ersetzen, haben wir gar nichts erreicht.

Wenn ich in die Gesichter der radikalen Kräfte von beiden Seiten blicke (was nur selten geschieht, da sie ja so sehr von ihrer Sache überzeugt sind, dass sie oft Sonnenbrillen und Kapuzen tragen), dann sieht man die selben irren Blicke, die gleiche Überheblichkeit, den selben Hass.

Interessant ist auch, dass man sowohl bei den "Nazis" wie bei den "Antifaschisten" auf Demos oft die gleiche Körperhaltung sieht.

Ich betrachte es als mein Pflicht als Demokrat, nicht nur die Klappe aufzumachen und hohle Parolen zu krakeelen, sondern meinen politischen Standpunkt durch Faktenwissen zu untermauern. Das habe ich Köln versucht. Das ich daran durch friedliche Sitzblockaden auf demokratische Weise gehindert wurde, muss ich akzeptieren. Das ich beschimpft und diffamiert wurde empfinde ich als höchst fragwürdig.

Doch ich werde mir von niemanden das Recht nehmen lassen, mir mein eigenes Bild zu machen. Kein linker oder rechter Führer wird mir das verbieten, kein "Nazi" oder "Freier Autonomer" wird mich auf lange Sicht davon abhalten können.

Das ist für dich ein fehlender Standpunkt. Für mich ist es eine Grundlage der Demokratie.

Mfg,
Sunnyboy


PS: Übrigens: Deine Theorie, dass ich auf Grund meiner Unentschlossenheit selbst schuld an der Situation in der Buttergasse war, erklärt andererseits nicht, warum die beiden jungen Männer, die OFFENSICHTLICH Gegendemonstranten waren (-> Aufkleber), beschimpft wurden.

Und wie stehst du denn nun zu den gewaltätigen Autonomen?
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Gegen Rechte demonstrieren

Weil genau der rechte Mob und diese linken Chaoten haben eine klare eindeutige Linie und ein klares Bekenntnis, Gewalt, Zerstörung und Hass auf den anders Denkenden.
L.G. Belair57

Meinen Glückwunsch zur Wahl des 3. Weltkrieges mit dieser Einstellung.

Jahraus, Jahrein Zweifeln, Kritisieren, Hinterfragen und Theoretisieren, irgendein Tod wird schon davon Befreien.

Bevorzuge die Befreiung des Selbst mit eigener Macht zu Lebzeiten in die Praxis umzusetzen und nicht zu Warten bis eine Erlösung kommt. Dafür braucht es eine klare Positionierung in allen Lebenslagen auch politisch.
Alles Andere halte ich für geistige Passivität und Warten bis es rum ist.

gruß fluuu
 
AW: Gegen Rechte demonstrieren

@Sunnyboy, die Texte haben sich wohl übernschitten.

Und wie stehst du denn nun zu den gewaltätigen Autonomen?
In dem Punkt hast Du völlig Recht, lehne diese jugendliche Gewaltausübung nur um sich auszutoben mit meiner heutigen Sicht völlig ab. Man kann auf das Gewaltmonopol des Staates in einer Demokratie nicht mit Gewalt antworten, der Staat hat immer das letzte Wort, muss er auch. Aber bei einer Entscheidung zwischen links oder rechts würde ich mich nicht für die nichtssagende Mitte, das 'oder' entscheiden, sondern ganz klar für die Antwort auf rechts. Natürlich kommen auch bei den Anhängern der Antifa fundamentalistische Züge zum Ausdruck, ein Grund warum ich da nie mitmachen wollte aber die Inhalte für die gekämpft wurde innerhalb der Demokratie fand ich o.k. im Großen und Ganzen. Wenn ich mich aktuell mit den Berliner Zeiten Beschäftige komme ich auf immer mehr Themen. Eine interessante Bürgerbewegung war z.B. "Wir Bleiben Alle" WBA war im Ostteil der Stadt der Wohnbezirksausschuß, "Wir bleiben alle" war eine Bewegung die sich mit Mietwucher und Leerstand beschäftigte bis hin zu Besetzerhäusern wie sie damals gab. Auf jeden Fall wahren sich immer alle einig wenn es um antifaschistische Aktionen ging. Ein bisschen wie Jugendbandenkriege aber das Thema Rechtsextremismus ist ja wirklich ernst zu nehmen, gerade in der Gegenwart und da sind klare Positionen notwendig.
Dabei habe ich ganz andere Gedanken aktuell, bin damit beschäftigt eine Künstlergruppe zu Gründen, da gibt es dann auch politische Stellungnahmen...

gruß fluuu
 
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AW: Gegen Rechte demonstrieren

Trotz deines sehr guten und differenzierten Berichtes Sunny, finde ich, dass die Kölner Demo gegen die "Pro Köln", ein Erfolg war.

Wie betitelt heute unsere Tageszeitung ihren Hauptartikel? Köln feiert Rechtsextreme fort.
Und Günter Wallraff sagt: "Positiv ist in jedem Fall, dass eine ganze Stadt aufsteht". In der gleichen Zeit warnt er davon, die berechtigte Kritik am Islam den Rechten zu überlassen, dies sei die Rolle der demokratischen Parteien.

Sehr beeindruckend, wie eine ganze Stadt sich solidarisiert hat gegen Pro Köln. Dies waren ca 10.000 Demonstranten – aber auch Taxifahrer die sich alle weigerten die Faschos zum Ort der Versammlung zu fahren, dadurch blieben 150 Pro Köln Anhänger am Flughafen sitzen :lachen:.
Gastwirte und Hoteliers waren nicht gewillt ihnen ein Essen zu servieren - auch schön!

Oberbürgermeister Fritz Schramma sagte, dass die Kölner "mit Herzblut, Witz und Intelligenz" gegen den "rassistischen Schwachsinn" protestiert hätten.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, nannte die Demo gegen Pro Köln einen "Sieg der Zivilgesellschaft über die Rechtsextremisten".

Die wirklich dämlichen, rabiaten Ausschreitungen der Autonomen und anderer Linksextremen, haben natürlich zeitweilig diese friedliche Demo gestört, die Polizei aber reagierte angemessen, auch wenn sie bedauerlicherweise vereinzelt auch von Schlagstöcken Gebrauch machen musste.

 
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