• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Otzelot

New Member
Registriert
3. September 2008
Beiträge
22
Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Zunächst eine Erläuterung:
Adam Smith verfasst im 18. Jahrhundert ein Werk welche die grundlegenden Gedanken des Liberalismus zusammenfasste.
Nach Smith sei ein perfektes Gesellschaftliches Zusammenleben nur durch den Egoismus des Einzelnen zu erreichen.
Wenn jeder Mensch nach eigenen "kapitalistischen" (Man kann im 18. Jahrhundert noch nicht von Kapitalismus sprechen da dieser eigentlich erst mit der industriellen Revolution aufkam) Vorteil strebt, wird es unweigerlich des Gesellschaft besser gehen.
Dies ist, was Adam Smith jedoch nicht bedachte, was man ihm nicht zum Vorwurf machen kann, da die Globalisierung im 18. Jahrhunder nun wirklich noch kein Thema war, dass dieses System noch auf lokalem Raum funktioniert.
Kapital das Eingenommen wird müsste lokal investiert werden.
Ausserdem hat er nicht bedacht das nicht jeder Mensch ein "homo oeconomicus" ist. Also dass nicht jeder Mensch umbedingt nur ökonomisch handelt.
Nicht jeder Mensch besitzt die gleichen Ziele und die gleichen Qualifikationen.

Für den Liberalismus nach Smith ist der Mensch eindeutig zu individuell


Nun stellt sich die Frage:
Ist es überhaubt Möglich ein gesellschaftliches System aufzubauen, wenn man davon ausgeht das jeder Mensch individuell ist? Was natürlich nicht zur Debatte steht.
Verbietet die Individualität nicht eine Gesellschaft an sich, sei sie liberal, kommunistisch oder faschistich. Eine Gesellschaft ist ein zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen Bestreben.




Ich hoffe auf eine angenehme Debatte
MFG
Fabian
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

als es noch gute Pop-Rock-Musik gab,
werkelten viele Musiker unabhängig voneinander
und schufen Aufnahmen,
die für den Hörer den Eindruck erwecken,
miteinander verwandt zu sein
(was die kunsthistorische Spekulation förderte)

für mich repräsentierten die vielen Musikrichtungen
verschiedene philosophische Schulen

seit dem musicus oeconomicus Mitte der 90er ist diese Vielfalt verschwunden

seit damals herrscht im Pop-Rock-Bereich gähnende Langweile
 
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Hallo !
Ausserdem hat er nicht bedacht das nicht jeder Mensch ein "homo oeconomicus" ist. Also dass nicht jeder Mensch umbedingt nur ökonomisch handelt.
Nicht jeder Mensch besitzt die gleichen Ziele und die gleichen Qualifikationen.
Stimme ich Dir zu.

Nun stellt sich die Frage:
Ist es überhaubt Möglich ein gesellschaftliches System aufzubauen, wenn man davon ausgeht das jeder Mensch individuell ist?
Nun, ich denke schon; dass Menschen verschiedenartig (natürlich auch in ihren Fährigkeiten) sind, macht dabei nichts. Wir haben ja die gleichen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Wohnung, Hygiene, Information und auch ähnliche Wünsche, von denen wir die meisten nicht alleine decken bzw. erfüllen können. Wenn ich nur daran denke, wieviel Leute daran arbeiten müssen, nur, damit wir eine Tasse Kaffee trinken können !

Es gibt also nicht nur die Vergesellschaftung aus Sympathie - die natürlich die schönste ist - wir müssen uns auch aus ganz praktischen und lebensnotwendigen Gründen vertragen.

Liebe Grüße

Zeili
 
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

als es noch gute Pop-Rock-Musik gab,
werkelten viele Musiker unabhängig voneinander
und schufen Aufnahmen,
die für den Hörer den Eindruck erwecken,
miteinander verwandt zu sein
(was die kunsthistorische Spekulation förderte)

für mich repräsentierten die vielen Musikrichtungen
verschiedene philosophische Schulen

seit dem musicus oeconomicus Mitte der 90er ist diese Vielfalt verschwunden

seit damals herrscht im Pop-Rock-Bereich gähnende Langweile

Da hast du recht, es ist traurig und wahr
ich selber kenne nur wenige gute Bands welche meine Generation hervorgebracht hat, aber nichts davon is vergleichbar mit z.B. Pink Floyd oder Neil Young

Hallo !

Es gibt also nicht nur die Vergesellschaftung aus Sympathie - die natürlich die schönste ist - wir müssen uns auch aus ganz praktischen und lebensnotwendigen Gründen vertragen.

Liebe Grüße

Zeili

Dem kann ich nicht widersprechen,
doch es ist jedoch Tatsache das jeder Mensch individuell nach seinem Vorteil strebt.
Dies führt unweigerlich dazu, dass einige zurück bleiben und an der Gesellschaft scheitern

Das sich ein Gesellschaft bildet/vorhanden ist, ist elementar, mir stellt sich jedoch die Frage ob eine Gesellschaft an sich nicht gesellschafts schädlich ist
 
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Dem kann ich nicht widersprechen,
doch es ist jedoch Tatsache das jeder Mensch individuell nach seinem Vorteil strebt.
Dies führt unweigerlich dazu, dass einige zurück bleiben und an der Gesellschaft scheitern

Das sich ein Gesellschaft bildet/vorhanden ist, ist elementar, mir stellt sich jedoch die Frage ob eine Gesellschaft an sich nicht gesellschafts schädlich ist

Ja, das ist sie und deshalb haben wir Gesetze eingeführt. Anscheinend hat es sich mit der Zeit
raus kristalisiert das Menschen gewisse Rahmen brauchen um "gemeinsam zu können".
Ich gehe davon aus das der Individualismus ein Grundbaustein
der Gesetze ist, wo man versucht hat diesen bei Seite zu schieben um eine "Norm" einzuführen.
Ich sage auch das Neid sehr schädlich ist aber das ist wieder etwas komplizierter.
 
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Ja, das ist sie und deshalb haben wir Gesetze eingeführt. Anscheinend hat es sich mit der Zeit
raus kristalisiert das Menschen gewisse Rahmen brauchen um "gemeinsam zu können".
Ich gehe davon aus das der Individualismus ein Grundbaustein
der Gesetze ist, wo man versucht hat diesen bei Seite zu schieben um eine "Norm" einzuführen.
Ich sage auch das Neid sehr schädlich ist aber das ist wieder etwas komplizierter.

Und wir sehen doch, dass es trotz den Gesetzen, nicht klappt.
Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, das Kapital geht zu denen die Kapital haben.
 
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Und wir sehen doch, dass es trotz den Gesetzen, nicht klappt.
Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, das Kapital geht zu denen die Kapital haben.

Und daran ist die Gesellschaft schuld?
Nein, ich glaube es ist der Fortschritt.
Erst vor kurzem hab ich gelesen das wieder mal so einer Indianerstamm
im Amazonaswald entdeckt worden ist.
Sie haben keine Hierarchien und teilen alles mit jedem.
Nur wenn Ansprüche niedrig gehalten werden kann so ein System funktionieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Und daran ist die Gesellschaft schuld?
Nein, ich glaube es ist der Fortschritt.
Erst vor kurzem hab ich gelesen das wieder mal so einer Indianerstamm
im Amazonaswald entdeckt worden ist.
Sie haben keine Hierarchien und teilen alles mit jedem.
Nur wenn Ansprüche niedrig gehalten werden kann so ein System funktionieren.
Das was du beschreibst kann man ganz leicht zusammenfassen:
Anarchie
So ein System funktioniert wenn die Ansprüche niedrig gehalten werden und nur in kleinem Rahmen.

Wir sprechen aber , oder ich zumindest tu es, von Nationen.
Abgesehen davon, so, ist der Europäer nicht,
der Industrielle Mensch will auf den Konsum nicht verzichten, dass muss dir jetzt nicht gefallen, dass muss es nie, aber man muss sich damit auseinander setzen
halten wir uns nicht mit Othopien (schreibt man das so ?) auf
und beschäftigen uns mit der Realität

"Und daran ist die Gesellschaft schuld?
Nein, ich glaube es ist der Fortschritt."
An ALLEM ist die Gesellschaft schuld, die Gesellschaft sind wir und nicht irgend ein abstraktes Wesen
wenn Fortschritt uns zurück wirft, dann ist es nicht die Schuld des Fortschrittes sondern die der Menschen, wie sie damit umgehen
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

. . . . doch es ist jedoch Tatsache das jeder Mensch individuell nach seinem Vorteil strebt.
Dies führt unweigerlich dazu, dass einige zurück bleiben und an der Gesellschaft scheitern
Hallo Otzelot und Sympathisanten !

Bis zu einem gewissen Grad ist Egoismus notwendig; ich hörte aber auch schon im TV - zur Weihnachtszeit: "Wir spenden alle Weihnachten etwas und dann arbeiten und wirtschaften wir wieder, um wieder etwas spenden zu können." Nun ist mir klar, dass wahrscheinlich höchstens 5 % der Unternehmer so denken, es wäre aber einmal ein gutes Beispiel für eine Einstellung, die Gewinndenken mit sozialem Denken verbindet. Auf den Punkt gebracht würde ich meinen, eine kapitalistische Leistungsgesellschaft, die auf die Schwachen nicht vergisst, ist durchaus auch sozial.

Das sich ein Gesellschaft bildet/vorhanden ist, ist elementar, mir stellt sich jedoch die Frage ob eine Gesellschaft an sich nicht gesellschafts schädlich ist
Wir brauchen einander, Otzelot !

Um eine Tasse Kaffee zu trinken, brauchen wir
  1. jemanden, der den Kaffee sät,
  2. jemanden, der ihn erntet (1 und 2 können dieselben Menschen sein, müssen aber nicht)
  3. jemanden, der ihn in eine Rösterei transportiert,
  4. jemanden, der ihn röstet,
  5. jemanden, der ihn (in Ländern, in denen keine Kaffeebohne wächst) in den Großhandel bringt,
  6. jemanden, der ihn den Einzelhandel bringt,
  7. jemanden, der die Transportmittel erzeugt,
  8. jemanden, der die Transportmittel vertreibt,
  9. jemanden, der die Transportmittel bedient,
  10. jemanden, der den Kaffee in den Einzelhandelsläden in die Regale schlichtet,
  11. - falls wir selbst zu verhätschelt oder zu ungeschickt sind - jemanden, der ihn uns zubereitet und last but not least,
  12. jemanden, der uns das nötige Einkommen zukommen lässt, damit wir ihn uns kaufen können.
Jetzt haben wir noch immer keine Tasse, in die wir ihn einfüllen können; die Details darüber liebe(r) Otzelot, überlasse ich Deiner Bildung bzw. Deiner Fantasie; ebenso die Tatsache, dass wir mit einer Tasse Kaffee alleine kaum eine Überlebenschance haben.

Liebe Grüße

Zeili
 
Werbung:
AW: Zwischen Individualismus und home oeconomicus

Hallo Otzelot und Sympathisanten !

Bis zu einem gewissen Grad ist Egoismus notwendig; ich hörte aber auch schon im TV - zur Weihnachtszeit: "Wir spenden alle Weihnachten etwas und dann arbeiten und wirtschaften wir wieder, um wieder etwas spenden zu können." Nun ist mir klar, dass wahrscheinlich höchstens 5 % der Unternehmer so denken, es wäre aber einmal ein gutes Beispiel für eine Einstellung, die Gewinndenken mit sozialem Denken verbindet. Auf den Punkt gebracht würde ich meinen, eine kapitalistische Leistungsgesellschaft, die auf die Schwachen nicht vergisst, ist durchaus auch sozial.

Nach deiner Sichtweise wäre es also ok wenn man jemanden ein Bein abhackt wenn man ihm dafür die Potese bezahlt (ums mal krass auszudrücken) ?

Um eine Tasse Kaffee zu trinken, brauchen wir
  1. jemanden, der den Kaffee sät,
  2. jemanden, der ihn erntet (1 und 2 können dieselben Menschen sein, müssen aber nicht)
  3. jemanden, der ihn in eine Rösterei transportiert,
  4. jemanden, der ihn röstet,
  5. jemanden, der ihn (in Ländern, in denen keine Kaffeebohne wächst) in den Großhandel bringt,
  6. jemanden, der ihn den Einzelhandel bringt,
  7. jemanden, der die Transportmittel erzeugt,
  8. jemanden, der die Transportmittel vertreibt,
  9. jemanden, der die Transportmittel bedient,
  10. jemanden, der den Kaffee in den Einzelhandelsläden in die Regale schlichtet,
  11. - falls wir selbst zu verhätschelt oder zu ungeschickt sind - jemanden, der ihn uns zubereitet und last but not least,
  12. jemanden, der uns das nötige Einkommen zukommen lässt, damit wir ihn uns kaufen können.
Jetzt haben wir noch immer keine Tasse, in die wir ihn einfüllen können; die Details darüber liebe(r) Otzelot, überlasse ich Deiner Bildung bzw. Deiner Fantasie; ebenso die Tatsache, dass wir mit einer Tasse Kaffee alleine kaum eine Überlebenschance haben.

Liebe Grüße

Zeili

Das ist durchaus klar, ich habe auch geschrieben das wir auf Gesellschaften angewiesen sind, und aufeinander angewiesen sind,
ich habe nur betont das wir uns durch das miteinander auch gleichzeitig schaden
 
Zurück
Oben