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wer definiert genialität? die gesellschaft?

geschrieben von gisbert
Es stellt sich die Frage: Warum willst du unbedingt "genial" sein? ;)
lustig, das hab ich mich aauch gerade gefragt!

ist es nicht mangel an selbstbewusstsein, wenn man meint irgendwo müsse man genial sein?

gruss binchen:)
 
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Hallo zusammen,

ich denke man muss differenzieren.

Wir haben einmal den allgemeinen Begriff der Genialität, welcher allein eine kreativ-schöpferische Veranlagung beschreibt. Diese Begrifflichkeit steht für sich und ist weder ein Indikator für die Persönlichkeitsstrukturen eines Individuums, noch ein Hinweis auf dessen Lebensziele und Bestrebungen.

Wenn wir nun das Individuum Mensch separiert betrachten, dann erst ist ein gezielterer Blick auf die jeweiligen Ursachen und Hintergründe der Genialität möglich. So kann ein Mensch etwas neues - gleich welcher Art und Weise - zum Gefallen seiner Mitmenschen kreieren, um hierdurch Selbstbestätigung, eben über den Zuspruch, das eigene Schaffen betreffend, zu erhaschen. Ebenso ist es möglich, dass ein Mensch lediglich durch eigenes Schaffen versucht, das eigene Selbst zu spüren, etwas zu erstellen, welches das eigene Sein in irgendeiner Form verkörpert. Dies muss nicht zwangsläufig mittels abstrakter Kunst geschehen, auch eine eigene funktionierende Firma wäre durchaus ein Symbol für persönliche Schaffenskraft und somit Selbstbestätigung.

Die eigenen Wertevorstellungen und Möglichkeiten entscheiden wohl primär darüber, in wie weit sich dieser individuelle Drang, aufzufallen, manifestiert. Ich denke die Gründe für Genialität sind vielfältig, vom extrovertierten Schrei nach Anerkennung bis hinreichend zum introvertierten Müßiggang. Dieses ist vom Genius selbst bedingt.

Weshalb wir als genial geltende Menschen suchen und ehren? Wir wollen das erfahren, was wir nicht vermögen. Wir wollen in einer augenscheinlichen Welt der Gewöhnlichkeiten das Besondere finden. Und sei dessen Besonderheit letztlich nur in der eigenen Wunschvorstellung präsent.

Viele Grüße,

Philipp
 
ei gentlich nix auszusetzen

Philipp schrieb:
ich denke man muss differenzieren.
Ich halte das für eine recht seltsame Einleitung eines sonst recht gefälligen Beitrags.
Ist mir alles zu pauschal, man sollte sich doch differenzieren, waren alles Kinder ihrer Zeit.


"Tisch" ist mir zu pauschal - schal wie abgestandenes Bier.
Man sollte sich unterscheiden - ein Tisch zum Sitzen ist ein Hocker.

Die Ketzerverbrenner, Hitler und Bush, sollte man sich differenziert ansehen, alle nur Kinder ihrer Zeit, man sollte sie sich nicht aus heutiger Sicht betrachten, sondern man sollte sich tiiiiiiiief in die damalige Zeit hineinfühlen.


Fühl fühl fühl differenzier differenzier differenz da
jaja (hoffentlich liest das kein Jugo) alle s paula schal

jaja :D
 
Kreativität

Original geschrieben von PhilippP
Weshalb wir als genial geltende Menschen suchen und ehren? Wir wollen das erfahren, was wir nicht vermögen. Wir wollen in einer augenscheinlichen Welt der Gewöhnlichkeiten das Besondere finden. Und sei dessen Besonderheit letztlich nur in der eigenen Wunschvorstellung präsent.
Du suchst nach der "Genialität", die in jedem von uns ist? Diese Eigenschaft würde ich aber dann nicht Genialität nennen. Lieber Kreativität, geistige Produktivität.
 
Guten Morgen Gisbert,

ich vermute, dass in jedem Menschen ein Drang bzw. der Wunsch nach Genialität vorhanden ist. Ein Jeder wäre gerne anerkannt und bekannt, das eigene Sein benötigt Stützen und Bestätigung von Außen um sich in seinem Tun und Wirken selbst finden und einordnen zu können.

Du hast natürlich Recht, um etwas besonderes zu kreieren bedarf es besonders ausgeprägter Fähigkeiten (z.B. geistige Kreativität). Dies ist wohl mitunter eine Grundbedingung um überhaupt - aufgrund des eigenen Schaffens - als Genie gemeinhin anerkannt zu werden. Also Begabung einerseits und die entsprechende gesellschaftliche Wertigkeit bzw. Anerkennung gegenüber jener Begabung andererseits.

Da nun aber die Wenigsten über jene besonderen Begabungen zu verfügen meinen, suchen sie nicht länger im eigenen Selbst nach Besonderem und verlagern dieses Bedürfnis vielmehr nach außen. Wenn wir Idolen huldigen, dann auch deshalb, weil wir in unseren Idolen das erkennen, wessen wir uns selbst nicht befähigt sehen: die besonderen Befähigungen.

Wir projizieren also das eigene Verlangen nach Besonderheit und Genialität auf einen anderen Menschen. Somit geben wir einen gewissen Teil unseres Selbst auf.

Zum einen ist dies eine Grundbedingung für die gesellschaftlich erkannte und gewollte Genialität, zum anderen auch ein Grund dafür, weshalb die meisten Menschen sich als nicht genial erkennen, dennoch aber eine individuelle Vorstellung davon haben, was Genialität bedeutet.

Ich neige dazu anzunehmen, dass viele Menschen nicht genial erscheinen, weil sie ihr Augenmerk zu wenig auf das eigene Selbst und die eigenen Befähigungen verwenden. So wird das Geniale gesucht und verehrt und nicht länger im eigenen Selbst vermutet.

Viele Grüße,

Philipp
 
Original geschrieben von PhilippP
So wird das Geniale gesucht und verehrt und nicht länger im eigenen Selbst vermutet.
Es ist mutig von dir, dein Bedürfnis so herauszuhängen, etwas Besonderes sein zu wollen. Hast recht: Wer ist schon uneitel von uns...
Trotzdem finde ich es - entschuldige bitte! - peinlich, seine glänzenden Eigenschaften herauszuputzen, die an keinem Produkt zu messen ist. Warum sagst du von dir selber: "Ich bin schön!", und ich sehe nicht dein Gesicht? Mach doch einfach irgend etwas, und überlasse ANDEREN das Urteil über deine Person...

"Genialität", das ist eine Eigenschaft, die nirgends zu objektivieren ist. Sie ist eine Ehrbezeichnung, mit dem der Bewundernde den Bewunderten etikettiert. Du kannst dich natürlich auch selbst bewundern. Käme aber, bei mir zumindest, nicht gut an...

Gysi
 
Hallo Gisbert,

mir geht es nicht darum meine Person als genial zu titulieren, nein, wenn du mich so verstehst, dann reden wir aneinander vorbei.

Ich gestehe zwar offen ein, dass auch ich den Wunsch hege das Geniale in mir zu entdecken, schon allein um mich besser wahrnehmen zu können. Dennoch versuche ich in erster Linie, eine hier thematisierte Begrifflichkeit zu hinterfragen. Von dieser Begrifflichkeit gehe ich vor allem aus. Dass mein Selbst jedoch in meinem denken und den daraus resultierenden Vorstellungen enthalten ist, das sollte man mir nicht zum Vorwurf machen. Es sei denn an einem objektiven Diskurs wäre einem nicht gelegen, sondern eher an einem Duell persönlicher Wertevorstellungen. Es mag zwar Gründe geben, weshalb Menschen andere Menschen - die z.B. vor Selbstvertrauen strotzen - nicht leiden können, diese Gründe sind jedoch höchst diffus und abstrakt. Wir können uns nun über diese persönlichen Sichtweisen und Wertevorstellungen streiten, oder das Ziel beibehalten und das eigentliche Thema, der Genialität, weiterverfolgen. Mir wäre eher an letzterem gelegen ;-)

So sehe ich denn die Genialität vor allem als Begrifflichkeit, welche aus dem jeweils individuellen Wunsch heraus entspringt, das Besondere zu erfahren. Sieht der Mensch jene Besonderheit nicht im eigenen Selbst gelegen, wird er dieses Streben entsprechend - bewusst oder unbewusst - nach außen projizieren.

Das jeweilige Produkt der Genialität hätte - daraus folgernd - nurmehr einen symbolischen Charakter.

Viele Grüße,

Philipp
 
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@PhillippP

Wenn wir über den Begriff "Genie" diskutieren, sollten wir uns über den Begriff EINIG sein. Das sind wir aber bis jetzt leider nicht...

Gysi
 
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