Dann sollte ich mal dringend meinen Gewürzschrank ausmisten, da sind welche von vor 5 Jahren noch drinnen. Paprika edelsüß liebe ich, verwende ich für sehr viele Gerichte. Glaubst du man findet die anderen Paprika Handelsklassen auch irgendwo?
Bestimmt, aber dann wieder online bestellen ... muss ich nicht unbedingt haben.
Tatsächlich verwene ich aber Olivenöl, meistens aber nur fürs Marinaden oder so. Erhitzen sollte man das ja nicht mehr als 180°, soviel ich weiß. Zum Anbraten nehm ich meistens Butter oder eben auch Sonnenblumenöl, da aber das billigere, vielleicht wechsel ich da auch mal auf die teurere Variante, wenn man das mit dem braunen Glas besser aufbewahren kann/es länger hält. Danke auf jeden Fall für die vielen Tipps!
Mit Fetten ist es die Sache, wie bei so vielen Dingen: Schaut man näher hin, dann haben sie alle ihre Stärken und Schwächen, ihre Pros und Kontras.
Gesättigte und ungesättigte Fette:
Gesättigte Fette sind meist tierischer Natur. Es gibt aber durchaus auch gesättigte oder hauptsächlich gesättigte pflanzliche Fette: Kokosfett, Palmöl, Kakaobutter sowie Erdnussöl.
Ungesättigte Fette: Die meisten Pflanzenöle.
Zwei ungesättigte Fettsäuren gelten für den Menschen als essenziel, als lebensnotwendig. Der Körper kann sie nicht aus anderer Nahrung selbst synthetisieren und muss sie daher durch die Nahrung aufnehmen: Die Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure. Idelalerweise sollten sie im Mengenverhältnis 5:1 vorliegen. Manche Pflanzenöle erfüllen dies oder liegen zumindst nah daran: Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl.
Aber: Ungesättigte Fettsäuren werden bei Temperaturen von >140°C zerstört. Dabei bilden sich außerdem die im Blick auf den Cholesterinspiegel sehr ungünstigen Transfette.
Daher sollte man diese Fette besser nur kalt verzehren: Vinaigrette, Salatdressings, Mayonnaise, Marinaden.
Gesättigte Fette:
Sind in der Vergangenheit zuviel verteufelt worden, haben aber durchaus ihre Existenzberechtigung.
Richtig angewendet sind sie nämlich ideal zum Braten und vor allem Frittieren.
Kokosfett:
Kokosfett ist ideal zum Braten und vor allem Frittieren: Hoch erhitzbar, hoher Rauchpunkt, geschmacksneutral, stabil.
Nachteile: Kokosfett ist eine Art Blockfett (Markenname: Palmitin) und bei Zimmertemperatur fest. Es muss im Kühlschrank gelagert werden und hat seinen Preis.
Butter:
Zum Braten eigentlich ungeeignet, oder nur für eher Niedrigtemperatur-Kurzbratspeisen (= Eierspeisen, wie Rührei, Omelettes, Eierkuchen). Etwas anderes ist geklärte Butter, die Wesentlichen Butterschmalz entspricht. Aber selbst geklärte Butter lässt sich nicht so hoch erhitzen und wird schnell braun, z.T. aber auch gewünscht (Nussbutter).
Allerdings, wie sagte einst unser aller Meister, der französische Koch Paul Bocuse: Für Butter gibt es nur ein Ersatzprodukt. Und das ist Butter.
Olivenöl:
Olivenöl wird, egal aus welchem Herkunftsland es auch kommt, in der aktuellen Marktsituation oft gepanscht. Gepanscht nicht im Sinne einer Gefahr für die Gesundheit, aber gepanscht im Sinne von ggf. anderen Ölen. Im besseren Fall mit Olivenölen verschiedener Herkunft, im schlechteren Fall mit türkischem Haselnussöl, welches eine ähnliche Zusammensetzung wie Olivenöl hat.
Echtes, originales italienisches Olivenöl - das beste - ist teuer.
Fettverderb:
Der Fettverderb - Fette werden ranzig - wird im Unterschied zu praktisch allen Verderbsprozessen von Lebensmitteln nicht durch Mikroorganismen verursacht. Fette werden durch die Oxidation mit dem Sauerstoff in der Luft ranzig, die sog. Spaltungsranzigkeit, ein rein chemisch basierter Vorgang.
Maßnahmen:
1. Speiseölflaschen immer sorgsam schließen, um einen Luftaustausch zu vermeiden.
2. Auch chemische Reaktionen werden durch Kühlung verlangsamt. Als Faustregel gilt eine Verlangsamung einer chemischen Reaktion auf die Hälfte alle 10°C, sprich:
20° C = 100%
10° C = 50%
0° C = 25%
usw., usf.
3. Die chemische Reaktion zur Ranzigkeit wird durch Licht, insbesondere UV-Licht (= Tageslicht, Sonneneinstrahlung) intensiviert. Und genau aus diesem Grund werden Pflanzenöle oft in Metalkanistern oder in braunen und grünen Flaschen gelagert.
Tipps:
- Pflanzenöle gut verschlossen, kühl und lichtgeschützt lagern. Wenn es das Öl mitmacht - Sonnenblumenöl - durchaus auch im Kühlschrank.