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Mit dem Kochen ist es so wie mit dem Schachspiel: Beide sind sie überlebensnotwendig.
Beim Kochen versteh' ich's ja noch so halbwegs, aber überleben kann man auch ohne. Nicht einmal auf Fleisch müsste man verzichten.
Aber Schach? Ich spiel's zwar gerne, aber ich war noch nie in Todesgefahr, wenn ich mangels Partner jahrelang nicht spielte...
 
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Beim Kochen versteh' ich's ja noch so halbwegs, aber überleben kann man auch ohne. Nicht einmal auf Fleisch müsste man verzichten.
Aber Schach? Ich spiel's zwar gerne, aber ich war noch nie in Todesgefahr, wenn ich mangels Partner jahrelang nicht spielte...

Schach: Eher ein persönlicher Witz. Ich hatte mal einen Kumpel, passionierter Schachspieler, der sagte: Ein Schachspiel ist überlebensnotwendig.
Aber trotzdem: Ich habe als Kind mal ein Schachspiel gesehen, das hatte ein Insasse in seiner Kriegsgefangenschaft angefertigt. Also kommen Menschen in ganz schwierigen Lebenssituationen auf solche Ideen. Die Anforderung nach dem Erhalt einer Bibel fällt sicherlich in eine ähnliche Kategorie - und im Grunde kann man keinem Häftling dies verweigern.

Kochen ist überlebensnotwendig, oder genauer: Der Mensch ist auf gegarte Nahrung angewiesen, er kann ohne sie nicht überleben.
Der amerikanische Anthropologe Richard Wrangham geht in seinem Buch "Feuer fangen: Wie uns das Kochen zum Menschen machte – eine neue Theorie der menschlichen Evolution" genau dieser Frage nach.

Die älteste, nachweislich von Menschen genutzte Feuerstelle ist knapp 1 Mio. Jahre alt. In der Nähe fand man gegarte Nahrungsreste. Anatomische Vergleiche verschiedener Hominiden legen nahe, dass eine anatomische Anpassung an gegarte Nahrung vor mindestens 1.2, möglicherweise aber auch schon vor 1.8 Mio. Jahren erfolgte.
Vergleicht man das Verdauungssystem des Menschen mit dem unseres nächsten Verwandten, dem Schimpansen, und berücksichtigt die Größenverhältnisse, so verfügt der Mensch nur über 60% der Darmlänge des Schimpansen. Und bis vllt. auf ein paar Beeren oder Insekten ist die Nahrung des Schimpansen für den Menschen ungenießbar, unverzehrbar und unverdaulich. Denn sie ist hart, faserig, bitter und wenig gehaltvoll.
Nicht zu vergessen, dass der Schimpanse in seiner Wachzeit fast nichts anderes tut ... als fressen.

Das Garen von Nahrung schließt die Inhaltsstoffe der Nahrung besser auf und macht sie für den Menschen überhaupt erst verdaulich. Ggf. kann man dies sogar wortwörtlich sehen, wenn man mal so etwa isst wie einen Karottensalat. Man schaut sich seine Ausscheidungen an und stellt fest: Sieh an, da sind sie ja wieder, die Karottenschnitzelchen. Der Mensch kann Rohkost essen, allein davon leben kann er im Grunde aber nicht. Im Großen und Ganzen verdoppelt das Garen den Nährwert der Nahrung.

Weltweit gibt es nicht eine einzige menschliche Kultur, in der nicht gekocht wird. Und auch die Inuit leben von und mit gegarter Nahrung. Die Anatomie des Menschen lässt es auch gar nicht zu, der Mensch ist an gegarte Nahrung angepasst - auch wenn es Rohköstler gibt, die anderes behaupten (dazu ließe sich einiges sagen, mehr dazu a.A.).

Es gibt immer wieder mal Zeitgenossen, die behaupten: XYZ ist die "natürliche" Nahrung des Menschen. Und dann nicken alle brav mit dem Köpfchen, denn "die Natur", die ist ja sakrosankt und wird nicht hinterfragt. In meinen Augen ist dergleichen aber Kokolores, denn sich der Natur entzogen (und stattdessen die Kultur erfunden) zu haben: Das ist die Grundeigenschaft, die uns überhaupt erst zum Menschen macht, im Unterschied zum Tier.

Denn bei allem anderen stellen wir das ja auch nicht in Frage, die Beherrschung des Feuers, der Werkzeug- und Waffengebrauch, die Kleidung, Häuser und vieles andere mehr: All das ist rein menschlich. Und daran ändert auch die eine oder andere Spezies nichts, deren Eigentümlichkeiten man in Ansätzen vllt. anders deuten mag.
 
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