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Geiz is geil

man céline, du bist aber auch wieder super infomiert! toll

Die Grossen der Pharma-Industrie argumentieren mit den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die die Generika-Hersteller nicht haben/nie hatten. Ist zwar nicht ganz verkehrt, doch in den vielen Jahren des Patent-Schutzes haben sie ja diese vermutlich für das jeweilige Medikament bereits vielfach wieder "eingespielt".
ja hoffen wir das es so ist und nicht nachher medikamente auf den markt kommen die nicht getestet wurden!
weisst du lieber zahl ich was, als das ich schlechtere mittel bekomme.

nur als beispiel kopfschmerztabletten.
du bekommst welche billig von ratiopharm mit dem wirkstoff paracetamol.
willst du bessere, die schneller wirken dann muss du tiefer in die tasche greifen (zb thomapyrin - ich glaub so schreibt man das?).
diese haben dann nicht nur paracetamol als wirkstoff sondern auch koffein, was schneller aufgenommen wird.
also sind zwar der gleiche wirkstoff drin aber es fehlen weitere!
so hab ich schon erlebt das nicht alles billige genauso gut ist,es fehlt die verträglichkeit.
ich nehme an es werden einfach stoffe weggelassen die nicht unbedingt erforderlich sind aber der verträglichkeit hilfe leisten.

naja schaun wa mal.

lg binchen
 
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Ohne hier im Thema vertieft zu sein...

Danke Céline!
Ich hab jetzt nur die letzten Beiträge gelesen, aber du hast recht, eigentlich brauchen wir uns keinen Kopf machen um die Qualität der Medikamente.

Ich hab dem immer skeptisch gegenüber gestanden, aber so wie du es schreibst, klingt es völlig einleuchtend.

Und zu der Sache mit der Patientenbelohnung:
Nichtraucher werden belohnt
Sportler werden belohnt
Wohin führt das?
Bis zum nichtgeborenen Patienten, weil es ihn ja nicht gibt und er somit keine Kosten verursacht?
Bedeutet soviel wie, alle die keine Kinder kriegen (können) werden irgendwann belohnt, weil sie ja so schön "billig" sind.

Ist vielleicht weit her geholt, aber ging mir gerade durch den Kopf.
Und wenn ein kleines Licht am Ende der Kette, bei der Lage zu solchen Gedanken kommt, wie werden es dann wohl die Politiker mal handhaben?
*Graus*
LG
Sal
 
Ich weiss nicht, ob Ratiopharm eigene (selbst entwickelte) oder Generika-Medis verkauft, kenne mich in D nicht so aus. Aber auch unter den Original-Präparaten hast du ja unzählige Möglichkeiten, gerade auf dem Sektor "Kopfschmerzen", da ist die Beratung wichtig, Allergene müssen ausgeschlossen werden usw. Das bedeutet aber nicht, dass ein Billigpräparat schuld ist, wenn es bei dir nicht ganz schnell wirkt, da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Das Problem ist doch meist, dass eben jeder Patient beim Arzt sagt, ich will für mich nicht das Geeignete, sondern das Beste. Das macht dann die Medizin so teuer. Solange er es selbst bezahlt, ist das seine Sache, bezahlt das aber die Gemeinschaft, wird das für alle teuer und jeder klagt dann über die Abgaben und Beiträge, ohne sich zu überlegen, was er schon selbst gekostet hat, selbst, war er noch nie wirklich ernsthaft krank. Das beginnt bei einer elastischen Binde, die "jeder" im Schrank hat und sie sich trotzdem vom Arzt verschreiben lässt, sobald eine Verstauchung da ist usw.
Ich rede mich da um Kopf und Kragen, aber es ist nun mal so und ich denke, das Problem ist in Europa überall gleich.

Gefahr ungeprüfter Medikamente lauert aber sicher nicht in der Apotheke, ich hätte da lediglich Angst bei Internet-Anbietern, denn dass hier z.B. Anabolika angeboten werden, weiss ich.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Binchen schrieb:
nur als beispiel kopfschmerztabletten.
du bekommst welche billig von ratiopharm mit dem wirkstoff paracetamol.
willst du bessere, die schneller wirken dann muss du tiefer in die tasche greifen (zb thomapyrin - ich glaub so schreibt man das?).
diese haben dann nicht nur paracetamol als wirkstoff sondern auch koffein, was schneller aufgenommen wird.
also sind zwar der gleiche wirkstoff drin aber es fehlen weitere!
so hab ich schon erlebt das nicht alles billige genauso gut ist,es fehlt die verträglichkeit.
ich nehme an es werden einfach stoffe weggelassen die nicht unbedingt erforderlich sind aber der verträglichkeit hilfe leisten.
Hallo!

Da muss man vorsichtig sein. Mehr Wirkstoffe heißt nicht unbedingt besser verträglich! Gerade Paracetamol ist gut verträglich, auch für Kinder (gibt man z.B. bei hohem Fieber), während Thomapyrin nicht nur Koffein noch enthält, sondern auch Acetylsalicylsäure (ASS), ein Stoff, der für Kinder problematisch sein kann. Es kann damit insgesamt mehr Nebenwirkungen haben. (vgl. "Bittere Pillen")

Salem schrieb:
Ich hab jetzt nur die letzten Beiträge gelesen, aber du hast recht, eigentlich brauchen wir uns keinen Kopf machen um die Qualität der Medikamente.
Ich würde eher so sagen: Über die Qualität der Medikamente und über ihre Inhaltsstoffe sollten wir uns immer Gedanken machen, bevor wir etwas schlucken... und ob es nicht Alternativen gibt mit weniger oder keinen Nebenwirkungen.

LG
Jane
 
Ich denke welches Medikament man nimmt sollte von Mensch zu Mensch vom
Arzt entschieden werden - und nicht vom Apotheker - auch nicht bei simplen
Kopfschmerzen!
Es ist ja schön das Paracetamol günstiger ist als Acetylsalizylsäure und im
allgemeinen von Kindern auch besser vertragen wird. Man muß aber auch
wissen das Paracetamol z.Bsp. bei schlechten Leberwerten keinesfalls genommen
werden darf. Und - woher soll euer Apotheker eure Blutwerte wissen?

Was das Thema Kopfschmerzen betrifft habe ich mal eine Bitte an euch.
Wenn ich welche habe esse ich Weintrauben - und davon verschwinden die
dann meistens. Traubenzucker pur hilft nicht. Mich würde mal interessieren
ob das bei dem einen oder anderen auch so ist?

LG
Phoenix
 
@ Phoenix

Interessanter Punkt. Vielleicht ist es hilfreich zu wissen, daß Aspirin oder auch Paracetamol zB hier in Thailand gefertigt werden und nur einen Bruchteil von dem deutschen Preis kosten. Keine Plagiate!

Zudem arbeiten hier sehr viele Krankenhäuser auf privater Basis und sind sogar an der Börse notiert. Da werden Profite gemacht und doch sind die Kosten etwa um 40% bis 60% billiger als in Deutschland. Dabei wird man aber liebevoll und rund um die Uhr betreut, verwendet zB Röntgengeräte von Siemens oder GE und ist auch sonst super ausgestattet. Warum sollte dies also in Deutschland oder gar in Österreich nicht auch möglich sein?

Dem deutschen Gesundheitswesen würde es besser gehen, wenn man die Verkaufspreise realistischer ansetzen würde und die Profitgier drosseln könnte. Man sollte nicht die Leistungen kürzen, sondern die Kosten! Und vielleicht wäre eine Privatisierung auch nicht schlecht.
 
JaneS. schrieb:
Hallo!

Da muss man vorsichtig sein. Mehr Wirkstoffe heißt nicht unbedingt besser verträglich! Gerade Paracetamol ist gut verträglich, auch für Kinder (gibt man z.B. bei hohem Fieber), während Thomapyrin nicht nur Koffein noch enthält, sondern auch Acetylsalicylsäure (ASS), ein Stoff, der für Kinder problematisch sein kann. Es kann damit insgesamt mehr Nebenwirkungen haben. (vgl. "Bittere Pillen")
hallo jane, also in thomapyrin ist auch paracetamol, die aspirin ist auf ASS basis.
ich habe die thomapyrin mit der billigeren variante schon verglichen, der unterschied ist die stärke und das koffein.
so ist die thomapyrin schwächer hat aber dafür halt das koffein was sehr gut in den kopf steigt und schnell.
die ratiopharm-pille ist dafür doppelt so stark.


Ich würde eher so sagen: Über die Qualität der Medikamente und über ihre Inhaltsstoffe sollten wir uns immer Gedanken machen, bevor wir etwas schlucken... und ob es nicht Alternativen gibt mit weniger oder keinen Nebenwirkungen.

das stimmt allerdings.

lg binchen
 
AW: Geiz is geil

In der Zeitung "Die Welt" steht unter folgendem Link:
http://www.welt.de/data/2006/01/07/828038.html
ein Beitrag zum Thema.

"Die Rückbesinnung auf ein Qualitäts- und Wertebewußtsein hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gefordert. "Mit den Parolen "Geiz ist geil" oder "Es lebe billig" kann sich der einzelne, aber auch eine Gesellschaft gründlich verirren", sagte der stellvertretende CDU-Chef am Freitag bei einem Empfang im Zisterzienserkloster Loccum anläßlich des Epiphaniastages. Die Menschen sollten sich "das Gefühl für den Unterschied zwischen "billig" und "preis-wert" bewahren", so Wulff nach dem Text seiner Rede. Er fügt hinzu: "Als frisch deklarierte, tatsächlich aber verdorbene Lebensmittel finden sich auch deswegen in unseren Läden, weil die Verbraucher das kaufen, was billig ist." Darum müsse wieder eine angemessene "Wertschätzung" von Waren und der damit verbundenen menschlichen Arbeitsleistung an die Stelle der "modischen Schnäppchenjagd" treten, forderte der Ministerpräsident."

Es ist schon gut, daß man sich auch an "höherer" Stelle dieser Problematik bewußt geworden ist. Ich vertrete die Auffassung, daß die Sprache eine gefährliche Wirkung entfalten kann. Die Sprache, wenn gezielt oder gedankenlos eingesetzt, kann zu Polemik und unsachgemäßer Beeinflussung der Leser führen. Damit sollten derartige Slogans auch nicht mit dem Argument abgetan werden, daß sie ihren Zweck erreicht haben, auch kann man sich eigentlich nicht damit zufrieden geben, daß man selbst von diesem Slogan abgestoßen wird, denn anscheinend begeistert dieser Slogan eine Vielzahl von Menschen und im schlimmsten Falle auch die junge Generation, die durch solche "Werte" in eine bestimmte Richtung gedrängt wird.

Ich bin weit davon entfernt eine Zensur einzuführen, ganz im Gegenteil. Jedoch sollten derartige Slogans als Warnsignale begriffen werden, daß etwas in die falsche Richtung geht. Falsch deshalb, da der Materialismus zur Religion, zum Lebenswert erhoben wird und andere Ideale verdrängt werden. Falsch auch deshalb, weil vorgespiegelt wird, daß persönliche Befriedigung durch Konsum zu erreichen ist. Die Folgen sind allseits spürbar und nicht nur Jugendliche leiden unter der zunehmend inhaltslosen sozialen Umgebung.

Auch hier muß an die Selbstverantwortung appelliert werden, denn nicht alles was möglich ist muß auch getan werden. Wenn jedoch Unternehmen keine soziale Verantwortung mehr tragen müssen, wenn Geiz wirklich geil sein sollte, dann müssen wir uns auch nicht darüber wundern, daß Menschen über 50 keinen Arbeitsplatz mehr haben, daß für eine handvoll Dollar der letzte Arbeitsplatz abgebaut und verlagert wird.

Es gibt die "soziale Relevanz des Handelns" - zumindest in der Theorie - und danach ist alles was wir tun sozial relevant. Dieser Verantwortung müssen sich auch oder vor allem Unternehmen stellen.

Neben den angeführten Argumenten will ich noch einen weiteren Punkt nennen, der über das "billig" oder das "minderwertig" der Produkte hinausgeht. Ich habe einschlägige Erfahrungen wie "geizig" und "ausbeuterisch" sich Unternehmen beim Einkauf in Entwicklungsländern benehmen. Da wird der kleine Hersteller noch von 1 Euro auf 0,90 Euro gedrückt, obwohl das Produkt dann im Heimatland für 20 oder 30 Euro verkauft wird. Die Tatsache, daß hier ein Arbeiter vielleicht mal 100 Euro im Monat verdient, scheint dabei keinen mehr zu interessieren. Zwischenhändler erziehlen oft Margen, die sogar weit über dem Herstellerpreis liegen. Jau, jau, Geiz ist eben geil.

Einer der wichtigsten Gründe von Wullfs Rausschmiss.
 
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