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Frankreich: Kopftuchverbot - was haltet ihr davon?

Ohja - lasst und doch alle religiösen Symbole verbieten - und gehen wir wieder in die Katakomben...............

Verbieten bringts ja nicht - das kann gar nicht gut gehen.
Verständnis und Akzeptanz wären die schönere Lösung.


:winken1:
Whitney
 
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Original geschrieben von Whitney
Ohja - lasst und doch alle religiösen Symbole verbieten - und gehen wir wieder in die Katakomben...............

Verbieten bringts ja nicht - das kann gar nicht gut gehen.
Verständnis und Akzeptanz wären die schönere Lösung.
Die Schüler sollen so herum laufen "dürfen", wenn´s ihre Eltern so befehlen. Aber die öffentlichen Einrichtungen mit einem Personal, das einen ERZIEHERISCHEN Auftrag hat, das bitte nicht!

Akzeptanz ist ein schönes Wort. Aber auch die muss ihre Grenzen haben, im Namen der Meinungsbildungsfreiheit. Und Kinder, die religiös geprägt werden, besonders die, die angstreligiös (Höllenandrohung bei Nichtglauben und heidnischem Denken gegen Gott) geprägt sind, haben zu 95 % (mehr noch) keine Chance, sich aus dieser Prägung zu befreien, die aller Aufklärung und Säkularisierung unserer modernen Wissens-Gesellschaft hohn spricht. DAS ist für mich das Indiz, das GEGEN eine Existenz von Religionsfreiheit (nicht nur) in diesen Breitengraden spricht.
Religionsfreiheit sollte für die Menschen, die Gläubigen, gedacht sein. Und nicht nur für die Religionsfürsten, um ihren Senf anzupreisen. Das Recht auf Freiheit hört da auf, wo das Recht auf Freiheit und Glücklichsein der anderen beschädigt wird. Oder nicht?

Gysi
 
Was hat das mit dem Kopftuch zu tun ?

Whitney schrieb:
Wenn ich mir mal so überlege, wo denn die Franzosen (und nicht nur die) im Laufe der Geschichte schon überall waren - ihre Religion und Kultur verbreitet haben - ihre Kolonien heute noch haben, wo sie eigentlich gar nichts verloren hätten............

Hmm -- ist doch alles ein Kreislauf oder?


Liebe Grüße
Whitney

Haben die Franzosen ... überall ihre Mützen aufgelassen ? Oder was willst du uns damit mitteilen ???
 
während frankreich und teutschland einander in intoleranz zu überbieten versuchen, hat österreich einen positiven konträren schritt gesetzt!

hier die fakten bildhaft kommentiert:

*alte hüte?*

:schaukel:
 
lenbach schrieb:
während frankreich und teutschland einander in intoleranz zu überbieten versuchen, hat österreich einen positiven konträren schritt gesetzt!
Toleranz ist ein schönes Wort, Lenbach. Würdest du die Verbreitung von nationalsozialistischer Ideologie toerieren? Aha! Toleranz muss also auch Grenzen haben! Worum geht' s dann, was ist gewichiger als Toleranz? Es geht um die Menschenwürde, die Freiheit, das Glücklichsein. Und ich möchte behaupten, dass eine Religion, die Intoleranz und die Vernichtung der Giauren predigt, nicht die Grundlage unserer Denkweise, Fühlweise und unseres Verhaltens sein und werden darf.
In der Offenbarung des NT (z.B.) predigen auch die Christen von göttlicher Rachelust. Paulus predigt gegen sexuelle "Andersartigkeit" (Homosexualität) und vorehelichen Geschlechtsverkehr. Ohne natürlich zu vergessen zu sagen, dass Gott sowas bitterböse abstraft. Deswegen fordere ich auch den offenen substanziellen Dialog mit den Christen!
Aber ich befürchte, die muslimische Religion ist nicht so domestiziert (durch die Aufklärung), wie das die christliche ist. Ich sehe in der Ausbreitung des Islam eine echte Gefahr. Und die vergegegenwärtigt sich mir immer mehr, solange der Islam nicht öffentlich diskutiert werden kann! Sondern diese Forderung als eine Verletzung persönlicher Gefühle gesehen wird... :rolleyes:

Gysi
 
du hast natürlich mit dem intoleranzargument absolut recht - nur gilt dies für JEDE form der intoleranz - somit auch für die verletzung des grundrechts auf gedankenfreiheit und eigene religion(sausübung) - und kopftücher!
somit fallen die achosaufgeklärten christen, die den angeblich intoleranten islam verteufeln und als 'gefahr für die menschheit' verbieten wollen (weil sie dem bush alles glauben, dem christlichen kriegshetzer) genau so unter deine forderung wie alle anderen, die (sogar gesetzliche) intoleranz ausüben wollen! :nein:

wenn jemand andere schädigt und deren leib und leben gefährdet, so fällt dies unter VERBRECHEN und gehört von der justiz verfolgt und bestraft.
das hat nichts mit religion zu tun, sondern mit menschenwürde und achtung des nächsten!

wenn - wie behauptet(!) wird -, der islam kriege und terrorismus schürt (um so eine rechtfertigung dafür zu haben, selbst dort krieg führen und gefangene foltern und umbringen zu 'dürfen' :wut1: ), so stimmt dies erstens nicht (weil der koran etwas GANZ anderes vorschreibt und predigt) und zeigt zweitens, dass diejenigen, die im namen des 'fundamentalistischen' islam terrorismus, mord und fanatische intoleranz üben, selbst eben KRIMINELLE VERBRECHER sind, die bestraft gehören.
was ebenso auf den usrael-palästinenser-konflikt zutrifft.

so wie jeder andere mörder und verbrecher, inklusive denen, die im namen 'westlich-freiheitlichen denkens' gewalt, unterdrückung, totalüberwachung und zensur ausüben....
 
Zuletzt bearbeitet:
lenbach schrieb:
wenn - wie behauptet(!) wird -, der islam kriege und terrorismus schürt (um so eine rechtfertigung dafür zu haben, selbst dort krieg führen und gefangene foltern und umbringen zu 'dürfen' :wut1: ), so stimmt dies erstens nicht (weil der koran etwas GANZ anderes vorschreibt und predigt)
Das ist nicht richtig. Der Koran predigt auch den Hass und die Unerbittlichkeit - gegen Kriminelle, Ehebrecher und Ungläubige. Letzteren habe man gefälligist mit Mißtrauen zu begegnen und ggf. zu vernichten. Steht so im Koran! Jetzt kann man als muslimischer Gläubiger gnädigerweise diese Zeilen übersehen und sich auf die freundlicheren konzentrieren. Eine Lesart der heiligen Schrift, die die Christen ja ebenfalls praktizieren... :D
Das ist kein Argument für den Irak-Krieg, damit wir uns da richtig verstehen! 1. erhöht der Irakkrieg die terroristische Gefahr, 2. sind Kämpfe um eine religiöse Vorherrschaft sowieso reichlich daneben, 3. lassen sich Religionen nicht unterdrücken und kriegerisch bekämpfen, 4. hatte Doubleju nur eine Rechnung beglichen, die der Papa mit dem Saddam noch offen stehen hatte. Und 5. war und ist die Kriegsbereitschaft mancher US-Präsidenten auch religiös motiviert. (Reagan faselte damals im Kampf gegen "das Reich des Bösen" öffentlich von einer evtl. bevorstehenden Harmagedon-Schlacht.)

Wir sind bei den Kopftüchern. LehrerInnen und andere BeamtInnen und Staatsrepräsentanten sollten die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen nicht religiös beeinflussen dürfen, also keine Kopftücher öffentlich tragen! Ich bin ja auch generell gegen den Religionsunterricht.
Ob den Kindern das Tragen von Kopftüchern verboten werden sollte, weiß ich nicht. Ich bin mir unschlüssig. Auf jeden Fall wären die muslimischen Kinder der Häme der Nicht-Kopftuchträger ausgesetzt. Die Lehrer wären dann gezwungen, die freie Religionsausübung einer Religion zu verteidigen, die sich - nach der strengen Auslegung des Koran - gegen sie Nicht-Muslime richtet! Das kann nicht der Sinn der Toleranz sein!
Was ich fordere, ist die unbefangene, substanzielle Diskussion über den Islam und (gleich in einem Abwasch) über das Christentum, der Moral und der atheistischen Moral.

Gysi
 
Halte ich für

kein gutes Zeichen.

Einschränkung der Religionsfreiheit sollte es nur insoweit geben, dass durch eine Religion keine menschliche Grundrechte verletzt werden. Es soll durch eine Religion niemand zu körperlichem oder materiellen Schaden kommen, wie z.B. bei Beschneidung von jungen Mädchen und Buben.

Wen schmerzt ein Kopftuch ? Im Gegenteil, beim Kochen verhindert es, dass Haare in die Speisen fallen. Jeder soll - soweit es nicht anzüglich oder gesundheitsgefährdend wird - soviel Körper zeigen, wie er will. Auch auf öffentlichen Plätzen und Stellen.

Die Groteske wird gemildert dadurch, dass das Gesetz einmal auf ein Jahr befristet ist.
 
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Zeilinger schrieb:
kein gutes Zeichen.
Uns ich halte es für kein gutes Zeichen, dass unsere Gesellschaften auf Kulturböden stehen, die durchaus Hass und Intoleranz predigen. Ich halte es für kein gutes Zeichen, dass Religionen uns alle in undiskutierte Toleranzbeflissenheit erstarren lässt. Es ist nicht gut, dass geistige Bauwerke nicht kritisiert werden dürfen, ohne ärgsten Unmut einzufahren. Ich erwarte, dass die säkularen Gesetze hier eingehalten werden, definitiv! Und ich erwarte, dass explizit erklärt wird, dass das Gotteswort nicht das Menschenwort bricht! Das muss öffentlich diskutiert werden!
Die Angestellten eines laizistischen Staates sind dem Laizismus verpflichtet. Sonst müssen sie ihr Geld woanders verdienen. Und dieser Staat ist nicht jeder Ideologie zur Toleranz verpflichtet, wenn ihre staatliche, gesellschaftlicher Verträglichkeit zweifelhaft ist.
Darf sich ein Staat gegen einen (real existent gewesenen) Kommunismus wehren? Darf er sich gegen nationalsozialistische Beeinflussungen wehren? Ja, er darf sich gegen alles wehren, was seine demokratische Substanz zerstören soll! Aber gegen Ideologien, denen das Etikett "Religion" angeheftet ist, tun wir uns ungleich schwer. Unter diesem Mantel dürfen alle Verbrechen geschehen. Wo ein Gott seine Finger im Spiel hat, scheint uns das Gesäß auf Grundeis zu gehen...
Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir nicht nur eine Demokratie, sondern auch unsere Kinder vor Einflüssen zu schützen haben, die ihnen langwährende, den freien Geist hemmende, Angst einjagt. Es ist der Freigeist, der unsere Qualitäten auszeichnet. Es ist die Angst (vor Gott), die unglücklich macht!

Gysi
 
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