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Bruno ist tot

Hallo Rhona,

jeder ist sich selbst der Nächste, nicht wahr?


Hallo salem,

danke für deine umfangreiche und aufschlußreiche Antwort. Man sieht, daß du weiterdenkst.:bier:
salem schrieb:
Ja man könnte jetzt auch darüber diskutieren wie viel Zeit jeder noch so ok gefunden hätte, aber das bringt ja jetzt nix mehr.
Dem nächsten Bären könnte es vielleicht das Leben retten.

salem schrieb:
Zumindest können die Wildtiere eher neben uns leben, als die meisten von uns neben ihnen. Warum? Weil uns infolge vieler Veränderungen die Antennen für das Leben neben diesen Tieren verloren gegangen ist. Als Beispiel sollten die menschliche Arroganz (mein Haus, mein Garten, meine Welt) und unser ewiges Streben nach immer mehr Besitz (sei es nun "Grund und Boden" oder materielle Dinge, welches ein Zerstören der Natur/Umwelt erzwingen und somit den Lebensraum wilder Tiere verringern) erstmal ausreichen. Über Industriealisierung usw. braucht man gar nicht reden.
Wir könnten diese Fähigkeit zurückgewinnen, aber wollen wir?
Diese Frage gebe ich mal an Rhona weiter.

Minni
 
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Minni schrieb:
Hallo zusammen,

der Braunbär, der in den Alpen die Menschen in Aufruhr versetzte, ist erschossen worden.
Wochenlang jagten ihn u. a. finnische Spezialisten, und kaum ist er zum Töten freigegeben, haben sie ihn erlegt. Zufall?
- wenn man ihn töten kann, wieso nicht auch narkotisieren?
- kann Mensch und (Wild-)Tier nicht zusammenleben?
- war es wirklich so tragisch, daß der Bär Bienenstöcke plünderte oder Ziegen tötete?
- sind Lebewesen gleich viel „wert“, oder steht der Mensch über dem Tier?
- wo ist der Unterschied, ob man ein Tier oder einen Menschen aus Angst tötet?
Was meint ihr?

Minni

das Problem ist doch das der Bär (wild)in eine bewußt vom Menschen erschaffene begrenzte Zone eindringt und Desen lebenswerk vernichtet!Also ist das treiben des Bären als Anarchi zu betrachten,die eben die oder den Bauern zur raserei ja Mordbuben werden läßt.Und so wie ich das Jägerlatein kennenlernte,sei es wohl wie eine Errektion für einen weidmann der endlich losziehen kann und dabei noch etwas schiesen darf.Manche fliegen da extra für ein oder 2 Abschüsse bis nach Russland.Da der Bär aber sofort tod war!Blieb Ihm die Gefangenschaft,welche ihm durch die Enge der Bewegungsfreiheit bestimmt auch nichts gebracht hätte.AUßERDEM IST ES ECHT ÜBEL WENN DER DIR IM WALD ÜBERN WEG LÄUFT.Hast ja gesehen wie die Schafköpfe ausgesehen haben.
 
Obwohl ich es normalerweise höchst ungern mache, kopiere ich diesmal einen Text ein, den Jörg Kachelmann verfasste. Wieso Kachelmann sich als begnadeter Kolumnenschreiber sieht, verstehe wer mag. Allerdings hat er mir diesmal aus der Seele "gesprochen".






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Kolumne
Danke, Jäger!




Ui, der Bär. Kein dummer Bär, aber ein Bär, der sich eben nicht
verhält wie ein richtiger Bär. Und weil wir in den letzten
Jahrzehnten und Jahrhunderten alles platt gehauen haben, was wild
ist in unseren Wäldern, wollen wir jetzt alles auf einmal ganz
besonders toll und richtig machen. Dieselben Leute, die sich
aufregen, wenn der Wald nicht sauber aufgeräumt ist, regen sich nun
über die richtige Entscheidung auf, Petzi in den Bärenhimmel zu
befördern – wahrscheinlich auch wieder dieselben Leute, die eine
gesunde Ohrfeige für Kinder richtig halten, aber es gleichzeitig
sehr furchtbar finden, dass Hunde in Teilen Asiens behandelt werden
wie bei uns Schweine.
Toter Petz Wut und Empörung



Aber das ist nicht das Thema. Was macht ein normaler Bär? Er frisst
Beeren und allerlei interessante Dinge, die der Wald so bietet, hat
aber eine natürliche Scheu vor Menschen. Und er bringt nicht
routinemäßig Schafe um. Ein Bär mit solch einer Eigenart wäre im
fundamentalistisch bärenfreundlich ausgerichteten Yellowstone
Nationalpark in den USA oder irgendwo in Kanada schon seit Wochen -
zu Recht - tot. Petzi hatte einen an der Waffel, und er taugt nicht
dazu, unser Bedürfnis nach Überkompensation von Fehlern aus der
Vergangenheit zu bedienen. Grotesk genug das Hinterherschmeißen von
Steuergeldern für Finnen, die nun zu Hause sehr lustige Geschichten
erzählen werden über dieses Volk, das einem Gaga-Bären mit
Steuergeldern eine Art Schnitzeljagd als Abenteuerurlaub ermöglicht.
Dieser Bär hatte gelernt, dass es Fressen gibt, wo es Menschen gibt.
Wenn wir Bären wollen, bedeutet das für die Bärengebiete ein anderes
Verhalten für uns: keine Komposthaufen mehr. Kein Hundefutter mehr
draußen. Keine Essensreste irgendwo. In den USA und Kanada macht das
in den Bärengebieten jede Familie so, um sich zu schützen. Bei uns
macht das niemand so, weil Bären ja irgendwie süß sind, wir sie
womöglich ein bisschen füttern wollen, und weil wir uns noch nicht
an das gemeinsame Leben mit Bären gewöhnt haben. Wenn wir das
wollen, müssen wir uns an neue Regeln halten, sonst wird jeder neue
Bär ein Gaga-Bär.
Fazit: Danke, Jäger! Der Freistaat in Bayern konnte und durfte nicht
in Kauf nehmen, dass ein durchgeknallter Bär das Kind einer
picknickenden Familie am Spitzingsee mit einem Schaf verwechselt.
Bären bei uns, ja bitte, aber dann in einer aufgeklärten Umgebung
und nach den Kriterien, wie sie in Bärenländern seit je erfolgreich
angewendet werden.
Herzlich
Jörg Kachelmann


Rhona
.



.
 
Jamguy schrieb:
das Problem ist doch das der Bär (wild)in eine bewußt vom Menschen erschaffene begrenzte Zone eindringt und Desen lebenswerk vernichtet!Also ist das treiben des Bären als Anarchi zu betrachten,die eben die oder den Bauern zur raserei ja Mordbuben werden läßt.
Hallo Jamguy,
Waren es nicht die Menschen, die sich so breit gemacht haben, daß Wildtiere keinen Platz mehr fanden?

Jamguy schrieb:
Und so wie ich das Jägerlatein kennenlernte,sei es wohl wie eine Errektion für einen weidmann der endlich losziehen kann und dabei noch etwas schiesen darf.Manche fliegen da extra für ein oder 2 Abschüsse bis nach Russland.
Jäger sind Mörder, keine Frage.

Jamguy schrieb:
Blieb Ihm die Gefangenschaft,welche ihm durch die Enge der Bewegungsfreiheit bestimmt auch nichts gebracht hätte.AUßERDEM IST ES ECHT ÜBEL WENN DER DIR IM WALD ÜBERN WEG LÄUFT.Hast ja gesehen wie die Schafköpfe ausgesehen haben.
Sicher wäre mir nicht wohl dabei. Aber das Leben ist nun mal lebensgefährlich. Geh mal auf die Straße.


Rhona: Was wir wollen sollten, ist mit allen Lebensformen im Einklang zu leben, nicht sie aus Angst zu töten.
Und: ist es die Schuld des Bären, daß viele Menschen nicht aufgeklärt sind, nicht wissen, wie man mit Bären zurechtkommt?

Grüße von
Minni
 
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Alles wiederholt sich doch im Leben:

Nur ein toter Indianer, ist .....

Nein, nur ein toter Bär, ist ein guter Bär!

Das hatte wir doch alles schon mal. Man nutzt die Angst, um die Freude am töten auszuleben. Sicherlich gibt’s auch noch eine Prämie dafür.

Arme Indianer, armer Bär! Aber Beide haben sich nicht "ordentlich" nach den Maßstäben unserer Zivilisation (die sie nicht kannten) in ihrem und von uns geklauten Land verhalten, selbst schuld ....
 
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