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Die Vergangenheit zum Leben erweckt

Sofern es sich in diesen beiden Fällen um Demokratien handelt. Wir sollten die Demokratie nicht so leichtfertig mit jedem politischen System gleichsetzen, das mehr als eine Partei hat.
Die USA sind näher zu einem demokratischen System als Russland, das ist aber auch alles, denn Russland hatte nie eine Demokratie.
Putin wurde vielleicht beim ersten Mal demokratisch gewählt. Ab dann hat er angefangen sein System zu festigen und jeden, der seine Machtpläne durchkreuzt hat, den hat er mundtot gemacht - notfalls sogar beseitigt, siehe Nemzow oder Navalny.
Die USA hatten jedoch 250 Jahre Zeit, um ihr politisches System so weit zu entwickeln, dass es den Namen Demokratie verdient. Unsere Demokratie hat sich in viel kürzerer Zeit viel weiter entwickelt als die US-Demokratie.
Und dennoch kann so ein Putin nur das machen, was seine Umgebung, und dazu gehört auch das russische Volk, zulässt. Er selbst ist auch nur ein Mensch, ganz ohne übermenschliche Fähigkeiten.
Ein Volk ist einem Demokratieabbau nicht schutzlos ausgeliefert.
 
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Er ist nicht nur ein Mensch, er vertritt ein System und zwar genau das System, das er in den letzten Jahrzehnten selbst aufgebaut hat.
 
Er ist nicht nur ein Mensch, er vertritt ein System und zwar genau das System, das er in den letzten Jahrzehnten selbst aufgebaut hat.
Und doch ist er nur ein Mensch, ganz ohne Zauber- oder Superkräfte.
So hat er das System auch nicht alleine aufgebaut. Auch Hitler wäre ohne Helfer und Gefährten nur ein kleiner, unbedeutender Schreier geblieben. So wie viele andere auch.
 
Und doch ist er nur ein Mensch, ganz ohne Zauber- oder Superkräfte.
So hat er das System auch nicht alleine aufgebaut. Auch Hitler wäre ohne Helfer und Gefährten nur ein kleiner, unbedeutender Schreier geblieben. So wie viele andere auch.
Er hatte einen ganzen Staat, der privatisiert werden sollte und er hatte die Macht, bestimmten Menschen diese Möglichkeit zu eröffnen. Diese Menschen sind ihm ihr ganzes Leben lang hörig und wenn nicht, dann haben sie das gleiche Schicksal wie Chodorkowski zu erwarten. Er kam sogar noch glimpflich davon, denn Litwinenko musste sogar mit radioaktivem Polonium im Körper sterben.
Hitler hatte eine Ideologie, während Putin zu schlau ist, um sich von einer Ideologie leiten zu lassen.
 
'Könnte' ist viel zu wenig. Man 'könnte' auch Verbrechen verhindern, indem man potentielle TäterInnen über den Haufen schießt, bevor sie ihre Verbrechen begehen.
Aber genau so ein Szenario wäre eine dieser 'absoluten Vollkatastrophen', die man ja eigentlich zu verhindern versucht.
Man schießt sie ja auch nicht über den Haufen, nachdem sie ein Verbrechen begangen haben - zumindest nicht bei uns.
Man verhaftet sie und sie werden rechtskräftig verurteilt und landen im Knast.
Sei doch nicht so martialisch, wir sind nicht in den USA...;)
 
Er hatte einen ganzen Staat, der privatisiert werden sollte und er hatte die Macht, bestimmten Menschen diese Möglichkeit zu eröffnen. Diese Menschen sind ihm ihr ganzes Leben lang hörig und wenn nicht, dann haben sie das gleiche Schicksal wie Chodorkowski zu erwarten. Er kam sogar noch glimpflich davon, denn Litwinenko musste sogar mit radioaktivem Polonium im Körper sterben.
Hitler hatte eine Ideologie, während Putin zu schlau ist, um sich von einer Ideologie leiten zu lassen.
Putin übte Druck aus, aber es war die Entscheidung anderer, dem Druck nachzugeben oder auch nicht. Es geht hier nicht um eine juristische Angelegenheit, sondern letztendlich um eine politische. So musste auch das ganze Deutsche Volk nicht juristisch, aber politisch ausbaden, was die Nazis angerichtet haben.
Analog dazu treffen die EU-Sanktionen auch ganz Russland und nicht nur Putin und sein Gefolge. Es war ja auch ganz Russland, das Putin groß werden hat lassen so wie es ganz Deutschland war, das den Aufstieg Hitlers nicht verhindert hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man schießt sie ja auch nicht über den Haufen, nachdem sie ein Verbrechen begangen haben - zumindest nicht bei uns.
Man verhaftet sie und sie werden rechtskräftig verurteilt und landen im Knast.
Sei doch nicht so martialisch, wir sind nicht in den USA...;)
Ich schrieb ja auch im Konjunktiv, ohne irgendeiner Empfehlungsabsicht. Im Hinterkopf dabei hatte ich die bekannte Frage, ob man den 2. Weltkrieg und den Holocaust verhindern hätte können, hätte man den kleinen Hitler gemeuchelt. Und die Folgefrage, ob man es hätte tun sollen, falls ja.
 
'Könnte' ist viel zu wenig. Man 'könnte' auch Verbrechen verhindern, indem man potentielle TäterInnen über den Haufen schießt, bevor sie ihre Verbrechen begehen.
Aber genau so ein Szenario wäre eine dieser 'absoluten Vollkatastrophen', die man ja eigentlich zu verhindern versucht.
Ich finde, der Vergleich hinkt.
 
Ich finde, der Vergleich hinkt.
Nur, wenn man den Vergleich nicht versteht. Der Punkt ist in beiden ist die Frage, ob grundlegende Prinzipien eines an sich gewünschten und funktionierenden Systems für ein konkretes Detailziel geopfert werden sollen, der Kern.
Im einen ist es das Grundprinzip, dass man nur für tatsächlich begangene Verbrechen bestraft wird und nicht für solche, die man in Zukunft womöglich begehen hätte können. Das andere ist, dass sich in einer freien Demokratie jeder mündige freie Bürger politisch betätigen darf, aktiv wie passiv. Und nicht nur mündige freie Bürger mit irgendeiner konkreten, gerade (nach welchen Maßstäben genau?) wünschenswerten Persönlichkeitsstruktur, Abstammung, Bildung, Religion, etc.....
Im ersten Fall würde man dadurch Verbrechen a priori verhindern können, im zweiten Fall, dass (wie auch immer definierte) 'problematische Personen' überhaupt kandidieren können. Nur, wer entscheidet, welche Personen 'problematisch' sind und wer wählt diese Entscheider?
Es obliegt in einer freien Demokratie ja dem Wähler, wen er wählt und letztendlich auch, wer gewählt werden kann. "Jeder" kann ja selbst kandidieren, nach obigem Grundsatz, niemand wird a priori ausgeschlossen.

Vergleich nun versanden?
 
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Ich schrieb ja auch im Konjunktiv, ohne irgendeiner Empfehlungsabsicht. Im Hinterkopf dabei hatte ich die bekannte Frage, ob man den 2. Weltkrieg und den Holocaust verhindern hätte können, hätte man den kleinen Hitler gemeuchelt. Und die Folgefrage, ob man es hätte tun sollen, falls ja.
Dann bleiben wir beim Konjunktiv: Es wäre viel humaner möglich gewesen, den 2. Weltkrieg zu verhindern. Die Kunstakademie hätte ihn aufnehmen sollen.
 
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