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Eine lebenstaugliche Philosophie gesucht !

Dieses Thema im Forum "Philosophie Allgemein" wurde erstellt von Marco22, 5. Januar 2018.

  1. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

    Registriert seit:
    31. Oktober 2011
    Beiträge:
    9.811
    Ort:
    Zwischen Erde und Himmel und doch bodenständig
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    Diese Annahme einer zulässigen Aufrechnung klingt wie eine Abrechnung und ist "in der Tat" einer der größten Irrtümer in allen religiösen Glaubensvorstellungen!

    Bernies Sage (Bernhard Layer)
     
  2. PhilippP

    PhilippP Active Member

    Registriert seit:
    8. April 2003
    Beiträge:
    725
    Das "Gehirn" ist nur ein Organ (obgleich ein unglaublich komplexes) und somit erfüllt es bestimmte Funktionen, ist aber sicherlich "nach bisherigen Kenntnissen der Neurowissenschaft" nicht allein für das Zustandekommen von Gedanken und Emotionen verantwortlich, sondern vielmehr notwendig für selbige. Das Gehirn ist ja keine isolierte Instanz, sondern in komplexe Interaktionen mit der Umwelt eingebunden, die des Weiteren onto- wie phylogenetisch erklärt werden müssen.

    Ansonsten läuft man in Gefahr, aus evidenten Gemeinsamkeiten eines Phänomens deren Identität bzw. eine ontologische Entität abzuleiten: eine Hypostase.

    Das geht schon in eine gute Richtung.
    Stichwort ist "Interaktion" und "Zufall"; wenn man "Zufall" nicht vorschnell abwertend als pure Beliebigkeit interpretiert, sondern z.B. als immense Komplexität, die wir (derzeit) nicht ursächlich zu überblicken vermögen, so verliert dieser so verstandene "Zufall" seine Bedrohlichkeit und erscheint als potentiell erklärbar, zumindest aber als komplexes Wechselwirkungsgeschehen, das für sich gesehen einer gesetzmäßigen Dynamik folgt und daher alles ist, nicht aber beliebig.

    "Interaktion" findet nicht nur zwischen Subjekt und Objekt statt, sondern auch zwischen Subjekten und letztlich interagiert auch jedes Subjekt mit sich selbst, was wiederum von äußerlichen Prozessen beeinflusst wird. Beispiel: Dass ich hier jetzt diese Gedanken niederschreibe, liegt u.a. daran, dass du mir einen Anreiz dazu geboten hast und ich kann diesem Anreiz nur folgen, da meine Frau heute früher als sonst zu Bett gegangen ist etc. ;)

    Überhaupt spielt Möglichkeit (d.h. u.a. Zeit) eine große Rolle. Wer keine Möglichkeit hat, seinen Gedanken "freien Lauf" zu lassen, der wird seine kognitiven Potentiale nur begrenzt entfalten können. Das fängt schon mit frühkindlicher Förderung (wiederum Interaktionen vielfältiger Art) an und hört sicherlich nicht schon mit dem reifen Erwachsenen auf, der meint, er müsse vom Schreibtisch aus mal eben die Welt in eine selbstgefällige Schablone pressen.

    Ich musste mühsam lernen, dass es die kleinen und bescheiden anmutenden Denkschritte sind, die zählen. Ob das Ergebnis dieser Kleinarbeit dann mehr oder weniger "lebenstauglich" ist, das kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Viel wichtiger erscheint mir, dass in erster Linie die Überlegungen als solche etwas taugen, d.h. intersubjektiv nachvollziehbare Reflexionen darstellen.

    Besten Gruß
    Phil
     
  3. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

    Registriert seit:
    31. Oktober 2011
    Beiträge:
    9.811
    Ort:
    Zwischen Erde und Himmel und doch bodenständig
    Also einfach gesagt:

    » Zufall ist alles was zufällt und Abfall ist alles was abfällt. «
    (Eigenzitat, - aber nicht von Manfred Eigen :D)

    siehe hierzu auch meinen Beitrag Nr.3 in:

    http://www.denkforum.at/threads/aristoteles-definition-von-zufall.16191/
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2018
  4. Marco22

    Marco22 Well-Known Member

    Registriert seit:
    27. Dezember 2016
    Beiträge:
    1.206
    Ort:
    Im Universum, wo die Raumzeit Hiebe verteilt !
    Ob es eine metaphysische Grundlage gibt, welche Gedanken, Gefühle und Handlungen steuert und diese hervorruft ist fraglich ? Jedoch spielt das Gehirn eine maßgebliche Rolle. Inwiefern den anderen Faktoren Gewicht beizulegen ist hängt aber von verschiedenen Umständen ab. Zum Wachsen der Haare wird das Gehrin vermutlich kaum benötigt. Dagegen ist es undenkbar, dass ich diese Worte hier tippe ohne, dass mein Gehirn gewisse Signale an meine Hand weiterleitet, welche diese zum Tippen anleiten.

    Jedoch tritt der Vorgang des Tippens erst ein, wenn zuvor abstrakte Gedanken über den Sachverhalt gebildet wurden über den man sich vorgenommen hat zu schreiben. Wobei in den meisten Fällen schon vor dem Schreiben eines Satzes dieser schon vorher im inneren Dialog erzeugt wurde bzw. in wörtlicher Form in etwa vorlag. Somit ist das Gehirn Multitaskingfähig und kann sein Potential erst ausschöpfen, wenn es auf mehreren Ebenen in Form von Neuronalen Interaktionen rechnet.


    Ich denke der Zufall ist es, den die Verteidiger des freien Willens bei ihren Argumentationen übersehen. Wie ich dem von dir zitierten Beitrag erwähnte, macht es wenig Sinn einer Person mehr Schuld für eine Handlung zuzurechnen, nur weil sie diese aus freiem Willen begangen hat. Schließlich würde auch dieser freie Wille ( ähnlich wie das Gehirn ) mit der Umwelt interagieren und so handeln, je nachdem wie dieser eben aufgrund verschiedenster Faktoren determiniert ist. Wobei hier der ( scheinbare ) Zufall nicht vergessen werden sollte.

    Das wir hier etwas schreiben hängt nicht nur davon ab, ob unser Gehrin durch irgendwelche Auslöser dazu bewegt wurde, sondern auch, ob diese innere Bewegung so starkt ist, dass wir zusätzlich die Motivation aufbringen uns zu registrieren u.s.w . Vielleicht tut irgendein Gedanke unsere Stimmung verschlechtern und lässt die Entscheidung fällen wütend zu posaunen , oder irgendeine Laus sprintet über die Leber und lässt nicht so argumentieren, wie gewünscht.

    Jederzeit kann das Gehirn von unvorhergesehen neuronalen Lawinen heimgesucht werden, welche derart auf das Erleben einwirken, wie man es vor ein paar Stunden nicht erwartet hätte. Da stellt sich das Gehirn zuweilen selbst ein Bein und schreit, weil es immer neue Denkgebäude errichten bzw. renovieren muss, da diese auf Dauer bröckeln und das Indivduum aufpassen muss, dass es nicht vom Dachboden erschlagen wird !Wobei bei jedem der Botenstoffhaushalt natürlich unterschiedlich verwaltet wird.

    Es gibt bei Entscheidungsfragen, also nicht nur ein determiniertes Gehirn, sondern auch einen physikalischen Spielraum für Zufälle. Wie gesagt stehen bei einer Entscheidung oder Handlung immer mehrere Möglichkeiten offen, aber nur manche werden gezogen. Wobei in der Regel die mit dem stärksten Gewicht zum Tragen kommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2018
  5. ichbinderichwar

    ichbinderichwar Well-Known Member

    Registriert seit:
    2. September 2012
    Beiträge:
    16.066
    Melde ich meinem Rasierer:ironie:
     
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