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Die normopathische Gesellschaft

Die Ächtung jeglicher Kritiker ist offensichtlich keine Strategie, die Mehrheiten schafft und auch nicht demokratisch.
Du meinst, die afd wäre "jeglicher Kritiker"?
Es kritisieren sich in Deutschland SPD und CDU ebenfalls gegenseitig und auch unerbittlich.
Wäre deine unterstellte "Ächtung jeglicher Kritiker" tatsächlich deren Strategie, müssten sie
sich gegenseitig ebenso sehen wie sie jeweils die afd sehen. Ergo, das Schema des unschuldigen
armen Opfers, das ja überhaupt nichts dafür kann, dass es nicht gemocht wird, zieht hier nicht.
Weiter so und die verhasste AfD verdoppelt sich bei der nächsten Wahl. :lachen:
Ein Volk in einem demokratischen Land hat immer die Regierung, die es verdient.
Wenn es die afd will, wird sie sie bekommen - und dann sehen, was sie ihm bringt.
Und gewiss werden die, die jetzt am lautesten für die afd schreien die ersten sein,
die ihre Verantwortung dafür dann abstreiten werden.
 
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Es ist mit egal, ob ein Hassprediger altrechts oder neurechts ist. Das Problem ist das Hasspredigen.

...die primitiven Seiten der Menschen, an die die ganze Idee appellierte und appelliert.

Es ist mir unbegreiflich, wie anderweitig intelligente Menschen so einen Bullshit glauben können. Ich halte dich für intelligent, aber du bist in dieser Sache so dermaßen lost, dass ich dir da nicht mehr weiter helfen kann. Du glaubst ernsthaft diese billige Propagandalüge des Mainstreams, dass die AfD Hass predigt und damit an die niederen Instinkte der Bevölkerung appelliert? Glaubst du das wirklich? Die Welt wäre also in bester Ordnung, gäbe es da nicht die hetzenden Hitler-Nachfolger der AfD/FPÖ und deren primitive Gefolgschaft? Ich nehme dir nicht einmal ab, dass du wirklich so naiv bist, du stellst dich nur bei schwierigen Themen gerne dumm, um schwierige Diskussionen zu vermeiden.

Das ist im Übrigen ein weit verbreitetes Phänomen und ich verstehe das sogar ein Stück weit. Wenn Leute einfache Erklärungen mögen und sich nicht tiefer mit gesellschaftlichen Problemen befassen wollen, dann lasse ich sie damit auch in Ruhe, denn es ist ja niemand dazu verpflichtet, wirklich in die Tiefe damit zu gehen. Aber, ich sagte es schon zuvor: Wo, wenn nicht in einem Denk-Forum ist der Ort dafür, diese Themen genauer zu analysieren und nicht bei so lächerlichen Erklärungen wie "die Neo-Hitlers predigen Hass und der deutsche Neo-Michel steht stramm und zeigt den Hitlergruß" stehen zu bleiben? Glaubst du denn ernsthaft, dass 20% der Deutschen so ticken?

Ich würde viel eher sagen, dass hier jetzt so langsam gesellschaftliche Mißstände an die Oberfläche kommen, die nicht mehr länger ignoriert werden können und wenn ihr die Leute, die diese Probleme ansprechen, weiterhin mit der Nazi-und-Moralkeule bearbeitet, als gäbe es kein Morgen, dann wird die AfD eben irgendwann bei 30% und dann vielleicht irgendwann auch bei 40% stehen. Werdet ihr dann anfangen, euch inhaltlich mit dieser Sache auseinander zu setzen? Oder müssen es dazu 50 oder 60% werden?
 
@Muzmuz Ich werde wahrscheinlich die nächsten paar Tage nicht viel Zeit zum Schreiben haben, deshalb will ich dir bis dahin noch etwas mit auf den Weg geben. Befasse dich mal mit der Mont Pèlerin Society. Man kommt um diese Institution nicht herum, wenn man das derzeitige Zeitgeschehen durchschauen will. Dieser Think Tank hat so ziemlich jeden politischen Begriff definiert, den wir heutzutage verwenden. Überhaupt definiert diese Gruppe den politischen Diskurs schlechthin, und sie bleibt dabei unsichtbar im Hintergrund.

Und interessanterweise wurde diese Institution sehr gut dargestellt in einer Mainstream-Satire-Sendung. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. ;)

 
Zu deiner Beschreibung deiner subjektiven Beobachtung in deinem privaten Bereich kann und will ich inhaltlich nichts sagen.
Die pauschale Behauptung, daß die AfD die sogenannten "Reichsbürger" anziehe, kann ich für meinen Bekanntenkreis nicht bestätigen. Übrigens weiß man auch, daß "Reichsbürger" im allgemeinen nicht wählen gehen. Sie lehnen alle Parteien ab, auch die AfD.
 
Es ist mir unbegreiflich, wie anderweitig intelligente Menschen so einen Bullshit glauben können. Ich halte dich für intelligent, aber du bist in dieser Sache so dermaßen lost, dass ich dir da nicht mehr weiter helfen kann. Du glaubst ernsthaft diese billige Propagandalüge des Mainstreams, dass die AfD Hass predigt und damit an die niederen Instinkte der Bevölkerung appelliert? Glaubst du das wirklich?
Ich ging nach Äußerungen von afd-Funktionären und afd-Sympathisanten.
Wenn jene nicht gerade alle deep-fakes waren, dann kannst du dich nicht auf eine Propagandalüge von irgendjemanden ausreden.
Die Welt wäre also in bester Ordnung, gäbe es da nicht die hetzenden Hitler-Nachfolger der AfD/FPÖ und deren primitive Gefolgschaft? Ich nehme dir nicht einmal ab, dass du wirklich so naiv bist, du stellst dich nur bei schwierigen Themen gerne dumm, um schwierige Diskussionen zu vermeiden.
Nein, die afd/fpö sind nicht Ursache, sondern Verstärker und Symptom.
Angst, Hass, Neid sind allgegenwärtige menschliche Gefühle. Auch ohne afd/fpö haben sie existiert und sie werden existieren, solange es Menschen gibt. Jene Parteien aber kultivieren jene Gefühle. Sie zeigen nicht nur, dass sie menschliche Gefühle sind, sondern auch dass nichts dabei wäre, diese ungefiltert auszuleben. Und diese "Ihr dürft alles sagen und tun"-Haltung spricht jene an, die sich nur um ihre eigene Freiheit scheren und nicht daran denken, was ihre Inanspruchnahme für andere bedeutet.
Das ist im Übrigen ein weit verbreitetes Phänomen und ich verstehe das sogar ein Stück weit. Wenn Leute einfache Erklärungen mögen und sich nicht tiefer mit gesellschaftlichen Problemen befassen wollen, dann lasse ich sie damit auch in Ruhe, denn es ist ja niemand dazu verpflichtet, wirklich in die Tiefe damit zu gehen. Aber, ich sagte es schon zuvor: Wo, wenn nicht in einem Denk-Forum ist der Ort dafür, diese Themen genauer zu analysieren und nicht bei so lächerlichen Erklärungen wie "die Neo-Hitlers predigen Hass und der deutsche Neo-Michel steht stramm und zeigt den Hitlergruß" stehen zu bleiben? Glaubst du denn ernsthaft, dass 20% der Deutschen so ticken?
Ich denke nicht, dass 20% der Deutschen geneigt sind, den Hitlergruß zu zeigen. Aber die Haltung "Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber......" ist wahrscheinlich bei deutlich mehr als 20% der Deutschen vorhanden. Aber nicht alle davon geben sich ihren Neigungen so unreflektiert hin.
Ich würde viel eher sagen, dass hier jetzt so langsam gesellschaftliche Mißstände an die Oberfläche kommen, die nicht mehr länger ignoriert werden können und wenn ihr die Leute, die diese Probleme ansprechen, weiterhin mit der Nazi-und-Moralkeule bearbeitet, als gäbe es kein Morgen, dann wird die AfD eben irgendwann bei 30% und dann vielleicht irgendwann auch bei 40% stehen. Werdet ihr dann anfangen, euch inhaltlich mit dieser Sache auseinander zu setzen? Oder müssen es dazu 50 oder 60% werden?
Ja, die ganze Political-Correctness-Haltung ist wie ein Druckkochtopf. Sie verhindert ein Überkochen, aber auf Kosten des Druckaufbaus im Inneren. Ängste, Wut, Neid, Hass dürfen nicht verboten, sondern müssen akzeptiert und ernst genommen werden. Was allerdings verboten bzw eingeschränkt werden muss, ist das unreflektierte Ausleben jener Gefühle.
 
Ich ging nach Äußerungen von afd-Funktionären und afd-Sympathisanten.
Wenn jene nicht gerade alle deep-fakes waren, dann kannst du dich nicht auf eine Propagandalüge von irgendjemanden ausreden.

Du kannst aber nicht von einzelnen Akteuren auf eine ganze Partei schließen. Und selbst bei den von dir als Hassreden eingeordneten Aussagen ist immer noch die Frage, ob diese wirklich hasserfüllt waren oder ob du sie nicht nur so interpretiert hast, weil du - bewusst oder unbewusst - ganz genau danach gesucht hast.

Nein, die afd/fpö sind nicht Ursache, sondern Verstärker und Symptom.
Angst, Hass, Neid sind allgegenwärtige menschliche Gefühle. Auch ohne afd/fpö haben sie existiert und sie werden existieren, solange es Menschen gibt. Jene Parteien aber kultivieren jene Gefühle. Sie zeigen nicht nur, dass sie menschliche Gefühle sind, sondern auch dass nichts dabei wäre, diese ungefiltert auszuleben. Und diese "Ihr dürft alles sagen und tun"-Haltung spricht jene an, die sich nur um ihre eigene Freiheit scheren und nicht daran denken, was ihre Inanspruchnahme für andere bedeutet.

Das ist aber eine rein psychologische Betrachtung des Sachverhalts, obwohl es doch noch viele andere Faktoren zu berücksichtigen gibt. Außerdem ist es auch wieder eine einseitig negative Auslegung. Und die Probleme, die diese Leute dazu bewegen teilweise auch aus Protest, und nicht aus Gesinnung, die AfD/FPÖ zu wählen, bestehen doch objektiv. Deshalb ist eine reine Psychologiesierung der Sache meines Erachtens viel zu kurz gegriffen und auch wieder eine Ausflucht, ein ad hominem Argument statt einem sachlichen Argument.
 
Du kannst aber nicht von einzelnen Akteuren auf eine ganze Partei schließen. Und selbst bei den von dir als Hassreden eingeordneten Aussagen ist immer noch die Frage, ob diese wirklich hasserfüllt waren oder ob du sie nicht nur so interpretiert hast, weil du - bewusst oder unbewusst - ganz genau danach gesucht hast.
So wie du gerade meine Interpretation interpretierst, weil du - bewusst oder unbwusst - mir Voreingenommenheit unterstellst?
Das ist aber eine rein psychologische Betrachtung des Sachverhalts, obwohl es doch noch viele andere Faktoren zu berücksichtigen gibt. Außerdem ist es auch wieder eine einseitig negative Auslegung. Und die Probleme, die diese Leute dazu bewegen teilweise auch aus Protest, und nicht aus Gesinnung, die AfD/FPÖ zu wählen, bestehen doch objektiv. Deshalb ist eine reine Psychologiesierung der Sache meines Erachtens viel zu kurz gegriffen und auch wieder eine Ausflucht, ein ad hominem Argument statt einem sachlichen Argument.
Ist nicht die Unterstellung einer "Ausflucht" ein ad hominem Argument anstatt ein sachliches?
Und ich meine, Protest und afd/FPÖ Gesinnung schließen sich ja nicht aus, ganz im Gegenteil!
Denn Protest, also Ablehnung, ist ja Teil deren Fundament.

Kritik ist ja immer willkommen, sofern sie konstruktiv ist. Aber "es ist alles Sch****" und "Alle sind ja so korrupt"
sind nicht Beispiele konstruktiver Kritik, sondern nur unreflektiertes Dampfablassen.
Siehe auch frenilshtar hier - immer wieder den Westen beschimpfen, weil er die Ukraine unterstützt. Aber Lösung
oder überhaupt nur eine Idee, wie man es besser machen könnte, das kommt nicht. Und selbst auf direkte Nachfrage
meldet er nur frech zurück. Das ist die afd/FPÖ-Haltung. Nur schimpfen, nur protestieren, aber selbst nichts gestalten
wollen.
Diese Haltung hat in Österreich schon zweimal zur Spaltung der FPÖ geführt, weil manche nicht nur dumpf protestieren
wollten, sondern abseits der Große (SPÖ und ÖVP) eine dritte gestaltende Kraft zu bilden. Diese "Abweichler" nannten sich
"Liberales Forum" bzw "Bündnis Zukunft Österreich".

Die ÖVP hat es auf Bundesebene mehrmals mit der FPÖ versucht, und kein Versuch ist gut gegangen - was seitens der FPÖ zu einer
noch weiteren Radikalisierung geführt hat. Aktuell will sie den Spagat zwischen dem Kanzleramt und Fundamentalopposition spannen,
was für den durchschnittlichen FPÖ-Wähler durchaus kein Widerspruch ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kritik ist ja immer willkommen, sofern sie konstruktiv ist.
Tut mir leid, diese Erfahrung vermag ich - in einer echten Willkommenskultur - gerade als "freier" Wissenschaftler zu keiner Zeit nachzuvollziehen.
.........Befasse dich mal mit der Mont Pèlerin Society. Man kommt um diese Institution nicht herum, wenn man das derzeitige Zeitgeschehen durchschauen will. Dieser Think Tank hat so ziemlich jeden politischen Begriff definiert, den wir heutzutage verwenden. Überhaupt definiert diese Gruppe den politischen Diskurs schlechthin, und sie bleibt dabei unsichtbar im Hintergrund.

Und interessanterweise wurde diese Institution sehr gut dargestellt in einer Mainstream-Satire-Sendung. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. ;)

Ja, tatsächlich ein schier "unglaublicher (Sch)leckerbissen" für alle wurde uns hier vorgesetzt, die das weltweit vernetzte System als (bio-)kybernetisches Kreislaufmodell - 'so noch nie so' - in einem (verblüffenden) Focus (heimlicher) Zusammenhänge offenbart hat.

Dies erinnert mich im Rückblick an die (verblüffende) Wirkung meiner allererste (Teil-)Veröffentlichung eines "WERBE-SPOT(T) im Orwelljahr 1984:
» Der Motor des Lebens ist das Herz der Wirtschaft und läuft auf Pump. «
(von Bernhard Layer im Orwelljahr 1984 - Zitat mit freundlicher Genehmigung entnommen aus » Die Reagan-Macher «)
Die Quintessenz einer Quantenspringerlogik in der (heimlichen) Vernetzung von ("Fehlendem") eilt dem realen Geldgewinn in negativer Materie schon immer voraus:
Alles Geld benötigt eine Perspektive und das Einsparen von Geld könnte aus volkswirtschaftlicher Sicht ein illegales Einsperren von Geld bedeuten - und damit unter Umständen sogar kriminell sein!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ergänzung zu meinem Beitrag Nr.418:
" Damit es aber nicht soweit kommt, hat inzwischen jede Bank aus zwingenden Datenschutzgründen einen "Geldwäschebeauftragten", der für "sauberes" Geld sorgen muss, weil Geld schließlich nicht stinken darf, wie es eben für eine gute Kläranlage auch für eine ER-KLÄRANLAGE (im Handel durch Wandel) angemessen gelten muss. - Schluss mit dem (heuchlerischen) "Schuss-in-Ofen-Bar-jeder-Vernunft"??? "

von Bernhard Layer (für Bernies Sage)
 
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Kritik ist ja immer willkommen, sofern sie konstruktiv ist. Aber "es ist alles Sch****" und "Alle sind ja so korrupt"
sind nicht Beispiele konstruktiver Kritik, sondern nur unreflektiertes Dampfablassen.

Nun, du hast dein Urteil über die Rechten gefällt und ich will dir das ja gar nicht ausreden. Das hätte auch keinen Sinn. Obwohl ich weiß, dass dein Urteil ein Vorurteil und zu verallgemeinernd ist, denn ich habe schon Dutzende, wenn nicht Hunderte konstruktive Gespräche mit Rechten gesehen, aber diese finden in den alternativen Medien statt, welche du nicht konsumierst. Also kannst du es nicht wissen. Thema erledigt.

Ich will dir trotzdem noch eine kleine Anekdote dazu erzählen. Vor kurzem hat ein linker Aktivist allen Ernstes (und der hat das wirklich ernst gemeint) folgende These aufgestellt: Die hohen Wahlergebnisse der AfD der letzten Zeit lassen sich dadurch erklären, dass die verblödete, ungebildete Landbevölkerung in den letzten Jahren jetzt auch verstärkt mit Ausländern konfrontiert wird, weil in den Großstädten kein Platz mehr für alle Zuwanderer ist. Die verblödeten Michels auf dem Land glauben nun zum Beispiel, dass wenn eine Kuh krank wird, es daran liegt, dass die Ausländer die natürliche Ordnung durcheinander bringen und deshalb die Kuh krank wurde und als Reaktion darauf wählen sie dann die AfD. Ich würde das hier nicht zitieren, wenn es nicht ein reichweitenstarker Streamer wäre, der das unter Applaus seiner Community so kommuniziert hat und ich will das auch gar nicht weiter kommentieren, weil es meines Erachtens selbsterklärend ist. Wenn solche Erklärungen herangezogen werden, um den Erfolg einer Partei zu erklären, dann offenbart man dadurch, dass man den Anschluss an die Weltentwicklung verpasst hat. Ja, das ist ein Extrembeispiel, und doch sind auch deine Thesen zu den verblödeten, primitiven Rechten nicht sooo weit vom Niveau dieser Kranke-Kuh-Theorie entfernt.

Diese Haltung hat in Österreich schon zweimal zur Spaltung der FPÖ geführt, weil manche nicht nur dumpf protestieren
wollten, sondern abseits der Große (SPÖ und ÖVP) eine dritte gestaltende Kraft zu bilden. Diese "Abweichler" nannten sich
"Liberales Forum" bzw "Bündnis Zukunft Österreich".

Weißt du, ich muss an dieser Stelle mal etwas klarstellen: Mir persönlich ist die AfD sch***egal. Das mag jetzt widersprüchlich klingen, weil ich sie und ihre Wähler oft verteidige, aber ich verteidige sie ja nur deshalb, weil mein Hauptanliegen die Rede-und-Meinungsfreiheit ist. Ich denke nicht, dass die AfD allzu viel verbessern kann und will, dazu ist sie wie gesagt zu sehr verknüpft mit der Mont Pèlerin Society, welche den heutigen Zeitgeist geradezu erfunden hat, denn sie hat zum Beispiel die 68er-Bewegung finanziert. Wie kann ein Think Tank gleichzeitig die 68er-Bewegung finanzieren und dann aber heutzutage mit der AfD zusammen arbeiten? Weil das alles Show ist.

Ich verteidige die AfD aus drei Gründen: 1. Rede-und-Meinungsfreiheit. Niemand wird derzeit so sehr unterdrückt, zensiert und sogar bedroht wie die Rechten. 2. Das einzig wichtige, was sie umsetzen würden, sofern sie nicht vom Bundesverfassungsgericht daran gehindert werden: Einen Kurswechsel in der Migrationspolitik. Und 3. Ihre eigene Entzauberung.

Da du nicht in der alternativen Medienwelt unterwegs bist, ahnst du gar nicht, wie viele Leute alles darauf setzen, dass die AfD alle ihre Probleme lösen wird. Und damit meine ich jetzt weniger die Content-Creator, sondern das Publikum. Unter jedem Video kann man die unglaublich hohen Erwartungen an einen Wahlsieg der AfD in den Kommentaren ablesen - und diese Erwartung ist natürlich naiv und muss entzaubert werden. Ihr habt das in Österreich schon durch, aber hier ist es bisher nur Theorie.

Und dann weiß ich ebenfalls, dass sogar die alternativen Bewegungen im Ausland sich ganz Großes von einer AfD-Regierung in Deutschland erhoffen, weil sie sozusagen auf den Input aus Germany warten, was dann zu tun ist. Ich will nicht zynisch sein, denn ich weiß, wie schwierig das Leben in der derzeitigen normopathischen Gesellschaft ist, aber zu denken, dass die AfD kommt und löst alle Probleme, das ist abwegig.

Wirklich interessant wird es sein, wie sich das alternative Lager und die alternativen Medien und die Querdenker usw. entwickeln werden, nach einer Legislaturperiode AfD und dann ihrer Abwahl. Und das ist eben das ermüdende an historischen Prozessen: Es dauert alles so laaangsam. Aber spannend ist es trotzdem.
 
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